+++ Börsenticker+++ - Trump-Rückzieher beflügelt die Wall Street

Eine mögliche Atempause im Zollstreit zwischen den USA und der EU hat die New Yorker Börsen nach einem schwachen Auftakt ins Plus drehen lassen.
15.05.2019 22:35
Er erwägt die Verschiebung der Zölle auf Autos aus der EU und bewegt damit wieder einmal die Börsen: US-Präsident Donald Trump.
Er erwägt die Verschiebung der Zölle auf Autos aus der EU und bewegt damit wieder einmal die Börsen: US-Präsident Donald Trump.
Bild: Bloomberg

22:35

Insidern zufolge wird US-Präsident Donald Trump die Entscheidung über Strafzölle für europäische Autos um bis zu sechs Monate verschieben. Ursprünglich sollte der Entscheid Ende dieser Woche fallen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,5 Prozent höher auf 25'648 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückt um 0,6 Prozent auf 2850 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 1,1 Prozent auf 7822 Punkte.

Zur Eröffnung hatten schwache Konjunkturdaten die US-Aktienbörsen zunächst ins Minus gedrückt. Die Umsätze im US-Detailhandel fielen im April überraschend um 0,2 Prozent.

Bei den Einzelwerten gewinnen die Autobauer General Motors (GM) und Ford wegen des möglichen Aufschubs von Zöllen bis zu 1,2 Prozent. Die in den USA notierten Papiere des japanischen Autobauers Toyota rücken um 1,3 Prozent vor. Der europäische Branchen-Index gewinnt 2 Prozent. Das ist der grösste Tagesgewinn seit sechs Wochen.

Die Anteilsscheine von Agilent Technologies brechen mehr als 11 Prozent ein. Zuvor hatte der Hersteller von analytischen Messgeräten seine Quartalszahlen präsentiert, die die Anleger enttäuschten.

+++

17:35

Die Schweizer Börse hat nach einem Handel in engen Spannen im späten Handel noch zugelegt. Der Leitindex SMI rückt bis Börsenschluss 0,8 Prozent auf 9481 Punkte vor. Für Schub sorgte ein Bericht, dass US-Präsident Donald Trump die Entscheidung über Strafzölle auf europäische Autos um bis zu sechs Monate verschieben könnte. Die Angst vor einer erneuten Konfrontation der EU und Italiens um den Haushalt des Landes und schwache US-Wirtschaftsdaten bremsten die Kaufbereitschaft der Anleger allerdings.

Bei den Bluechips sind die Gewinner klar in der Überzahl. An die Spitze setzt sich LafargeHolcim mit einem Kursplus von 2,7 Prozent. Der anhaltende Bauboom in wichtigen europäischen Märkten wie Deutschland hat dem Zementriesen einen soliden Jahresstart beschert. Gefragt waren auch die Anteile der Bauchemiefirma Sika und des Sanitärtechnikunternehmens Geberit.

Anfänglich grösser Verluste wieder wettgemacht haben die beiden Luxusgüterhersteller. Während Swatch noch 0,3 Prozent im Minus stehen, legen Richemont  sogar noch 0,3 Prozent zu. Für beide Firmen ist China ein wichtiger Markt und die Investoren sorgen sich um mögliche negative Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreit auf das Konsumklima.

Am breiten Markt ermässigen sich die Medacta-Aktien um 0,6 Prozent. Credit Suisse, J.P. Morgan und UBS starteten nach dem Börsengang der Medizintechnikfirma im April die Analyse jeweils mit der Empfehlung "Neutral". 

+++

15:55

Schwache Konjunkturdaten drücken die US-Aktienbörsen ins Minus. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fallen zur Eröffnung am Mittwoch um bis zu 0,6 Prozent. "Die US-Detailhandelsumsätze waren enttäuschend", sagt Scott Brown, Chefökonom des Vermögensberaters Raymond James. Dies decke sich mit anderen Wirtschaftsindikatoren, die ebenfalls schwächelten. Eine Rezession drohe derzeit zwar nicht, die aktuellen Zahlen seien jedoch ein Warnsignal.

Macy's kann sich dem Branchentrend jedoch entziehen. Die Kaufhauskette steigerte den Quartalsumsatz doppelt so stark wie erwartet. Der Gewinn fiel mit 0,44 Dollar je Aktie ebenfalls höher aus als von Analysten prognostiziert. Die Titel legen 2,7 Prozent zu.

Auch Tilray überraschte mit der Quartalsbilanz positiv. Die Aktien des Cannabis-Produzenten steigen um 3 Prozent. Das Auslandsgeschäft wachse zwar stark, hinke aber den Konkurrenten Canopy und Aurora hinterher, schreibt Analyst Owen Bennett von der Investmentbank Jefferies.

Aurora steigerte den Umsatz zwar um 20 Prozent auf umgerechnet 50 Millionen Euro, Analysten hatten allerdings mit 51,2 Millionen Euro gerechnet. Die in den USA notierten Papiere der kanadischen Firma fallen um 3,3 Prozent. 

+++

11:45

Die anfangs positive Stimmung an der Schweizer Börse hat sich im Verlauf zunehmend verflüchtigt und die Kurse sind zwischenzeitlich in die Verlustzone abgerutscht. Die Anleger bleiben laut Händlern vorsichtig: "In einem Markt, der sich mit Aussagen zum Handelsstreit so leicht aus der Fassung bringen lässt, ist Zurückhaltung angesagt", sagt ein Börsianer.

Der SMI steht gegen 11 Uhr 0,1 Prozent niedriger bei 9398 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI sinkt 0,1 Prozent auf 1459 und der breite SPI um 0,1 Prozent auf 11'379 Punkte.

Im Fokus der Anleger stehen LafargeHolcim (+2,1%). Der Zement-Hersteller ist im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen und hat die Schätzungen der von AWP befragten Analysten klar übertroffen.

Fester sind zudem die Technologiewerte Logitech (+1,7%) sowie die Versicherer Swiss Life (+0,9%), Zurich (+0,7%) und Swiss Re (+0,6%).

Auf der anderen Seite leiden Alcon (-2,1%) nach der starken Entwicklung seit der Abspaltung von Novartis und vor dem am späten Abend nach Börsenschluss in den USA erwarteten Quartalsbericht unter Gewinnmitnahmen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

+++

09:20

Die Schweizer Börse ist am Mittwoch ohne klare Richtung gestartet. Der SMI steht gegen 09.15 Uhr um -0,06 Prozent tiefer bei 9414 Punkten.

Im Fokus der Anleger steht LafargeHolcim (+1,4%). Der Zement-Hersteller ist im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen und hat die Schätzungen der von AWP befragten Analysten klar übertroffen.

Mit Alcon (-2,03%) legt ein weiteres SMI-Unternehmen heute noch Zahlen vor - allerdings erst nach Börsenschluss in den USA und damit am späten Abend hiesiger Zeit.

Insgesamt ist die Nachrichtenlage von Seiten der Unternehmen eher dünn. Am breiten Markt fallen Medacta (+3.5 % auf 89,05 Fr.) positiv auf. Unter anderem haben J.P. Morgan und UBS die Analyse der Medizintechnikfirma jeweils mit dem Rating 'Neutral' aufgenommen. Bei J.P. Morgan beträgt das Kursziel 92,20 Franken und UBS setzt ein Ziel von 87 Franken fest. Gemäss Händlern ist Morgan Stanley optimistischer mit 'Overweight' und einem Kursziel von 111,00 Franken.

Banken, die am Börsengang einer Firma teilgenommen haben, dürfen sich erst nach Ablauf einer sechswöchigen Stillhaltefrist zu der Firma äussern und Research veröffentlichen.

Die Aktien von Georg Fischer starten mit einem Minus von 2,2 Prozent und bewegen sich bei einem Kurs von 885,50 Franken. Kepler Cheuvreux hat laut Händlern die Empfehlung auf 'Reduce' von 'Hold' und das Preisziel auf 850 von 990 Franken gesenkt.

+++

08:25

Etwas sanftere Töne im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Investoren an den asiatischen Börsen am Mittwoch beruhigt. In Japan kletterte der Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte um 0,6 Prozent auf 21.184 Punkte. 

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt von einem "sehr guten" Dialog mit China gesprochen. Finanzminister Steven Mnuchin will nach den Worten eines Sprechers erneut nach China reisen, um die Zollverhandlungen mit der Volksrepublik wiederaufzunehmen. 

+++

08:15

Der SMI steht gemäss vorbörslichen Berechnungen von Julius Bär um 0,2 Prozent bei 9425 Punkten höher. Sämtliche 20 SMI-Titel weisen dabei höhere Kurse auf (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch). Besonders LafargeHolcim weist ein deutliches vorbörsliches Plus von 1,2 Prozent aus. Grund sind die starken Quartalszahlen vom Morgen. 

Der breite Markt startet ähnlich positiv. Hier verzeichnet Medacta mit 1,2 Prozent das grösste Plus. Grund ist Erstabdeckung von Analysten. Negativ startet Georg Fischer mit einem Minus von 0,3 Prozent. 

+++

07:45

Die Ölpreise sind am Mittwoch gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,99 Dollar. Das waren 25 Cent weniger als am Vortag. 

Marktbeobachter erklärten den Rückgang mit der jüngsten Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 8,63 Millionen Barrel verzeichnet hat.

+++

07:30

Gegenüber dem Franken ermässigte sich der Euro minim auf 1,1308 Franken nach 1,1313. Der Dollar ist mit 1,0087 Franken ebenfalls nur wenig verändert. 

Damit konnte die Ankündigung des stellvertretenden Regierungschefs von Italien, Matteo Salvini, vom Vorabend, die Defizit-Regeln der Europäischen Union falls notwendig zu brechen, den Euro nur zeitweise belasten. Im weiteren Handelsverlauf dürften Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland und in der Eurozone für neue Impulse im Devisenhandel sorgen.

Auch beim britischen Pfund gab es am Morgen kaum Kursbewegung. Die britische Premierministerin Theresa May hatte zuvor angekündigt, das mit der EU ausgehandelte Abkommen über einen Austritt Grossbritanniens aus der Gemeinschaft im Juni erneut ins Parlament bringen. Zuvor war May mit ihrem ausgehandelten Brexit-Deal drei Mal im Unterhaus gescheitert.

+++

06:20

Der Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte gewann bis zum frühen Nachmittag in Tokio 0,16 Prozent auf 21'100,89 Punkte. 

Der Euro notierte im Devisenhandel in Fernost kaum verändert bei 1,1202 Dollar. Zur japanischen Währung wurde der Dollar mit 109,67 Yen gehandelt. 

+++ 

(AWP/Reuters/Cash)