Diese Nebenwerte halten Banken jetzt noch für kaufenswert

Der cash Insider verrät, auf welche Nebenwerte aus der Schweiz die Banken und ihre Analysten nach dem Höhenflug der letzten Monate jetzt noch setzen.
14.10.2016 12:30
cash Insider
Diese Nebenwerte halten Banken jetzt noch für kaufenswert
Bild: fotolia.com

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Schneller, höher, weiter - so lautet bei den Nebenwerten aus der Schweiz die Devise. Während der breit gefasste Swiss Performance Index (SPI) schon seit Wochen an Ort und Stelle tritt, klettern die Unterindizes für Aktien von kleineren und mittelgrossen Unternehmen von einem Rekord zum nächsten.

Wie ein Blick auf die aktuellen Favoritenlisten der Banken verrät, kommt der Hunger bei den Aktienstrategen beim Essen. Nur so lässt sich erklären, weshalb es sich neben den Aktien von SGS und Novartis bei vier der sechs "Swiss Top Picks" von Kepler Cheuvreux neuerdings um Nebenwerte handelt.

Bei Bucher (Kursziel: 270 Franken, Aufwärtspotenzial von 11 Prozent) räumen die Experten zwar ein, dass das Geschäft mit Landwirtschaftsmaschinen noch immer recht harzig läuft. Allerdings biete die Flaute aus Anlegersicht eine günstige Gelegenheit, sich in diesen auf lange Sicht wachsenden Wirtschaftszweig einzukaufen, so heisst es. Zusätzliches Aufwärtspotenzial verspricht man sich bei Kepler Cheuvreux von möglichen Veränderungen im Firmenportfolio von Bucher.

Ebenfalls um einen Neuzugang auf der Liste der Schlüsselkaufempfehlungen handelt es sich bei den dividendenstarken Aktien der Cembra Money Bank (Kursziel 86 Franken, Aufwärtspotenzial von 12 Prozent). Aufgrund der starken Eigenkapitalbasis malen sich die Experten eine Erhöhung der Ausschüttungsquote aus. Im günstigsten Fall sehen sie den Konsumkreditanbieter über 90 Prozent des Jahresgewinns an die Aktionäre auszahlen.

Die Aktien von Dorma+Kaba (Kursziel 820 Franken, Aufwärtspotenzial von 14 Prozent) finden aufgrund des fortschreitenden Integrationsprozesses und der damit verbundenen Synergien Einzug in die "Swiss Top Picks". Darüber hinaus erachten die Strategen die Aussichten in der Bauindustrie als günstig, weshalb sie die firmeneigenen Mittelfristziele für konservativ halten.

Zuversichtlich bleibt man bei Kepler Cheuvreux für die Valoren von Forbo (Kursziel 1480 Franken, Aufwärtspotenzial von 11 Prozent), einem weiteren bekannten Bauzulieferer. Die Experten begründen ihre Zuversicht mit den positiven Rückmeldungen aus den Absatzmärkten, dem noch immer vorhandenen Margensteigerungspotenzial sowie mit der starken Barmittelgenerierung. Letztere lasse entweder gewinnverdichtende Firmenübernahmen oder ein weiteres Aktienrückkaufprogramm zu, so schreiben sie weiter.

Doch auch bei den Schlüsselverkaufsempfehlungen halten sich die Strategen von Kepler Cheuvreux neben den Aktien von Swisscom an die Nebenwerte. Bei jenen von Lindt & Sprüngli (Kursziel 59000 Franken, Abwärtspotenzial von 10 Prozent) befürchten sie eine weitere Wachstumsverlangsamung sowie negative Folgen des Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union. Den Valoren des Hörgeräteherstellers Sonova (Kursziel 120 Franken, Abwärtspotenzial von 14 Prozent) droht den Experten zufolge hingegen aufgrund des intensiveren Wettbewerbs Ungemach.

Interessant ist, dass Julius Bär die Partizipationsscheine von Lindt & Sprüngli (Kursziel 6500 Franken, Aufwärtspotenzial von 22 Prozent) sehr viel optimistischer einschätzt und diese sogar auf der Liste der Schlüsselkaufempfehlungen führt. Die Strategen der Zürcher Bank trauen dem Hersteller von Premiumschokolade auch in Zukunft ein überdurchschnittliches Wachstum sowie steigende Margen zu. Den Marktanteilsgewinnen seien kaum Grenzen gesetzt, so schreiben sie.

Doch auch die Aktien von BB Biotech (Kursziel 60 Franken, Aufwärtspotenzial von 17 Prozent) scheinen es ihnen angetan zu haben. Dank dem breit abgestützten Beteiligungsportfolio und der grosszügigen Dividendenpolitik der letzten Jahre rechnen sich die Experten auch in Zukunft überdurchschnittlich gute Chancen aus.

Die Valoren von Helvetia (Kursziel 600 Franken, Aufwärtspotenzial von 18 Prozent) werden aufgrund der soliden Geschäftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte, der starken Eigenkapitalbasis und des Synergiepotenzials zu den Schlüsselkaufempfehlungen gezählt.

Nur halbherzig kommt die Empfehlung der Aktien von OC Oerlikon (Kursziel 9,40 Franken, Abwärtspotenzial von 6 Prozent) daher, werden diese offiziell doch nur mit "Hold" eingestuft. Dennoch glaubt man bei Julius Bär fest an eine strategische Neuausrichtung und eine Verstärkung im Kerngeschäft der Oberflächenbehandlung.

Abgerundet wird die Favoritenliste der Zürcher Bank durch die grosskapitalisierten Aktien von Novartis, Swisscom und Swiss Re.

Drei weitere Nebenwerte aus der Schweiz bringen die Strategen der MainFirst Bank ins Spiel.

Die Aktien von Ascom (Kursziel 21 Franken, Aufwärtspotenzial von 24 Prozent) gelten schon eine ganze Weile als Schlüsselkaufempfehlung dieser Bank. Nach dem Verkauf des Sorgenkinds Network Testing wähnen die Experten den Telekommunikationskonzern aus Bern vor einer grundlegenden Neubeurteilung und handeln das Unternehmen gar als Übernahmekandidat.

Im Hinblick auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft trauen sie auch den Papieren von Logitech (Kursziel 25 Franken, Aufwärtspotenzial von 15 Prozent) einen weiteren Kursanstieg zu. Dank aussichtsreichen Produktinnovationen wird dem Peripheriegerätehersteller auf Jahre hinaus ein prozentual zweistelliges Gewinnwachstum zugetraut. Ein Muss seien diese Aktien auch aufgrund der attraktiv hohen Dividendenrendite von 3 Prozent und dem laufenden Aktienrückkaufprogramm.

Als Dritte im Bunde zählt man bei der MainFirst Bank die Valoren von u-blox (Kursziel 240 Franken, Aufwärtspotenzial von 11 Prozent) zu den Nebenwertefavoriten. Trotz dem enttäuschenden Zahlenkranz für die erste Jahreshälfte halten die Experten an ihrer Kaufempfehlung für den Vertreter aus dem Bereich "Internet-of-Things" fest.

Eines haben diese Schlüsselkaufempfehlungen aus dem Segment der Nebenwerte gemeinsam: Sie alle haben bereits in den vergangenen Jahren eine grundlegende Neubeurteilung und -bewertung durchlebt. Erfahrungsgemäss dauern solche Trends oft länger als gedacht. Doch wie Ende der Neunzigerjahre bei den Technologiewerten, vor der Finanzkrise bei den Finanzwerten oder wenige Jahre zuvor bei den Solaraktien gilt: Den Letzten beissen irgendwann die Hunde.

 

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