Der Swiss Market Index gewinnt am Dienstag 0,9 Prozent auf 13'824. Dax und EuroStoxx50 klettern jeweils um rund ein Prozent auf bis zu 25'522 und 6310 Zähler.
Die zuletzt auf Mehrjahreshochs gestiegenen Renditen von Staatsanleihen der Euro-Zone gaben nach. Vor allem in Frankreich legten Investoren nach dem jüngsten Ausverkauf bei Anleihen eine Verschnaufpause ein. Davon profitierte der Euro allerdings nur leicht, nachdem er am Vortag auf ein 17-Monats-Tief gefallen war.
«Wir sind ziemlich pessimistisch, was den Euro angeht», konstatierte Joseph Capurso, Stratege bei der Commonwealth Bank of Australia. «Wir glauben, dass er auf unter 1,10 Dollar fallen wird.» Nachdem Sorgen über die hohe Verschuldung in Frankreich die Gemeinschaftswährung am Montag bis auf 1,116 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2025 gedrückt hatten, erholte sich der Euro leicht und stieg um 0,2 Prozent auf bis zu 1,1246 Dollar. Damit der Euro an Wert gewinne, bräuchte es einen deutlichen Rückgang der Ölpreise, so Capurso. «Eine weitere Voraussetzung wäre, dass Frankreich endlich sein Haushaltsdefizit in den Griff bekommt, aber ich glaube nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird.»
Frankreichs Staatsfinanzen im Fokus
Nach der jüngsten Talfahrt gingen französische Anleihen auf Erholungskurs. Im Gegenzug fielen die Renditen für zehnjährige französische Anleihen auf 4,745 von 4,862 Prozent am Vortag. Die Renditedifferenz zwischen französischen und deutschen Bonds verringerte sich auf 135 Basispunkte nach dem am Freitag erreichten 15-Jahres-Hoch von 158 Basispunkten.
Die als Favoritin für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr geltende Marine Le Pen kündigte unterdessen in Paris als Ziel an, dass Frankreichs Defizit bis 2030 auf drei Prozent fallen soll. Zugleich stellte sie in Aussicht, während einer fünfjährigen Amtszeit Einsparungen von insgesamt 140 Milliarden Euro vornehmen zu wollen. «Wer auch immer Frankreich führt, muss irgendwie einen Konsens innerhalb des französischen Parlaments finden, um eine Haushaltskonsolidierung zu erreichen, die alles übertrifft, was wir bisher von Frankreich gesehen haben», sagte Guillermo Felices, Anlagestratege bei PGIM.
Am Rohölmarkt sorgten unterdessen robuste Exporte aus dem Nahen Osten und die jüngste Freigabe von Notfallreserven der G7-Staaten für einen Preisrückgang. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligten sich jeweils um mehr als zwei Prozent auf bis zu 97,91 beziehungsweise 87,10 Dollar je Barrel.
Genmab mit Kurssprung
Bei den Einzelwerten trieben positive Studienergebnisse die Aktien der dänischen Biotech-Firma Genmab auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Die Titel legten mehr als acht Prozent zu und lagen damit an der Spitze des Stoxx 600, nachdem der Konzern zuvor die Ergebnisse einer Spätphasenstudie vorgelegt hatte. Eine Medikamentenkombination gegen eine Form von Blutkrebs, die zusammen mit dem US-Pharmakonzern AbbVie entwickelt wurde, verringerte demnach das Risiko eines Fortschreitens der Krankheit. Analysten von Jefferies nannten die Ergebnisse der Studie beeindruckend. Die Daten etablierten die Kombination als potenziellen neuen Behandlungsstandard und eröffneten ein Spitzenpotenzial von über drei Milliarden Dollar, konstatierten Analysten von TD Cowen.
Insgesamt hatte der breit gefasste Gesundheitssektor in Europa einen guten Lauf und kletterte in der Spitze um zwei Prozent. Die Bernstein-Analystin Delphine Le Louet verwies auf die starke Kursentwicklung des US-Auftragsentwicklers für Arzneimittel Charles River Laboratories, die sich positiv auf den gesamten Sektor auswirke. Dem Gesundheitssektor komme derzeit zugute, dass er über hohe Liquidität verfüge und nicht allzu zinssensitiv sei. Grösster Dax-Gewinner war der Pharma- und Technologiekonzern Merck, der mehr als vier Prozent zulegte. Mit einem Plus von rund sechs Prozent führte der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius den MDax an.
(Reuters)

