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Einmal mehr erreicht mich in diesen Tagen ein Strategiepapier aus der Feder der drei für die UBS tätigen Analysten Sebastian Vogel, Joern Iffert und Patrick Rafaisz. Darin gehen die genannten Autoren der Frage nach, welche Schweizer Nebenwerte in den Anlegerportefeuilles übervertreten sind und welche – möglicherweise zu Unrecht – links liegen gelassen werden.

Neben bankeigenen Erhebungen stützen sich Vogel und seine Mitautoren auch auf Offenlegungsmeldungen gegenüber der amerikanischen Börsenaufsicht sowie Erhebungen von Drittbanken ab. Ihre Überlegung ist denkbar einfach: Aktien, welche in den Portefeuilles der Anleger bereits übermässig stark vertreten sind, laufen eher Gefahr in Ungnade oder Gewinnmitnahmen zum Opfer zu fallen.

Die gute Nachricht vorweg: Über sämtliche von der Grossbank mitverfolgten Aktien kleiner und mittelgrosser Unternehmen aus der Schweiz hinweg wird diesen nicht übertrieben viel Platz in den Anlegerportefeuilles eingeräumt.

Das gilt allerdings nicht für Accelleron, Lonza, Logitech und SGS. Bei den Valoren dieser vier Unternehmen mahnt der sogenannte "Crowding Factor" zur Vorsicht. Mit anderen Worten: Bei der ehemaligen ABB-Tochter, beim Pharmazulieferer, beim Unterhaltungselektronikhersteller sowie beim Warenprüfkonzern sind die Anlegerinnen und Anleger bis über beide Ohren investiert.

Die Logitech-Aktien kennen momentan kein Halten (Quelle: www.cash.ch)

Im Gegenzug wird um Bachem, Meyer Burger oder SIG ein grosser Bogen gemacht. Diese Aktien sind in den Portefeuilles stark untervertreten.

Wer nun denkt, dass diese Erhebungen schöngefärbt seien, der irrt. Von den übermässig vertretenen Aktien rät die UBS nur gerade bei jenen von Logitech zum Verkauf. Für die Valoren von Accelleron und Lonza hat die Grossbank sogar Kaufempfehlungen ausstehend.

Interessant scheint mir, dass bei Sonova, Holcim und Logitech in den vergangenen vier Wochen kräftig Aktien zugekauft wurden. Gleichzeitig scheint man die Titelpositionen bei Dätwyler, Interroll und Tecan ausgedünnt zu haben. Das zumindest zeigen Erhebungen der Studienautoren.

Alles-in-allem zeigen sich die drei Analysten bei den Valoren von Galenica, Medmix, Lindt&Sprüngli sowie Kardex von den Erhebungen in ihren Kaufempfehlungen und bei jenen von Logitech und Temenos in ihren Verkaufsempfehlungen bestärkt.

Ich für meinen Teil hoffe nun, dass die UBS diese ziemlich aufschlussreichen Statistiken weiterführt und künftig immer mal wieder darüber schreibt.

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Kürzlich berichtete ich davon, dass man in den Handelsräumen der Credit Suisse neben den Valoren von Alcon und Richemont taktisch auch auf jene der Swisscom setzt.

Nun ziehen die Autoren des täglich erscheinenden Börsenberichts bei Richemont allerdings die Reissleine. Die bei Kursen von knapp 116 Franken aufgebaute Titelposition wird mit einem kleinen Verlust geschlossen.

Weiterhin taktisch zum Kauf angepriesen werden die Aktien von Alcon und Swisscom. Eines haben diese Unternehmen gemeinsam: Bei beiden gilt das Tagesgeschäft als weitestgehend immun gegen einen Wirtschaftsabschwung.

Zumindest das Geschäft mit Luxusschmuck gilt bei Richemont zwar ebenfalls als krisensicher. Dennoch geht man im Aktienhandel der Credit Suisse zumindest auf kurze Sicht von einer verhaltenen Aktienkursentwicklung aus.

Aktienkursentwicklung von Richemont in den letzten vier Wochen (Quelle: www.cash.ch)

Beim Mutterhaus UBS preist die hauseigene Analystin Zuzanna Pusz die Aktien des Luxusgüterherstellers übrigens weiterhin zum Kauf an. Seit Anfang Januar liegt das 12-Monats-Kursziel noch bei 136 (zuvor 140) Franken.

Ihr Abteilungskollege Graham Doyle bricht hingegen einmal mehr eine Lanze für Alcon. Er hält die Angst vor Marktanteilsverlusten im Geschäft mit implantierbaren Linsen für übertrieben und deshalb für vernachlässigbar. Folglich stuft der Analyst die Valoren der ehemaligen Novartis-Tochter wie bis anhin mit "Buy" und einem 12-Monats-Kursziel von 78 Franken ein.

Zur Erinnerung: Eine der beiden verbleibenden taktischen Kaufempfehlungen der Credit Suisse betrifft Alcon. Somit bleibt mir nichts weiter übrig, als zu hoffen, dass man mit den verbleibenden Empfehlungen an die Erfolge mit Accelleron und VAT Group anknüpfen kann.

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