13:00

Die Futures auf die US-Aktienmärkte notieren im Minus:

- Dow Jones Futures: -0,33 Prozent

- S&P500 Futures: -0,34 Prozent

- Nasdaq 100 Futures: -0,54 Prozent

Derweil taxiert auch der Schweizer Aktienmarkt im Minus. Der SMI verliert 0,43 Prozent, der SPI um 0,54 Prozent.

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12:45

Europas Aktienmärkte haben am Freitag weiter nachgeben. Vor dem Wochenende hielten sich Marktteilnehmer angesichts des Irak-Krieges und des weiter gestiegenen Ölpreises zurück. «Die jüngste Verlängerung des Ultimatums durch Donald Trump sorgt nicht für Entspannung», so Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. «Die erneute Fristverlängerung wirkt wie weniger ein diplomatischer Fortschritt als vielmehr wie ein Zeichen dafür, dass eine tragfähige Einigung weiterhin auf sich warten lässt.»

Der EuroStoxx 50 sank am Mittag um 1,09 Prozent auf 5505,16 Punkte. Der SMI hielt sich dank der Stärke der defensiven Schwergewichte mit einem Minus von 0,59 Prozent auf 12'566,98 Zähler etwas besser, während der britische FTSE 100 um 0,4 Prozent auf 9932,40 Punkte fiel.

Dabei warfen auch die Inflationsdaten für den Euroraum in der kommenden Woche ihre Schatten voraus. «Höhere Inflationszahlen für März dürften nur ein Vorgeschmack dessen sein, was bei einem andauernden Iran- bzw. Energiekrieg in den kommenden Wochen droht?, sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Einen ersten Eindruck lieferten Zahlen aus Spanien. Dort hatte sich die Inflation im März wegen des Ölpreisschocks im Zuge des Iran-Kriegs deutlich verstärkt. Die nach europäischen Standards berechneten Verbraucherpreise (HVPI) legten im Jahresvergleich um 3,3 Prozent zu.

Schwächster Sektor waren die Medienwerte. Hier brachen die Aktien von CTS Eventim wegen eines enttäuschenden Jahresausblicks um 19 Prozent ein. JPMorgan-Analystin Lara Simpson rechnet damit, dass die Ziele des Ticketvermarkters »für Diskussionen sorgen dürften«.

Chemiewerte profitierten dagegen von der Stärke des Schwergewichts BASF . Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte das Kursziel für von 52 auf 58 Euro angehoben und die Einstufung auf »Overweight" belassen. Die Probleme in der Rohstoffversorgung im Zuge des Nahost-Kriegs dürften die asiatischen Chemiekonzerne kostenseitig härter treffen als die europäische Konkurrenz. BASF gewannen knapp ein Prozent.

Vergleichsweise stabil präsentierten sich auch die defensiven Pharmawerte. Hier gab es eine Übernahme. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will für bis zu zwei Milliarden US-Dollar das US-Biotechunternehmen Excellergy kaufen.

Auch im ansonsten unspektakulären Nahrungs- und Getränkesektor sorgte eine Unternehmensnachricht für Aufmerksamkeit. Pernod Ricard und der Jack-Daniels-Hersteller Brown-Forman führen Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss, um sich in einem schwächeren Spirituosenmarkt besser aufzustellen. Pernod kletterten darauf um drei Prozent. Allerdings hat die Aktie seit den bisherigen Jahreshochs rund 30 Prozent verloren, was den Anstieg relativiert.

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12:15

Am Devisenmarkt stehen die Kurse der wichtigsten Währungspaare aktuell im Grunde wieder da, wo sie am Donnerstagabend gestanden haben. Damit hat der Euro seine leichten Avancen aus dem frühen Handel wieder umgekehrt.

So tritt das Euro/Franken-Paar bei Kursen von 0,9185 weiter mehr oder weniger an Ort. Das Dollar-Franken-Paar steht bei 0,7969 etwas höher als am frühen Morgen (0,7957). Der Euro hat zum US-Dollar das zunächst gewonnene Terrain wieder eingebüsst und kostet derzeit 1,1526 nach 1,1539 im frühen Handel.

Am Devisenmarkt fällt die Reaktion auf die Verlängerung eines Ultimatums an den Iran durch US-Präsident Donald Trump eher verhalten aus. Nach Einschätzung von Analysten der Dekabank bleibt die Unsicherheit an den Märkten weiter bestehen. Sie werde durch die jüngsten Entscheidungen der US-Regierung «nur eben verlängert».

Generell sind Inflationssorgen, ausgelöst durch die hohen Preise für Öl und Gas, eines der bestimmenden Themen bei den Anlegern. Es gebe die Spekulation auf höhere Zinsen, heisst es in einem Kommentar der Landesbank Hessen-Thüringen.

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11:47

Der Krieg im Iran bleibt das bestimmende Thema an den Märkten. Er hält nun seit vier Wochen an. Zum Wochenschluss halten sich Investoren wieder zurück, nachdem sie zu Wochenbeginn noch aufgrund einer zaghaften Hoffnung auf mögliche Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien etwas mutiger bei Aktien zugegriffen hatten. Für den SMI zeichnet sich denn auch trotz der aktuellen Verluste auf Wochensicht die erste positive Bilanz in diesem Monat ab.

«Die Märkte scheinen allmählich zu begreifen, dass Taten mehr sagen als Worte», kommentiert ein Händler. «Inmitten der Schlagzeilenrisiken und des Wortgefechts darüber, ob Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran tatsächlich stattfinden, verlegen die USA Truppen und Ausrüstung in den Nahen Osten, um sich auf eine offenbar begrenzte Bodenoffensive vorzubereiten.» Gleichzeitig gab es über Nacht von beiden Seiten Äusserungen, die konstruktiv wirkten. US-Präsident Donald Trump verschob die angedrohten Angriffe auf die Energieinfrastruktur auf Montag, den 6. April. Dass Zurückhaltung dennoch überwiegt, dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass der Markt gegenüber den verbalen Zusicherungen von Präsident Trump zunehmend abgestumpft zu sein scheint.

Die Ölpreise bleiben das deutlichste Barometer für den Stand der Dinge. Brent-Rohöl steigt zum Wochenschluss wieder über die Marke von 100 US-Dollar pro Fass.

Der SMI verliert gegen 11.40 Uhr 0,50 Prozent auf 12'579 Punkte. Auf 16 Verlierer kommen vier Gewinner. Der SMIM für die mittleren Werte gibt um 0,98 Prozent auf 2862 Punkte nach und der breite SPI um 0,54 Prozent auf 17'569 Punkte.

Nachdem der Leitindex bereits in den ersten drei Handelstagen dieser Woche kräftig zugelegt - annähernd 400 Punkte -, zeichnet sich aktuell trotz der Verluste am Donnerstag die erste Gewinnwoche seit Ausbruch des Krieges Ende Februar an.

Dass der SMI nicht noch tiefer im Minus steht, verdankt er den beiden Pharmaschwergewichten Roche (+0,13 Prozent) und Novartis (-0,23 Prozent), die weniger stark fallen als der Markt selbst. Bei Novartis heissen Analysten einen weiteren Zukauf gut. Damit wirke der Pharmakonzern seiner bevorstehende Patent-Klippe einmal mehr entgegen.

Das dritte Schwergewicht, Nestlé, gibt mittlerweile um 0,41 Prozent nach. Im frühen Handel waren die Titel zunächst noch dank einer Kurszielerhöhung durch Barclays im Plus gewesen.

Aktuell weisen nur die Aktien der Swiss Re (+0,74 Prozent) unter den SMI-Blue Chips ein positives Vorzeichen aus. Dem stehen Verluste von 3,5 Prozent oder 25 Franken bei den Papieren der Swisscom gegenüber, die Ex-Dividende (26 Fr.) gehandelt wird, womit sie an sich leicht positiv wären.

Derweil sind die Abgaben zwischen 3,3 und 2,2 Prozent bei den Aktien von ABB, Logitech und Holcim sehr echt. Händler verweisen auf eine Branchenstudie von Bernstein, die auf baunahen Werten wie Holcim (-2,1 Prozent), Geberit (-0,78 Prozent) und Sika (-0,12 Prozent) laste.

Generell lasten auch die Vorgaben der Wall Street auf einzelnen Branchen am Schweizer Markt. Am Donnerstag war der Nasdaq 100 erneut abgesackt. Vor allem Halbleiter-Titel kamen unter die Räder. Das strahle auch auf die hiesigen Vertreter wie VAT, Comet und Inficon ab, die sich um bis zu 5,3 Prozent verbilligen.

Klar schwächer sind auch Barry Callebaut (-4,4 Prozent), nachdem die Experten von Barclays die Aktien in einer Branchenstudie auf «Underweight» heruntergestuft haben.

In den hinteren Reihen fallen Schlatter nach schwachen Zahlen mit -2,5 Prozent klar zurück. Auch Edisun (-3,6 Prozent) sind nach Zahlen im Angebot.

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11:40

Spekulationen auf einen deutlichen Inflationsanstieg in Folge des Iran-Kriegs treiben die Renditen der deutschen Staatsanleihen weiter in die Höhe.

Die ‌Verzinsung der ⁠zehnjährigen deutschen Staatsbonds klettert auf 3,13 Prozent nach 3,06 Prozent im Schlusskurs vom Vortag. Das ist der höchste Stand seit ⁠15 Jahren. Zweijährige deutsche Papiere werfen in der Spitze 2,7710 Prozent ab nach 2,7130 am Donnerstag.

Angesichts der steigenden Energiepreise, die die Teuerung anheizen dürfte, ‌haben die Märkte zuletzt verstärkt auf Zinserhöhungen der EZB gesetzt. Bundesbankchef Joachim Nagel bezeichnete ‌eine Zinserhöhung der EZB im April als eine Option.

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09:42

Ein verlängertes Ultimatum der USA für den Iran dürfte dem Dax am Freitag einen leicht positiven Handelsstart bescheren. Dieser Aufschub durch US-Präsident Donald Trump um zehn Tage wirke nur auf den ersten Blick erleichternd, sagte Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management. Doch Risiken mindere dies nicht, was an den Märkten spürbar bleiben dürfte.

Es fühlt sich laut Innes eher so an, «als wenn ein Händler eine Verlustposition in die Zukunft verschiebt». Der Ölpreis bleibe der Gradmesser. Und der hält sich - gemessen an der Nordseesorte Brent mit derzeit knapp 109 Dollar immer noch deutlich über der Marke von 100 US-Dollar. «Seine Weigerung, auf einem tieferen Niveau zu verharren, signalisiert ein anhaltendes Eskalationsrisiko hinter den Schlagzeilen.»

Der X-Dax lässt rund eine Dreiviertelstunde vor dem Start ein Plus von 0,3 Prozent auf 22'677 Punkte für den deutschen Leitindex erwarten. Damit bliebe der Dax in der Handelsspanne vom Montag, als er im Tagesverlauf infolge widersprüchlicher Nachrichtenlage um spektakuläre 1.300 Punkte geschwankt war. Da hatte er zunächst mit etwas über 21'860 Punkten das bisherige Kriegstief erreicht, bevor er sich zeitweise sprunghaft in Richtung 23'200 Punkte erholte.

Der Ölpreis als derzeit wichtigste Orientierungsmarke für die Inflations- und Konjunktursorgen bewegt sich im bisherigen Wochenverlauf ebenfalls in seiner Handelsspanne vom Montag.

US-Präsident Donald Trump verlängerte das Ultimatum zur Freigabe der Strasse von Hormus nun bis zum 6. April, 20.00 Uhr (US-Ostküstenzeit, 7. April 2.00 Uhr deutscher Zeit). Bis dahin sollen keine iranischen Kraftwerke angegriffen werden, wie er unter Verweis auf «sehr gute» Gespräche auf seiner Plattform Truth Social schrieb.

Die Nachrichtenlage bleibt dennoch widersprüchlich, denn der Iran hatte mehrfach solche von Trump erwähnte Gespräche dementiert, während Pakistan seine Vermittlerrolle bestätigte. Die Strasse von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Transportwege übers Meer für Energielieferungen, die von Iran faktisch geschlossen wurde, bleibt damit vorerst kaum passierbar.

Unternehmensseitig dürften hierzulande Umstufungen von Einzelwerten im Blick stehen sowie auch einige wenige Unternehmensnachrichten. So meldete der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim am Vorabend ein starkes Geschäftsjahr 2025 und übertraf die Schätzungen von Analysten.

Obwohl das Unternehmen die Dividende kürzen will und auch der Ausblick einem Händler zufolge «etwas enttäuschend» ausgefallen ist, legte die im MDax notierte Aktie auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag zu. Ob die Kursgewinne tatsächlich verbucht werden und dann nachhaltig sind, daran zweifelt der Händler.

Jungheinrich-Anteile gaben vorbörslich dagegen nach. Der Gabelstapler-Hersteller steigerte 2025 trotz des schwachen wirtschaftlichen Umfelds den Auftragseingang und Umsatz, verdiente operativ aber wegen Sondereffekten deutlich weniger. Für das laufende Jahr zeigte sich das Management zuversichtlich.

Aktien des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf reagierten vorbörslich mit Kursverlusten auf eine Umstufung durch die US-Investmentbank Goldman Sachs. Analyst Olivier Nicolai kappte das Kursziel der Aktie von 95 auf 90 Euro und stufte sie von «Buy» auf «Neutral» ab. Die Abhängigkeit von der Marke Nivea bremse das Wachstum, schrieb er. Der Massenmarkt für Schönheitspflege sei enorm schwierig.

Die US-Bank Morgan Stanley äusserte sich unterdessen zu Chemieaktien und hob unter anderem Evonik auf «Overweight». Um Lanxess gab es indes zunächst Verwirrung, denn die US-Bank korrigierte sich in ihrer Branchenstudie, nachdem sie zunächst geschrieben hatte, sie habe ihr Anlageurteil für diese Aktie gesenkt. Später folgte die Korrektur, dass nur das Kursziel für Lanxess gesenkt worden sei, und zwar von 26 auf 20 Euro, das Anlageurteil «Overweight» aber beibehalten wurde. Analyst Thomas Wrigglesworth passte seine Schätzungen dem erwarteten verbesserten Umfeld im zweiten und dritten Quartal an.

Preise und Absatzmengen aufgrund von Engpässen bei Rohstoffen aus dem Nahen Osten dürften sich ihm zufolge bis dahin voraussichtlich erholt haben. Evonik bauten auf Tradegate ihre Erholungsgewinne aus, während Lanxess ihre Erholungsrally der vergangenen Tage auf Tradegate deutlich korrigierten.

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09:12

Zum Ende einer erneut volatilen Woche dreht der Schweizer Aktienmarkt nach vorbörslichen positiven Indikationen kurz nach Handelsbeginn ins Minus. Der Irankrieg hält nun seit fast vier Wochen an und hat die Märkte weiterhin fest im Griff. Dabei schwankte der Markt gerade in diesen letzten Tagen zwischen Befürchtungen einer Eskalation und zaghaften Hoffnungen auf eine Deeskalation.

Schlagzeilen über Friedensgespräche - die wiederholt bestätigt und dementiert wurden - sorgten für ein unruhiges Umfeld, wobei der Iran einen US-Vorschlag für einen Waffenstillstand ablehnte und gleichzeitig seine eigenen Bedingungen darlegte. Diese Dynamik des Hin und Her schlug sich im Verlauf der zu Ende gehenden Woche in einer holprigen, aber zunehmend weniger pessimistischen Marktbewertung nieder - zunächst.

Denn wie ein Händler es zusammenfasst, sei die Rhetorik rund um Deeskalation und auch ein Dialog einem offenen Konflikt sicherlich vorzuziehen. «Allerdings scheint der Markt gegenüber den verbalen Zusicherungen von Präsident Donald Trump zunehmend abgestumpft zu sein.» Und auch wenn Trump das Ultimatum an den Iran verlängerte, wonach es bis am 6. April keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben soll, werde damit das Problem lediglich aufgeschoben. «Eine konkrete Lösung hinsichtlich der Wiederöffnung der Strasse von Hormus wird lediglich hinausgezögert», so der Händler weiter. Dies wiederum verlängere lediglich die Unsicherheit, die auf den Märkten und der globalen Wirtschaft insgesamt laste.

Und die Ölpreise bleiben denn auch mit das deutlichste Barometer für den Stand der Dinge. Brent-Rohöl pendelte sich bei über 100 USD pro Barrel ein - ein hoher Wert, wie ein Stratege festhält. Daran ändert auch das von US-Präsident Donald Trump um zehn Tage verlängerte Ultimatum: In dieser Zeit soll es keine Angriffe auf iranische Energieanlagen geben.

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, notiert gegen 09.05 Uhr um 0,14 Prozent tiefer bei 12'671 Punkten. Bereits in den ersten drei Handelstagen dieser Woche hat der Leitindex zunächst kräftig zugelegt - annähernd 400 Punkte. Am Donnerstag gab es zwar erstmals in dieser Woche wieder Verluste, für eine erste Gewinnwoche seit Ausbruch des Krieges Ende Februar sollte es dennoch reichen.

Von den SMI Blue Chips gewinnt die Minderheit (8) hinzu. Am stärksten fallen die Avancen bei der UBS (+0,54 Prozent) aus.

Bei der Swisscom (-3,6 Prozent) ist das Minus nur optischer Natur, da die Telekomaktien an diesem Tag ex Dividende (26 Fr.) gehandelt werden. Beim Pharmakonzern Novartis (+0,23 Prozent) reagieren Investoren positiv auf einen weiteren Zukauf.

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08:25

Das verlängerte Iran-Ultimatum von US-Präsident Donald Trump hat am Ölmarkt für etwas Entspannung gesorgt. Öl der Nordseesorte ‌Brent ⁠und US-Öl WTI verbilligten sich am Freitag in der Spitze um jeweils ⁠gut 2,5 Prozent auf 105,09 beziehungsweise 92,08 Dollar je Fass. Trump hat die ‌angedrohten Angriffe auf Energieanlagen im Iran nach eigenen ‌Angaben für zehn weitere ​Tage ausgesetzt. Zudem sagte er, die laufenden Gespräche mit der Regierung in Teheran liefen sehr gut. Am Donnerstag hatten schwindende Hoffnungen auf ein rasches Ende des Nahost-Krieges die Preise noch um rund fünf Prozent ‌nach oben getrieben.

Analysten warnten jedoch vor zu viel Euphorie. «Es liegt im Interesse aller Beteiligten, dass dieser Konflikt schnell vorbei ist», sagte Diana ​Mousina, stellvertretende Chefökonomin bei AMP. Doch Verhandlungen könnten auch ​scheitern, und es könnte noch schlimmer ​kommen. Die Analysten der Macquarie Group warnten, dass die Öl-Preise möglicherweise bis auf ‌200 US-Dollar steigen würden, sollte sich der Krieg bis Ende Juni hinziehen.

Der Iran-Krieg begann Ende Februar mit einem Angriff der USA und Israels ​auf ​den Iran. Die Islamische ⁠Republik hat den Schiffsverkehr in der Strasse von ​Hormus - ein wichtiger Wasserweg ⁠insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - inzwischen weitgehend blockiert. Normalerweise wird ‌etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Rohöl und Flüssigerdgas durch die Meerenge transportiert. Durch den Krieg fehlen dem ‌Weltmarkt täglich elf Millionen Barrel Öl. Die Preise ​schnellten zeitweise bis auf knapp 120 Dollar je Fass nach oben.

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08:22

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

-  Givaudan: Barclays senkt auf Equal Weight von zuvor Overweight mit einem Kursziel von 3050 (3550) Franken

- Flughafen Zürich: JPMorgan mit Neutral, senkt das Kursziel auf 239 (260) Franken

- Georg Fischer: Berenberg mit Buy, senkt das Kursziel auf 62 (65) Franken

- Sika: Berenberg mit Buy, senkt das Kursziel auf auf 226 (240) Franken

- Lindt&Sprüngli: Barclays mit Underweight, erhöht das Kursziel auf 106000 (103000) Franken

- Nestlé: Barclays mit Equial Weight, erhöht das Kursziel auf 86 (80) Franken

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08:15

Der Swiss Market Index SMI taxiert im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär 0,22 Prozent höher bei 12'670 Punkten. Dabei notieren 14 von 20 SMI-Titel im Plus.

Nachdem die Finanzwerte in den Vortagen unter Druck geraten sind, legen die Aktien von UBS mit +1,22 Prozent sowie Zurich Insurance mit +0,82 Prozent knapp eine Stunde vor Börseneröffnung am deutlichsten zu. Hingegen bergab geht es für Swisscom mit -3,13 Prozent (ex-Dividende), gefolgt von Logitech (-0,8 Prozent), Givaudan und Alcon (je -0,68 Prozent).

Auch der breite Markt dürfte freundlicher starten. Dabei fallen die Aktien von PSP Swiss Property (+0,8 Prozent) auf. Rückwärts geht es für Swiss Prime Site mit -2,12 Prozent, Barry Callebaut (-1,70 Prozent) und Georg Fischer (-1,23 Prozent).

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07:55

Am Devisenmarkt steht zum Wochenschluss der Euro mit leichten Erholungstendenzen im Fokus. Das Euro/Franken-Paar nimmt mit Kursen von aktuell 0,9181 die Marke von 92 Rappen vorsichtig ins Visier. Das Euro/Franken-Paar befindet sich seit Mitte März in einer leichten Aufwärtsbewegung. So hoch wie aktuell notierte es zuletzt Ende Januar.

Auch zum US-Dollar gewinnt die Gemeinschaftswährung auf 1,1539 nach 1,1521 am Vorabend leicht hinzu. Derweil bewegt sich das Dollar/Franken-Paar mit 0,7957 kaum von der Stelle.

Der Nahost-Krieg hält unvermindert an und Hinweise auf ein bevorstehendes Ende der Militärschläge gibt es bislang kaum, fasst es die Helaba in einem Morgenkommentar zusammen. Immerhin scheine es derzeit keine grösseren Angriffe auf Ölförderanlagen oder sonstige Energieinfrastruktur in der Region zu geben. Zudem verlängerte US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum erneut - dieses Mal um zehn Tage. Damit soll es in dieser Zeit keine Angriffe auf iranische Energieanlagen geben. «Das kann sich aber ändern, sollte der Iran keine Verhandlungsbereitschaft erkennen lassen», so der Kommentar weiter.

«Die Rhetorik zwischen den USA und dem Iran ist jedenfalls martialisch und die Unsicherheit bleibt gross.» Am Vortag habe denn auch die Risikoaversion erneut zugenommen, wie die erneut gestiegenen Energiepreise zeigten.

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07:29

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag höher starten. ‌Für ⁠Erleichterung sorgt zum Wochenschluss, dass US-Präsident Donald Trump ⁠die angedrohten Angriffe auf Energieanlagen im Iran nach eigenen Angaben ‌für weitere zehn Tage ausgesetzt hat. ‌

Am Donnerstag hatten steigende ​Ölpreise infolge des Nahost-Kriegs die Aktienmärkte belastet. Dax und EuroStoxx50 rutschten um je 1,5 Prozent ab. Der deutsche Leitindex schloss bei 22'612 Zählern. 

Bei ​den ​Unternehmen legen am Freitag unter ⁠anderem der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich Geschäftszahlen vor, ebenso ​der Autovermieter Sixt ⁠und der IT-Dienstleister GFT Technologies.

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06:20

Der  Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, taxiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,4 Prozent tiefer bei 12'609 Punkten.

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05:30

Die anhaltende Eskalation im Nahost-Krieg hat die asiatischen Börsen am Freitag fest im Griff behalten. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 53'446,3 Punkte nach, während der breiter gefasste Topix 0,3 Prozent ‌höher bei 3652,8 ⁠Zählern notierte. Die chinesischen Börsen zeigten sich widerstandsfähiger: Die Börse Shanghai gewann 0,3 Prozent auf 3899,1 Stellen. Der Index der wichtigsten ⁠Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,4 Prozent auf 4495,5 Punkte.

Die Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe schwand, nachdem der Iran einen US-Vorschlag zur Beendigung ‌des Konflikts als einseitig zurückgewiesen hatte. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor sein Ultimatum für Angriffe ‌auf iranische Kraftwerke um zehn Tage verschoben. «Die Schlagzeilen aus dem Nahen ​Osten werden am Wochenende nicht abreissen, sodass wir von einer weiteren risikoscheuen Woche ausgehen können», sagte Analyst Sean Callow von ITC Markets. In Japan plant das Industrieministerium derweil, die Kohleverstromung auszuweiten, um drohende Engpässe bei Flüssiggas-Importen abzufedern.

Analysten der Bank Citi warnten, dass Asien wegen seiner Abhängigkeit von importierten Brennstoffen besonders starkem Gegenwind ausgesetzt sei. Südkorea verhängte bereits ein Exportverbot für Naphtha, weshalb der Chemiekonzern LG Chem ‌Anlagen vorübergehend schliessen musste. Dies machte die rohstoffabhängigen Märkte wie Japan und Südkorea zu den Verlierern der Woche.

Ein Lichtblick kam dagegen aus China, was die dortigen Börsen zu den Tagesgewinnern machte: Die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen stiegen in den ersten beiden Monaten des ​Jahres um 15,2 Prozent und stützten die Kurse.

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05:00

Am Devisenmarkt blieb der US-Dollar als sicherer Hafen ​gefragt, auch wenn er zum Yen leicht nachgab.

Im asiatischen Handel verlor der ​Dollar 0,1 Prozent auf 159,57 Yen. Zur chinesischen Währung legte er leicht auf 6,9128 Yuan zu, und zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,7951 Franken vor. ‌

Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1538 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 0,9175 Franken an. Marktbeobachter rechnen mit Interventionen, sollte der Yen die Marke von 160 pro Dollar erreichen.

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04:30

Die Ölpreise gaben nach der Verschiebung des US-Ultimatums an den Iran ​leicht nach, ​blieben aber angesichts der Inflationssorgen auf hohem Niveau.

Am Rohstoffmarkt ⁠verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,9 Prozent auf 107,04 Dollar ​je Barrel (159 Liter). Das ⁠US-Öl WTI notierte 1,0 Prozent schwächer bei 93,57 Dollar. Die Sorge vor einer Ausweitung des Krieges zu einem Bodenkonflikt und einer anhaltenden ‌Blockade der Strasse von Hormus stützte die Preise weiterhin.

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23:00

Die vortags erholten New Yorker Börsen haben am Donnerstag wieder deutliche Verluste erlitten. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit rund um den Iran-Krieg waren die Anleger vorsichtig. Dass US-Präsident Donald Trump nach Drohungen mit einer Eskalation des Konflikts zuletzt eine weitere Verlängerung seines Ultimatums an den Iran nicht ausschloss, half den Aktienkursen nicht.

Der Leitindex Dow Jones Industrial ging 1,01 Prozent tiefer mit 45'960,1 Punkten aus dem Handel. Der marktbreite S&P 500 büsste 1,74 Prozent auf 6477,2 Punkte ein. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es sogar um 2,38 Prozent auf 23'587,0 Punkte bergab, was einen weiteren Tiefstand seit September bedeutet. Er litt besonders unter der Schwäche von Halbleiteraktien.

Trump hatte dem Iran damit gedroht, Kraftwerke zu zerstören, sollte Teheran die Strasse von Hormus nicht vollständig und «ohne Drohungen» für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen «sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten» für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten. Nun wurde die Frist erneut verlängert.

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim übermittelte der Iran bereits seine Antwort auf einen 15-Punkte-Vorschlag der USA für ein Kriegsende - unter anderem mit der Forderung nach einem Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten.

An den Börsen herrsche rasch Ungeduld angesichts ausbleibender Erfolge in Richtung Frieden, konstatierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Matt Maley vom US-Vermögensverwalter Miller Tabak geht von bestenfalls bescheidenen Fortschritten bei den Gesprächen der Kriegsparteien aus.

Halbleitertitel knüpften mit deutlichen Verlusten an den Kursrückschlag vom Mittwoch an: Lam Research zählten mit minus 9,4 Prozent zu den schwächsten Werten im Nasdaq 100, gefolgt von Applied Materials und Seagate Technology, die sich um jeweils 8,3 Prozent verbilligten.

Die Google-Mutter Alphabet hatte Forschungsergebnisse veröffentlicht, die eine effizientere Nutzung des für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) benötigten Speicherplatzes ermöglichen könnten. Speicherchip-Unternehmen haben in den letzten Monaten einen Höhenflug erlebt, da die rasante Entwicklung der KI-Infrastruktur einen sprunghaften Anstieg der Chip-Preise auslöste und damit Gewinne und Aktienkurse in die Höhe trieb.

Bei Meta mussten die Anleger einen Kursrutsch von 8 Prozent verkraften. Der Technologie- und Social-Media-Riese will mehr als 10 Milliarden US-Dollar in den Bau eines Rechenzentrums in Texas investieren, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den ursprünglich geplanten 1,5 Milliarden Dollar bedeutet.

Für Kursgewinne sorgte indes Übernahmefantasie. So zogen die Aktien von Brown-Forman um 8,9 Prozent an. Der französische Spirituosenhersteller Pernod Ricard erwägt Kreisen zufolge einen Kauf des US-Branchenkollegen mit der bekannten Whisky-Marke Jack Daniel's.

Die Aktien von Olaplex sprangen um rund die Hälfte ihres vorherigen Werts auf 2,01 Dollar hoch. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel hat eine Vereinbarung zum Kauf des Shampoo-Herstellers für 1,4 Milliarden Dollar unterzeichnet. Dies entspricht den Angaben zufolge 2,06 Dollar je Olaplex-Aktie. Der Deal sei vom Olaplex-Management genehmigt worden, und auch die Beteiligungsgesellschaft Advent habe als grösster Anteilseigner zugestimmt.

(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)

Monique Misteli Ringier
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