Börsen-Vorschau - Neuer US-Präsident und Firmenzahlen geben Aktienmarkt Richtung vor

Das Wohl und Wehe der Börsen wird laut Experten zufolge auf absehbare Zeit weitgehend von einem Mann bestimmt werden: Joe Biden. Dazu nimmt die Berichtsaison der Unternehmen wieder Fahrt auf.
23.01.2021 10:55
Joe und Jill Biden kurz vor der Vereidigung auf dem Kapitol.
Joe und Jill Biden kurz vor der Vereidigung auf dem Kapitol.
Bild: imago images / UPI Photos

"Ob die Börsen in den kommenden Wochen ihren Schwung behalten, dürfte vor allem davon abhängen, wie schnell der demokratische US-Präsident seine ehrgeizigen Ausgabenpläne umsetzen kann", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. Biden will mit einem knapp zwei Billionen Dollar schweren Hilfspaket die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abfedern.

Uneinig sind sich Experten aber, ob der neue US-Präsident seine Pläne durch den Kongress bekommt. Dazu müsse der Demokrat zumindest einige Republikaner im Senat auf seine Seite ziehen, gibt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com zu Bedenken. "Das sollte kein Problem sein", sagt Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. In der alten Woche konnte der Dax die psychologisch wichtige Marke von 14'000 Punkten nicht dauerhaft zurückerobern und kam unter dem Strich kaum vom Fleck.

Ungeachtet der jüngsten Kursrekorde bei Dax, Dow Jones & Co sei keine Spekulationsblase zu beobachten, sagt Eckhard Schulte, Chef des Vermögensverwalters MainSky. "Das mag für einzelne Titel zwar stimmen, für den Gesamtmarkt teilen wir diese Meinung nicht. Im Gegenteil, insbesondere mit Augenmerk auf den relevanten Treibern 'Gewinnentwicklung' und 'Bewertung' erscheint uns der Aktienmarkt recht rational."

Zahlen von Novartis, UBS, Apple und Tesla

Unter diesen Gesichtspunkten werden Investoren die anstehenden Firmenbilanzen und die Ausblicke der Unternehmen abklopfen. Dabei seien Kursrücksetzer nicht auszuschliessen, warnte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Denn der Börsenzyklus sei gerade im Übergang in die Wachstumsphase, bei die Unternehmen ihre Gewinne steigern und in ihre Bewertungen "hineinwachsen".

In Europa öffnen in der neuen Woche unter anderem die Medizintechnik-Firma Philips und der Luxusgüter-Hersteller LVMH ihre Bücher. Jenseits des Atlantik legen die Technologie-Konzerne Apple und Facebook Geschäftszahlen vor. Zu ihnen gesellt sich der Elektroauto-Hersteller Tesla.

In der Schweiz werden am Dienstag die SMI-Konzerne Novartis und Tesla wie auch Interoll, Komax und Schlatter Zahlen vorlegen. Am MIttwoch folgen Lonza, Barry Callebaut, Landis+Gyr, Mikron und Rieter entweder mit den Ergebnissen oder zumindest aktuellen Umsatzzahlen. Am Donnerstag gibt es News von SGS, Bucher, Emmi oder der Zuger Kantonalbank. Am Freitag öffnen Givaudan, die BEKB, Gurit, SFS, Siegfrieg, Starrag und die CFT ihre Bücher.

Konjunkturdaten voraus

Am Freitag stellt die ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF das Konjunkturbarometer für die Schweizer Wirtschaft vor. Bei den Konjunkturdaten richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit unter anderem auch auf die US-Konsumausgaben am Freitag. Die Kauflaune der Verbraucher gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft. Am Tag zuvor stehen die US-Frühindikatoren auf dem Terminplan.

Diesseits des Atlantiks eröffnet der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, den Zahlenreigen am Montag. Experten erwarten für Januar einen fast unveränderten Wert, wobei die Manager die aktuelle Lage wegen der verschärften Pandemie-Restriktionen wohl pessimistischer, die Zukunft dagegen optimistischer einschätzen.

Wenig Impulse erwarten Experten von den geldpolitischen Beratungen der Fed am Mittwoch. Ähnlich wie die Europäische Zentralbank (EZB) werde die US-Notenbank ihre Füsse stillhalten und das Feld vorerst der Regierung Biden und deren Konjunkturhilfen überlassen, sagt Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.

(Reuters/cash)

 

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Aktuell+/-%
SMI10'607.79-1.32%
EUR/USD1.1913-0.52%
DAX13'920.69-0.97%
DOW JONES31'496.30+1.85%
Novartis N76.89-1.68%
Tesla Rg597.95-3.78%
UBS Group N14.350-0.66%
Apple Rg121.42+1.07%
Deutsche Bank N10.646+3.96%
Roy.Philips Br45.07-0.32%
LVMH523.20-2.00%
Facebook-A Rg264.28+2.58%
Komax Hldg N237.60-1.00%
Lonza Grp N533.40-2.09%
Schlatter Ind N26.40-2.27%
Givaudan N3'405.00-1.73%
SFS Group N116.20-0.17%
Emmi N923.50+0.44%
LandisGyr Gr N61.50-0.32%
Mikron Hldg N5.940+2.41%
Rieter Hldg N116.00+2.11%
Barry Callebaut N2'050.00-0.19%
SGS Rg2'616.00-1.28%
Cie Fin Traditi P112.000.00%
Starrag Gr Hold N41.60+1.46%
Gurit Hldg I2'245.00-0.44%
BEKB N215.00-0.69%
Commerzbank I5.544+2.06%