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Kursschwächen bei Galderma, Centiel und Co.: Analysten greifen zu Durchhalteparolen

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Marktgeflüster

Kursschwächen bei Galderma, Centiel und Co.: Analysten greifen zu Durchhalteparolen

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Neuerdings neigen an der Schweizer Börse selbst beliebte Aktien zur Schwäche. Das wiederum ruft nun erste Analysten auf den Plan. Mit verteidigenden Wortmeldungen versuchen sie Gegensteuer zu geben, wenn auch mit mässigem Erfolg.

14.09.2026   12:00
Von cash Insider
Eine Labor-Mitarbeiterin von Galderma.

Eine Labor-Mitarbeiterin von Galderma.

Quelle: zVg

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Auch bei uns am Schweizer Aktienmarkt macht der September seinem Ruf als eher launischer Börsenmonat alle Ehre. Ziemlich genau vier Prozent hat der breit gefasste Swiss Performance Index (SPI) seit Ende August eingebüsst. Vom Rekordhoch von 20'637 Punkten aus betrachtet, errechnet sich sogar ein noch deutlicheres Minus.

Ein scheuer Blick auf die Verliererliste zeigt, dass einige Aktien noch viel stärker unter die Räder gerieten. Neben den «üblichen Verdächtigen» wie etwa dem diesjährigen SMI-Schlusslicht Partners Group (-12 Prozent), dem Zweitletztplatzierten Amrize (- 7 Prozent) oder dem Börsendebütanten Swiss Marketplace Group (-8 Prozent) hatten mit Ypsomed (-10 Prozent), Richemont (-9 Prozent), Kardex (-9 Prozent), Novartis (-8 Prozent) und Galderma (-8 Prozent) zuletzt auch beliebte Aktien schmerzhafte Kursverluste zu beklagen.

Das wiederum ruft nun erste Analysten auf den Plan. In Kommentaren werden gleich mehrere eigentlich beliebte Aktien verteidigt. Gleich zwei Wortmeldungen treffen dabei für jene von Galderma ein. UBS-Analyst Matthew Weston etwa macht die verhaltene Entwicklung bei den amerikanischen Verschreibungen des Hautmittels Nemluvio für die momentane Formschwäche verantwortlich. Seines Erachtens verbergen sich bloss technische Gründe – sprich eine Umstellung bei deren Erhebung – dahinter. Weston will verstanden wissen, dass sich dadurch an den starken Wachstumsaussichten von Nemluvio nichts ändert. Er hält folglich sowohl an seiner Kaufempfehlung als auch am Zwölf-Monats-Kursziel von 200 Franken fest und rät zum Zukauf von Aktien.

Die Aktien von Galderma sind zuletzt im Kurs zurückgefallen (Quelle: www.cash.ch)

Sein Berufskollege Emmanuel Papadakis von der Deutschen Bank pflichtet ihm bei und verleiht seiner Kaufempfehlung sowie dem 195 Franken lautenden Kursziel ebenfalls Nachdruck. Anders als sein Berufskollege bei der UBS schliesst Papadakis allerdings nicht aus, dass die Ungewissheit noch bis zum 22. Oktober bestehen bleiben und auf die Kursentwicklung drücken könnte. Erst dann wartet Galderma nämlich mit dem Zwischenbericht fürs dritte Quartal auf.

Der Ordnung halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass es die UBS war, welche das Dermatologieunternehmen im Frühling 2024 mit tatkräftiger Unterstützung von Morgan Stanley und Goldman Sachs an die Börse brachte. Wer damals Aktien zu Kursen von 53 Franken je Stück aus der Emission zugeteilt erhielt und diese nicht vorzeitig versilbert hat, dem dürfte die momentane Kursflaute bestenfalls ein müdes Lächeln ins Gesicht zaubern. Denn selbst jetzt kosten dieselben Aktien noch immer mehr als dreimal so viel.

Ebenfalls verteidigende Worte treffen für den Börsendebütanten Centiel ein. Absender ist der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst Florian Sager. Auf den Zahlenkranz für die erste Jahreshälfte abgestützt erhöht er seine Gewinnschätzungen für die kommenden zwei Jahre um bis zu 14 Prozent. Sager preist die Aktien des Anbieters von Lösungen für die unterbrechungsfreie Stromversorgung mit «Übergewichten» und einem rechnerischen fairen Wert von 8,90 (zuvor 9,20) Franken zum Kauf an. Er macht nach dem jüngsten Rücksetzer günstige Einstiegsgelegenheiten aus.

Der Analyst nahm die Erstabdeckung der Aktien von Centiel Ende Mai bei Kursen von um die 5 Franken auf. Zu diesem Zeitpunkt dürfte ihm nicht bewusst gewesen sein, dass die Valoren nur wenige Wochen später knapp an Kursen von 9 Franken vorbeischrammen sollten. Mittlerweile sind dieselben Aktien wieder für weniger als 6 Franken zu haben.

Mit seiner Zuversicht ist Sager übrigens in guter Gesellschaft. Auch seine Berufskollegen bei Octavian, der UBS und Oddo empfehlen die Valoren des Börsendebütanten zum Kauf. Das höchste mir bekannte Kursziel hat mit 9,40 Franken übrigens jener der französischen Oddo ausstehend.

Analyst Lars Vom-Cleff von der Deutschen Bank eilt seinerseits den Aktien von Dormakaba zur Seite. Obwohl er seine operativen Gewinnschätzungen für den Schliesstechnikspezialisten nach der Veröffentlichung des Jahresergebnisses um durchschnittlich 10 Prozent nach unten nimmt, bekräftigt er sowohl die Kaufempfehlung als auch das Kursziel. Mit 78 Franken liegt dieses ziemlich genau 25 Prozent über dem Schlussstand vom Freitagabend.

Sogar noch zuversichtlicher – wenn nicht schon beinahe euphorisch – ist sein Berufskollege Patrick Laager bei der Berenberg Bank. Laager passte sein Kursziel erst kürzlich auf 92 (zuvor 90) Franken nach oben an. Es ist das höchste mir bekannte Kursziel für die Valoren von Dormakaba.

Chefanalyst Torsten Sauter von Kepler Cheuvreux bricht hingegen einmal mehr eine Lanze für die Aktien von Implenia. Er passt seine Gewinnschätzungen zwar um bis zu fünf Prozent nach unten an, stuft die Papiere indes aber weiterhin mit «Buy» und einem Kursziel von 90 Franken ein. Das entspräche einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von gut 35 Prozent.

Die Aktien von Implenia haben innerhalb weniger Tage deutlich an Kurswert eingebüsst (Quelle: www.cash.ch)

Sauter zufolge gewinnt der Dienstleistungsbereich an Dynamik. Seines Erachtens mausert sich der Tiefbauspezialist vom Turnaround-Kandidaten zusehends zum Wachstumsunternehmen. Ausserdem dürfte das Geschäftsmodell künftig weniger Kapital binden, was aus Aktionärssicht ebenfalls zu begrüssen ist.

Der für die Bank of America tätige Analyst Julien Ouaddour verleiht seiner Kaufempfehlung für die Aktien des Basler Weltmarktführers Straumann nochmals Nachdruck, nachdem diese zuletzt wieder auf unter 100 Franken zurückgefallen sind. Er erachte den 15-Prozent-Rücksetzer als übertrieben, schreibt der Londoner Analyst. Denn schliesslich gebe es aus Sicht der Aktionärinnen und Aktionäre des Dentalimplantateherstellers gute Gründe, um zu strahlen. In Erwartung einer Erhöhung der diesjährigen Umsatzvorgaben stuft er die Valoren wie bis anhin mit «Buy» und einem Kursziel von 124 Franken ein.

Allerdings bedarf es heute Montag schon einer Heraufstufung von «Neutral» auf «Buy» mit einem überarbeiteten Zwölf-Monats-Kursziel von 125 (zuvor 106) Franken durch Goldman Sachs, um den Straumann-Aktien zumindest ein kleines Lebenszeichen abzuringen.

Interessant erscheint mir, dass die vielen verteidigenden Wortmeldungen aus der Analystengemeinde bei den Anlegern kaum auf offene Ohren stossen und den Kaufempfehlungen an der Börse kaum mit Kursgewinnen begegnet wird. Macht sich da etwa eine gewisse Müdigkeit bemerkbar...?

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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