SMI rutscht in die Verlustzone

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch erneut leichter in den Handel gestartet. Nach einem positiven Auftakt verlor der Leitindex SMI schnell an Boden und drehte ins Minus.
21.10.2015 10:19
Die Kurse an der Schweizer Börse SIX geben am Mittwoch nach.
Die Kurse an der Schweizer Börse SIX geben am Mittwoch nach.
Bild: cash

Im Fokus stehen Unternehmensnachrichten von der Credit Suisse, ABB und Syngenta. Wie bereits am Vortag verzeichnen die schwergewichtigen Pharmawerte Abgaben.

Die Vorgaben waren durchzogen. Während die US-Märkte nach Börsenschluss in Europa in einer Seitwärtsbewegung verharrten, war das Bild in Asien uneinheitlich mit Gewinnen in Tokio und Abgaben in China. Schwache Aussenhandelsdaten sorgten in Japan für Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Die anhaltende Ungewissheit über den Zeitpunkt der Zinswende in den USA sorge für Zurückhaltung bei den amerikanischen Anlegern, hiess es im Handel. In Europa wird auf die morgige EZB-Sitzung gewartet. Am Nachmittag könnten US-Schwergewichte wie GM oder Coca-Cola für Bewegung sorgen. Wichtige Konjunkturdaten stehen im Tagesverlauf nicht auf dem Programm.

SMI rutscht ab

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 09.20 Uhr 0,33% tiefer bei 8'621,31 Punkten. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,19% auf 1'284,76 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,32% auf 8'818,28 Punkte. Von den 30 Blue Chips stehen 19 im Minus, neun im Plus und zwei unverändert.

Credit Suisse (-3,4%) zeigen sich nach Quartalszahlen und der strategischen Neuausrichtung deutlich belastet. Die Grossbank will insgesamt über 5'000 Stellen abbauen und plant eine Kapitalerhöhung von gut 6 Mrd CHF. Zudem soll die Schweizer Bank partiell an die Börse gebracht werden. Auch die Organisationsstruktur und die Konzernleitung wird unter dem neuen CEO Tidjane Thiam gründlich umgebaut. Die Zahlen zum dritten Quartal lagen unter den Schätzungen der Analysten, und der Ausblick fällt vorsichtig aus.

Die übrigen Bankentitel UBS (-0,8%) und Julius Bär (-0,4%) werden ebenfalls hinab gezogen. Belastet wird der SMI zudem von den Schwergewichten Novartis (-0,9%) und Roche (-0,7%), während Nestlé unverändert notiert. Auch die Uhrenwerte Swatch (-0,6%) und Richemont (-0,3%) geben ab.

Deutlich höher notieren auf der anderen Seite des SMI-Spektrums Syngenta (+4,8%) nachdem CEO Mike Mack per Ende des Monats nach 14 Jahren bei dem Konzern seinen Rücktritt angekündigt hat. Ad interim übernimmt CFO John Ramsay die Leitung. Mack war im Zusammenhang mit dem gescheiterten Monsanto-Übernahmeangebot von Aktionärsseite unter Druck geraten.

Positiv werden die Sparpläne von ABB (+1,0%) aufgenommen. Das Unternehmen rechnet weiter mit herausfordernden Marktbedingungen, die auch im dritten Quartal zu deutlichen Rückgängen bei Auftragseingang und Umsatz geführt haben. Die Basisaufträge blieben in der Division Prozessautomation stabil, gaben in den übrigen Divisionen jedoch nach.

Zu den Gewinnern zählen zudem die volatilen Transocean (+2,2%), Aryzta (+0,3%) und Geberit (+0,3%).

Im breiten Markt steigen Temenos um +8,0% nach besser als erwarteten Zahlen und einer Kurszielanhebung durch Exane. Gurit (+2,4%) hat den Umsatz deutlich gesteigert und verbucht eine gute Nachfrage aus den Sparten Windenergie und Tooling. Inficon (-1,5%) hat einen stabilen Umsatz und etwas besseren Gewinn ausgewiesen. Die Zahlen lagen jedoch unter den Schätzungen und auch die Guidance wurde gesenkt.

Zudem gewinnen noch Leclanché (+7,0%), Cytos (+4,9%) oder Züblin Immobilien (+2,6%) auffällig hinzu, während bei den Verlierern Bobst (-2,7%) oder Santhera (-2,2%) herausstechen.

(AWP)