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Diese Schweizer Nebenwerte stehen bei Börsenprofis hoch im Kurs

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Bei Avolta und zwei weiteren Nebenwerten haben Grossinvestoren zuletzt wacker zugekauft. Das zeigen Erhebungen der UBS. Am beliebtesten ist allerdings die Aktie einer früheren ABB-Tochter. Wie sich die Erkenntnisse der Grossbank nutzen lassen.

13.04.2026   12:00
Von cash Insider
Ein Dufry-Laden am Flughafen Mailand-Malpensa.

Ein Dufry-Laden am Flughafen Mailand-Malpensa.

Quelle: zVg

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Schon vor mehr als drei Jahrzehnten wusste mein Mentor bei der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt, dass nicht zuletzt auch die Erwartungshaltung darüber entscheidet, ob eine Aktie nun mit Kursgewinnen oder aber mit Kursverlusten auf Neuigkeiten reagiert. Da können auch schon mal eigentlich erfreuliche Nachrichten eine Kurslawine lostreten oder Hiobsbotschaften ein Kursfeuerwerk zünden. Seine Schlüsselbotschaft an mich damals: Je beliebter eine Aktie bei den Marktakteuren und je höher damit verbunden die Erwartungen an das jeweilige Unternehmen, desto grösser die Gefahr, dass es diesen Erwartungen eines Tages schlichtweg nicht mehr gerecht werden kann.

Die Liste von Börsenüberfliegern, welche den Erwartungen irgendwann nicht mehr gerecht wurden und deswegen bei den Marktakteuren in Ungnade fielen, ist lang. Ich denke da etwa an den Aufstieg und den tiefen Fall des Sensorenherstellers AMS Osram oder aber an jenen von DocMorris, als die Versandapotheke noch Zur Rose hiess und das später an die Migros veräusserte Schweizer Geschäft noch ihr gehörte. Und vermutlich werden sich nur altgediente Börsianer daran erinnern, dass für die Aktien der einst aufstrebenden Leonteq in der Spitze Kurse von 230 Franken und mehr bezahlt wurden. Am vergangenen Freitag waren dieselben Papiere für weniger als 16 Franken zu haben. Ein sattes Minus von mehr als 90 Prozent.

Bei AMS Osram lagen die Höchstkurse um Kapitalerhöhungen und das Reverse-Splitting bereinigt bei 816 Franken und bei Zur Rose immerhin bei 514 Franken – verglichen mit zuletzt gut 10 Franken für die Valoren des Sensorenherstellers beziehungsweise keinen 5,50 Franken mehr für jene der Versandapotheke.

Die Aktien von DocMorris verspüren seit wenigen Wochen erstmals wieder Rückenwind - und nur wenige Profis sind mit an Bord (Quelle: www.cash.ch)

Für mich bleibt unvergessen, wie die einstigen Börsenüberflieger in guten Tagen von den Banken und ihren Analysten mit immer abenteuerlicheren Kurszielen regelrecht nach oben gepeitscht wurden. Und wo herkömmliche Argumente nicht mehr reichten, griff man tief in die Trickkiste. Bei Zur Rose – der heutigen DocMorris – etwa spielte ein Analyst einst sogar einen Schulterschluss mit der Gegenspielerin Redcare Pharmacy – damals noch Shop Apotheke – durch, um ein noch höheres Kursziel rechtfertigen zu können. Ich bezeichnete diese Planspiele schon damals als «blosse Effekthascherei». Lange ist es her...

Interessante Erkenntnisse zur aktuellen Situation bei den hiesigen Nebenwerten entnehme ich nun einem 20 Seiten starken Strategiepapier aus der Feder des UBS-Chefanalysten Sebastian Vogel und seinen Abteilungskollegen. Bankeigenen Erhebungen zufolge halten Grossinvestoren momentan etwas weniger Nebenwerte aus der Schweiz in ihren Portefeuilles als auch schon. Das wiederum dürfte nicht zuletzt auch mit dem anspruchsvollen Markt- und Wirtschaftsumfeld zu tun haben, drückt dieses doch auf die Risikobereitschaft.

Wie Vogel und seine Mitautoren weiter schreiben, kauften die Profis in den vergangenen drei Monaten gerade bei Landis+Gyr, Temenos und Avolta im grossen Stil Aktien zu. Am deutlichsten in den Portefeuilles übervertreten sind neben Landis+Gyr insbesondere aber Accelleron und Schindler.

Im Gegenzug wurden die Positionen bei Geberit, DocMorris und Ypsomed weiter ausgedünnt. Am sogenannten «Crowding Factor» gemessen, bilden Geberit, DocMorris und Straumann die drei Schlusslichter auf der Rangliste der Grossbank. Mit anderen Worten: Um diese Unternehmen und deren Aktien machen Profis – Stand heute - einen grossen Bogen.

Für die Aktien der VAT Group geht es seit Januar steil nach oben (Quelle: www.cash.ch)

Dass die Analysten der UBS auch die VAT Group zur Gruppe dieser Unternehmen zählen, überrascht mich schon sehr. Zum einen führt der Halbleiterausrüster aus dem Rheintal die diesjährige Gewinnerliste beim Swiss Leaders Index (SLI) mit einem Kursplus von fast 40 Prozent unangefochten an, und zum anderen gilt er schon eine ganze Weile als ein Liebling der Analysten. Kaum eine Bank, welche diese Aktien nicht wärmstens zum Einstieg anpreisen würde. Vergangene Woche sprang nun auch noch die britische Barclays mit einer Heraufstufung von «Equal Weight» auf «Overweight» mit einem überarbeiteten Kursziel von 650 (zuvor 282) Franken auf den fahrenden Zug auf – getreu dem Motto: Besser spät als nie. Es ist übrigens das höchste mir bekannte Kursziel für den Vakuumventilehersteller.

Vogel und seine Mitautoren wollen verstanden wissen, dass es sich beim «Crowding Factor» um einen möglichen Gegenindikator handelt. Denn die Gleichung ist denkbar einfach: Während beliebte Nebenwerte wie Landis+Gyr, Accelleron oder Schindler Gefahr laufen, bei den Anlegern in Ungnade zu fallen, können vernachlässigte Aktien wie Geberit, DocMorris oder Straumann jederzeit wiederentdeckt werden. Steigen letztere in der Gunst der Anleger, steigen für gewöhnlich auch die Kurse...

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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