07:42

Spekulationen über eine Rekord-Freigabe von Ölreserven lassen die Ölpreise weiter sinken. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge erwägt die ‌Internationale ⁠Energieagentur (IEA) wegen möglicher Engpässe im Zuge des Konflikts zwischen den USA, ⁠Israel und dem Iran die grösste Freigabe von Ölreserven in ihrer Geschichte. Ein ‌Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich ‌um ein Prozent auf 86,92 ​Dollar. Die US-Sorte WTI notierte 0,4 Prozent schwächer bei 83,10 Dollar. Nach einem historischen Preissprung zum Wochenanfang hatten die Ölpreise bereits am Dienstag um mehr als elf Prozent nachgegeben.

Dem Bericht zufolge würde die geplante ‌Freigabe die Menge von 182 Millionen Barrel übersteigen, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 auf den Markt gebracht wurde. Nach Einschätzung ​der Analysten von Goldman Sachs würde eine ​Freigabe dieser Grössenordnung die Ausfälle von Exporten ​aus der Golfregion für zwölf Tage ausgleichen. Der französische Präsident Emmanuel Macron will im ‌Tagesverlauf mit den Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten per Video über die Lage beraten.

Einige Analysten zeigten sich jedoch skeptisch. «Noch wurde keine Freigabe offiziell angekündigt, ​und ​es gibt Zweifel am letztendlichen Tempo ⁠etwaiger Entnahmen aus diesen Reserven», konstatierte Philip ​Jones-Lux, Analyst bei ⁠Sparta Commodities. Gleichzeitig bleiben die Sorgen vor Lieferengpässen bestehen. So hat der ‌staatliche Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi nach einem Drohnenangriff seine Raffinerie in Ruwais geschlossen. Zudem fielen die US-Bestände an ‌Rohöl, Benzin und Destillaten in der vergangenen Woche, wie ​aus Daten des Branchenverbands API hervorging.

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07:30

Die Nintendo-Aktie ist am Mittwoch um bis zu 10,5 Prozent gestiegen und hat damit ihren stärksten Anstieg seit April 2025 verzeichnet. Hinter der Rally steht der überraschende Erfolg des neuen Pokémon-Spiels, der an der Börse Bedenken über steigende Speicherkosten in den Hintergrund drängt.

Das Spiel Pokémon Pokopia, das am 5. März exklusiv für die Konsole Switch 2 erschienen ist, ist bei mehreren grossen Einzelhändlern in den USA bereits ausverkauft.

Der Schwung rund um die Switch 2 nehme «dank des viralen Hits stark zu» und helfe, dem «Gegenwind durch Speicherkosten» entgegenzuwirken, der die Nintendo-Aktie seit Ende 2025 belastet habe, schrieb Jefferies-Analyst Atul Goyal. Amazon habe den Preis für den Pokémon-Titel bereits auf rund 80 Dollar angehoben, was die hohe Nachfrage unterstreiche.

Zuvor hatte bei Anlegern die Sorge dominiert, dass rasant steigende Speicherpreise – angeheizt durch eine unstillbare Nachfrage aus dem KI-Bereich – die Margen des Unternehmens unter Druck setzen könnten.

«Das Pokémon-Spiel war ein Aussenseiter», sagt Hideki Yasuda, Analyst bei Toyo Securities. «Es war völlig vom Radar der Leute verschwunden, sodass seine Popularität eine positive Entwicklung ist.» Das Spiel im Stil von Animal Crossing gehe von Japan bis Kanada über die Ladentische, was seine weltweite Anziehungskraft illustriere.

Gegen 12:30 Uhr in Tokio notierte die Nintendo-Aktie am Mittwoch bei rund 10'000 Yen. Trotz des Kurssprungs liegen die Titel noch rund 30 Prozent unter dem Hoch vom November.

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07:25

Nachfolgend neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

- Also: UBS senkt auf 170 (310) Fr. mit Neutral (Buy)

- Lindt&Sprüngli: Kepler Cheuvreux senkt auf 126’000 (130’000) Fr. mit Buy

- Lindt&Sprüngli: Barclays senkt auf 103'000 (105’000) Fr. mit Underweight

- Lindt&Sprüngli: UBS senkt auf 137'000 (147'000) Fr. mit Buy

- Swiss Re: JPMorgan senkt auf 145 (155) Fr. mit Neutral

- Partners Group: Goldman Sachs senkt auf 1120 (1220) Fr. mit Neutral

- Flughafen Zürich: Jefferies erhöht auf 246 (239) Fr. mit Hold

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07:15

Der Dax wird am Mittwoch der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge ‌mit Verlusten ⁠in den Handel starten. Am Dienstag hatte ⁠der deutsche Leitindex 2,4 Prozent höher bei 23'968,6 Punkten ‌geschlossen.

Für gute Stimmung an den ‌Börsen sorgten die ​jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Krieges in Nahost schürten. Als erstes der grossen Forschungsinstitute seit dem ‌Ausbruch des Krieges in Nahost wird das Berliner DIW am Mittwoch neue Konjunkturprognosen vorstellen. Dabei dürfte der ​Blick neben den Wachstumsraten auch auf ​die Inflation gehen, die ​von den zuletzt sprunghaft gestiegenen Energiepreisen angeheizt werden dürfte. Die ‌Teuerungsrate in Deutschland dürfte im Februar gesunken sein. Klarheit bringen die ebenfalls zur Wochenmitte anstehenden detaillierten Daten ​des ​Statistischen Bundesamtes.

Am ⁠Nachmittag folgen die US-Inflationsdaten für ​den vergangenen Monat.

Auf ⁠der Unternehmensseite blicken Anleger unter anderem auf die ‌Geschäftszahlen von Rheinmetall und Porsche AG.

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06:20

Der Schweizer Aktienmarkt gemessen am SMI steht bei der Bank IG im vorbörslichen Handel 0,18 Prozent im Minus bei 13'034 Punkten.

Am Mittwoch legen der Reisehändler Avolta, der Glasverpackungshersteller Vetropack sowie die BKW ihre Ergebnisse für das Jahr 2025 vor. 

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05:30

Die widersprüchlichen Signale zum US-israelischen Krieg gegen den Iran haben die asiatischen Börsen am Mittwoch verunsichert. Trotz eines Berichts über ‌eine ⁠mögliche Rekord-Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA) blieben Anleger nervös.

Das «Wall ⁠Street Journal» meldete, die IEA plane die grösste Freigabe ihrer Geschichte, die sogar die ‌182 Millionen Barrel von 2022 nach Russlands Ukraine-Invasion ‌übertreffen würde. «Diese Nachricht über die ​Freigabe strategischer Reserven wird vom Markt begrüsst, weil dann im Falle eines kurzen Konflikts genug Öl vorhanden ist, um Rationierungen oder wirtschaftliche Auswirkungen zu vermeiden», sagte der Leiter der Asien-Aktienstrategie bei Societe Generale.

Die japanische Börse legte ‌zu: Der Nikkei-Index stieg um 2,1 Prozent auf 55'683 Punkte. In Südkorea kletterte der Kospi sogar um 3,2 Prozent. Die US-Futures zeigten sich ebenfalls ​fester. Gleichzeitig wachsen Sorgen über steigende Energiepreise und deren inflationäre ​Wirkung.

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05:00

Am Devisenmarkt behauptete sich der Dollar ​als bevorzugter sicherer Hafen. Er legte 0,1 Prozent auf 158,25 Yen zu. Der Euro notierte ‌schwächer bei 1,1624 Dollar, das britische Pfund gab auf 1,3440 Dollar nach. «Man hat nur einen sicheren Hafen, und das ist der US-Dollar», erklärte der Analyst.

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04:45

Die ​Ölpreise ​schwankten nach dem IEA-Bericht. Ein ⁠Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um ​0,2 Prozent auf 87,89 Dollar. ⁠Das US-Öl WTI notierte kaum verändert bei 83,47 Dollar. Der Goldpreis ‌stieg um 0,5 Prozent auf 5215,60 Dollar je Feinunze.

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23:00

Die US-Börsen haben am Dienstag vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs eher schwächer geschlossen. Der Dow ‌Jones blieb ⁠bei 47'707 Punkten fast unverändert, wie auch der technologielastige Nasdaq bei 22'697 Zählern. Der breit gefasste S&P 500 büsste dagegen 0,2 Prozent auf 6781 ⁠Stellen ein.

Zwar hatten die drei wichtigsten Indizes lange Zeit leicht im Plus gelegen, getragen von Spekulationen auf ein baldiges Ende des Konflikts nach entsprechenden Andeutungen von US-Präsident Donald Trump. ‌Ein Medienbericht, wonach es Anzeichen für iranische Vorbereitungen zum Legen von Minen in der Strasse von ‌Hormus gibt, sorgte jedoch im späten Handel für Ernüchterung. Die Meerenge ist ​von zentraler Bedeutung für den weltweiten Ölhandel.

«Der Markt hat Stärke gezeigt, dann aber alles wieder abgegeben», sagte Tim Ghriskey, leitender Portfoliostratege bei Ingalls & Snyder in New York. Unter den Anlegern herrsche grosse Verwirrung. «Man sieht Schlagzeilen aus dem Weissen Haus, die dem Markt Hoffnung machen. Dann aber siegt die Vernunft, und die Märkte erkennen, dass dies noch lange nicht vorbei ist.»

Trump hatte am Montag in einem Interview mit CBS News gesagt, ‌dass er den Krieg gegen den Iran «für so gut wie beendet» halte und dass man dem ursprünglichen Zeitrahmen «sehr weit voraus» sei. Dies drückte die Ölpreise, die nach dem Kriegsbeginn Ende Februar bis Montag um rund 50 Prozent angestiegen waren, tief ins Minus. Zum Ende des Aktienhandels in New York ​lag Brent 8,4 Prozent tiefer bei 90,68 Dollar je Barrel und die US-Sorte WTI 8,8 Prozent im ​Minus bei 86,45 Dollar.

Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ​dürfte der US-Energiebehörde EIA zufolge wegen des Iran-Kriegs in den kommenden zwei Monaten auf über 95 Dollar pro Barrel steigen. Danach werde sich die Lage jedoch entspannen und der ‌Preis bis Jahresende auf rund 70 Dollar fallen, teilte die Behörde am Dienstag in ihrem Monatsbericht mit. Grund für die erhöhten Preise seien die weitgehend blockierten Lieferwege durch die Strasse von Hormus, über die ein Fünftel der weltweiten Öltransporte abgewickelt wird. Dies führe zu Produktionskürzungen im Nahen Osten. Sobald der ​Transit ​wieder möglich sei, werde das weltweite Angebot die Nachfrage jedoch übersteigen, erklärte die ⁠EIA.

Bei den Einzelwerten konnten die Aktien der Fluggesellschaften American ​Airlines, United Airlines und Delta daher ⁠ihre vorbörslichen Gewinne nicht halten und fielen um 2,2 bis 3,6 Prozent. Die Papiere der Kreuzfahrtanbieter Carnival und Royal Caribbean fielen ebenfalls. Nach unten ‌ging es zugleich auch für die Aktien der Ölkonzerne ConocoPhillips und Exxon Mobil, die 2,5 und 1,5 Prozent einbüssten.

Unter Druck gerieten auch die Aktien von Boeing mit einem Minus von 3,2 Prozent. Mängel an Kabeln könnten die Auslieferungen von Jets des ‌Typs 737 MAX im ersten Quartal verzögern, teilte der Flugzeugbauer mit.

Um 2,2 Prozent nach oben ging ​es hingegen für Citigroup. Die US-Grossbank erwartet für das erste Quartal ein Wachstum im mittleren Zehner-Prozentbereich bei den Gebühren im Investmentbanking und bei den Handelserträgen. Als Grund für ihren Optimismus nannte Vorstandschefin Jane Fraser eine starke Nachfrage nach Aktien und festverzinslichen Wertpapieren. Zugleich stützten anhaltende Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung den Markt ‌für Fusionen und Übernahmen. 

(cash/AWP/Reuters)

Monique Misteli Ringier
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