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Marktgeflüster

Stösst ein mächtiger Staatsfonds in der Schweiz im grossen Stil Aktien ab?

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Nach Lonza und Amrize reduziert ein Staatsfonds nun seine Beteiligungen an zwei weiteren Firmen. Wie Erhebungen eines Brokers zeigen, befindet er sich damit in guter Gesellschaft. Auch andere Grossinvestoren haben sich von Schweizer Aktien getrennt.

aktualisiert um 12:00
Der Lonza Standort in Visp ist der grösste und älteste Standort

Der Lonza Standort in Visp ist der grösste und älteste Standort

Quelle: ZVG

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Anders als noch im Dezember seien grosse Marktakteure in den ersten vier Wochen des neuen Börsenjahres als Nettoverkäufer von europäischen Aktien in Erscheinung getreten. Das geht aus einem Strategiepapier von Kepler Cheuvreux hervor – wobei der Broker auch gleich verrät, aus welcher Ecke denn überhaupt verkauft wurde. Als Verkäufer in Erscheinung traten im Januar insbesondere Banken und Broker (-12 Prozent) sowie Anlagefonds (-6 Prozent). Es waren ausserdem vorwiegend britische Grossinvestoren (-13 Prozent), welche unter dem Strich Gelder abzogen. Im Gegenzug kauften Hedgefonds (+4 Prozent) sowie amerikanische Grossinvestoren (+3 Prozent) wacker europäische Aktien zu.

Was die Strategin Stéphanie Sureau und ihre Mitautoren da berichten, deckt sich mit meinen eigenen Beobachtungen. Ziemlich genau eine Woche ist es nun her, dass ich die eklatante Aktienkursschwäche beim Pharmazulieferer Lonza zum Hauptthema meiner Kolumne machte. Ich machte mitunter eine zeitnahe Beteiligungsreduktion durch den norwegischen Staatsfonds für die Kursverluste verantwortlich.

Schon seit Wochen neigen die Lonza-Aktien zur Schwäche (Quelle: www.cash.ch)

Da sich die Skandinavier kurz zuvor auch bei der einstigen Holcim-Tochter Amrize sowie beim Stromzählerhersteller Landis+Gyr als Verkäufer von Aktien zu erkennen geben mussten, liess mich vermuten, dass sich keine firmenspezifischen Überlegungen hinter der besagten Beteiligungsreduktion verbergen. Für mich stand schon damals fest: Der norwegische Staatsfonds könnte ganz einfach seine Aktienquote gesenkt haben.

Mittlerweile sind bei der SIX Swiss Exchange zwei weitere Offenlegungsmeldungen eingegangen, welche meine Vermutungen stützen. Wie einer Meldung entnommen werden kann, haben die Skandinavier ihr Aktienpaket am Laborausrüster Tecan ebenfalls auf unter drei Prozent ausgedünnt. Und auch beim Bauchemiehersteller Sika haben sie ihren Stimmenanteil auf unter drei Prozent reduziert und zählen somit nicht länger zum Kreis der bedeutendsten Aktionäre.

Der Zeitpunkt dieser beiden Beteiligungsreduktionen überrascht, notieren die Sika-Aktien doch nur unwesentlich über ihren Mehrjahrestiefstkursen von Mitte Januar. Jene von Tecan sind sogar so günstig zu haben wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Mit einem Anlagevermögen von umgerechnet gut 1700 Milliarden Franken zählt der norwegische Staatsfonds zu den mächtigsten Finanzinvestoren der Welt. Es gibt auch bei uns am Schweizer Aktienmarkt kaum ein Unternehmen, an welchem die Skandinavier nicht substanziell beteiligt sind. Ihnen wird eigentlich nachgesagt, dass sie ihr Vermögen indexnah investieren. Allerdings gibt es schon seit Jahren auch immer wieder Anhaltspunkte für firmenspezifische Wetten - getreu dem Motto: Das eine tun und das andere nicht sein lassen.

Die Aktien von Tecan notieren auf einem Mehrjahrestief (Quelle: www.cash.ch)

Was sich denn genau für Überlegungen hinter der offensichtlichen Reduktion der Aktienquote verbergen, darüber lässt sich bloss mutmassen. Wissen die Skandinavier etwas, was wir «Normalsterblichen» nicht wissen...?

Kommen wir an dieser Stelle noch einmal kurz auf das Strategiepapier von Kepler Cheuvreux zu sprechen. Wie ich diesem weiter entnehme, standen Aktien aus der Schweiz (- 22 Prozent) im Januar nämlich bereits zum dritten Mal in Folge unter besonders starkem Verkaufsdruck.

Das wiederum will allerdings nicht so recht zu den hiesigen Indexrekorden passen. Auch am heutigen Montag feiert der Swiss Performance Index (SPI) wieder eine neue historische Bestmarke – während der breit gefasste Stoxx Europe 600 Index noch nicht wieder an die seinige anknüpfen kann. Ich bin jetzt schon neugierig, ob sich dies dann wenigstens auch so in den nächsten Erhebungen des Brokers niederschlägt...

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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