Der grösste Teil der Halbjahresberichterstattung ist durch. Die an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen haben insgesamt unerwartet positiv abgeschnitten. Nach Angaben der Helvetischen Bank wurden die Umsatzerwartungen um 1,8 Prozent und die Reingewinnprognosen um 4,5 Prozent übertroffen.

So positiv das Bild sich zeigt, so ernüchternd fällt der Vergleich mit den Unternehmen aus den USA und Europa aus. Amerikanische Firmen schlugen die Umsatzschätzungen um 3,6 Prozent und die Gewinnschätzungen um 23,5 Prozent. In Westeuropa lagen die Umsätze im Schnitt um 7,8 Prozent über den Erwartungen, während die Gewinnprognosen um 31,9 Prozent übertroffen wurden.

Dass die Gewinnerwartungen in der Schweiz im Vergleich zu den USA sowie Westeuropa weniger deutlich geschlagen werden konnten, liege auf der Hand, schreiben die Experten der Helvetischen Bank. «Schliesslich rapportieren die hiesigen Unternehmen in der Regel in Schweizer Franken und nicht in US-Dollar oder Euro.» Und diesbezüglich habe das erste Halbjahr 2026 ein «ausgesprochen unfreundliches» Umfeld geboten. Der Euro fiel im März auf 89,81 Rappen, der Dollar kostete Ende Januar 76,05 Rappen. Euro wie Dollar hatten damit Langzeittiefstände erreicht.

Soweit die Wechselkurse die Gewinnentwicklung der Schweizer Unternehmen im Vergleich zu ihren ausländischen Pendants gedämpft haben, so dürfte sich aufgrund der aktuellen Entwicklung eine gewisse Entspannung ergeben haben. Speziell der Euro hat gegenüber dem Franken wieder angezogen, sodass die hiesige Währung auf mehrmonatige Tiefstände gefallen ist.

Unterdessen haben 20 Unternehmen den Ausblick für das Gesamtjahr erhöht. Es handelt sich dabei um ABB, Accelleron, Alcon, Autoneum, Basilea, Emmi, Galderma, Georg Fischer, Gurit, Holcim, Kühne+Nagel, Lonza, Medartis, Oerlikon, PSP, Sensirion, Sika, St. Galler KB, Straumann, Zurich Insurance Group. Dem gegenüber haben acht Firmen die Guidance gesenkt: Amrize, Aryzta, Bystronic, Intershop, Kardex, Orior, Partners Group und Swissquote

Die zugrundeliegende wirtschaftliche Dynamik im zweite Quartal 2026 sei offenbar klar besser als ursprünglich angenommen gewesen - und das, obwohl der Iran -Krieg bis heute anhalte, resümieren die Spezialisten der Helvetischen Bank.

Reto Zanettin
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