Am Montag startet die Schweizer Börse in das neue Handelsjahr, nachdem sie über die Neujahrstage geschlossen war.
Der Schweizer Aktienmarkt kommt mit Schwung aus dem 2025: Zum Jahresende zogen der Swiss Market Index (SMI) und der Swiss Performance Index (SPI) nochmals markant an; trotz des im Frühjahr aufgeflammten Zollstreits verbesserte sich der SMI in den zurückliegenden zwölf Monaten um 14 Prozent, der SPI stieg insgesamt um 17 Prozent.
Andere Börsen waren derweil schon geöffnet. Der EuroStoxx-50-Index stieg zum Jahresauftakt ebenso wie die Börse in London. Der dortige Leitindex FTSE 100 knackt am ersten Handelstag des neuen Jahres erstmals in seiner Geschichte die 10'000-Punkte-Marke. Und der deutsche Leitindex Dax knüpfte zumindest teilweise an das über 20-prozentige Kursplus 2025 an. Zeitweise notierte er am Freitag nur knapp 100 Zähler unter seinem Rekordhoch vom Oktober mit 24'771 Zählern.
Im Handel an der Wall Street zeigten sich die Anleger hingegen richtungslos. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte am Freitag leicht im Plus bei 48'382 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 gewann leicht und lag bei 6858 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büsste 0,03 Prozent auf 23'235 Stellen ein. Im früheren Handelsverlauf waren die Börsenbarometer zeitweise um 0,4 bis 1,5 Prozent gestiegen.
Aus dieser Kursentwicklung sollte man jedoch «keine allzu weitreichenden Schlüsse ziehen, da der erste Handelstag in jüngerer Zeit ein äusserst schlechter Indikator für den weiteren Jahresverlauf gewesen ist», schrieben die Analysten der Deutschen Bank. Zum Jahresende hatten sich die US-Anleger vorsichtig gezeigt, obwohl die wichtigsten Börsenbarometer im Jahresverlauf insgesamt stark angestiegen waren. Börsianer nehmen laut Experten viele Sorgen mit ins neue Jahr - etwa jene rund um den Ukraine-Krieg, die US-Zinsen und eine mögliche Blase bei Technologieaktien.
Und dann dürfte im neuen Jahr der Wechsel an der Spitze der US-Notenbank Fed die Investoren beschäftigen. Der noch amtierende Jerome Powell tritt ab, zu den aussichtsreichen Kandidaten auf seine Nachfolge zählen Kevin Hassett und Kevin Warsh. Erwartbar ist, dass der eine wie der andere eine lockerere Geldpolitik verfolgen dürfte. Offen ist die Frage, wie sehr US-Präsident Donald Trump weitergehend auf die Geschicke der Fed einwirkt und so ihre Unabhängigkeit angreift.
Die Schweizerische Nationalbank wird den ersten Zinsentscheid des Jahres im März treffen.
Qualitätsaktien dürften gefragt bleiben - Fragezeichen hinter Technologiewerten
Positiv beurteilt Portfoliomanager Tilo Wannow von der Oddo BHF Bank vor allem die Aussichten für Qualitätsaktien. Darunter verstehen Experten ertragsstarke und relativ konjunkturunabhängige Werte wie Gesundheits- oder Konsumkonzerne. Nach einer unterdurchschnittlichen Kursentwicklung in den vergangenen Monaten seien Firmen aus diesen Sektoren recht günstig zu haben.
Einen Risikofaktor stellten Technologiewerte dar, warnt Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. Die Furcht vor einem Platzen der KI-Blase könnte einen erneuten Kursabschwung auslösen. Geschürt werden diese Spekulationen von enttäuschenden Zahlen des SAP-Rivalen Oracle und des Chipherstellers Broadcom. Sie deuteten darauf hin, dass sich die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren nicht so schnell auszahlen werden wie erhofft.
Wohin steuert die US-Wirtschaft
Schwächere US-Konjunkturdaten könnten der labilen Anlegerstimmung ebenfalls einen Dämpfer verpassen. Börsianer tappen bei der Beurteilung des Gesundheitszustands der weltgrössten Volkswirtschaft teilweise im Dunkeln, weil der wochenlange US-Verwaltungsstillstand die Erhebung der Zahlen beeinträchtigt hat.
Aus diesem Grund richten Börsianer ihr Augenmerk auf die Veröffentlichung der US-Beschäftigtendaten am Freitag (9. Januar). Zwei Tage zuvor geben die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP einen Vorgeschmack auf den offiziellen Bericht.
Diesseits des Atlantiks stehen in der ersten vollen Börsenwoche des neuen Jahres zudem der Schweizer Einkaufsmanager-Index für Dezember (am Montag), die deutschen Inflationsdaten für Dezember (am Dienstag) und Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen im November (am Mittwoch) auf dem Programm. Am Donnerstag kommen dann die Barometer für die Stimmung der europäischen Unternehmen und Konsumenten.
In den Wochen rund um Weihnachten und Neujahr veröffentlichen Unternehmen traditionell keine Zahlen. Als eines der ersten Unternehmen lässt sich nun aber der Industriegase-Hersteller Linde in seine Bücher schauen. Die britischen Einzelhändler Marks & Spencer und Sainsbury informieren in der zweiten Januarwoche ebenfalls über ihren jeweiligen Geschäftsverlauf.
(cash/Reuters)
