+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen geben nach - Warten auf Notenbanker

Die US-Börsen haben sich am Dienstag vor den mit Spannung erwarteten Terminen der Notenbank Fed im Laufe der Woche zurückhaltend gezeigt.
20.08.2019 22:30
Zurückhaltung prägte den Börsenhandel am Dienstag an der Wall Street.
Zurückhaltung prägte den Börsenhandel am Dienstag an der Wall Street.
Bild: Bloomberg

22:30

Experten machten nach den Kursanstiegen der vergangenen Handelstage Gewinnmitnahmen aus. Besonders positiv wurden die Unternehmenszahlen von Home Depot aufgenommen.

Der Dow-Jones-Index fällt um 0,7 Prozent auf 25'962 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gibt um 0,8 Prozent auf 2901 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 0,7 Prozent auf 7949 Zähler.

Am Mittwoch sollen Fed-Protokolle veröffentlicht werden, am Freitag folgt eine Rede von Fed-Chef Jerome Powell beim Treffen der Notenbanker in Jackson Hole. Die Finanzmärkte erhoffen sich insbesondere von ihm Hinweise, ob die Fed im September erneut ihre Leitzinsen senken wird.

Bei den Einzelwerten legt die Baumarktkette Home Depot 4,4 Prozent zu. Der Portfolio-Manager Gary Bradshaw von Hodge Funds sprach von einem willkommenen Signal, dass die Kunden weiter in ihre Häuser investierten.

Die Titel von Netflix geben mehr als 3,3 Prozent nach. Zuvor hatte Walt Disney angekündigt, seinen konkurrierenden Streaming-Dienst am 12. November nicht nur in den USA zu starten, sondern auch in Kanada und den Niederlanden.

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17:40

An der Schweizer Börse hat sich am Dienstag Ernüchterung breitgemacht. Nach zwei Handelstagen mit Kursgewinnen gibt der Leitindex SMI 0,6 Prozent auf 9771 Punkte nach. Den Grund für die Vorsicht der Anleger orten Marktteilnehmer in der bevorstehenden Notenbankkonferenz in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Im Markt herrscht die Ansicht vor, dass Fed-Chef Jerome Powell am Freitag eine weitere Zinssenkung im September andeuten wird. Auch das politische Hickhack in Italien das Ende der dortigen Regierung dämpfte die Stimmung.

Die Standardwerte rutschten überwiegend ins Minus. Ein Branchentrend zeichnete sich dabei nicht ab. Zu den grössten Verlierern gehören konjunktursensitive und Finanzwerte. Die Bauchemiefirma Sika verliert 1,9 Prozent an Wert, der Zementkonzern LafargeHolcim 1,3 Prozent, der Aromen- und Duft-Hersteller Givaudan 1,2 Prozent und die Grossbank Credit Suisse 0,9 Prozent.

Aber auch das defensive Schwergewicht Nestlé muss mit minus 1,0 Prozent Federn lassen. Zu den wenigen SMI-Gewinnern gehört Alcon mit einem Kursplus von 0,5 Prozent. Der im April vom Pharmariesen Novartis abgespaltene Augenheilkonzern will in der Nacht auf Mittwoch seine Quartalsbilanz veröffentlichen.

Am breiten Markt fallen die Medartis-Aktien um 9,2 Prozent. Der Hersteller von orthopädischen Implantaten wuchs im ersten Halbjahr weniger stark als erwartet. Dagegen steigen die Anteile der Bellevue Group um 7,0 Prozent. Die Finanzboutique verkauft die Bank am Bellevue und will den Erlös in den Ausbau des Asset Managements investieren. 

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16:00

Wegen nachlassender Hoffnung auf frischen Schwung für die Konjunktur fassen Anleger US-Aktien am Dienstag nur noch mit spitzen Fingern an. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 eröffnen jeweils mit leichten Kursverlusten, nachdem sie zuvor drei Handelstage in Folge im Plus geschlossen haben.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Möglichkeit einer Rezession in Deutschland und die Unruhen in Hongkong schwebten als Damoklesschwert über der Börse, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. "So lange diese Probleme nicht gelöst sind, werden die Aktien ihre jüngsten Hochs nicht überspringen."

Die Hoffnung auf Schützenhilfe der US-Notenbank verhinderte Börsianern zufolge Kursverluste. Experten gehen davon aus, dass Fed-Chef Jerome Powell am Freitag bei seiner Rede im Rahmen des alljährliche Notenbankertreffen in Jackson Hole für September eine weitere Zinssenkung andeuten wird. Hinweise hierauf versprechen sie sich ausserdem von der Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung am Mittwoch.

Bei den Unternehmen rückte Elanco ins Rampenlicht. Der Spezialist für Tierarzneien kauft die entsprechende Sparte des deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer für 7,6 Milliarden Dollar. Elanco-Aktien fallen daraufhin fast 6 Prozent.

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15:05

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Dienstagnachmittag mehr oder weniger unbewegt. Die Vorgaben aus dem Ausland seien zwar gut gewesen, und es seien auch gewisse Entspannungsanzeichen im Handelsstreit der USA mit China auszumachen, heisst es am Markt. Da die laufende Woche aber mit mehreren Zentralbankereignissen gut bestückt sei, verhielten sich die Anleger vorsichtig.

Der SMI notiert gegen 14.50 Uhr minimal höher bei 9829 Punkten. Am Vortag hatte der SMI noch einen starken Wochenauftakt mit einem Plus von 1,0 Prozent hingelegt. Der 30 Aktien umfassende SLI ermässigt sich leicht auf 1487 Punkte, während der breite SPI praktisch unverändert bei 11'949 Zählern notiert.

Richemont (+0,9%) tendieren nach der Veröffentlichung der Uhrenexporte höher. Auch die Papiere des Uhrenherstellers Swatch (+0,5%) legen mittlerweile wieder zu.

Die Aktien von Zurich Insurance (+0,6% auf 353,40 Franken) gewinnen zudem an Wert, nachdem Jefferies die Empfehlung auf "Buy" von "Hold" erhöht hat.

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13:30

In der Hoffnung auf eine Verpflichtung des brasilianischen Stürmerstars Neymar steigen Anleger bei Juventus Turin ein. Die Aktien des italienischen Fussballmeisters gewinnen bis 5,8 Prozent auf 1,57 Euro. Medienberichten zufolge stieg Juve neben den spanischen Klubs FC Barcelona und Real Madrid in den Transferpoker ein. 

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12:15

Nach der jüngsten Rally werden die Anleger in Europa wieder vorsichtiger. Sie warteten auf weitere Schützenhilfe der Notenbanken. Das sagt Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. SMI, DAX und EuroStoxx50 kommen kaum vom Fleck und notieren bei 9841, 11'723 und 3375 Punkten alle minim im Plus.

Viele Investoren hielten sich vor dem alljährlichen Notenbankertreffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming Ende der Woche zurück, sagt Analyst Connor Campbell vom Brokerhaus Spreadex. Experten gehen davon aus, dass US-Notenbankchef Jerome Powell bei seiner Rede am Freitag für September eine weitere Zinssenkung andeuten wird.

Die erneute Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik könnte sich allerdings als kontraproduktiv erweisen, sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Denn jetzt muss die Fed alles tun, um ihre Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen. Das dürfte einen grossen Zinsschritt von 0,5 Prozentpunkten im September unwahrscheinlicher machen."

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11:30

Vor einer Rede von Ministerpräsident Giuseppe Conte zur Regierungskrise steigt die Anspannung unter Italien-Anlegern. Das treibt die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen gegen den Trend auf 1,488 von 1,431 Prozent.

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09:15

Der SMI steigt nach Handelsbeginn leicht um 0,1 Prozent auf 9837 Punkte. "Es ist Zeit, Platz zu nehmen", sagt ein Börsianer. Die Vorgaben aus den USA und Fernost seien zwar freundlich. Doch ob dies ausreiche, um den Markt weiter anzuschieben, sei fraglich. Denn nun rückten die Zentralbankereignisse der laufenden Woche immer mehr in den Vordergrund.

Vor der Veröffentlichung des Protokolls zur jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed (Mittwochabend MESZ) und der Europäischen Zentralbank (am Donnerstag) und dem Beginn des jährlichen Notenbanker- und Finanzministertreffens in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming am Donnerstag dürften sich die Anleger zurückhalten, heisst es am Markt. Die Erwartungen, dass die Märkte weiterhin mit viel Liquidität versorgt werden, sind sehr hoch.

Swatch (+1,5 Prozent) und Richemont (+0,9 Prozent profitieren stark von unerwartet guten Uhrenexportzahlen, vor allem ins unruhegeplagte Hongkong. Die Uhrenexporte sind im Juli unbereinigt um 4,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Franken gestiegen. Zurich (+0,1 Prozent) profitieren nur leicht von einer Ratingerhöhung. Der Broker Jeffries stuft den Versicherer neu mit "Buy" nach "Hold" ein.

Am breiten Markt steigen Komax (+3,4 Prozent) stark. Der Kabelmaschinenhersteller hat im ersten Halbjahr mit 10,7 Millionen Franken zwar 62 Prozent weniger verdient. Der Autozulieferer erwartet aber ein besseres zweites Halbjahr. Basilea (+4,1 Prozent) hat den Verlust im 1. Halbjahr deutlich verringert. Die Biotechnologieforma geht im weiteren Jahresverlauf von steigenden Einnahmen durch die Vermarktungspartner aus.

Unter Druck geraten Hochdorf (-2,2 Prozent). Der Milchverarbeiter braucht nach einem riesigen Verlust im Halbjahr neues Kapital. Medartis (noch kein Kurs) hat nach einem enttäuschenden Ergebnis die Prognose reduziert.

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08:10

Der Swiss Market Index wird vorbörslich 0,15 Prozent höher geschätzt. Die Aktie von Zurich legt mit 0,8 Prozent am deutlichsten zu. Die US-Investmentbank Jefferies stufte die dividendenstarke Zurich-Aktie nahe der Mehrjahreshöchstkurse auf "Buy" herauf. Am breiten Markt steigt die Aktie von Komax nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen 1 Prozent.

Investoren fiebern unter anderem der Veröffentlichung der jüngsten Sitzungsprotokolle der US-Notenbank Fed (Mittwoch) und der Europäischen Zentralbank (EZB) (Donnerstag) entgegen. Von ihnen versprechen sie sich Rückschlüsse darauf, wie aggressiv die beiden Zentralbanken auf die drohende Abkühlung der Weltwirtschaft reagieren wollen. Weitere Hinweise erhoffen sie sich vom Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming Ende der Woche, wo Fed-Chef Jerome Powell am Freitag eine Rede halten soll.

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06:10

Der Nikkei der 225 führenden Werte steigt um 0,4 Prozent auf 20'642 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,5 Prozent auf 1501 Zähler. Händler erklärten die Kursaufschläge mit Spekulationen auf staatliche Maßnahmen von Industriestaaten gegen eine schwächelnde Konjunktur. Damit hätten auch Rezessionsängste nachgelassen.

Zu den Gewinnern zählten die Aktien von Apple-Zulieferern. So verteuerten sich die Anteilsscheine von Taiyo Yuden und TDK um 1,1 Prozent beziehungsweise ein Prozent, Foster Electric rückten um 1,3 Prozent vor. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, dass Apple-Chef Tim Cook ihm überzeugend dargelegt hätte, dass die Zoll-Streitigkeiten mit China den US-Konzern beschädigen könnten.

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06:05

Der Euro legte im fernöstlichen Handel zum Franken leicht zu. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,0877. Der Franken notiert zudem bei rund 0,9809 Franken je Dollar.

(cash/AWP/Reuters)