10:35

Die jüngsten Übernahmepläne der spanischen Grossbank Santander haben die Anleger nicht überzeugt. Die Aktien geben an der Börse ‌in ‌Madrid um fast vier Prozent nach.

Santander will die US-Regionalbank Webster Financial für 12,2 Milliarden Dollar kaufen und damit in den Kreis der zehn grössten Geschäftsbanken in den USA aufsteigen. Das spanische Geldhaus ist seit dem Erwerb der Sovereign Bank im Jahr ​2005 auf dem US-Markt aktiv und gehört dort bereits zu den grössten ‌Autofinanzierern.

Die Experten der US-Investmentbank Morgan Stanley stuften Santander ‌nach der Ankündigung dennoch auf «Equal-Weight» nach zuvor «Overweight» herab. Die Übernahme von Webster dürfte demnach «kaum den Vertrauensvorschuss für eine erfolgreiche Integration in den USA erhalten». Zugleich bezeichnete Morgan Stanley Santanders Prognose für Kostensynergien von 800 Millionen Dollar als «ambitioniert».

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10:00

Der Schweizer Aktienmarkt fällt gemessen am SMI 0,2 Prozent zurück. Der Leitindex steht bei 13'346 Punkten.

Die Sorgen um die teils exorbitanten Bewertungen in der KI-Branche greifen im Zuge der Berichtssaison weiter um sich. «Es wird immer schwerer, die Erwartungen zu erfüllen. Und selbst wenn sie übertroffen werden, ist der Markt nicht immer zufrieden», fasst ein Händler die Stimmung zusammen. An der Wall Street breitete sich zudem die Sorge aus, dass Softwareanbieter durch den KI-Einfluss ihrer Existenzberechtigung beraubt würden.

Neben den heimischen Bluechips Novartis und UBS ist auch international der Unternehmenskalender mehr als gut gefüllt. Besonders aus den USA legen zahlreiche Firmen diverser Branchen Ergebnisse vor, nachbörslich mit der Google-Mutter Alphabet auch einer der «Magnificent 7». Und auch ein Blick auf den Konjunkturkalender dürfte sich lohnen. Da der offizielle US-Arbeitsmarktbericht trotz Ende des Shutdowns nicht wie geplant am Freitag veröffentlicht wird, dürfte den Daten des privaten Anbieters ADP besondere Beachtung zukommen. Und auch der ISM-Serviceindex sollte auf Interesse stossen.

Einer der schwächsten Werte sind Novartis (-1,0 Prozent) nach Zahlen. Diese fielen zwar in etwa im Rahmen der Erwartungen aus, der Ausblick ist aber ungewohnt vorsichtig. Konkurrent Roche (+0,4 Prozent) halten sich indes im Plus.

Die UBS (-1,0 Prozent) überzeugte zwar mit ihrem Jahresergebnis und übertraf die Schätzungen teils deutlich. Die Aktie machte dennoch einen Rücksetzer.

Am SLI-Ende verlieren Holcim (-3,6 Prozent) stark an Wert. Händler verwiesen auf einen Pressebericht, wonach die EU kostenlose CO2-Zertifikate verlängern wolle.

Gefragt sind derweil Versicherer wie Swiss Re (+2,5 Prozent) oder Swiss Life (+1,3 Prozent) und Zurich (+1,8 Prozent). Letztere haben die Offerte für die britische Beazley erhöht. Partners Group (+1,7 Prozent) erholen sich von ihren Vortagesverlusten.

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09:45

Die unerwartet schwache Prognose für das laufende Jahr ‌schickt die ‌Aktien von Novo Nordisk auf Talfahrt. Die Titel des dänischen Pharmakonzerns rauschen um bis zu 19,5 Prozent nach unten.

Für 2026 rechnet der Hersteller der Abnehmspritze Wegovy mit einem ​Rückgang bei Umsatz und Betriebsgewinn von fünf bis 13 ‌Prozent. Die Prognose liege unter den Konsensschätzungen, ‌im Mittel rund acht Prozent darunter beim Umsatz und neun Prozent darunter beim bereinigten Betriebsgewinn, kommentierten die Analysten von JP Morgan. Dies deute auf einen stärkeren Druck auf das US-Geschäft hin als erwartet.

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09:05

Der SMI fällt um 0,25 Prozent auf 13'345 Punkte.

UBS (-0,9 Prozent) und Novartis (-1,5 Prozent) fallen nach der Vorlage des Geschäftsergebnisses 2025 zurück. Holcim (-3,3 Prozent) sowie Kühne+Nagel (-2,2 Prozent) werden ebenfalls verkauft.

Auf der Gewinnerseite stehen Swiss Re (+2 Prozent), Partners Group (+1,8 Prozent) sowie Zurich Insurance (+1,6 Prozent).

Der SPI sinkt um 0,11 Prozent auf 18'406 Punkte. Gefragt sind Clariant (+3,7 Prozent) sowie Huber+Suhner (+2,2 Prozent). Polypeptide (-2 Prozent) und Bajaj Mobility (-1,7 Prozent) stehen unter Druck.

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08:25

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

EFG: UBS senkt auf Neutral (Buy) - Ziel 20,70 (18,40) Fr.
Cicor: UBS startet mit Buy - Ziel 173 Fr.
Julius Bär: Barclays senkt auf 63,70 (66,10) Fr. - Equal Weight
Julius Bär: JPMorgan erhöht auf 76 (75) Fr. – Overweight
Roche: Vontobel erhöht auf 354 (349) Fr. – Hold
- SIG: Deutsche Bank senkt auf 5 (13) Fr – Sell (Hold)

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08:05

Der SMI steht im vorbörslichen Handel bei Julius Bär 0,43 Prozent tiefer.

Nur die Aktien der UBS verzeichnen nach der Zahlenvorlage ein Plus und steigen 0,75 Prozent. Novartis steht - ebenfalls nach Bekanntgabe des Geschäftsergebnisses - unter Druck (-1,7 Prozent). Grössere Verluste muss Holcim hinnehmen (-2,2 Prozent), und auch die anderen SMI-Titel liegen zurück.

Der breite Markt verliert 0,22 Prozent. AMS Osram legt kräftig zu (+6,1 Prozent). EFG International verliert hingegen 2,2 Prozent.

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07:25

Nach der Korrektur, die auf die jüngste Rekordrally am Edelmetallmarkt gefolgt ist, erholen sich die Preise weiter. Gold hat es wieder über die Marke von 5000 Dollar je Unze geschafft. Anleger nutzen den Rücksetzer zum Einstieg oder Aufstocken ihrer Positionen.

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07:20

Der Dax wird am Mittwoch der Kursentwicklung an den Terminmärkten ‌zufolge ‌wenig verändert in den Handel starten. Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex knapp im Minus bei ​24'781 Punkten geschlossen.

Ein Ausverkauf bei ‌Technologieaktien stoppte die ‌Erholung an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks. Zur Wochenmitte geht es mit der Bilanzsaison weiter. Im Rampenlicht stehen unter anderem die ⁠Geschäftszahlen des Chipkonzerns Infineon und der Google-Mutter Alphabet.

In den Fokus rückt zugleich erneut die Geopolitik: Unterhändler ​der Ukraine, Russlands und der ‌USA wollen in Abu Dhabi ‍Verhandlungen über eine Waffenruhe fortsetzen.

Anleger warten zudem auf ​den Inflationsbericht für die Euro-Zone im Januar. Der Inflationsdruck dürfte zu Jahresbeginn weiter an Kraft ‌verloren haben: Laut Ökonomen ⁠könnte die Teuerungsrate bei den ‌Verbraucherpreisen im Januar auf 1,7 Prozent gefallen sein, nach 1,9 ‍Prozent im Dezember.

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06:20

Der Swiss Market Index (SMI) steht vorbörslich bei der IG Bank 0,2 Prozent tiefer bei 13'336 Zählern. 

Am Mittwoch geben die UBS und das Pharmaunternehmen Novartis die Jahresabschlüsse 2025 bekannt.

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06:12

Ein Euro kostet 91,70 Rappen (+0,07 Prozent). Der Dollar notiert bei 77,51 Rappen (-0,04 Prozent)

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05:10

Sorgen vor einer Verdrängung klassischer Software durch Künstliche Intelligenz (KI) haben die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch belastet. Die Börsen folgten damit ‌den ‌deutlichen Verlusten an den US-amerikanischen und europäischen Märkten.

Auslöser war die Vorstellung von Erweiterungen für den KI-Agenten Claude Cowork des Anbieters Anthropic am Freitag, die Sorgen vor ​einer Umwälzung der Branche schürte. «Der KI-Handel spaltet sich in relative ‌Gewinner und Verlierer», sagte Ben ‌Bennett, Anlagestratege für Asien bei L&G Asset Management. «Dieses Wackeln bei der Software hat sich diese Woche fortgesetzt.»

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab in Tokio 0,6 Prozent auf 54'390 Punkte nach, während der breiter gefasste Topix 0,2 Prozent zulegte. ⁠Die Börse in Shanghai blieb fast unverändert.

03:55

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,4 Prozent auf 156,33 Yen und legte leicht auf 6,9379 Yuan zu. Zur Schweizer ​Währung rückte er etwas auf 0,7755 Franken vor. Parallel ‌dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1821 ‍Dollar und gab leicht auf 0,9168 Franken nach.

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02:50

Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte ​Brent aus der Nordsee um 0,7 Prozent auf 67,78 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,8 Prozent fester bei 63,72 Dollar. Händler verwiesen auf ‌die jüngsten Spannungen zwischen den USA und dem ⁠Iran, nachdem das US-Militär eine iranische Drohne ‌abgeschossen hatte. Der Goldpreis erholte sich von jüngsten Verlusten und legte um 1,5 Prozent auf 5014,31 ‍Dollar je Feinunze zu.

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23:55

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag ihre zeitweise heftigen Verluste eingedämmt. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es letztlich aber immer noch um 1,55 Prozent auf 25'339 Punkte bergab, auch belastet vom Kurseinbruch des Zahlungsdienstleisters Paypal .

Der marktbreite S&P 500 verringerte seinen Tagesabschlag mit 6918 Punkten auf 0,84 Prozent, während der Leitindex Dow Jones Industrial zum Ende noch 0,34 Prozent auf 49'241 Punkte verlor. Er hatte im frühen Handel ein Rekordhoch erreicht.

Marktbeobachter konstatierten eine Rotation von Halbleiterwerten in konjunktursensiblere Branchen. Zudem nutzten Anleger den jüngsten, herben Rückschlag bei Edelmetallen nach einer Rally zum Kauf. Gold- und Silberpreis zogen daraufhin wieder deutlich an.

Drei Jahre lang dominierten Wetten auf Unternehmen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) den US-Aktienmarkt. Doch nun setzen Investoren zunehmend darauf, dass dieser Trend, angeführt von den grössten Tech-Riesen - den sogenannten «Magnificent Seven» - einer breiteren Marktbeteiligung weichen wird. Tatsächlich hat 2026 schon eine deutliche Umschichtung stattgefunden, bei der Aktien aus traditionelleren Branchen Wachstumstitel weit übertroffen haben. «Die Sorgen über die Investitionsausgaben für KI konkurrieren mit den 'Hoffnungen und Träumen' einer Ausweitung infolge der beschleunigten US-Wirtschaft», fasste Chris Senyek von Wolfe Research zusammen.

Die neue Value-Präferenz am Markt demonstrierte am Dienstag eindrucksvoll Walmart - den Aktien reichte ein Kursplus von 2,9 Prozent für eine weitere Bestmarke. Zudem stieg der Börsenwert des Supermarktriesen erstmals über eine Billion US-Dollar. Er spielt nun in einer Liga, in die es bisher nur Technologiegiganten wie Nvidia , die Google -Mutter Alphabet , Apple und Microsoft geschafft haben.

Walmart - lange ein Favorit von Schnäppchenjägern - hat seine enorme Grösse und Lieferantennetzwerk genutzt, um die Preise niedrig zu halten und Marktanteile in allen Einkommensklassen zu gewinnen. Während der Konzern seine Attraktivität für preisbewusste Haushalte beibehalten hat, ziehen seine Online-Angebote neue, wohlhabendere Käufer an.

Die Aktien des Datensoftware-Spezialisten Palantir zogen um 6,9 Prozent an. Die geschäftliche Dynamik habe sich zum Jahresende 2025 auf breiter Front beschleunigt, schrieb Analyst Brent Thill von der US-Bank Jefferies zur Quartalsbilanz. Beim Softdrink- und Snackhersteller Pepsico reichte es nach der Zahlenvorlage für ein Kursplus von 4,9 Prozent.

In der Pharmabranche schaffte Merck & Co nach Geschäftszahlen ein Plus von 2,2 Prozent. Die Papiere von Davita sprangen sogar um rund 21 Prozent hoch. Laut der britischen Bank Barclays treiben die Aktienrückkäufe des Dialyseanbieters den Gewinn je Aktie an. Dagegen sanken Pfizer -Titel um 3,3 Prozent. Hier lag der Gewinn je Aktie im vergangenen Quartal laut Händlern deutlich unter der Markterwartung.

Paypal-Titel büssten angesichts eines enttäuschenden Quartalsberichts rund 20 Prozent ein und erreichten damit den niedrigsten Stand seit fast neun Jahren. In ihrem Sog waren auch die Papiere des europäischen Wettbewerbers Adyen deutlich gefallen.

(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

Reto Zanettin
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