Der Swiss Market Index (SMI) steigt am Dienstag um 0,1 Prozent auf 14'240 Punkte. Er hält sich weiter auf dem kürzlich erreichten Rekordniveau. Der Dax übersprang am Dienstag mit einem Plus von 1,5 Prozent ‌erneut die ⁠Marke von 25.000 Punkten; der EuroStoxx50 zog um 1,3 Prozent auf 6312 Zähler an. Die Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten und der Boom bei Künstlicher Intelligenz trieben ⁠den breiter aufgestellten paneuropäischen Index Stoxx600 nahe an sein Rekordhoch. Zugleich nahm er Kurs auf den grössten Quartalsgewinn seit fünf Jahren.

Nach den positiven Vorgaben von der Wall Street griffen auch auf dieser Seite ‌des Atlantiks Anleger vor allem bei Techwerten zu. Der entsprechende Sektorindex zog rund zwei Prozent an und steuerte auf den ‌grössten Quartalsgewinn seit Oktober 2001 zu. Aktien des Chipausrüsters ASML stiegen um vier Prozent. Chiphersteller ​Infineon und STMicro verteuerten sich um knapp vier sowie mehr als zwei Prozent.

Die Papiere von Siemens Energy waren mit einem Plus von rund sechs Prozent stärkster Dax-Gewinner. In einem sogenannten Pre-Close-Call vor Quartalsende habe der Energietechnikkonzern die Kernaussagen zum dritten Quartal bestätigt, sagte ein Händler. «Die Nachfrage in allen Märkten bleibt strukturell stark, global und diversifiziert.» Ein von Angebotsengpässen geprägtes Umfeld stütze die starken Preise und die gute Planbarkeit für Siemens Energy.

«Das Besondere an Europa ist, dass man für dieses Wachstum üblicherweise nicht bezahlt», konstatierte ‌Rob Lancastle, Portfoliomanager bei J O Hambro Capital Management. Bei Firmen, die weniger aufregend seien als US-Technologiewerte oder asiatische Halbleiterhersteller, sorge dies für attraktive Angebote. «Im Rest der Welt zahlt man oft viel mehr und hat ein viel höheres Ertragsrisiko.»

Ölpreis gibt weiter nach

Auch am Rohölmarkt setzten Investoren auf Entspannung im viermonatigen Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Die Nordseesorte ​Brent verbilligte sich am Dienstag zeitweise um bis zu 1,5 Prozent auf 72,04 Dollar pro Barrel. Im Juni gab der Brent-Preis ​bisher um rund 20 Prozent nach und fiel damit den dritten Monat in Folge. Im März ​hatte Brent nach dem Kriegsausbruch mit einem Preissprung von fast 60 Prozent den grössten Monatsanstieg seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt.

Ölpreise auf dem Niveau vor Ausbruch des Iran-Kriegs schoben auch Reise- und Freizeitunternehmen an. Lange ‌Gesichter gab es dagegen nach dem frühen WM-Aus der Fussball-Nationalmannschaft bei Adidas-Aktionären. Die Titel des Sportartikelherstellers gaben in der Spitze mehr als zwei Prozent nach, nachdem Deutschland in der ersten K.O.-Runde am Vorabend nach Elfmeterschiessen gegen Paraguay ausgeschieden ist. Adidas ist Ausrüster mehrerer Mannschaften, darunter letztmalig auch der deutschen Nationalmannschaft.

Im Handelsverlauf machte die Adidas-Aktie die Verluste aber wieder wett. Deutsche ​Bank-Analyst Adam ​Cochrane wies in einer Analyse darauf hin, dass es für Adidas im zweiten Quartal ⁠durch WM-bezogene Produkte einen positiven Effekt von etwa sieben Prozentpunkten oder rund 500 Millionen Euro auf den ​Umsatz geben könnte. Das Kursziel hob die ⁠Deutsche Bank auf 210 von zuvor 200 Euro an. Auch die Experten von der Citigroup sowie Jefferies schraubten ihre Kursziele für Adidas nach oben. 

(Reuters)