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Die mediale Bühne gehörte auch in den letzten Tagen ganz der Partners Group – auch wenn der Risikokapitalspezialist aus Baar herzlich gerne auf die Schlagzeilen verzichtet hätte. Von Mittwoch auf Donnerstag verlor nämlich auch der für die UBS tätige Analyst Mate Nemes die Geduld mit dem diesjährigen SMI-Schlusslicht. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion stufte er die Aktien von «Buy» auf «Neutral» herunter. Gleichzeitig strich der Analyst sein Zwölf-Monats-Kursziel auf 705 (zuvor 1175) Franken zusammen. Letzterem liegen um bis zu 23 Prozent tiefere Gewinnerwartungen zugrunde.
Es ist weniger der Schritt an und für sich, als vielmehr der Zeitpunkt, welcher bei hiesigen Börsenbeobachtern mit Blick auf die diesjährige Kursbilanz für erstaunte Gesichter sorgt. Nachdem die Aktien der Partners Group alleine seit Januar mehr als 30 Prozent verloren haben, notieren sie in unmittelbarer Nähe zu den mehrjährigen Tiefstkursen. Nur auf dem Höhepunkt der Pandemieängste im Frühling 2020 waren die Valoren noch günstiger zu haben.
Doch selbst das hält den UBS-Analysten nicht davon ab, die im Januar 2025 bei Kursen von 1265 Franken vollzogene Heraufstufung von «Neutral» auf «Buy» rückgängig zu machen. Damals lautete das Zwölf-Monats-Kursziel übrigens sogar 1378 Franken.
Gerade die Aussage, dass die langfristigen Wachstumsaussichten des Risikokapitalspezialisten unverändert intakt seien, dürfte für die langjährigen Aktionärinnen und Aktionäre wie Hohn klingen - erst recht für diejenigen unter ihnen, welche im Januar 2025 der Kaufempfehlung Folge leisteten.
Verteidigende Worte findet übrigens der Londoner Analyst Pierre-Yves Gauthier von AlphaValue. Auch wenn er nur im Titel seines Kommentars wortwörtlich darauf hinweist, so lässt er keine Zweifel daran, dass er in den Aktien der Partners Group viel Substanz sieht. Es handle sich um ein starkes Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitern und einem treuen Kundenstamm.
Der mir vorliegende Kommentar liest sich wie eine Kaufempfehlung an die Adresse von Substanzinvestoren. Kernstück ist und bleibt das Kursziel des AlphaValue-Analysten, welches mit 1019 Franken weit über den zuletzt bezahlten Kursen liegt.
Schon seit Januar kranken die Aktien der Partners Group an einem schmerzhaften Kursschwund. (Quelle: www.cash.ch)
Am kommenden Dienstagabend informiert der Risikokapitalspezialist aus Baar die Öffentlichkeit über die Höhe der verwalteten Vermögen per Ende Juni. Davon ausgehend, erhoffe ich mir wertvolle Anhaltspunkte in Bezug auf das Tagesgeschäft sowie darüber, ob das Argument mit der hohen Substanz auch wirklich verfängt. Dasselbe Argument brachte man einst übrigens auch schon beim Fondsanbieter GAM ins Spiel...
Seit Mittwochabend ist die Katze aus dem Sack: Galderma und Sandoz steigen im September für Kühne+Nagel und Swisscom in den renommierten Swiss Market Index (SMI) auf. Es ist eine Rochade mit Ansage, hatte der Londoner Analyst Pankaj Gupta von J.P. Morgan doch schon vor Wochen genau diese vier Namen ins Spiel gebracht.
Regelmässige Leserinnen und Leser meiner Kolumne waren allerdings vorgewarnt. Mit Blick auf den Entscheid der Indexkommission schrieb ich wie folgt:
...und weiter...
J.P. Morgan liefert nun Zahlenmaterial hierzu. Berechnungen der amerikanischen Investmentbank zufolge müssen sich indexorientierte Anleger aufgrund der SMI-Aufnahme zwar für umgerechnet 662 Millionen Franken Aktien von Galderma sowie für 605 Millionen Franken solche von Sandoz anlachen. Unter Berücksichtigung der Folgen des Ausscheidens aus dem SMIM sowie aus dem SPI Extra ist jedoch mit Nettoverkäufen im Umfang von Titeln im Umfang von 250 Millionen Franken beziehungsweise 231 Millionen Franken zu rechnen. In den Handelsräumen kommt man übrigens auf Nettoverkäufe von 235 Millionen Franken respektive 218 Millionen Franken.
Bei den Aktien von Kühne+Nagel und der Swisscom sollte es durch die Indexumstellungen hingegen zu Nettokäufen im Umfang von 115 Millionen Franken beziehungsweise 156 Millionen Franken kommen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Dass Aktien von einer Aufnahme in den SMI profitieren, ist und bleibt eine Mär...
Vor wenigen Tagen berichtete ich von einer Unternehmensstudie der Berenberg Bank zum einstigen Börsenüberflieger Kuros Biosciences. Darin nahm ihr Autor Christian Ehmann die Erstabdeckung der Aktien mit «Buy» und einem Kursziel von 32 Franken auf.
In hiesigen Börsenkreisen sorgte die Studie nicht zuletzt aufgrund der längerfristigen Kursprognosen für Gesprächsstoff. Der Berenberg-Analyst traut den Valoren des Medizinaltechnikunternehmens bis in drei Jahren nämlich sogar Kurse von bis zu 55 Franken (!!!) zu. Noch am Abend vor der Veröffentlichung der besagten Studie wurden Kurse um die 19,50 Franken bezahlt.
Eine geradezu spektakuläre Kehrtwende vollzieht die Bank of America bei Comet. Nachdem der Analyst den Höhenflug seit Jahresbeginn verschlafen hat, stuft er die Aktien des Halbleiterausrüsters von «Underperform» auf «Buy» herauf. Und um seiner Kaufempfehlung den nötigen Nachdruck zu verleihen, erhöht er das Kursziel auf 518 (zuvor 286) Franken.
Der Kurs der Comet-Aktien konnte in den letzten 12 Monaten deutlich zulegen (Quelle: www.cash.ch)
Es ist übrigens nicht die erste Kehrtwende, welche die amerikanische Investmentbank da bei Comet vollzieht. Neugierig, wie ich bin, habe ich in meinen Unterlagen nachgeschaut: Ende März 2023 nahm man die Abdeckung bei Kursen um die 250 Franken mit «Underperform» und einem Kursziel von gerade einmal 199 Franken auf. Mitte November desselben Jahres stufte die Vorgängerin des jetzigen Analysten die Valoren mit einem Kursziel von 268 Franken (zuvor 165 Franken) von «Underperform» auf «Buy» herauf.
Nach mehreren Kurszielerhöhungen bis auf 448 Franken, war die Analystin in den darauffolgenden Monaten gezwungen, wieder den dicken Rotstift anzusetzen. Im Frühsommer 2025 verlor sie dann bei Kursen um die 200 Franken die Nerven und ging auf «Underperform» zurück. Seit gestern Donnerstag lautet das Anlageurteil nun also wieder «Buy».
Zugegeben: Es gibt vermutlich keinen Wirtschaftszweig, der stärkeren Zyklen unterliegt als die Halbleiterindustrie. Das gilt erst recht für Zulieferer. Dennoch macht dieses wilde Hin-und-Her der amerikanischen Investmentbank bei den Aktien von Comet kaum einen Sinn.
Wenigstens liegen der neuerlichen Kaufempfehlung auch höhere Gewinnerwartungen des Analysten zugrunde. Dass es auch anders geht, zeigt sein Berufskollege Michael Huttner von der Berenberg Bank bei Swiss Life. Er veranschlagt neuerdings ein Kursziel von 1073 (zuvor 1014) Franken für die dividendenstarken Aktien. Das überrascht nicht, hat der Analyst doch eine Kaufempfehlung ausstehend.
Huttner begründet das höhere Kursziel mit der Möglichkeit eines neuen Aktienrückkaufprogramms. Das letzte mit 750 Millionen Franken dotierte Programm wurde bekanntlich im Mai dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen. Nun könnte der Lebensversicherer aus Zürich anlässlich der Halbjahresergebnisveröffentlichung von Anfang September mit neuen Rückkäufen im Umfang von weiteren 250 Millionen Franken nachlegen, wenn man dem Analysten Glauben schenken will. Das Kursziel erhöht er vorsorglich schon mal – an den Gewinnschätzungen hält er indes fest.
Es ist ein Trend, den ich schon seit Wochen feststelle: Des Öfteren fussen teils deutliche Kurszielerhöhungen auf gehaltenen oder nur leicht höheren Gewinnerwartungen. Man muss sich nicht wie ich während mehr als drei Jahrzehnten mit dem Börsengeschehen auseinandergesetzt haben, um erahnen zu können, dass momentan viel «heisse Luft» in die Bewertungsmodelle hinein verpackt wird.
Kommen wir an dieser Stelle noch kurz auf Novartis zu sprechen. Am Montag übte ich Kritik an den milliardenschweren Übernahmen und Produkteinlizenzierungen und wähnte Firmenchef «Vas» Narasimhan im Kaufrausch.
Die Kollegen von der Basler Zeitung spekulieren nun darauf, dass die Tage Narasimhans in Basel schon bald gezählt sein könnten. Wie die Redaktoren schreiben, hat seine Gattin Srishti Gupta nach ihrem überraschenden Abgang beim Branchennachbarn Idorsia nämlich bei der amerikanischen Novabridge Biosciences als Firmenchefin angeheuert. Auch dass der Novartis-Chef seit April im Aufsichtsrat des KI-Riesen Anthropic sitzt, werten sie als Anhaltspunkt dafür, dass Narasimhan nach Übersee auswandern und sich beruflich neu orientieren könnte.
Ob und welche der milliardenschweren Firmenkäufe und Produkteinlizenzierungen aus Aktionärssicht unter einem guten Stern stehen, würde sich dann wohl erst unter einem möglichen Nachfolger zeigen.
Mit Blick auf die kommende Woche gilt mein persönliches Interesse den Zahlen von ABB sowie jenen der Partners Group. Mehr dazu am nächsten Freitag, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.
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