Händler sprechen von einem vorweihnächtlichen Geschenk. Dies könnte zugleich der Beginn eines Weihnachtsrallys sein, das sich auch noch ins nächste Jahr hinein fortsetze, heisst es weiter.

Fed-Chef Jerome Powell hatte am Vortag auf einer Veranstaltung gesagt, dass bereits im Dezember die Zeit für moderatere Zinserhöhungen gekommen sein könnte. Er betonte dabei allerdings auch, dass der "Endzinssatz" wahrscheinlich etwas höher sein werde, als derzeit im Markt (mit durchschnittlich 4,6 Prozent) erwartet. Marktteilnehmernehmer interpretieren die Aussagen von Powell als klar "dovisher" als zuletzt. "Das könnte durchaus das Zeichen sein, dass wir sowohl bei den Zinsen als auch bei der Inflation den Gipfel bald erreicht haben werden", sagt ein Händler.

Der SMI notiert um 11.00 Uhr um 0,94 Prozent höher auf 11'231,99 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, steigt um 1,06 Prozent auf 1718,45 und der breite SPI um 1,01 Prozent auf 14'343,57 Zähler. Im SLI ziehen 26 Titel an und nur vier sind schwächer.

Im Fokus bleiben die Aktien der Credit Suisse, die mit 2,673 Franken (-5,3 Prozent) ein neues Rekordtief erreicht haben. Damit nähert sich der Aktienkurs immer mehr dem Ausübungspreis der Kapitalerhöhung von 2,52 Franken an. Auch das Anrecht zur Kapitalerhöhung steht weiter unter Druck und verliert erneut 40 Prozent auf noch 0,053 Franken.

Ansonsten notieren die Banken UBS (+1,0 Prozent) und Julius Bär (+2,8 Prozent) klar im Plus.

Den grössten Gewinn verbuchen die Aktien der Technologiewerte AMS Osram, Logitech, Temenos und VAT mit einem Kursplus zwischen 3,9 und 2,7 Prozent. Sie folgen damit den starken Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq. Technologie- und Wachstumswerte profitierten am meisten von einer weniger restriktiven Geldpolitik, heisst es.

So reihen sich auch die Aktien von Partners Group, Lonza, Geberit, Sika und Sonova, Straumann und Givaudan, die ebenfalls gerne den Wachstumswerten zugeschlagen werden, mit Gewinnen zwischen +3,4 und +1,2 Prozent bei den Gewinnern ein. Zykliker wie ABB oder Adecco (je +0,8 Prozent) sind im Mittelfeld vertreten.

Die defensiven Schwergewichte Nestlé (+1,3 Prozent), Novartis (+0,8 Prozent) und Roche (+0,8 Prozent) legen ebenfalls klar zu.

Am unteren Ende der Kurstafel befinden sich neben CS auch Richemont (-0,9 Prozent) und Swatch (unv.). Die beiden Luxusgüterhersteller waren in den Vortagen kräftig gestiegen. Schwächer sind zudem noch Schindler (-0,6 Prozent)

Am breiten Markt sind die Technologie- und Wachstumswerte Comet, Inficon und U-blox sowie Siegfried und Polypeptide stark gefragt, wie Gewinne zwischen zwei und 8,5 Prozent zeigen.

Zur Rose legen zehn Prozent zu. Sie erhalten von den Aussagen des deutschen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach Auftrieb. Dieser hatte während der Digital Health Conference von Bitkom am Vortag gesagt, das E-Rezept solle Mitte nächsten Jahres kommen.

Phoenix Mecano gewinnen 1,5 Prozent. der Komponentenhersteller hat anlässlich eines erstmals durchgeführten Investorentages offizielle Ziele formuliert. Der Konzern will bis 2026 über den Konjunkturzyklus hinweg ein jährliches Umsatzwachstum zwischen 6 und 10 Prozent erreichen, wie er am Donnerstag mitteilte. Das organische Wachstum soll dabei im Bereich von 4 bis 6 Prozent liegen, der Rest des Wachstums soll über Akquisitionen hinzu kommen.

(AWP)