+++Börsen-Ticker+++ - Rezessionsängste zwingen Dow in die Knie

Kalte Dusche für die Anleger zum Wochenschluss: Konjunktursorgen haben den US-Aktienmärkten am Freitag massive Verluste eingebrockt.
22.03.2019 21:51
Trader an der Börse in New York.
Trader an der Börse in New York.
Bild: Bloomberg

21:50

Erstmals seit der schweren Finanzkrise 2007 fiel am Freitag der Zins für zehnjährige US-Staatsanleihen unter jenen für dreimonatige Geldmarktpapiere. Das wird von einigen Fachleuten als Rezessionssignal gesehen.

Der Dow Jones Industrial fiel letztlich um 1,77 Prozent auf 25 502,32 Punkte und schloss damit fast auf seinem Tagestief. Auf Wochensicht verbuchte der US-Leitindex ein Minus von rund 1,3 Prozent. Der marktbreite S&P 500 verlor am Freitag 1,90 Prozent auf 2800,71 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 2,23 Prozent auf 7326,06 Zähler ein.

Zudem verschreckten enttäuschende Quartalszahlen von Nike die Anleger. Der Sportartikelriese hatte zwar angetrieben von starken Online-Verkäufen insgesamt ein weiteres Quartal mit glänzenden Ergebnissen abgeliefert. Im Heimatmarkt Nordamerika aber stiegen die Erlöse nicht so deutlich wie von Analysten erhofft. Die Nike-Aktien sackten am Dow-Ende um 6,6 Prozent ab.

Die Krise des Luftfahrtriesen Boeing verschärft sich weiter: Nach zwei Flugzeugabstürzen mit insgesamt 346 Toten bestätigte nun die erste Airline die Absicht, einen milliardenschweren Grossauftrag zu stornieren. Indonesiens staatliche Fluggesellschaft Garuda will eine Bestellung über 49 Maschinen des Typs Boeing 737 Max rückgängig machen. Der Wert der Bestellung liegt nach Listenpreis bei mehr als vier Milliarden Euro. Boeing-Aktien verbilligten sich um 2,8 Prozent.

Mit einem Minus von 1,3 standen die Papiere von Levi Strauss (Levi's) an ihrem zweiten Handelstag vergleichsweise gut da. Am Vortag hatte der traditionsreiche Jeans-Hersteller eine fulminante Rückkehr aufs Börsenparkett gefeiert: Die Aktien waren mit einem satten Anstieg von mehr als 30 Prozent zum Ausgabepreis aus dem Handel gegangen.

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17:30

Rezessionsängste haben an der Schweizer Börse für einen schwachen Wochenausklang gesorgt.  Der SMI sank am Freitag um 1,4 Prozent auf 9319 Zähler. Im Verlauf der ganzen Woche resultierte damit ein Minus von rund 1,7 Prozent. Händler begründeten die Abgaben mit den überraschend schlechten Industriedaten aus Deutschland und dem ebenfalls enttäuschenden Stimmungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe in den USA. Der Schweizer Volatilitätsindex kletterte um zehn Prozent. Ein Anstieg dieses "Angstbarometers" signalisiert, dass sich die Anleger für eine Abwärtsbewegung wappnen.

Sämtliche 20 Standardwerte notierten tiefer. Die deutlichsten Kursverluste verbuchten Aktien von Firmen mit einem konjunkturempfindlichen Geschäftsmodell. Der Personalvermittler Adecco sank 3,9 Prozent, der Technologiekonzern ABB 3,4 Prozent und der Zementriese LafargeHolcim 3,2 Prozent. Schaffner verloren über 6 Prozent an Wert, nachdem der Autozulieferer angesichts der schwächeren Entwicklung des globalen Automarkts und eines langsameren Wachstums in China für das laufende Geschäftsjahr einen Nettoumsatz unter dem Vorjahr vorausgesagt hatte. Dagegen kletterten Interroll um 5,7 Prozent. Die Logistiksysteme-Firma hat ihren Gewinn 2018 um rund ein Drittel gesteigert. Auch das Jahr 2019 sei in allen Regionen positiv gestartet.

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14:35

Aus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft ziehen sich Anleger aus dem US-Aktienmarkt zurück.  Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fielen zur Eröffnung am Freitag um jeweils ein halbes Prozent.

Nach dem trüben Ausblick der US-Notenbank Fed am Mittwoch seien die jüngsten enttäuschenden europäischen Konjunkturdaten Wasser auf die Mühlen der Pessimisten, sagte Kim Forrest, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Bokeh. Hier schlage wegen der engen Wirtschaftsbeziehungen die schwächelnde Konjunktur in China durch - vor allem in Deutschland.

Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt gehörte Nike mit einem Kursminus von 3,4 Prozent. Der weltgrößte Sportartikel-Hersteller kann von den Nachschub-Problemen beim deutschen Rivalen Adidas nicht profitieren und blieb beim Umsatzwachstum hinter den Erwartungen zurück. Im laufenden Quartal rechnet Nike nur mit einem geringen Plus.

Unter Druck stand zudem Boeing, deren Titel sich um 1,3 Prozent verbilligten. Nach dem Absturz zweier Maschinen des Typs 737 MAX binnen weniger Monate stornierte die indonesische Fluggesellschaft Garuda eine Bestellung über 49 dieser Flieger.

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14:14

Dreimonatige und zehnjährige US-Anleihen werfen mit 2,466 und 2,469 Prozent fast gleich viel ab. Steigt die Rendite der kürzer laufenden Titel über diejenige der länger laufenden, sprechen Börsianer von einer "inversen Zinskurve", die als Signal einer nahenden Rezession gilt.

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14:03

Aus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft und einer sinkenden Nachfrage ziehen sich Anleger aus dem Kupfermarkt zurück. Das Industriemetall verbilligt sich um 0,9 Prozent auf 6366 Dollar je Tonne.

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13:59

Nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland und der Euro-Zone sinken die Inflationserwartungen. Der sogenannte Five-Year-Five-Year-Forward fällt auf 1,4332 Prozent von 1,4825 Prozent am Vortag. Damit steuert das für die EZB-Geldpolitik wichtige Barometer auf den größten Rückgang seit fast drei Jahren zu.

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13:24

An der Wall Street liegen Chiphersteller vorbörslich im Minus. Aktien von Micron, Intel und Western Digital fallen um bis zu 0,8 Prozent. Börsianer begründen das zum einen mit der anhaltenden Unsicherheit rund um den Handelsstreit mit China. In der neuen Woche sollen Finanzminister Steven Mnuchin und der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer erneut nach Peking reisen. Zum anderen hatte der Sektor am Donnerstag nach einem positiven Ausblick von Micron zugelegt.

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13:21

Die Zinstalfahrt an den internationalen Anleihemärkten hat sich am Freitag nach neuerlichen Konjunkturängsten beschleunigt fortgesetzt. In Deutschland fiel die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder unter null Prozent. In Japan und der Schweiz, wo die entsprechenden Zinssätze schon länger negativ sind, drifteten sie noch tiefer unter die Nulllinie. In beiden Ländern wurde der niedrigste Stand seit dem Jahr 2016 erreicht.

In anderen grossen Volkswirtschaften wie Australien oder Kanada fielen die Renditen ebenfalls auf mehrjährige Tiefstände. In Neuseeland fiel der Zins für zehnjährige Staatsanleihen erstmals unter die Marke von zwei Prozent.

In der Eurozone gingen die Renditen für Staatsanleihen in vielen Ländern deutlich zurück. Ausnahmen waren Italien und Griechenland, die sich in den vergangenen Wochen allerdings schon häufiger gegen den Markttrend entwickelt haben. In den USA liegt der Zins für zehnjährige Staatsanleihen mit knapp 2,5 Prozent zwar relativ hoch. Das aktuelle Niveau ist dennoch der niedrigste Stand seit Anfang 2018.

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12:27

Die Ölpreise haben am Freitag aufgrund schlechter europäischer Konjunkturzahlen sowie eines starken Dollar nachgegeben. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 67,02 US-Dollar. Das waren 84 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 59 Cent auf 59,39 Dollar.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitagvormittag im Minus. Nach einer freundlichen und breit abgestützten Eröffnung haben beinahe alle Blue Chips noch in der ersten Handelsstunde ins Minus gedreht.  Bis um 11.45 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,5 Prozent auf 9'410 Punkte. Der Erholungsversuch nach zwei schwächeren Tagen wurden von enttäuschenden Konjunkturdaten aus der Eurozone gestoppt, wie ein Händler in Zürich erklärte. Er hob insbesondere die unter 50 Punkte gefallenen Einkaufsmanagerindizes für die Industrie in Deutschland und Frankreich hervor. Dies deute auf eine schrumpfende Wirtschaft hin und nicht mehr auf eine wachsende und das habe in Börsenkreisen natürlich niemand gern.

Die stärksten Einbussen verzeichnen entsprechend ABB (-1,7%), Adecco (-1,8%) und Lonza (-1,5%) oder auch die Luxusgüteraktien Swatch (-1,7%) und Richemont (-1,1%). ABB werden von einer deutlichen Kursziel durch Baader Europe zusätzlich noch etwas handicapiert. Das bisherige Kursziel lag allerdings gleich um über 8 Franken über dem aktuellen Kursniveau. Die Empfehlung "Buy" wurde vom Institut denn auch bestätigt.

Schwächer präsentieren sich auch Credit Suisse (-0,9%). Die Bank hat am Morgen den Geschäftsbericht veröffentlicht, der ausser einer markanten Lohnerhöhung für den CEO und die Geschäftsleitung aber keine grossen Neuigkeiten enthalten hat.

Knapp im Plus halten sich dagegen wie erwähnt einige defensive Titel wie Swisscom (+0,2%), Roche (+0,3%) und Novartis (+0,1%).

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10:37

Der Franken hat am Freitag zur wichtigsten Exportwährung Euro deutlich zugelegt. Grund dafür waren schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und das Ringen um den bevorstehenden Brexit, die den Euro belasteten. Die Gemeinschaftwährung kostete am Freitag zwischenzeitlich lediglich 1,1229 Franken und damit so wenig wie seit Anfang Januar nicht mehr. Vor zwei Tagen waren es noch 1,1350 Franken. Bereits am Donnerstag hatte der Euro an Wert verloren.

Die Experten der Basler Kantonalbank führten das auf das Gezerre um den Brexit und auf "schwache PMI-Zahlen aus Frankreich und Deutschland" zurück. In Deutschland schrumpfte die Industrie wegen der schwachen Weltkonjunktur im März so stark wie seit 2012 nicht mehr. Zum Dollar notierte der Franken hingegen wenig verändert.

Der Schweizerischen Nationalbank dürfte die Aufwertung wenig Freude bereiten. Sie versucht mit ihrer lockeren Geldpolitik den Franken zu schwächen und damit die exportorientierte Wirtschaft zu stützen. Bei ihrer vierteljährlichen Lagebeurteilung am Donnerstag hatte sie an ihren seit gut vier Jahren bestehenden Negativzinsen von minus 0,75 Prozent festgehalten.

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10:15

Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und Frankreich haben Dax und Euro am Freitag unter Druck gesetzt. Der deutsche Leitindex drehte ins Minus und verlor 0,8 Prozent auf 11.454 Punkte. Der Euro rutschte um 0,7 Prozent auf 1,1298 Dollar ab, nachdem er zuvor noch auf fast 1,14 Dollar gestiegen war. Investoren deckten sich vermehrt mit als sicher geltenden Bundesanleihen ein. Die Rendite der zehnjährigen Staatstitel sank im Gegenzug auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 0,003 Prozent.

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09:50

Der von US-Präsident Donald Trump ausgelöste Streit um eine Anerkennung der umstrittenen Golan-Höhen als israelisches Gebiet setzt die Währungen der Region unter Druck. Ein Dollar verteuert sich um 2,1 Prozent auf 5,5756 türkische Lira und um 0,2 Prozent auf 3,6081 israelische Schekel. Der Leitindex des Istanbuler Aktienmarkts fällt um 1,8 Prozent. Die Börse Tel Aviv ist geschlossen.

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09:26

Die Rückkehr von Nike in die Gewinnzone macht Anleger von Adidas zuversichtlicher. Börsianer decken sich mit Titeln des Sportartikelherstellers ein und treiben den Kurs um 1,3 Prozent auf 211,20 Euro in die Höhe. Puma-Papiere legen ein halbes Prozent auf 502,00 Euro zu.

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09:10

Die Kurse der meisten SMI-Unternehmen steigen nach dem Handelsstart.  Der SMI geht mit einem Plus von rund 0,2 Prozent in den Handel und steigt so auf 9473 Punkte. Damit ist der leichte Abwärtstrend der vergangenen zwei Tage fürs erste gebrochen.

Im Fokus steht am Berichtstag einmal mehr die Saga um den geplanten Austritt Grossbritanniens aus der EU. Diese gewährt den Briten den gewünschten Aufschub, allerdings lediglich um einige Wochen. An der Ausgangslage aus Sicht der Börsianer ändert sich damit nicht viel: Die Unsicherheit bleibt vorläufig gross. Die Bank of England hatte am Vortag einmal mehr davor gewarnt, dass die Ungewissheit negativ auf die Wirtschaft durchschlagen könnte.

Der Kompromiss der EU sieht einen Aufschub des Brexits bis mindestens zum 12. April vor. Sollte das britische Unterhaus dem bereits ausgehandeltem Brexit-Abkommen nächste Woche zustimmen, soll der Austritt am 22. Mai geregelt über die Bühne gehen. Gelingt das nicht, kann Grossbritannien bis zum 12. April neue Vorschläge machen.

Die SMI-Aktien ziehen mit wenigen Ausnahmen leicht an. Bei Swatch (+1 Prozent) steigt der Kurs deutlicher an, auch Richemont (+0,8 Prozent) steigen sichtbar. Die Novartis-Aktie legt um 0,3 Prozent zu. Der Pharmakonzern hat am Morgen die Pläne für die Abspaltung der Augenheilsparte Alcon konkretisiert. Demnach soll der Spin-Off am 09. April erfolgen. Wie bereits zuvor kommuniziert, sollen Novartis-Aktionäre für fünf Novartis-Aktien einen Alcon-Anteil erhalten. Die Ratingagentur Moody's hat Alcon in einer Ersteinstufung bereits ein Emittentenrating von "Baa2" mit stabilem Ausblick erteilt. Bei der Credit Suisse, welche am Morgen den Geschäftsbericht veröffentlicht hat, beträgt das Kursplus 0,1 Prozent. Ausser einer markanten Lohnerhöhung für den CEO und die Geschäftsleitung hat dieser aber keine nennenswerten Neuigkeiten enthalten.

Für ABB (-0,1 Prozent) hat Baader Europe das Kursziel deutlich gesenkt, dabei aber die Kaufempfehlung bestätigt. Das bisherige Kursziel lag mit 27,30 Franken allerdings gleich um über 8 Franken über dem gestrigen Schlusskurs von 19,15 Franken. Das neue Ziel von 22,80 Franken scheint damit um einiges realistischer. 

Im Fokus stehen im breiten Markt Mikron nach dem Ausstieg des Grossaktionärs Veraison oder Schaffner nach einer Gewinnwarnung. Seine Börsenpläne konkretisiert hat auch das Orthopädieunternehmen Medacta. Dessen Aktien sollen nach Plan ab dem 4. April an der SIX gehandelt werden.

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08:15

Julius Bär berechnet den SMI um 0,2 Prozent höher bei 9471 Punkten. Zykliker wie ABB (+0,2 Prozent) sind etwas höher gestellt als andere Kurse, was auf eine ruhige Börsenlage hindeutet. Auffälligkeiten bein Einzeltitel zeigen sich nicht.

Die Novartis-Aktie (+0,4 Prozent) hat die höchste Kurssteigerung, nachdem der Börsengang der Tochter Alcon für den 9. April in Aussicht gestellt wurde. 

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08:10

Die Anleger in Asien haben sich zum Abschluss der Handelswoche an der Seitenlinie gehalten. Hoch im Kurs standen Technologiewerte, während Aktien aus der Finanz- und Pharmabranche aus den Depots flogen. "Der Höhenflug der Tech-Werte in den USA könnte darauf hinweisen, dass die Branche vor einem Comeback steht", sagte Norihiro Fujito, Chef-Investmentstratege beim Broker Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

Angesichts unsicherer Aussichten für die US-Konjunktur hat die amerikanische Notenbank Fed die angepeilten Zinserhöhungen für dieses Jahr abgeblasen. Der Markt in Tokio konnte erst am Freitag darauf reagieren, da am Vortag wegen eines Feiertags nicht gehandelt wurde. Der japanische Leitindex Nikkei schloss 0,1 Prozent höher bei 21.627 Punkten. Auf Wochensicht legte der Nikkei damit 0,8 Prozent zu. Der chinesische Standardwerteindex CSI300 notierte unverändert bei 3.835 Zählern. Auch andere asiatisch-pazifischen Börsen kamen kaum vom Fleck.

In Japan gehörten die Aktien von Chipherstellern wie Advantest und Tokyo Electron mit Aufschlägen von 6,2 und 5,2 Prozent zu den größten Gewinnern. Titel von Finanzhäusern wie T&D Holdings, Dai-ichi Life und Mitsubishi UFJ Financial Group verloren dagegen bis zu 1,2 Prozent. Ins Rampenlicht rückte der Biotechkonzern Eisai, dessen Titel um 17 Prozent abstürzten. Eisai und das US-Unternehmen Biogen stoppten zwei entscheidende klinische Studien zur Behandlung von Alzheimer. Biogen-Aktien waren deswegen schon am Donnerstag unter Druck geraten.

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07:40

Die Ölpreise haben sich am Freitag nur wenig bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 67,89 US-Dollar. Das waren drei Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen um drei Cent auf 59,95 Dollar.

Auf Wochensicht ist der Preis für US-Öl deutlich um fast drei Prozent gestiegen. Der Brent-Preis legte seit Montag ebenfalls zu, aber nur etwas mehr als ein Prozent. Einer der stärksten Preistreiber in dieser Woche war die Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Mittwoch hatte die US-Regierung einen kräftigen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche gemeldet.

Der stärkste Rückgang der Reserven seit Juli 2018 überraschte Rohstoffanalysten der Commerzbank: "Normalerweise steigen die Lagerbestände zu diesem Zeitpunkt des Jahres, was den kräftigen Lagerabbau umso bemerkenswerter macht." Sinkende Ölreserven können ein Hinweis für eine stärkere Nachfrage oder ein geringeres Angebot sein und stützen in der Regel die Ölpreise.

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07:30

Der Euro hat sich am Freitag kaum bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1377 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend.

Zum Schweizer Franken legte der Euro leicht zu. Die Gemeinschaftswährung geht am frühen Freitag-Morgen bei 1,1296 Franken um. Der US-Dollar kostet am Freitag-Morgen, zum Vorabend praktisch unverändert, 0,9927 Franken.

 

 

Eine stärkere Bewegung gab es hingegen beim britischen Pfund, das die Kursverluste der vergangenen Handelstage am Morgen ein Stück weit wettmachen konnte. Die Europäische Union und die britische Premierministerin Theresa May einigten sich in der Nacht zum Freitag auf eine Verschiebung des EU-Austritts Grossbritanniens. Der Kompromiss sieht einen Aufschub des Brexits bis mindestens zum 12. April vor.

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06:45

Nach einem Auf und Ab liegt der japanische Leitindex Nikkei derzeit unverändert bei 21'607 Punkten. Aktien von Versicherern und Banken wie T&D Holdings oder Dai-ichi Life Holdings verloren teilweise zwei Prozent an Wert.

Investoren scheuten zunehmend das Risiko, sagte Marktstratege Takuya Takahashi von Daiwa Securities. Angesichts unsicherer Konjunkturaussichten hat die US-Notenbank Fed die angepeilten Zinserhöhungen für dieses Jahr abgeblasen. Der Markt in Tokio konnte erst am Freitag darauf reagieren, da am Vortag wegen eines Feiertags nicht gehandelt wurde.

Im Blickpunkt stand auch der japanische Pharmasektor. Das US-Biotechunternehmen Biogen und sein japanischer Entwicklungspartner Eisai stoppten zwei entscheidende klinische Studien zur Behandlung von Alzheimer. Die Papiere von Eisai wurden am Freitag zwar nicht gehandelt, die Aufträge zum Verkauf der Aktien summierten sich aber. Sie deuteten auf ein Kursminus von 17 Prozent. In der Folge liessen Anteilsscheine von anderen Pharmafirmen Federn. Astellas Pharmaceuticals beispielsweise fielen vier Prozent.

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06:30

Der Euro hat sich zum Franken erneut leicht gestärkt. Der Kurs liegt derzeit bei 1 zu 1.1294. 

(Reuters)