+++Börsen-Ticker+++ - Trump groundet den Dow Jones

US-Präsident Donald Trump hat im Streit über den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko mit einem Regierungsstillstand gedroht und damit die Erholung an den US-Börsen ausgebremst.
11.12.2018 22:35
Hat einmal mehr mit seinen Drohungen der Wall Street einen Taucher beschert: US-Präsident Donald Trump.
Hat einmal mehr mit seinen Drohungen der Wall Street einen Taucher beschert: US-Präsident Donald Trump.
Bild: Bloomberg

22:35

Trump sagte am Dienstag bei einem Treffen mit den oppositionellen Demokraten, er werde im Haushaltskonflikt mit dem Kongress einen "government shutdown" in Kauf nehmen, wenn er nicht das bei der Grenzsicherung bekomme, was er wolle. Die Börsen gaben daraufhin einen grossen Teil ihrer Gewinne vom Vormittag ab, der Leitindex drehte ins Minus. Bislang ist die Finanzierung der Bundesbehörden nur bis zum 21. Dezember gesichert.

Der Dow Jones geht 0,2 Prozent schwächer bei 24'370 Punkten aus dem Handel. Der S&P-500-Index liegt unverändert bei knapp 2637 Zählern, der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt dagegen um 0,2 Prozent auf knapp 7032 Stellen.

Am Vormittag hatten die Kurse noch nach Spekulationen auf eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China zugelegt. Die USA rechnen damit, dass China die Zölle auf US-Importautos wieder senkt, wie ein Automanager unter Berufung auf das Telefonat sagte. Der Zollsatz solle auf 15 Prozent reduziert werden, derzeit liegt er bei 40 Prozent. Die Titel von General Motors, FiatChrysler und Ford gewannen daraufhin zeitweise bis zu 3 Prozent.

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17:45

Signale für Bewegung im amerikanisch-chinesischen Handelsdisput haben die Schweizer Börse am Dienstag beflügelt. Der Leitindex SMI steigt um 1,9 Prozent auf 8715 Punkte und machte damit den Kursrutsch vom Vortag fast wieder wett. Auftrieb erhielten die Märkte von einem Telefonat von US-Finanzminister Steven Mnuchin, dem amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He.

Alle 20 Schweizer Standardwerten rücken vor. Die stärksten Gewinne verzeichnen die Aktien von Unternehmen mit einem stark von der Konjunktur abhängigen Geschäft. So gewinnt der Zementkonzern LafargeHolcim 3,6 Prozent an Wert. Auch die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont rücken mehr als 3 Prozent vor.

Gefragt waren auch Bankaktien, die zuletzt unter die Räder gekommen waren. Die Anteile des Vermögensverwalters Julius Bär ziehen 3,8 Prozent an und die Credit Suisse 2,0 Prozent.

Beim Milchverarbeiter Hochdorf wirkte sich ein Analystenkommentar negativ aus. Die Aktien brechen 14 Prozent auf 103,20 Franken ein, nachdem die Credit Suisse das Kursziel auf 105 von 120 Franken zurückgenommen hatte. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Dienstag.)

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16:00

Spekulationen auf eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China locken Anleger an die Wall Street zurück. Der Standardwerteindex Dow Jones steigt zur Eröffnung am Dienstag um 1,2 Prozent. Hoffnung machte ein Telefonat von US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He. Die drei Regierungsvertreter loteten den Fahrplan für weitere Verhandlungen zur Lösung des Handelskonflikts aus. US-Präsident Donald Trump schürte ebenfalls Hoffnungen, als er per Twitter von "sehr produktiven Gesprächen mit China" sprach. "Achtet auf einige wichtige Ankündigungen!"

Vor diesem Hintergrund meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg, China wolle die Zölle auf Importautos aus den USA auf 15 von 40 Prozent senken. Die Titel von General Motors, Fiat Chrysler und Ford legen bis zu 3,1 Prozent zu.

Gefragt sind ausserdem die Finanz- und Technologiewerte. So legen die Titel der Investmentbank Goldman Sachs und des Softwarekonzerns Microsoft jeweils 2,3 Prozent zu. Diejenigen Aktien, die in der jüngsten Abwärtsbewegung am stärksten unter die Räder gekommen seien, stünden nun auf den Einkaufslisten der Investoren wieder ganz oben, sagt Michael Antonelli, leitender Händler beim Vermögensverwalter Robert W. Baird.

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12:00

Der Schweizer Aktienmarkt stabilisiert sich am Dienstag nach dem schwachen Wochenauftakt. Nachdem der Leitindex SMI bereits freundlich gestartet war, bewegt er sich seither konstant leicht vorwärts. Auch in Europa erholen sich die wichtigsten Börsenplätze nach dem schwachen Wochenstart. Börsianer machen dafür vor allem die jüngste Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China verantwortlich. Gleichzeitig bleibe die Unsicherheit auch wegen des offenen Ausgangs bei der Brexit-Abstimmung hoch.

Der SMI zieht kurz vor Mittag um 1,5 Prozent auf 8681 Punkte an. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 1,6 Prozent auf 1332 Punkte hinzu und der breite SPI um 1,4 Prozent auf 10'138 Zähler.

Spitzenreiter unter den Bluechips sind erneut die Aktien des Halbleiterherstellers AMS mit +7,4 Prozent. Am Montag noch waren sie mit einem erneuten Kursrutsch um mehr als 7 Prozent der grösste Verlierer.

Überdurchschnittlich fest zeigen sich am Vormittag auch die Banken. Julius BärCS und UBS gewinnen zwischen 3,0 und 2,3 Prozent hinzu.

Im breiten Markt beschleunigen die Aktien des Lebensmittelherstellers Hochdorf ihre Abwärtsbewegung und stehen mittlerweile um über 15 Prozent tiefer. Nach der Gewinnwarnung am Vortag hat sich nun die Credit Suisse zurückhaltend zu den Titeln geäussert. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:50

Die Schweizer Börse macht am Dienstag einen Teil der Vortagesverluste wieder wett. Händler sagen, Anzeichen für eine positive Entwicklung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit hätten Käufer auf den Plan gerufen. Der SMI klettert um 1,1 Prozent auf 8648 Punkte. Am Vortag war das Börsenbarometer um 2,2 Prozent abgesackt. Doch dank der festeren Schlusskurse an der Wall Street und Schnäppchenjägern kam es heute Dienstag zu einer Kehrwende.

Von den 20 SMI-Werten rücken 19 vor. Die stärksten Gewinne verzeichnen die Aktien von Unternehmen mit einem stark von der Konjunktur abhängigen Geschäft. So gewinnen der Zementkonzern LafargeHolcim 2,7 Prozent an Wert und der Uhrenhersteller Swatch 1,6 Prozent.

Die Pharmaschwergewichte profitieren von positiven Kommentaren eines Brokers. Die Novartis-Aktien legen 1,4 Prozent zu und die Roche-Anteile 1,2 Prozent. Zuvor hatte Jefferies die Analyse der beiden Konzerne mit einer Kaufempfehlung aufgenommen.

Die Banken holen einen Teil der Vortagesverluste wieder auf. Die Titel von Julius Bär steigen um 1,9 Prozent, die der Credit Suisse um 1,5 Prozent und die der UBS um 1,4 Prozent.

Der einzige Bluechip mit Kursverlusten ist Givaudan. Die Titel des Aromenherstellers büssen nach einer Rückstufung auf "Equal-Weight" von "Overweight" durch Morgan Stanley 0,4 Prozent ein.

Auch beim Milchverarbeiter Hochdorf wirkt sich ein Analystenkommentar negativ aus. Die Aktien brechen 16,3 Prozent auf 100,40 Franken ein. Zuvor hatte Credit Suisse das Kursziel auf 105 von 120 Franken zurückgenommen. Die Aktien der Biotech-Firma Santhera, die mehr frisches Kapital aufnehmen will als zunächst geplant, sacken 7,4 Prozent ab.

Technologiewerte, die am Vortag unter die Räder gekommen waren, locken Käufer an. Der Chip- und Sensorhersteller AMS verteuert sich um 4,9 Prozent.

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09:10

Der SMI startet bei 8675 Punkten (+1,2 Prozent). An der Wall Street war am Montag nach anfänglichen Verlusten zunächst die Technologiebörse Nasdaq ins Plus gedreht. Dann folgten die Standardwerte-Indizes, so dass die jüngste Talfahrt erst einmal ein Ende fand. Dennoch warnen Börsianer davor, die Gegenbewegung überzubewerten.

Unter den Blue Chips gibt es kaum Verlierer. Vielmehr legen vor allem die Aktien der beiden Grossbanken überdurchschnittlich zu. Während die UBS um 1,3 Prozent anziehen, gewinnen CS 0,9 Prozent hinzu. Die Credit Suisse wird am morgigen Mittwoch ihren Investorentag abhalten. Auch Zykliker wie ABB, LafargeHolcim und Geberit gewinnen mit Aufschlägen zwischen 1,3 und 1,5 Prozent deutlicher hinzu, genauso die Uhrenaktien Richemont und Swatch (je 1,1 Prozent). Auch die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche sorgen mit einem Kursplus von je 1 Prozent für Unterstützung.

Nach dem erneuten Kursrutsch am Montag um mehr als 7 Prozent sind die Aktien von AMS (+3,6 Prozent) gesucht. Sorgen um den iPhone-Hersteller Apple hatten die Aktien in den vergangenen Monaten gebeutelt. Am Montag gehörten die Apple-Aktien aber zu den grössten Gewinnern, so dass AMS-Titel nun in dem freundlichen Fahrwasser erst einmal mit nach oben gehen.

Tiefer notieren die Aktien vom Schokoladehersteller Lindt & Sprüngli (-0,6 Prozent). Laut Händlern hat Mirabaud das Rating für die Papiere auf "Sell" gesenkt. Meyer Burger (+5,1 Prozent) streicht in Thun weniger Stellen als geplant. Straumann (+2,2 Prozent) beteiligt sich an einem Keramikimplantatehersteller und Meier Tobler (+1 Prozent) präzisiert den Ausblick.

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08:55

Die Unsicherheit rund um den Brexit und um den Handelsstreit zwischen China und den USA haben Anlegern in Asien die Laune verdorben. Der japanische Leitindex Nikkei ging am Dienstag mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 21'148 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix verlor noch stärker.

Nach einem Telefonat zwischen US-Finanzminister Steven Mnuchin, dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem chinesischen Vize-Ministerpräsident Liu He machte sich an den Aktienmärkten in Schanghai und Shenzen die vorsichtige Hoffnung breit, im Zollstreit könne es doch bald positive Ergebnisse geben. Die dortigen Leitindizes zogen leicht an.

Unruhe gab es an der indischen Börse nach dem überraschenden Rücktritt von Zentralbankchef Urjit Patel. Er hatte am Montag nach einem Streit mit der Regierung Indiens über eine Lockerung der Bankenregulierung das Handtuch geworfen. Der Leitindex verlor rund ein Prozent. Die indische Währung Rupie verbilligte sich im Vergleich zum Dollar deutlich. "Die Märkte werden in der nächsten Zeit wegen des Rücktritts und der Unsicherheit rund um die bevorstehenden Parlamentswahlen im nächsten Jahr anfällig bleiben", sagte Anuja Munde, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Nikko.

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08:16

Die Ölpreise haben sich am Dienstag nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 59,98 Dollar. Das war ein Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg geringfügig um drei Cent auf 51,03 Dollar. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern bremsen Zweifel an der Umsetzung des jüngsten Beschlusses wichtiger Förderländer, die in der sogenannten "Opec+" zusammengeschlossen sind, die Ölpreise. Am vergangenen Freitag hatte die Opec gemeinsam mit anderen Ölstaaten wir Russland eine Kürzung der Fördermenge um 1,2 Millionen Barrel angekündigt.

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08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird vorbörslich von der Bank Julius Bär bei 8634 Punkten (+0,97 Prozent) berechnet. Rückenwind dürfte der Leitindex SMI dabei vor allem von der Wall Street bekommen, der am Montag nach einem schwachen Start noch die Kehrtwende ins Plus gelungen war.

Die grössten Gewinner sind vorbörslich Credit Suisse und UBS (je +1,5 Prozent). Auch die Schwergewichte Nestlé (+0,7), Novartis (+1,1 Prozent) und Roche (+0,8 Prozent) dürften für Unterstützung sorgen. Am breiten Markt fallen AMS (+4,1 Prozent), Comet (+2,1 Prozent), GAM (+2,2 Prozent), Partners Group (+2,1 Prozent), Temenos (+2,1 Prozent), U-blox (+2,4 Prozent) und VAT (+2,1 Prozent) mit grossen Kursgewinnen auf.

Wie es in Händlerkommentaren am Dienstag heisst, sollte die erwartete Gegenbewegung an diesem Morgen nicht überbewertet werden. Immerhin seien die Börsen in Asien den freundlichen US-Vorgaben nur zum Teil gefolgt. Zudem trage die gestiegene Unsicherheit rund um den Brexit zu den allgemeinen Wachstumsängsten der Investoren bei.

"Aktuell braucht es nicht viel, um übertriebenen Reaktionen an den Märkten auszulösen", fasst es ein Börsianer zusammen. Daher sollte die mögliche Erholung an diesem Dienstag auch nicht als Ausbruch aus einem möglicherweise länger anhaltenden Abwärtstrend gesehen werden.

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07:51

Der Euro hat sich am Dienstag wenig verändert. Am Morgen wird die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1362 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Zum Franken zeigt sich der Euro bei einem Stand von 1,1240 ebenfalls stabilisiert. Am Montagmorgen hatte er noch bei knapp 1,12 Franken notiert. Der Dollar bewegt sich bei einem Stand von 0,9893 Franken ebenfalls auf dem Niveau vom Vorabend.

Am Vortag hatte die Verschiebung der Parlamentsabstimmung in Grossbritannien über die Brexit-Vereinbarung die Anleger verunsichert. Der Euro war etwa ein halbes Prozent abgerutscht. Ähnlich wie der Euro stabilisiert sich vorerst auch das britische Pfund am Morgen nach den kräftigen Vortagesverlusten. Im Tagesverlauf dürfte die weitere politische Entwicklung im Mittelpunkt am Devisenmarkt stehen. So reist Thersa May zu Gesprächen mit EU-Regierungschefs.

Unter Verkaufsdruck steht am Morgen die indische Rupie. Zeitweise verlor die Währung im Handel mit dem Dollar mehr als ein Prozent an Wert, nachdem der Chef der indischen Notenbank Urjit Patel überraschend zuürckgetreten ist. Der Rücktritt erfolgt nach einem monatelangen Konflikt mit der indischen Regierung und löste am Devisenmarkt Sorgen über die Unabhängigkeit der Notenbank aus.

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06:45

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor bis zum frühen Nachmittag in Tokio 0,45 Prozent auf 21.126 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,85 Prozent auf 1576 Zähler nach.

Ein Telefonat zwischen US-Finanzminister Steven Mnuchin, dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem chinesischen Vize-Ministerpräsident Liu He liess zwar Hoffnung aufkommen, dass es bei den Entspannungsbemühungen im Handelskonflikt vorangehen könnte. Allerdings gaben sich Händler skeptisch, ob es wirklich dazu kommt. So sagte Stephen Innes von OANDA, er halte die Entwicklung zwar für positiv. Aber ein Handelskrieg sei längst noch nicht vom Tisch.

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06:36

Das britische Pfund notierte zum Dollar in der Nähe des niedrigsten Stands seit fast 20 Monaten, auf den es gerutscht war, nachdem die britischen Premierministerin Theresa May die Brexit-Abstimmung im Parlament abgesagt hatte. Zum Euro gab die US-Währung etwas nach auf 1,1365 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9891 Franken je Dollar und 1,1242 Franken je Euro gehandelt.

(cash/Reuters/AWP)