+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen uneinheitlich - Boeing-Verlust belastet

Die US-Börsen haben am Mittwoch keine gemeinsame Richtung gefunden. Auf den Standardwerten lasteten die Bilanzen von Boeing und Caterpillar.
24.07.2019 22:45
Wird für die schlechten Zahlen wegen dem Flugverbot für die MAX 8 abgestraft: die Boeing-Aktie.
Wird für die schlechten Zahlen wegen dem Flugverbot für die MAX 8 abgestraft: die Boeing-Aktie.
Bild: ZVG

22:45

Beim US-Flugzeugbauer hat das weltweite Startverbot für die 737 MAX nach zwei Abstürzen mit mehreren Hundert Toten zu einem Milliardenverlust geführt. Dem Baumaschinenhersteller setzte ein überraschender Gewinnrückgang zu. Boeing-Papiere geben gut 3, Caterpillar-Aktien mehr als 4 Prozent nach.
 
Optimistische Äusserungen von Texas Instruments zur Chip-Nachfrage halfen dagegen Halbleiterproduzenten und damit der Technologiebörse Nasdaq auf die Sprünge. Texas Instruments legen 7,4 Prozent zu.
 
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 27'269 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 steigt dagegen um 0,5 Prozent auf 3019 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt 0,9 Prozent auf 8321 Punkte zu.
 
Die Aktien von Sprint gewinnen in den USA 8 Prozent. Dem "Handelsblatt" zufolge steht die Genehmigung der 26 Milliarden Dollar schweren Fusion mit T-Mobile unmittelbar bevor. Die Papiere der US-Tochter der Deutschen Telekom legen 3,1 Prozent zu.
 
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17:45

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch an Boden verloren. Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag hätten sich die Anleger zurückgehalten, sagen Händler. Eine Zinssenkung der Euro-Hüter könnte nach Einschätzung von Experten auch die Schweizerische Nationalbank unter Zugzwang bringen, nachzuziehen. Der SMI gibt 0,6 Prozent nach auf 9908 Zähler.

Unter Abgabedruck standen vor allem die Titel der UBS. Die Aktie der grössten Schweizer Bank hat am Vortag nach dem Quartalsbericht deutlich zugelegt. Nun gibt sie jedoch 4,0 Prozent nach. In ihrem Sog rutschen auch die Anteilsscheine der Rivalin Credit Suisse 1,4 Prozent ab. Sie will ihre Halbjahreszahlen kommende Woche präsentieren.

Zu den Verlierern gehören auch Schwergewichte wie der Pharmakonzern Novartis oder der Lebensmittelkonzern Nestlé. Einige zyklische Werte wie der Bauchemiekonzern Sika und der Elektrokonzern ABB legen hingegen zu - wohl in Erwartung guter Zahlen. Beide Unternehmen und der Pharmakonzern Roche (-0,1 Prozent)  wollen am Donnerstag ihre Halbjahresbilanz präsentieren.

Am breiten Markt geben die Clariant-Titel 1,2 Prozent nach, nachdem der Spezialchemiekonzern überraschend den Rücktritt von Firmenchef Ernesto Occhiello angekündigt hat.

Die Aktien des Vermögensverwalters EFG brechen 5,1 Prozent ein. Das Institut hatte sein selbst gestecktes Ziel für neue Gelder, die die reiche Kundschaft der Bank anvertraut, verfehlt.

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16:10

Nachdem es am Vortag für neue Rekorde nicht gereicht hatte, blieben die Anleger nun in der Deckung, der Dow Jones Industrial fiel im frühen Handel von 0,3 Prozent auf 27 263 Punkte. Am Dienstag hatten dem Leitindex nur 30 Punkte für ein neues historisches Hoch gefehlt.

Vor der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche würden sich die Börsianer vor allem an der Flut von Quartalsberichten orientieren, sagte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Nach der eher positiven Zahlenflut am Vortag gab es nun Licht und Schatten, sodass die Kursausschläge bei Einzelwerten in beide Richtungen dem Gesamtmarkt nicht eindeutig ihren Stempel aufdrückten.

Auch Optimismus im US-Handelsstreit mit China hatte der Markt am Vortag schon vorweg genommen. Das Weisse Haus bestätigte am Mittwoch Medienberichte, wonach Finanzminister Steven Mnuchin und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer kommende Woche mit ihren chinesischen Gesprächspartnern zusammentreffen.

Die übrigen New Yorker Indizes schlugen sich etwas besser als der Dow, indem sie im frühen Handel in etwa neutral notierten. Der S&P 500 schaffte es zuletzt knapp mit 3006 Punkten darüber. Gleiches gilt für den technologielastigen Nasdaq 100 mit 7958 Zählern.

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15:30

Die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen hat heute im Tagesverlauf ein neues Rekordtief bei -0,66 Prozent erreicht. Wie Swiss-Life-Chefökonom Marc Brütsch in einem Tweet schreibt, ist die Zinsstrukturkurve in der Schweiz zwischen 3 Monaten und 10 Jahren bald invers.

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11:45

Mittlerweile ist der für Donnerstag anstehende Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Fokus der Investoren gerückt. Bis dahin dürften sich die Anleger nicht mehr allzu stark aus dem Fenster lehnen, heisst es im Markt.

Der SMI verliert kurz nach 11 Uhr 0,4 Prozent auf 9924 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI büsst 0,4 Prozent auf 1529 und der breite SPI 0,4 Prozent auf 12'026 Zähler ein.

Die grösste Bewegung bei diesen Werten gibt es bei Clariant, wobei sich die Verluste mittlerweile auf 4,1 Prozent ausgedehnt haben. CEO Ernesto Occhiello ist nach lediglich neun Monaten bereits wieder zurückgetreten.

Im Fokus stehen zu Handelsbeginn auch Lonza (+1,5%). Der Basler Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer hat seine Jahreszahlen veröffentlicht und dabei die Erwartungen erfüllt.

Grösster Gewinner sind derweil AMS (+4,6%) mit einem erneuten satten Plus nach diversen Kurszielerhöhungen.

Bei den grössten Verlierern unter den Bluechips sind derweil auch die Banken. UBS (-2,3%) haben einen guten Teil der Gewinne vom Vortag nach Zahlen bereits wieder abgegeben. Gar noch deutlicher erwischt es die Papiere der Privatbank Julius Bär (-2,9%).

Im breiten Markt haben diverse Firmen ebenfalls Zahlen publiziert. Am meisten bewegt davon werden die Papiere von EFG (-8,1%). Die Zürcher Privatbank hat mit ihren Halbjahreszahlen enttäuscht. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Der SMI sinkt nach Börsenstart leicht auf 9959 Punkte an. Gundsätzlich ist die Stimmung aber gut. Händler verweisen vor allem auf die guten Vorgaben aus den USA: Gute Unternehmensberichte und positive Anzeichen im US-Handelsstreit mit China hatten der Wall Street Rückenwind beschert.

Zahlreiche Gewinnwarnungen seien so gut weggesteckt worden, hiess es. In den Fokus rückt nun auch verstärkt der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), der für den Donnerstag vorgesehen ist. Er könnte bis dahin für zunehmende Zurückhaltung sorgen, heisst es im Markt.

Im Fokus steht Lonza (+0,9 Prozent). Der Basler Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer hat vorbörslich seine Jahreszahlen veröffentlicht und dabei die Erwartungen erfüllt. Zugpferd war die neu aufgestellte Sparte Lonza Pharma Biotech & Nutrition, doch auch das schwächelnde LSI-Geschäft zeigt erste Anzeichen einer Erholung.

Weitere Kursrekorde bei der Lonza-Aktie fraglich

Mit Clariant (-1,5 Prozent) sorgt ein weiterer Chemiewert für Aufsehen. CEO Ernesto Occhiello ist nach lediglich neun Monaten bereits wieder zurückgetreten - aus persönlichen Gründen, wie es hiess. Der frühere Chef und derzeitige VR-Präsident Hariolf Kottmann übernimmt das Ruder vorübergehend wieder. Da keine genauen Details bekannt sind, gibt es im Markt eine gewisse Unsicherheit. Clariant wird am (morgigen) Donnerstag dann noch die Halbjahreszahlen nachreichen.

Dies werden auch die SMI-Werte ABB (+0,9 Prozent), Roche (+0,3 Prozent) und Sika (+0,3 Prozent) tun.

Im breiten Markt haben diverse Firmen ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht und werden entsprechend Beachtung finden. Es sind dies Bobst (-2,1 Prozent), EFG (-0,15 Prozent) und Sulzer (+2,5 Prozent), aber auch Calida (1,1 Prozent), Starrag (-1,3 Prozent) und die Walliser KB (noch kein Kurs).

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08:30

In der Hoffnung auf eine Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China steigen Anleger in die asiatischen Aktienmärkte ein. Der japanische Nikkei-Index legte am Mittwoch 0,3 Prozent auf 21.689 Punkte zu, und die Börse Shanghai gewann 0,7 Prozent auf 2921 Zähler.

Der Optimismus der Anleger speiste sich aus einem Medienbericht, dem zufolge der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer in der kommenden Woche direkt mit chinesischen Vertretern verhandeln will. Vor diesem Hintergrund griffen Investoren vor allem bei Firmen mit einem grossen China-Geschäft zu - allen voran bei Technologiewerten.

So gewannen Sumco, Advantest und Screen bis zu 4,4 Prozent. Die Papiere der Autobauer Toyota, Honda und Nissan rückten jeweils mehr als ein Prozent vor. Am neuen chinesischen Star Market verringerten sich die Kurskapriolen. Die meisten der 25 an diesem nach dem Vorbild der US-Technologiebörse Nasdaq modellierten Segment notierten Werte gewannen weniger als 10 Prozent.

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08:10

Der SMI steigt den vorbörslichen Berechnungen zufolge um 0,1 Prozent auf 9976 Punkte. In Asien sind die Börsen ebenfalls positiv gestimmt, was an neuen Entspannungszeichen im Handelsstreit liegt.

Lonza ist nach Zahlen um 1,1 Prozent höher gestellt. Die übrigen Aktien steigen im Bereich von bis zu etwa 0,15 Prozent.

Bei den kleiner kapitalisierten Aktien profitieren AMS (+2,1 Prozent) weiter von den guten Zahlen des Vortages. Bobst (+1,1 Prozent) sind trotz des bestätigsten Gewinneinbruchs ebenfalls höher gestellt. Auch Sulzer (+1,2 Prozent) helfen gute Zahlen.

Bei Clariant (-0,9 Prozent) hingen wirkt sich der abrupte Abgang des CEO negativ aus.

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07:50

Die Ölpreise haben am Mittwoch weiter zugelegt. Am Morgen ging es mit den Notierungen aber nur noch leicht nach oben, nachdem sie am Vorabend deutlicher gestiegen waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 64,00 Dollar. Das waren 17 Cent mehr als am Vorabend. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 18 Cent auf 56,95 Dollar.

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06:35

Der Euro steht zum Franken bei 1,0993. In der Nacht ist der Kurs zwischenzeitlich auf 1,0983 gefallen.

Rohöl der Kategorie Brent kostet aktuell 63,98 Dollar.

Bitcoin kostet mit 9596 Dollar wieder deutlich weniger als 10'000 Dollar, wo der Kurs gestern noch gestanden hatte.

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06:30

Der japanische Aktienmarkt ist am Mittwoch angesichts neuer Hoffnungen auf ein Ende des Handelskonfliktes zwischen den USA und China mit Kursgewinnen gestartet. Der Leitindex Nikkei gewann 0,5 Prozent auf 21'724 Punkte.

(cash/AWP/Reuters)