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Früherer ABB-Grossaktionär bringt sich bei zweitschlechtester SMI-Aktie in Stellung

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Früherer ABB-Grossaktionär bringt sich bei zweitschlechtester SMI-Aktie in Stellung

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Diese Woche: Kritik an der Übernahmepolitik von Novartis, Neuzugang im Grossaktionariat von Amrize, millionenschwere Aktienverkäufe aus der UBS-Chef-Etage - Und: DocMorris und die Vorbörsenkurse.

11.09.2026   11:30
Von cash Insider
Amrize wurde im Juni 2025 von Holcim abgespalten.

Amrize wurde im Juni 2025 von Holcim abgespalten.

Quelle: LinkedIn

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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In den vergangenen Tagen zeigte sich bei Novartis einmal mehr, wie rasch ein zuvor frenetisch gefeiertes Unternehmen an der Börse in Ungnade fallen kann. Vorderen Donnerstag noch feierten die Aktien der Pharmagruppe aus Basel historische Kursrekorde. Von dieser Rekordlaune ist gut eine Woche und mehrere Forschungsrückschläge später nicht mehr viel zu spüren.

Das Schwergewicht steuert – Stand Freitagmittag – auf einen satten Wochenverlust von gut 13 Prozent zu. Es ist die schmerzhafteste Kurszäsur innerhalb von gerade einmal fünf Handelstagen in der Geschichte des Unternehmens und kostet den Swiss Market Index (SMI) mehr als 300 (!!!) wertvolle Punkte.

Gerade der Schock über das enttäuschende Abschneiden des Wirkstoffs Del-desiran in fortgeschrittenen Studien bei Patienten mit der Muskelkrankheit Myotone Dystrophie Typ 1 sitzt tief. Bisher ging man in Analystenkreisen von einem Spitzenumsatz mit Del-desiran von 4 bis 5 Milliarden Dollar jährlich aus. Nicht eben wenige Vertreter dieser Berufsgruppe müssen bei ihren Erwartungen an den Wirkstoff nun den dicken Rotstift ansetzen.

Ähnlich verhält es sich beim Lipoprotein-Senker Pelacarsen, welcher in fortgeschrittenen Patientenstudien nur unwesentlich besser als Placebo abschnitt. Bei Pelacarsen liegen einige mutige Schätzungen sogar bei einem jährlichen Spitzenumsatz von bis zu 10 Milliarden Dollar.

Für die Aktien von Novartis ging es diese Woche kräftig nach unten (Quelle: www.cash.ch)

Ende März übte ich erstmals Kritik an der aggressiven Akquisitionspolitik der Basler und doppelte im Juli dann wie folgt nach:

...und weiter...

Die jüngsten Misserfolge in der Forschung und Entwicklung neuer Medikamente wecken nun tatsächlich Zweifel am Erfolg der Übernahmepolitik des Novartis-Chefs. Das gilt insbesondere für die 12 Milliarden Dollar schwere Übernahme der amerikanischen Avidity Biosciences.

Eine dieser Stimmen gehört David Samra von Artisan Partners. Der für seine aktive Einflussnahme bekannte Finanzinvestor zählt zu den 20 grössten Anteilseignern des Unternehmens. Am gestrigen Donnerstag liess Samra gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters mit Anspielung auf die Übernahmepolitik durchblicken, dass «die Party für Novartis zu Ende sei». Gleichzeitig forderte er in diesem Zusammenhang konkrete Massnahmen seitens des Verwaltungsratspräsidenten.

Apropos Artisan Partners – wie aus einer Offenlegungsmeldung an die SIX Swiss Exchange hervorgeht, hat sich der Finanzinvestor mit gut drei Prozent beim «Sorgenkind» Amrize eingekauft. Die Meldepflicht geht übrigens auf Anfang September zurück, als noch Kurse von 35 Franken und mehr bezahlt wurden.

Dass diese Beteiligungsnahme nicht grössere Wellen wirft, überrascht mich schon sehr. Denn einerseits sind die Amerikaner, wie bereits erwähnt, für ihre aktive Einflussnahme bei Unternehmen bekannt und zum anderen bewiesen sie in der Vergangenheit immer wieder eine feine Nase für stark unterbewertete Aktien. Ich denke da etwa an jene des schweizerisch-schwedischen Industrie-Urgesteins ABB, des Halbleiterausrüsters Comet oder des Schokoladenherstellers Barry Callebaut.

Der Aktienkursschwäche bei Amrize begegnete ich am Mittwoch mit folgenden Worten:

...und weiter...

Während andere Unternehmen aus dem SMI wie etwa ABB quasi zu Höchstkursen eigene Aktien zurückkaufen, ist es Amrize nun möglich, in Schwächephasen zu kaufen. Momentan sammelt der Baumaterialhersteller täglich zwischen 210'000 und 260'000 Titel über die zweite Handelslinie ein.

Wacker eigene Aktien kauft auch die UBS zu. Als die grösste Schweizer Bank Ende Juli den Zahlenkranz für das zweite Quartal vorlegte, kündigte sie auch gleich zusätzliche Aktienrückkäufe an. Trotz andauernder Eigenmittel-Debatte will die Grossbank bis Mitte 2027 für weitere 3 Milliarden Dollar eigene Aktien erwerben.

Kursentwicklung der UBS-Aktien über die letzten drei Jahre (Quelle: www.cash.ch)

Da mutet es etwas merkwürdig an, wenn der SIX Swiss Exchange gleichzeitig millionenschwere Titelverkäufe aus der Chef-Etage der Grossbank gemeldet werden. Ich zähle seit der Zahlenveröffentlichung vier Transaktionen im Gesamtbetrag von etwas mehr als 10 Millionen Franken. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Verkaufsvolumen sogar auf fast 35 Millionen Franken.

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, glaube ich, dass die Aktien der UBS in den letzten Wochen etwas gar übers Ziel hinausgeschossen und diese irgendwann wieder günstiger zu haben sind.

Als DocMorris am Mittwochmorgen die Platzierung einer neuen Wandelanleihe im Umfang von rund 100 Millionen Franken ankündigte, wurde diesen Plänen im vorbörslichen Handel mit Kursabschlägen von 3,5 Prozent begegnet. Dieses Minus dürfte wohl nicht nur mich überrascht haben, liess die Versandapotheke in der Medienmitteilung doch keine Zweifel offen, dass sie mit einem Teil dieses Betrags eine ausstehende Wandelanleihe vorzeitig ablösen will.

Die Logik dahinter ist betörend. Denn zum einen weist die neue Anleihe mit 1,5 Prozent einen tieferen Coupon als die bisherige auf. Dadurch verringern sich aus Unternehmenssicht die Zinskosten. Und zum anderen lässt sich durch diesen Schritt die drohende Verwässerung für die Aktionäre von 7,6 auf 7 Millionen Aktien verringern – das eine trotz längerer Laufzeit und das andere trotz einem doppelt so hohen Emissionsvolumens. Lange Rede, kurzer Sinn: Eigentlich können die Aktionärinnen und Aktionäre gar nicht anders als gewinnen.

Ich war deshalb nicht erstaunt, als die Aktien um vier Prozent höher in den Handel starteten und die frühen Gewinne im Tagesverlauf deutlich ausbauten. In der Spitze notierten die Valoren von DocMorris sogar mehr als zehn Prozent im Plus. Die alles entscheidende Frage ist nun, wie das Rückkaufangebot für die ausstehende Wandelanleihe aussieht und ob es bei den Gläubigern auf Akzeptanz stösst.

Mir zeigt sich einmal mehr, dass den vorbörslichen Kursindikationen stets mit einer gesunden Portion Vorsicht begegnet werden sollte. Verzerrt werden diese Indikationen auch durch die grosse Differenz zwischen dem Geld- und dem Briefkurs – im Fachjargon auch «Spread» genannt. Wir Medienschaffenden stützen uns vorbörslich nämlich gerne auf den Mittelkurs zwischen Geld und Brief ab. Ehrlicherweise müsste man sich vermutlich eher am Geldkurs orientieren.

Mit Blick auf die anstehende neue Woche gilt mein persönliches Interesse dem Halbjahresergebnis von Helvetia Baloise. Mehr zum Thema am nächsten Freitag, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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