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Diesjähriger SMI-Spitzenreiter durchlebt trotz mehrerer neuer Kaufempfehlungen eine Baisse

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Börsenwoche im Schnelldurchlauf

Diesjähriger SMI-Spitzenreiter durchlebt trotz mehrerer neuer Kaufempfehlungen eine Baisse

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Diese Woche: Hüst-und-Hott eines Analysten bei SMI-Gewinner ABB, unterkühlte Börsenreaktion bei der Partners Group, UBS hat bei Richemont das Nachsehen - Und: Machen Crayon-Aktionäre bei SoftwareOne nun Kasse?

aktualisiert um 12:07
Von cash Insider
ABB-Gebäude in Zürich-Oerlikon.

ABB-Gebäude in Zürich-Oerlikon.

Quelle: cash/fsc

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Auch bei uns am Schweizer Aktienmarkt stand das Geschehen in den letzten Tagen ganz im Zeichen der Quartalsberichterstattung. Mit der Cartier-Mutter Richemont, dem schweizerisch-schwedischen Industrie-Urgestein ABB und dem Risikokapitalspezialisten Partners Group gehörte die Bühne diese Woche gleich drei Grossunternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI). Doch auch aus der zweiten und dritten Reihe meldeten sich erste Firmen zu Wort. Ich denke da etwa an Georg Fischer, DKSH oder Rieter. Es ist bloss ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns nächste Woche und in der Zeit danach erwartet.

Viel Aufmerksamkeit wurde insbesondere ABB sowie der Partners Group zuteil. Der Partners Group deshalb, weil ihr noch immer die undankbare Rolle des diesjährigen SMI-Schlusslichts anhaftet und Überflieger ABB aufgrund des milliardenschweren Übernahmeangebots für Rotork.

Den Anteilseignerinnen und Anteilseignern des britischen Rivalen werden 5,03 Pfund je Aktie in bar geboten, was einem Aufschlag von mehr als 70 Prozent gegenüber dem Schlussstand vom Mittwochabend entspricht. Mit umgerechnet 5,5 Milliarden Dollar geht die Transaktion als die Grösste je getätigte Übernahme in die Firmengeschichte ein.

Dass ABB-Chef Morten Wierod mehr als das Fünffache des letztjährigen Umsatzes für Rotork zu bezahlen bereit ist, setzte den Aktien seines Arbeitgebers gestern Donnerstag trotz eines beeindruckenden Zahlenkranzes für das zweite Quartal sichtlich zu. Bei Börsenschluss resultierte ein sattes Minus von fünf Prozent.

Im Wissen, dass Wierod noch im Oktober ein Interesse an der französischen Legrand nachgesagt wurde, ist die Übernahme von Rotork vermutlich das kleinere Übel. Mit einem damaligen Börsenwert von rund 44 Milliarden Dollar wäre Legrand ein deutlich grösserer und damit wohl eher schwerverdaulicher Happen gewesen...

Die ABB-Aktien stehen seit Donnerstag unter Verkaufsdruck (Quelle: www.cash.ch)

Obschon heute Freitag gleich drei neue Kaufempfehlungen eintreffen, lassen die Aktien von ABB den Kopf hängen. Im frühen Handel wurden zeitweise sogar Kurse von 76,50 Franken bezahlt. Seither konnten die Valoren etwas Boden gutmachen.

Die bei uns wenig bekannte Investmentbank SB1M stuft die Valoren des schweizerisch-schwedischen Industrie-Urgesteins mit einem Kursziel von 92,21 (zuvor 88,06) Franken von «Neutral» auf «Buy» herauf. Für die in Stockholm gehandelten Stücke geht es bei DNB Carnegie von «Hold» auf «Buy» mit einem Kursziel von 1110 (zuvor 1080) Kronen und auch Pareto Securities schöpft neuen Mut und geht von «Hold» auf «Buy» mit einem Kursziel von 1150 (zuvor 1000) Kronen.

Keine zwei Wochen ist es her, dass der für Pareto Securities tätige Analyst Anders Roslund den diesjährigen SMI-Leader von «Buy» auf «Hold» abgestraft hatte. Nun macht er diesen Schritt also wieder rückgängig. Was für ein Hüst-und-Hott aber auch...

Unter Verkaufsdruck gerieten gestern Donnerstag auch die Aktien der Partners Group – wobei vorbörslich noch höhere Kurse gestellt worden waren. Einmal mehr zeigt sich, dass vorbörsliche Indikationen stets mit höchster Vorsicht zu geniessen sind.

Frühmorgens ging man bei der UBS mit Blick auf die üppigen Wetten der Leerverkäufer gegen die Partners Group und nach dem Ausbleiben negativer Überraschungen noch von einem kleinen «Short-Squeeze» und steigenden Kursen aus. Es sollte allerdings anders kommen.

Weshalb die Valoren des Risikokapitalspezialisten um sechs Prozent tiefer aus dem Handel gingen, weiss eigentlich niemand so recht. So sorgen nämlich weder die Vorabinformationen aus der Medienmitteilung, noch die Aussagen der Firmenlenker an der anschliessenden Telefonkonferenz für zusätzliches Wasser auf die Mühlen der Leerverkäufer.

Ich pflichte dem für die Zürcher Kantonalbank tätigen Daniel Regli bei, wenn er die zahlenbedingte Kursschwäche für übertrieben hält und die Aktien wie bis anhin mit «Übergewichten» und einem rechnerischen fairen Wert von 1050 Franken anpreist. Man könnte da durchaus schon fast von einer "Substanz-Aktie" sprechen. Dennoch zögere ich noch, den Valoren der Partners Group bei meinen Schweizer Aktienfavoriten für 2026 im Rahmen eines sogenannten Rebalancing wieder ihr ursprüngliches Gewicht einzuräumen. Auf das sich der viele Staub irgendwann wieder legt.

Dass mir von grösseren Verkäufen aus dem angelsächsischen Raum berichtet wird, lässt sich zumindest geografisch einordnen. Wer weiss – vielleicht erfahren wir Anfang nächste Woche Näheres. Dass das diesjährige SMI-Schlusslicht kurz vor dem Wochenende zu einer Erholung ansetzt, ist übrigens ausgerechnet dem schwedischen Rivalen EQT zu verdanken. Nach erfreulich starken Zahlen gewinnen dessen Aktien in Stockholm zur Stunde knapp 12 Prozent (!!!).

Kommen wir an dieser Stelle auf SoftwareOne zu sprechen. Nachdem das Stanser Unternehmen am frühen Dienstagmorgen bekannt gab, dass Raphael Erb den Chefsessel nicht länger mit Melissa Mulholland teilen muss, gerieten die Aktien unter Verkaufsdruck. Um die Mittagszeit herum hatten die Valoren Kursverluste von bis zu sechs Prozent zu beklagen, bevor sie im weiteren Tagesverlauf wieder etwas Boden gutmachen konnten.

Der Rücksetzer ist weniger ein Misstrauensvotum an die Adresse des künftigen Firmenchefs, als vielmehr dem Rücktritt Mulhollands geschuldet. Dass sich die frühere Chefin des norwegischen Fusionspartners Crayon beruflich neu orientiert, wird an der Börse nämlich als möglicher Vorbote für Beteiligungsreduktionen seitens bedeutender Crayon-Aktionäre betrachtet – zumal die vereinbarte Sperrfrist auf dem Aktienpaket der beiden Crayon-Gründer Jens Rugseth und Rune Syversen erst kürzlich ausgelaufen ist. Gemeinsam sind sie über ihr Investment-Vehikel Karbon Invest an SoftwareOne beteiligt.

Es bleibt bei einem blossen Kratzer im Aktienkursverlauf von SoftwareOne (Quelle: www.cash.ch)

In hiesigen Bankenkreisen ist man sich überraschend einig, was die Aktien des Stanser Unternehmens anbetrifft. Nicht nur für die Berenberg Bank, auch für die Zürcher Kantonalbank und die UBS sind die Valoren ein Kauf. Ich selber bin da mit Blick auf das herausfordernde Geschäftsumfeld um einiges zurückhaltender.

Als ein Liebling der Analysten gelten auch die Aktien von Richemont. Und das nicht ohne Grund, wie die am Mittwochmorgen veröffentlichten Quartalsumsatzzahlen zeigen. Mit 6,33 Milliarden Euro setzte das Vorzeigeunternehmen knapp 17 Prozent mehr um als im selben Vorjahreszeitraum und übertraf dabei die von Analysten durchschnittlich erwarteten 5,91 Milliarden Euro deutlich. Um negative Währungseinflüsse bereinigt steigerte es den Umsatz sogar um 20 Prozent. Insbesondere der Luxusschmuck aus dem Hause Cartier – seit Jahren ein Garant für zweistellige Wachstumsraten und üppige Gewinnmargen - geht weg wie warme Semmeln.

Dementsprechend euphorisch lesen sich die Analystenkommentare. Der für Vontobel tätige Jean-Philippe Bertschy etwa wähnt Richemont «in einer eigenen Liga» und bezeichnet das erzielte Umsatzwachstum als «stratosphärisch». Und sein Berufskollege Jon Cox vergleicht das Geschäftsumfeld für den Luxusgüterhersteller sogar mit der Ära des «grossen Gatsby». Lange Rede, kurzer Sinn: Den Superlativen sind mit Blick auf das geradezu beeindruckend hohe Wachstum kaum Grenzen gesetzt.

Bleibt mir nur zu hoffen, dass Richemont nicht dem eigenen Erfolg zum Opfer fällt und den immer höheren Erwartungen irgendwann schlichtweg nicht mehr gerecht werden kann.

In den Büroräumlichkeiten des Global Wealth Management der UBS dürfte sich die Freude über das starke Abschneiden Richemonts im vergangenen Quartal übrigens in Grenzen halten. Voreilig hatte man dort im Chief Investment Office die Valoren der Cartier-Mutter eine Woche vor der Umsatzveröffentlichung von der Favoritenliste gestrichen und durch jene von Lindt&Sprüngli ersetzt.

Und wenn wir schon beim Thema UBS sind: Bei den Aktien von Oerlikon stellte die grösste Schweizer Bank diese Woche einmal mehr ihre Marktmacht eindrucksvoll unter Beweis. Eine Heraufstufung von «Neutral» auf «Buy» bei einem Zwölf-Monats-Kursziel von 5,70 (zuvor 3,80) Franken durch die neuerdings zuständige Analystin Leonie Zirn reichte aus, um die Kurse in der Spitze um knapp zehn Prozent steigen zu lassen.

Wirklich neue Erkenntnisse suche ich in der 44 Seiten starken Unternehmensstudie nach dem internen Analystenwechsel bei der Grossbank vergeblich. Wenigstens liegen der wiedergewonnenen Zuversicht und dem überarbeiteten Zwölf-Monats-Kursziel um bis zu 37 Prozent höhere Gewinnerwartungen zugrunde.

Es ist nicht das erste Aufbäumen der Oerlikon-Aktien. Umso mehr bin ich neugierig, ob die Kursgewinne der letzten Tage wenigstens diesmal halten. Diesbezüglich erhoffe ich mir vom 6. August wichtige Erkenntnisse. An diesem Tag wartet der Oberflächenbehandlungsspezialist nämlich mit dem Zahlenkranz für die erste Jahreshälfte auf. Weiss man – wie schon im ersten Quartal – zu überzeugen?

In New York ist der Kurs der SpaceX-Aktien in der Nacht von Donnerstag auf den heutigen Freitag erstmals unter den Ausgabepreis von 135 Dollar gefallen. Im nachbörslichen Handel wurden zeitweise sogar Kurse um die 125 Dollar bezahlt. Und dies, obschon Kursziele von bis zu 800 Dollar (!!!) im Raum stehen, wie ich kürzlich berichtete.

Auf satten Kursverlusten sitzt nicht nur, wer sich am Tag des Börsendebüts Aktien zu Kursen von 150 Dollar und mehr anlachte. Auch die Anleihegläubiger haben solche zu beklagen. Ende Juni begab das Raumfahrtunternehmen mehrere Anleihen im Gesamtbetrag von 25 Milliarden Dollar mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Während SpaceX mit einer Bonitätsnote von «BBB» zumindest auf dem Papier als ein guter Schuldner für ein Unternehmen gilt, bewegen sich die Renditeaufschläge immer mehr in Richtung «Ramsch»-Anleihen. Wies jene mit einer Laufzeit von 30 Jahren bei Emission einen Aufschlag von 175 Basispunkten gegenüber amerikanischen Staatsanleihen mit derselben Laufzeit auf, sind es mittlerweile bereits mehr als 230 Basispunkte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wer vor wenigen Wochen im Zuge der Emission 1000 Dollar in diese Anleihe investierte, hat jetzt noch eine Position mit einem Kurswert etwas mehr als 900 Dollar im Wertschriftenportefeuille. Für mich ist diese Entwicklung mitunter ein Grund für die jüngsten Kursverluste bei den SpaceX-Aktien.

Nächste Woche nimmt die Unternehmensberichterstattung hierzulande erst richtig Fahrt auf. Ich zähle nicht weniger als 39 Abschlüsse, wobei mein persönliches Interesse insbesondere den Zahlenkränzen von Julius Bär, Lonza, Dätwyler, Nestlé und SGS gilt. Mehr dazu am kommenden Freitag, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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