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Aktienempfehlung: Schlummert im diesjährigen SIX-Börsenschlusslicht tatsächlich hohes Kurspotenzial?

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Aktienempfehlung: Schlummert im diesjährigen SIX-Börsenschlusslicht tatsächlich hohes Kurspotenzial?

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Ein Londoner Analyst senkt sein Kursziel für den diesjährigen Verlierer an der Schweizer Börse. Doch noch immer liegt dieses weit über den zuletzt bezahlten Kursen. Und: Eine verkappte Kaufempfehlung für Lonza?

24.06.2026   11:49
Von cash Insider
Relief Therapeutics gibt einen seiner Firmensitze im Geschäftsgebäude Lever House an der Park Avenue Nr 390 in New York an.

Die frühere Relief Therapeutics gab einen ihrer Firmensitze im Geschäftsgebäude Lever House an der Park Avenue Nr 390 in New York an.

Quelle: imago images / Loop Images

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Knapp 90 Prozent haben die Aktien von MindMaze Therapeutics alleine seit Januar an Wert eingebüsst. Von 1,90 Franken ging es für die Valoren der einstigen Relief Therapeutics auf zuletzt 23 Rappen. Und das ohne Aufbäumen. Damit kommt dem Medizinaltechnikunternehmen die undankbare Rolle des diesjährigen Börsenschlusslichts zu.

Ende April berichtete ich von einem Kommentar aus der Feder der britischen AlphaValue. Darin stufte der Autor die Aktien mit «Buy» und einem Sechs-Monats-Kursziel von 1,78 Franken zum Kauf an. Zu diesem Zeitpunkt wurden Kurse um die 34 Rappen bezahlt.

Ich begegnete dieser Kaufempfehlung damals mit folgenden Worten:

...und weiter...

Seither hat sich einiges getan. Einerseits ist die Tinte unter der Vertriebspartnerschaft mit der amerikanischen Vibra Healthcare nun trocken und zum anderen konnte sich MindMaze Therapeutics Eigenkapital in Höhe von 8 Millionen Franken sichern. Ausserdem trennt man sich von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmensteilen, was weiteres Geld in die Kasse spült. Dem Aktienkurs half das alles herzlich wenig.

Die Aktien von Relief-Nachfolgerin MindMaze haben seit Januar deutlich an Kurswert eingebüsst (Quelle: www.cash.ch)

Nun nimmt auch der Edison-Analyst – er sitzt ebenfalls in London – Anpassungen im Bewertungsmodell vor. Er veranschlagt neuerdings einen rechnerischen fairen Wert von 2,73 (zuvor 3,41) Franken je Aktie, was aus heutiger Sicht einer Verzwölffachung (!) des Kurses entspräche.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Edison von MindMaze Therapeutics mit der Abdeckung und Mitverfolgung der eigenen Aktien beauftragt und für diese Tätigkeit mit 60'000 britischen Pfund im Jahr abgegolten wird. Und wie sagt man doch so schön: Beisse nie die Hand, die Dich füttert.

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, bleibt dieser «Penny Stock» nicht nur aufgrund dieses Auftragsverhältnisses, sondern auch des geringen Börsenwerts sowie des überaus engen Marktes wegen höchst spekulativ.

+++

Lonza fristet an der Börse ein Mauerblümchen-Dasein. Und das nicht erst seit gestern. Denn obwohl die Aktien des Pharmazulieferers aus Basel zuletzt Boden gutmachen konnten, errechnet sich seit Januar noch immer ein Minus von etwas mehr als sieben Prozent. Bei den Grossunternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI) schneiden im bisherigen Jahresverlauf nur Geberit (-15 Prozent), Alcon (-16,5 Prozent) und die Partners Group (-31 Prozent) noch schlechter ab.

Wurden vor fünf Jahren noch Kurse von 600 Franken und mehr bezahlt, sind die Valoren von Lonza mittlerweile 100 Franken günstiger zu haben. Sprich: Selbst die Dividendenabgänge aufgerechnet, sind die letzten Jahre aus Sicht der Aktionärinnen und Aktionäre bestenfalls ein Nullsummenspiel.

Auf die eklatante Kursflaute angesprochen, erklären sich Analysten diese mit fehlenden Gründen für höhere Notierungen. Auf mich wirkt das alles etwas hilflos, zumal man die Aktien bei den allermeisten Banken schon seit einer gefühlten Ewigkeit zum Kauf anpreist – Analyst Dani Jelovcan von der Zürcher Kantonalbank sogar mit einem rechnerischen fairen Wert von 766 Franken. Da müssten die Papiere bei Kursen um die 500 Franken doch eigentlich so etwas wie ein «blinder Kauf» sein.

Die Aktien von Lonza sind seit Jahren in einer Seitwärtsbewegung gefangen (Quelle: www.cash.ch)

Selbst der für die Bank of America tätige Analyst Charlie Haywood kommt auf ein Kursziel von 610 Franken. Er stuft die Aktien des Pharmazulieferers jedoch auch weiterhin nur mit «Neutral» ein. Das überrascht mich insofern, als dass Haywood mit Blick auf die Halbjahresergebnisveröffentlichung vom 22. Juli mit einer Erhöhung der diesjährigen Umsatzvorgaben rechnet. Will man dem Analysten Glauben schenken, dann werden die Basler für die erste Jahreshälfte ein organisches Umsatzwachstum in Höhe von 18 Prozent ausweisen und die durchschnittlich bei 16 Prozent liegenden Markterwartungen übertreffen können. Mit seinen operativen Gewinnschätzungen (EBITDA) liegt Haywood sogar um fünf Prozent über den Annahmen seiner Berufskollegen bei anderen Banken.

In diesem Zusammenhang von einer verkappten Kaufempfehlung durch die Bank of America zu sprechen, wäre wohl übertrieben. Vielmehr gibt sich der Londoner Analyst trotz der Möglichkeit einer Erhöhung der diesjährigen Umsatzvorgaben insgesamt eher unterkühlt.

Am Montag kommentierte ich die Aktienrückkaufstätigkeit hiesiger Grossunternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI). Auch Lonza will für 500 Millionen Franken eigene Aktien zurückkaufen. Vermutlich erfahren wir am 22. Juli Näheres. Angesichts des gedrückten Kursniveaus macht ein solches Rückkaufprogramm durchaus Sinn. Ob dessen Umfang ausreicht, um den Aktien endlich neues Leben einzuhauchen, wird sich zeigen müssen.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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