Der Dax nahm am Montagnachmittag Fahrt auf und sprang erneut über die psychologisch wichtige Marke von 25'000 Punkten. Aus dem Handel verabschiedete sich der deutsche Leitindex 1,2 Prozent fester mit rund 25'015 Zählern. Der EuroStoxx50 legte ein Prozent auf 6059 Punkte zu. An der Wall Street kletterte der Dow-Jones-Index auf ein frisches Rekordhoch, nachdem er am Freitag erstmals die Marke von 50'000 Punkten hinter sich gelassen hatte. Nach einem schwachen Start stiegen zudem der S&P 500 und der techlastige Nasdaq rund ein Prozent.
«Auch bei den zuletzt deutlich unter die Räder gekommenen Software-Aktien zeichnet sich zumindest mal eine Stabilisierung ab», kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets. «Dennoch dürften die Sorgen vor immer höheren Investitionen einerseits und den disruptiven Einflüssen der Künstlichen Intelligenz in diesem und anderen Bereichen andererseits nicht so schnell verschwinden.» KI werde zu einem echten Jobkiller bei gut bezahlten Technologieberufen und könne dadurch erkennbare Spuren im Konsumverhalten und auf dem US-Immobilienmarkt hinterlassen.
Rückenwind aus Japan
Für Optimismus sorgte indes der haushohe Sieg von Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi bei der Parlamentswahl. Der klare Sieg ebnet der ersten Frau an der Spitze der Regierung in Tokio den Weg für ihre umstrittenen Pläne zu Steuersenkungen und einer massiven Aufrüstung des Militärs. «Damit ist der Weg für höhere Staatsausgaben frei», konstatierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Das deutliche Wahlergebnis trieb den Tokioter Leitindex am Montag um bis zu 5,7 Prozent auf ein frisches Allzeithoch. Die japanische Währung schlug nach den starken Verlusten der vergangenen sechs Handelstage einen vorsichtigen Erholungskurs ein und stieg um rund ein halbes Prozent auf 156,52 zum Dollar.
Dagegen gab der Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen nach. «Die Entwicklungen in Japan tragen sicherlich zur Dollar-Schwäche bei», sagte Eugene Epstein von der Handelsbank Moneycorp. Zudem drückte ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg auf die US-Währung. Demzufolge haben die chinesischen Aufsichtsbehörden Finanzinstitute angewiesen, ihr Engagement in US-Staatsanleihen zu drosseln. Von der Dollarschwäche profitierten andere Währungen. Der Euro verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 1,1908 Dollar.
Tech-Sektor wieder gefragt
«Die Sorge vor einigen der schlimmsten Auswirkungen der KI hat etwas nachgelassen», sagte unterdessen XTB-Expertin Kathleen Brooks. Der Technologiesektor legte um knapp ein Prozent zu. Die Aktien von STMicroelectronics stiegen um rund zehn Prozent, nachdem der französische Konzern eine Ausweitung seiner Zusammenarbeit mit Amazon Web Services bekannt gab.
Bei den Einzelwerten ragten die Papiere der UniCredit mit einem Plus von mehr als sechs Prozent heraus. Die italienische Grossbank hatte ihre Gewinnprognose angehoben. Dies beflügelte den europäischen Bankenindex, der um 2,2 Prozent zulegte.
Die Aktien des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk sprangen unterdessen um 5,3 Prozent in die Höhe. Das US-Unternehmen Hims & Hers hatte angekündigt, den Verkauf einer günstigen Nachahmung des Abnehm-Medikaments Wegovy einzustellen. Der Nachfrageboom nach appetitzügelnden Medikamenten macht Lebensmittelhändlern in Grossbritannien zu schaffen. Unter die Räder kamen die Aktien der für ihre kalorienreichen Würstchen im Blätterteig und süssen Teilchen bekannten Bäckereikette Greggs. «Wir sind zunehmend der Ansicht, dass die rasante Verbreitung von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion Greggs beeinträchtigt», sagte Jefferies-Analyst Andrew Wade.
(Reuters)

