Schweizer Börse: SMI gibt Gewinne preis

Der Schweizer Aktienmarkt setzte nach dem Taucher vom Freitag zu Beginn der neuen Börsenwoche die «Trump-Rally» fort, ist am Mittag aber wieder etwas zurückgefallen.
14.11.2016 13:00
Nach dem Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentenwahlen erleben die Bankaktien eine Kursrally.
Nach dem Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentenwahlen erleben die Bankaktien eine Kursrally.
Bild: cash

Der Leitindex SMI kletterte mit der Unterstützung guter Wirtschaftsdaten aus Japan gleich von Beginn weg über 7900 Punkte und rückte gar auf die Marke von 8000 Punkten zu. Zu Handelshälfte hat sich die Aufwärtsbewegung jedoch mit den Kursverlusten der Index-Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche spürbar abgeschwächt.

Die Finanzmärkte würden nach dem Wahlsieg aber insgesamt weiterhin von den Erwartungen auf ein wirtschaftlich starkes Amerika und steigenden Zinsen getragen, meint ein Händler. Der vergangene Woche zum US-Präsident gewählte Donald Trump hat über das Wochenende erste Eckpfeiler seiner künftigen Politik präsentiert und auch erste wichtige Personalentscheide vorgenommen. An den Börsen gut aufgenommen wurden die News zur Exportbelebung in Japan.

Der SMI gewinnt bis kurz nach Mittag noch 0,2% auf 7896 Punkte nachdem er zuvor bis auf Tageshöchst von 7976 Stellen geklettert ist. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,6% auf 1242 und der breite SPI) um 0,1% auf 8607 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen nur noch 18 im Plus und 12 im Minus.

Bankaktien nach wie vor stark gesucht

Die Schweizer Bluechips werden von den Bankaktien angeführt: Julius Bär klettern um 3,0%, UBS um 3,2% und Credit Suisse um 2,9% in die Höhe. Die Banken erholten sich weiter vom Bewertungsabschlag der vergangenen Monate, wobei die Aussicht auf weniger Regulierung mit Donald Trump als US-Präsident die Fantasie der Anleger befeuert habe, so ein Händler. CS hatten letzte Woche 14% und UBS gar 17% dazugewonnen.

Auch eine Reihe von konjunkturabhängigen Aktien erfreuen sich weiterhin einer guten Nachfrage. Allen voran verteuern sich Lafarge-Holcim um 2,4%. Der Zementkonzern lädt am Freitag zur Investorenkonferenz. Aber auch Adecco (+2,3%) weiten die Avancen der Vorwoche (+5,1%) aus. Sonova steigen um 1,9% in die Höhe. Der Hörsystem-Hersteller hatte im ersten Halbjahr 2016/17 den Umsatz und den operativen Gewinn gesteigert und damit die Analystenvorgaben leicht übertroffen. Gleichzeitig wurden die Ziele für das Gesamtjahr bekräftigt.

Schwergewichte rutschen ins Minus

Dagegen fällt die Unterstützung der Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,6%) und Roche (-0,3%) weg. Bei Novartis sorgen sich die Anleger vor einem grossen Abschreiber auf den Assets der mit Problemen behafteten Augenheilsparte Alcon. In einem Interview erklärte VR-Präsident Jörg Reinhardt, dass für Alcon nach Lösungen gesucht werde und man dabei alle Optionen offen lasse. Ausserdem sind am Markt Spekulationen im Umlauf, wonach Novartis mit dem US-Generikahersteller Amneal Pharmaceuticals Übernahmegespräche führen soll.

Das dritte Schwergewicht im Bunde, Nestlé (-0,3%), verlieren ebenfalls an Wert. Und die Entwicklung der Versicherungsaktien der Zurich (-0,3%) dürften drohende Schadenbelastungen nach dem Erdbeben in Neuseeland die Kursentwicklung etwas belasten. Am deutlichsten im Minus stehen SGS (-1,5%), Schindler (-1,2%) und Syngenta (-0,8%). SGS wurden von Jefferies abgestuft, während sich Anleger nach neuen Berichten in den Medien um die Syngenta-Übernahme durch Chemchina weiterhin sorgen.

Meyer Burger tauchen erneut

Am breiten Markt hat die Ostschweizer SFS Group (Aktie: +1,6%) in den USA einen wichtigen Zulieferer für die Medizinaltechnikindustrie zugekauft. SFS will mit Tegra den Markt- und Kundenzugang in den USA verbessern und das Wachstum vorantreiben. Grössere Abgaben sind wiederum bei Meyer Burger (-5,2%) zu sehen. Der Solarzulieferer hatte die Anleger vergangene Woche mit Plänen zur Rekapitalisierung geschockt. Aber auch Lem oder Santhera verlieren 3,5% bzw. 3,2%.

An der Schweizer Börse hat zudem die österreichische Fahrzeuggruppe KTM Industries ihr Debüt gegeben. Die KTM-Papiere wurden hierzulande erstkotiert und starteten mit 4,90 Franken in den Handel und kosten zum Berichtszeitpunkt bereits 5,33 Franken. Am Freitagabend kostete eine KTM-Aktie an der Wiener Börse 4,39 Euro oder umgerechnet rund 4,70 Franken.

(AWP)