+++Börsen-Ticker+++ - US-Anleger: Notenbanken werdens schon richten

In Erwartung weiterer Geldspritzen der Notenbanken und neuer Konjunkturhilfen haben sich Anleger zum Wochenschluss an der Wall Street wieder aus der Deckung getraut.
16.08.2019 22:35
Friede, Freude, Eierkuchen: An der Wall Street sind die Rezessionsängste der vergangenen Tage am Freitag schon wieder vergessen.
Friede, Freude, Eierkuchen: An der Wall Street sind die Rezessionsängste der vergangenen Tage am Freitag schon wieder vergessen.
Bild: Bloomberg

22:30

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 1,2 Prozent höher bei 25'886 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 legt 1,4 Prozent zu auf 2888 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt um 1,7 Prozent auf 7895 Punkte.

An den Märkten wird die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer Sitzung im September den Leitzins gleich um einen halben Prozentpunkt nach unten schraubt inzwischen auf ein Drittel beziffert. Auch von der Europäischen Zentralbank wird angesichts von Handelsstreit und Bremsspuren in der Wirtschaft ein Schritt nach unten erwartet. Positiv werten Börsianer ausserdem Pläne der Regierung in Peking, zur Ankurbelung der Konjunktur das verfügbare Einkommen von Arbeitnehmern zu erhöhen.

Besonders gefragt waren Technologiewerte. Nvidia-Aktien legen 11,2 Prozent zu, nachdem der Chipkonzern besser als erwartete Geschäftszahlen vorlegte. Apple-Papiere verteuern sich um 5,1 Prozent.

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17:35

Die Schweizer Börse hat zum Wochenausklang auf breiter Front zugelegt. Nach einer turbulenten Woche notiert der Schweizer Leitindex SMI zum Handelsschluss 1,3 Prozent im Plus bei 9728 Zählern. Von einer nachhaltigen Erholung gehen Börsianer aber nicht aus - zumal ein Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China nicht absehbar ist. Der Schlagabtausch zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften hatte die Börsen in den vergangenen Tagen fest im Griff.

Sämtliche Schweizer Standardwerte notierten im Plus. Für Aufsehen sorgte vor allem eine Ankündigung des deutschen Sunrise-Grossaktionärs Freenet: Dieser sperrt sich gegen eine milliardenschwere Kapitalerhöhung zur Finanzierung der geplanten 6,3 Milliarden Franken schweren Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz durch Sunrise. Damit wird der Deal für Sunrise zur Zitterpartie. Die Sunrise-Aktie legt 3,5 Prozent zu - wohl weil die Kapitalerhöhung in den Augen einiger Anleger nun weniger wahrscheinlich erscheint. Die Titel der Swisscom, die mit der Fusion einen wesentlich stärkeren Wettbewerber neben sich hätte, legen 3,0 Prozent zu.

Gefragt waren darüber hinaus die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche mit einem Kursplus von 1,2 bzw. 1,6 Prozent. Und die zuletzt gebeutelten Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse legen 1,7 Prozent zu. Etwas kleiner fällt das Plus bei einigen zyklischen Werten aus - etwa bei Richemont oder Geberit.

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16:00

Die US-Börsen steuern auf einen versöhnlichen Wochenschluss zu. Nach den aufgekeimten Rezessionsängsten setzen Anleger auf offene Geldschleusen der Notenbanken, welche die Konjunktur stützen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewinnt zum Handelsstart 0,6 Prozent auf 25'730 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 steigt um 0,8 Prozent auf 2870 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq klettert um 1 Prozent auf 7843 Punkte.

"Es ist eine Art Erleichterungsrallye und vielleicht eine Schnäppchenjagd, da viele Aktien während des jüngsten Rückgangs stark gelitten haben", sagt Peter Cardillo, Chefökonom beim Handelshaus Spartan Capital Securities. Negative Schlagzeilen zum Handelsstreit mit China seien ausgeblieben, weswegen die Anleger durchatmen könnten.

Zur guten Stimmung trugen auch Kursgewinne bei den Chipwerten bei, nachdem Nvidia mit seinem Zahlenwerk positiv überrascht hatte. Die Papiere steigen um 8 Prozent. Andere Halbleiteraktien, einschliesslich Advanced Micro Devices, Micron, Intel, legen bis zu 1,6 Prozent zu.

Nach vorbörslichen Kursverlusten steigen die Aktien von Deere & Co um 3 Prozent. Der US-Traktorenbauer hat einen unter den Erwartungen liegenden Quartalsgewinn ausgewiesen und seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt.

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11:50

Nach dem jüngsten Ausverkauf greifen Investoren am Schweizer Aktienmarkt zum Wochenschluss beherzt bei den Verlieren der letzten Tage zu. Nach einem freundlichen Start hat der Leitindex SMI seine Gewinne  schnell ausgebaut und pendelt nun in einer engen Spanne um die 9700er-Marke. Dennoch dürften die Märkte volatil bleiben, warnen Händler. An den beherrschenden Themen habe sich nämlich nichts geändert.

Der SMI gewinnt gegen 11.05 Uhr 1,1 Prozent auf 9711 Punkte hinzu. Er notiert damit knapp unter seinem bisherigen Tageshoch bei 9714 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 1,1 Prozent auf 1467 Punkte und der breite SPI ebenfalls um 1,1 Prozent auf 11'807 Punkte.

Auffällig ist, dass Investoren vor allem jene Werte wieder ins Depot holen, die sie im Zuge des Ausverkaufs in grossem Stil auf den Markt geworfen hatten. So wird die Gewinnerliste von AMS (+3,3%), Swisscom (+2,5%) und den Aktien der SGS (+1,9%) angeführt.

Stärkere Aufschläge sehen im breiten Markt Gurit-Aktien (+4,4%). Der Spezialkunststoffhersteller hat nach guten Zahlen seinen Ausblick erhöht. Sunrise (+3,3%) stösst bei der geplanten UPC-Übernahme auf den Widerstand seines Grossaktionärs Freenet, der eine Kapitalerhöhung ablehnt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt unmittelbar nach Börseneröffnung um 0,3 Prozent auf 9636 Punkte zu. Dabei bekommt er unter anderem Unterstützung von den Vorgaben aus Übersee. So war es an der Wall Street am Donnerstag nicht zu erneuten hohen Abgaben gekommen und auch in Asien haben sich die Börsen vor dem Wochenende stabilisiert.

Händler verweisen auf die jüngsten Aussagen Chinas im Handelsstreit. Man hoffe, die USA hielten sich an ihren Teil der getroffenen Absprachen und kämen China auf halber Strecke entgegen. Erst am Vortag hatte China noch Vergeltung angedroht. Die neuerlichen Kommentare haben auch die Lage an den Bondmärkten beruhigt. Gerade die US-Zinskurve hatte in den letzten Tagen für eine erhöhte Volatilität gesorgt. Zudem steigt die Erwartung, dass die wichtigsten Notenbanken Schritte unternehmen, um die Wirtschaftsleistung zu stützen. Chinas Zentralbank hat bereits Pläne angekündigt und auch aus den Reihen der EZB sind ähnliche Töne zu hören.

Am deutlichsten ist die Erholung bei Roche (+0,6 Prozent) und Nestlé (+0,4 Prozent). Aber auch Zykliker wie ABB (+0,5 Prozent), Adecco (+0,2 Prozent) und LafargeHolcim (+0,6 Prozent) ziehen an. Ebenfalls im Plus sind die beiden Uhrenhersteller Richemont (+0,2 Prozent) und Swatch (+0,4 Prozent). Ihnen hatten die schwachen Konjunkturdaten aus China, die anhaltenden Unruhen in Hongkong und insgesamt vorsichtige Analystenkommentare in den vergangenen Tagen deutlich zugesetzt.

Auch die Aktien von AMS (+1,1 Prozent) und Schindler (+0,1 Prozent) sind zumindest im leichten Erholungsmodus. Sie hatten an den letzten beiden Handelstagen deutlich Verluste eingefahren. Bei Schindler wurde dies mit enttäuscht aufgenommen Halbjahreszahlen und den folgenden Analystenkommentaren begründet.

Die Sunrise-Aktie legt 2,0 Prozent zu. Der Grossaktionär Freenet will gegen den Kauf von UPC stimmen.

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08:40

An den chinesischen Festlandbörsen kletterte der CSI 300 kurz vor Handelsschluss um rund 1 Prozent nach oben. Der Hongkonger Hang-Seng-Index stieg zuletzt um knapp 1 Prozent.

Allerdings bleibt die Lage in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong angespannt: Vor dem Beginn neuer Demonstrationen in Hongkong sprach eine staatlich kontrollierte Zeitung in China eine scharfe Warnung an die Protestbewegung aus. "Peking hat nicht beschlossen, gewaltsam gegen die Unruhen in Hongkong vorzugehen, aber diese Option steht Peking eindeutig zur Verfügung", schrieb die "Global Times" in einem Kommentar.

Der Nikkei 225 in Japan schloss 0,06 Prozent höher mit 20 418,81 Punkten. Auf Wochensicht aber ergibt sich ein Minus von 1,29 Prozent. Der japanische Leitindex litt zuletzt insbesondere unter den Sorgen um den Zollstreit und unter dem starken Yen, der Exporte des Landes verteuern kann.

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08:07

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,5 Prozent zu. Im gestrigen Handel schloss der Leitindex um 0,2 Prozent tiefer bei 9606 Zählern.

Sämtliche SMI-Werte sind im Plus, dabei liegen kaum kursrelevante Unternehmensnews vor. Am deutlichsten legen ABB und Credit Suisse (beide je +0,7 Prozent) sowie Adecco, Givaudan, LafargeHolcim und UBS (alle je +0,6 Prozent) zu.

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08:00

Die Ölpreise sind am Freitag gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 59,03 Dollar. Das waren 80 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 88 Cent auf 55,35 Dollar.

Kurz vor dem Wochenende rückte der Handelskonflikt zwischen den USA und China wieder stärker in den Fokus am Ölmarkt. Jüngste Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump vor Journalisten vom Donnerstag deuten nach Einschätzung von Beobachtern darauf hin, dass die USA an einer baldigen Beilegung des Konflikts interessiert sind. Trump machte deutlich, dass beide Seiten etwas unternehmen wollen. Nähere Details nannte der US-Präsident nicht.

Die Hoffnung auf Fortschritte zur Beilegung des Handelskonflikts habe die Ölpreise gestützt, hiess es von Marktbeobachtern. Sie konnten einen Teil der jüngsten Verluste wieder wettmachen. Zur Wochenmitte hatten Konjunktursorgen und ein überraschender Anstieg der Ölreserven in den USA die Ölpreise noch deutlich belastet.

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06:35

Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Vormittag um 0,1 Prozent auf 20.424 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,2 Prozent auf 1486 Zähler. Händler sagten, die positiven Vorgaben von der Wall Street hätten die Stimmung in Tokio aufgehellt.

Bei den Einzelwerten sprangen die Aktien des japanischen Hotelbetreibers Unizo 12,9 Prozent auf 4065 Yen in die Höhe. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, wonach die US-Investmentgesellschaft Fortress, die zum japanischen Technologieinvestor SoftBank gehört, eine Offerte für Unizo vorlegen will. Das Gebot sei höher als die 3100 Yen je Aktie, die die Reiseagentur H.I.S für Unizo auf den Tisch gelegt habe, berichtet die Zeitung "Nikkei".

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06:30

Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9780 Franken je Dollar und bei etwa 1,0857 Franken je Euro.

Der Euro bewegte sich im fernöstlichen Handel zum Dollar kaum. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1099 Dollar. Zum Yen gab die US-Währung leicht auf 106,20 Yen nach.

(cash/AWP/Reuters)