Am Mittwoch wechselt der Kalender auf den Monat Juli und markiert somit das Ende der ersten Jahreshälfte von 2026. Diese war geprägt von hoher geopolitischer Unsicherheit, Konflikten und einem anhaltenden KI-Höhenflug.

In diesem Spektakel gab es einige Gewinner und Verlierer an den Aktienmärkten in den USA. Nachfolgend die Übersicht von Dow Jones, Nasdaq 100 und S&P 500. Zwei der drei Indizes verbuchten Gewinne von 8,5 Prozent, während die Tech-Börse innerhalb von sechs Monaten 18 Prozent zulegte.

Gewinner und Verlierer am Leitindex

Grösster Gewinner am Leitindex waren die Aktien von Caterpillar mit über 80 Prozent Wertzuwachs. Obwohl das Unternehmen eigentlich für Baumaschinen bekannt ist, ist Caterpillar ein Profiteur des KI-Hypes. Denn der weniger beachtete Geschäftsbereich Energie und Strom profitiert von einer steigenden Nachfrage nach Stromversorgungslösungen. 

Darauf folgen Cisco (+50 Prozent) und danach die Pharmaunternehmen UnitedHealth, Johnson&Johnson, und Merck. Sie alle haben mehr als 20 Prozent dazugewonnen. Auch die bei Warren Buffett beliebte Coca Cola hat sich mit +18 Prozent gut geschlagen, ebenso die Goldman-Sachs-Gruppe (+16 Prozent). 

Anders sieht die Lage bei Salesforce, Nike, Microsoft, Walt Disney, und McDonald’s aus. Während letztere knapp 13 Prozent verloren hat, beträgt der Verlust bei Salesforce satte 40 Prozent. Der grösste Belastungsfaktor ist die Frage, ob künstliche Intelligenz klassische Softwarelösungen langfristig ersetzt oder billiger macht.

Gewinner und Verlierer am Nasdaq & S&P 500

Wenig überraschend finden sich Micron, Intel, Marvell und Applied Materials weit oben in der Rangliste der Tech-Börse und dementsprechend am S&P 500, der die 500 führenden börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst.

Aber: Sandisk überragt alle mit 760 Prozent Wertzuwachs, während der Gewinn bei Micron mit 300 Prozent weniger als die Hälfte beträgt. Nach Einschätzung der Citigroup dürfte Sandisk zu den grössten Profiteuren des anhaltenden Booms im Speichermarkt zählen. Das Unternehmen verfüge über einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil und könne seine Margen langfristig weiter verbessern

Adobe, Strategy, Palantir, und Shopify haben den Index belastet, wenn auch bei weitem nicht mit solch hohen Prozentsätzen wie die Gewinner verbuchen. Bei Adobe sind es knapp 40 Prozent, Shopify ist 30 Prozent weniger wert. 

Wo die Magnificent 7 bleiben? Unterschiedlich. Während die Aktien von Alphabet (+11 Prozent), Amazon (+6 Prozent), Apple (+4 Prozent), und Nvidia (+3 Prozent) übersichtliche Gewinne verzeichnen, gehören Meta (-13 Prozent), Tesla (-6 Prozent) und Microsoft (-22 Prozent) zu den Verlierern. Microsoft wird von zwei Seiten getroffen – durch Sorgen wegen der KI-Investitionen und durch mögliche KI-Störungen. Der markante Verlust hat den Titel gar auf die niedrigste Bewertung seit einem Jahrzehnt gedrückt. 

Nicht zu vergessen ist auch SpaceX. Der Börsengang von Elon Musks Raumfahrtunternehmen im Juni hat für markanten Wirbel gesorgt. Allerdings konnten die anfänglichen Gewinne nicht gehalten werden. So resultieren nur 2 Prozent Gewinn in der jungen Börsenhistorie, wonach die Aktie nicht mit den grössten Gewinnern mithalten kann. 

Anhaltende Bilanz

Gemäss Bloomberg zeigt die Geschichte, dass globale Aktien im zweiten Halbjahr nur selten ins Straucheln geraten, wenn sie in den ersten sechs Monaten bereits Gewinne verbucht haben. In den letzten 25 Jahren ist der MSCI-World-Index in 75 Prozent der Fälle auch im zweiten Halbjahr gestiegen, wenn er im ersten Halbjahr zulegen konnte.

Natürlich hängt das letztendliche Jahresergebnis der Aktienmärkte stark davon ab, wie sich einige der grossen makroökonomischen Entwicklungen entfalten. Gleichzeitig dürfte hinter diesem Muster auch ein verhaltensbedingter Faktor stehen. Anleger bräuchten einen ziemlich überzeugenden Grund, um ihre Aktienquote zur Jahresmitte zu reduzieren, nachdem sie zuvor bereits von ihrer Positionierung profitiert haben.

Aisha Gutknecht arbeitet seit Juli 2024 als Redaktorin für cash.ch.
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