08:20

Für den Dax zeichnen sich nach einem versöhnlichen Wochenausklang am Montag Verluste ab. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,9 Prozent auf 25'134 Punkte. Sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 wurde 0,5 Prozent tiefer erwartet, womit auch ihm ein Rücksetzer droht. Er hatte noch am Freitag seine Rekordjagd fortgesetzt.

Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle der US-Regierung droht damit zu verpuffen. Die EU-Regierungschefs hätten verhaltener auf den Gerichtsbeschluss reagiert als vor einem Monat auf Donald Trumps Drohungen wegen Grönland, betonte Experte Greg Fuzesi von der US-Bank JPMorgan. Zunächst ändere sich faktisch nichts an den Zöllen, die der amerikanische Präsident gegen die EU verhängt habe. Gegenmassnahmen der EU erwartet Fuzesi daher eher nicht.

Ifo-Präsident Clemens Fuest hält das Gerichtsurteil politisch zwar für eine gute Nachricht, warnte in einem Interview mit dem «Handelsblatt» aber vor wachsenden Risiken für die Wirtschaft.

Wenige Stunden, nachdem das oberste US-Gericht am Freitag einen Grossteil von Trumps Zöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes aus den 1970er Jahren als unzulässig erklärt hatte, kündigte Trump einen weltweiten Zollsatz auf Importe in die USA von 10 Prozent an. Diesen hob er am Folgetag auf 15 Prozent an. Damit schöpft er die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus den 1970er Jahren, auf das er sich beruft, voll aus. Nun versuchen die EU und andere Länder, die genauen Folgen für die globale Wirtschaft abzuschätzen. Im EU-Parlament ist an diesem Montag eine Sondersitzung des Rechtsdienstes und des Verhandlungsteams, das für ein Zollabkommen zwischen den USA und der EU zuständig war, geplant.

Unternehmensseitig sieht die Agenda am deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn übersichtlich aus. Der Scheinwerferhersteller Hella habe mit dem Umsatz im vergangenen Jahr sowohl die Planung als auch die Erwartungen übertroffen, während die Margen der eigenen Zielsetzung entsprächen, kommentierte ein Händler. Der Umsatzausblick auf 2026 sei aber eine klare Enttäuschung. Auch bei den Margen lägen die Markterwartungen schon am oberen Ende der Unternehmenszielspanne. Mit einem vorbörslichen Kursrückgang um 0,7 Prozent dürfte die Aktie aus der Handelsspanne der vergangenen Tage nach unten abrutschen.

Den zuletzt rekordhungrigen Titeln des Baukonzerns Hochtief droht mit einem Minus von 2,6 Prozent ein Rückschlag. Die spanische Bank Santander strich ihre positive Anlageempfehlung. Sie hob zwar das Kursziel etwas an, liegt damit aber immer noch klar unter dem aktuellen Bewertungsniveau.

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08:13

Den Märkten sitzt die Verunsicherung nach den jüngsten Wendungen in der US-Zollpolitik zu Beginn der neuen Handelswoche weiter in den Knochen - auch dem Devisenmarkt.

Dort sorgt die Entscheidung des US Supreme Courts, weite Teile der US-Zollpolitik unter Trump für unrecht zu erklären und die darauf folgende Reaktion des US-Machthabers für erhöhte Alarmbereitschaft. Trump verhängte am Wochenende in Reaktion auf den Entscheid weltweit pauschale Zölle von 15 Prozent auf Importe in die USA.

Allerdings soll es Ausnahmen geben und ob die rechtliche Grundlage diesmal trägt, sorgt zudem für Verunsicherung, heisst es in einem Kommentar der Helaba. Dies alles bringt vor allem den US-Dollar unter Druck. So notiert das Dollar/Franken-Paar aktuell bei 0,7717, nachdem es Freitagabend noch zu 0,7756 umging. Auch das Euro/Dollar-Paar hat merklich angezogen auf 1,1831. Am Freitagabend stand es noch bei 1,1779. Das Euro/Franken-Paar tritt unterdessen bei 0,9130 auf der Stelle.

Wie eine Händlern sagt, dürfte diese Woche voller weiterer Nachrichten über Trump und Zölle sein.

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08:10

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, steht vor einem tieferen Start in die neue Handelswoche. Der Schweizer Leitindex SMI tendiert bei der Bank Julius Bär im vorbörslichen Handel mit 0,21 Prozent im Minus bei 13'830 Punkten.

Dabei notieren 16 von insgesamt 20 SMI-Titel im Minus. Aufschläge verzeichnen Nestlé (+0,20 Prozent), Novartis (+0,15 Prozent), Partners Group (+0,10 Prozent) und die UBS (+0,06 Prozent). Die Abschläge bewegen sich in einer Bandbreite von -0,86 Prozent (Alcon) bis -0,18 Prozent (Swisscom).

Auch der breite Markt bewegt sich im negativen Bereich. Dabei fallen die Titel des Klimaspezialisten Belimo (-3,3 Prozent) nach Zahlen deutlich. Hingegen positiv tendieren die Aktien von SGS

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07:35

Nach dem erneuten Anziehen der Zollschraube durch US-Präsident Donald Trump wird der Dax Berechnungen von Banken ‌und ⁠Brokerhäusern zufolge am Montag mit Verlusten starten.

Am Freitag ⁠hatten Anleger zunächst erleichtert reagiert, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA Trumps bisheriges, ‌auf einem Notstandsgesetz basierendes Zollprogramm für verfassungswidrig ‌erklärt hatte. Der deutsche Leitindex verabschiedete ​sich mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 25'260 Punkte ins Wochenende. Nach dem Urteil verhängte Trump jedoch noch am Freitag vorübergehende Zölle in Höhe von zunächst zehn Prozent und ‌hob den Satz am Samstag auf 15 Prozent an.

Neben dem Zollchaos halten Börsianer weiter die Atomgespräche zwischen den USA und ​dem Iran in Atem. Einem Insider zufolge hat ​der Iran die Bereitschaft zu ​Zugeständnissen signalisiert. Dafür müssten aber Sanktionen aufgehoben und Irans Recht auf Urananreicherung anerkannt ‌werden, sagte ein Beamter des Iran der Nachrichtenagentur Reuters. Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi sagte, er rechne damit, sich am Donnerstag in ​Genf ​mit dem US-Sonderbeauftragten Steve ⁠Witkoff zu treffen und sehe «gute Chancen» für ​eine diplomatische Lösung. 

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07:30

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

- Valiant: UBS mit NEUTRAL (Buy) bis 168 (155) Fr.

- Amrize: Julius Bär mit HOLD (Buy) bis 53 (50) Fr.

- Allreal: Basler KB mit ÜBERGEWICHTEN bis 240 (192) Fr.

- BB Biotech: Kepler Cheuvreux mit BUY bis 73 (66) Fr.

- Cembra Money Bank: Basler KB mit ÜBERGEWICHTEN bis 110 Fr.

- Sika: Royal Bank of Canada mit SECTOR PERFORM bis 170 (169) Fr.

- Sonova: Basler KB mit MARKTGEWICHTEN bis 200 (220) Fr.

- Straumann: Julius Bär mit HOLD bis 100 (110) Fr.

- Swatch Group: Royal Bank of Canada mit UNDERPERFORM bis 160 (130) Fr.

- Temenos: Citigroup mit NEUTRAL bis 70 (80) Fr.

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06:20

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am Swiss Market Index (SMI), notiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,12 Prozent tiefer bei 13'879 Punkten.

Zum Wochenauftakt legt der Klimaspezialist Belimo seine Bücher für das abgelaufene Geschäftsjahr offen. Im Verlauf der Woche folgen weitere Ergebnisse von Mid- und Smallcaps, bevor am Freitag mit Holcim und Swiss Re die beiden SMI-Schwergewichte ihre Zahlen präsentieren.

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05:45

Die Verunsicherung über die US-Zollpolitik hat die asiatischen Aktienmärkte am Montag uneinheitlich tendieren lassen. Während die Börse in Japan wegen eines Feiertags geschlossen blieb, gaben die Nikkei-Futures ‌um ein ⁠Prozent nach. Demgegenüber legte der breiter gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans um 0,8 ⁠Prozent zu. Die Börse in Südkorea und der Leitindex in Taiwan setzten ihre Rekordjagd mit einem Plus von jeweils 1,2 ‌Prozent fort. Die Märkte in Shanghai und Shenzhen blieben ebenfalls geschlossen.

Auslöser ‌der Nervosität war die Ankündigung von US-Präsident Donald ​Trump, nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof einen neuen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent zu erheben. «Die Zolllandschaft ist jetzt unsicherer als zuvor, und Unsicherheit ist für keine Wirtschaft oder keinen Markt eine gute Nachricht», sagte Rodrigo Catril, Devisenstratege bei der NAB. China kündigte eine «vollständige Bewertung» der ‌Lage an und forderte Washington auf, die «einseitigen Zollmassnahmen» aufzuheben.

Zu den Gewinnern zählten Technologiewerte in Südkorea und Taiwan, die von der jüngsten Rally im KI-Sektor profitierten. Die Anleger blicken jedoch gespannt auf die Quartalszahlen ​des Chip-Giganten Nvidia im weiteren Wochenverlauf, die als wichtiger Test für den ​gesamten Sektor gelten.

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04:30

Am Devisenmarkt geriet der Dollar angesichts ​der politischen Unsicherheit in den USA unter Druck. Er verlor 0,5 Prozent auf 154,34 Yen und notierte zur Schweizer Währung ‌0,5 Prozent niedriger bei 0,7722 Franken.

Zum chinesischen Yuan gab er leicht auf 6,9080 nach. Im Gegenzug stieg der Euro um 0,3 Prozent auf 1,1818 Dollar.

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04:00

Die Ölpreise gaben nach, nachdem für Donnerstag ​eine ​neue Runde der Atomgespräche zwischen den USA und ⁠dem Iran angesetzt wurde. Dies linderte die Sorgen vor einer ​militärischen Eskalation in der Region. ⁠

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um ein Prozent auf 71,02 Dollar. Der ‌Preis für US-Leichtöl WTI fiel um 1,1 Prozent auf 65,75 Dollar.

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03:45

Die US-Börsen hatten am Freitag fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem ‌Plus von 0,5 Prozent auf 49'626 Punkten. Der breiter gefasste S&P ​500 gewann 0,7 Prozent auf 6909 Zähler, während der technologielastige Nasdaq um 0,9 Prozent auf 22'886 Stellen zulegte. 

(cash/AWP/Reuters)

Monique Misteli Ringier
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