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Von wegen Brexit-Sorgen - Um diese britische Retailer-Aktie reissen sich die Anleger

Der anstehende Brexit verunsichert britische Konsumenten, die Verkäufe im Retailbereich erreichen Rekordtiefs. Doch davon unbeeindruckt schiesst die Aktie eines britischen Sportgeschäfts in diesem Jahr steil nach oben.
15.10.2019 14:14
Von Pascal Züger
Eröffnung eines Flagship-Stores von JD Sports Fashion in Amsterdam.
Eröffnung eines Flagship-Stores von JD Sports Fashion in Amsterdam.
Bild: ZVG

Grossbritanniens Retailverkäufer sind in Aufruhr: Im September gingen die Laden- und Onlineverkäufe gemäss einer Umfrage des British Retail Consortium (BRC) um 1,3 Prozent zurück. Mit Blick auf die letzten 12 Monate betrug das Wachstum lediglich 0,2 Prozent, das ist der tiefste Wert seit dem Jahr 1995.

Wie die BRC-Chefin Helen Dickinson jüngst gegenüber dem "Guardian" sagte, würden britische Konsumenten sich derzeit nur mit dem Nötigsten zudecken und mit Ausgaben, vor allem im Nicht-Essensbereich, sehr zurückhaltend sein. Gemäss Dickinson sei es für die Branche essenziell, dass ein Non-Deal-Brexit vermieden werde.

Unter diesen Voraussetzungen erstaunt es wenig, dass verschiedene Retail-Aktien aus Grossbritannien in diesem Jahr schlecht performen. Die Supermarktkette Sainsbury bricht etwa 20 Prozent ein, bei Morrison Supermarkets sind es minus 5 Prozent.

Ein britischer Überflieger

Doch inmitten der Brexit-Wirren und der sich abkühlenden Konjunktur gibt es einen Retailer, der munter wächst und allein im vergangenen Halbjahr den Umsatz um fast 50 Prozent steigern konnte: Der Sneaker-und Sportswear-Spezialist JD Sports Fashion. An der Börse beträgt das Plus seit Jahresbeginn 120 Prozent, es ist damit die mit Abstand beste Aktie im britischen FTSE-100-Index. In den letzten fünf Jahren schoss die Aktie gar von 0,93 auf aktuell 7,74 Pfund in die Höhe - das ist eine Zunahme von 730 Prozent.

Kursentwicklung der JD-Sports-Fashion-Aktie in den letzten 5 Jahren, Quelle: cash.ch

JD Sports wurde 1981 in Bury, einer Stadt in Grossbritannien, von John Warlde und David Makin gegründet (daher der Name "JD"). Gestartet mit einer einzigen Filiale, hat die Firma über die Jahre immer weiter expandiert. Inzwischen beschäftigt der Konzern über 32'000 Mitarbeiter und besitzt über 1'200 Verkaufsläden. Tätig ist man in Europa und im Raum Asien-Pazifik – aber nicht in der Schweiz.

Der Fokus des Sportartikelhändlers liegt auf Markenprodukten im oberen Preissegment. Bekannte Marken wie Adidas, Converse, Nike oder Puma werden im Sortiment geführt. Durch gute Beziehungen und langjährige Partnerschaften gelingt es JD Sports immer wieder, von den bekannten Marken exklusive und neue Produkte anzubieten.

Betrug der Umsatz 2014 noch 1,21 Milliarden Pfund, so waren es 2018 bereits 4,7 Milliarden. In diesem Jahr dürften es nochmals deutlich mehr sein. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre wurde mit einer aggressiven Akquisitionsstrategie erkauft. Firmen wie Champion Sports, GO Outdoors, Next Athleisure oder Finish Linie wurden geschluckt.

Analysten sind begeistert

Jüngst wurde die Übernahme des britischen Konkurrenten Footasylum für 90 Millionen Pfund angekündigt. JD Sports übernahm bereits im Februar einen Aktienanteil von rund 19 Prozent. Doch hat sich nun die britische Wettbewerbsbehörde eingeschaltet: Der Zusammenschluss könne zu Preiserhöhungen, einer geringeren Auswahl in den Geschäften oder einem schlechteren Service führen. Der Deal dürfte sich also noch etwas hinauszögern, die Aktie korrigierte darauf einige Prozent.

Nichtsdestotrotz bleiben die Aussichten des Premium-Sporthändlers hervorragend: Durch den Kauf von Finish Linie hält JD Sports nun auch einen Fuss in den riesigen Markt USA, fünf Läden wurden dort inzwischen eröffnet. Zudem ist das Potenzial in Asien und Europa noch nicht ausgeschöpft, die Filialenzahl wird stetig erhöht.

Auch für einen möglichen No-Deal-Brexit hat JD Sports vorgesorgt: Ab Anfang 2020 wird in Belgien gemäss CEO Peter Cowgill ein grosses Warenhaus von zusätzlichen 74'000 Quadratmeter zur Verfügung stehen, mit welchem die EU-Kunden bedient werden können.

Für das Gesamtjahr rechnet Cowgill nun mit einem Gewinn vor Steuern von 402 bis 424 Millionen Pfund, was eine deutliche Steigerung zum Vorjahr bedeuten würde. Von acht abdeckenden Analysten empfehlen deren sieben weiterhin zum Kauf der Aktie, darunter auch die UBS und Credit Suisse. "Die Attraktivität von JD Sports für Kunden, Anbieter und Investoren ist auf einem Allzeithoch und das wird sich demnächst kaum ändern", schrieb der ebenfalls zum Kauf empfehlende Broker Peel Hunt jüngst.

 

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