16:30
Renditesuchende Anleger finden heute völlig andere Bedingungen vor als noch vor zehn Jahren. Der Anteil der S&P-500-Aktien, deren Dividendenrendite höher ist als die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, ist auf den tiefsten Stand seit Mai 2007 gefallen. Das zeigen Daten von Ned Davis Research, die von Liz Ann Sonders von Charles Schwab veröffentlicht wurden.
Aktuell liegt dieser Wert bei nur 3,85 Prozent. Das steht in einem starken Kontrast zum Anlageumfeld Mitte der 2010er-Jahre. Im Juli 2016 boten rekordhohe 63,4 Prozent der S&P-500-Firmen eine Dividendenrendite, die über jener zehnjähriger US-Staatsanleihen lag – den ausserordentlichen Ausschlag während des Covid-19-Crashs ausgenommen.
Mit den gestiegenen Anleiherenditen sind US-Staatsanleihen wieder zur wichtigsten Quelle für Erträge geworden. Aktien haben damit ihren jahrelangen Renditevorteil aus der Tiefzinsphase verloren. Für moderne Portfolios ist die Ära vorbei, in der man für regelmässige Erträge vor allem auf Aktien setzte.
+++
15:59
Der steile Anstieg schob Moderna deutlich über die Durchschnittslinien von 50, 100 und 200 Tagen. Das markiert einen klaren technischen Ausbruch über alle wichtigen Trendindikatoren. Auch das Momentum erreichte extrem hohes Terrain. Der Relative-Stärke-Index kletterte auf 92,21 Punkte. Das ist der höchste Wert in der Geschichte der Aktie. Er signalisiert einen stark überkauften Zustand.
Das Zusammenspiel aus Mehrjahreshoch und Rekord-RSI unterstreicht zwei Dinge. Der fundamentale Auslöser ist sehr stark. Zudem war der anschliessende Kaufdruck der Anleger extrem hoch.
Wegen des überkauften Levels scheinen die Gewinnmitnahmen in der Höhe von gut 17 Prozent am Donnerstag auch nicht sehr verwunderlich. Die Aktie notiert weiterhin rund 140 Prozent über dem Niveau von Dienstag.
+++
15:30
Die US-Börsen starten im Minus. Der Dow Jones Industrial gibt im frühen Handel um 0,7 Prozent auf 53'110 Punkte nach. Für den marktbreiten S&P 500 geht es um 0,3 Prozent auf 7683 Zähler bergab. Auch der technologielastige Nasdaq 100 verbucht mit 29'290 Punkten ein Minus von 0,7 Prozent.
+++
14:50
Der Leitindex Dow Jones Industrial wird 0,7 Prozent niedriger berechnet bei 53'080 Punkten. Das würde den tiefsten Stand seit Anfang des Monats bedeuten. Der Nasdaq 100 wird 0,8 Prozent schwächer erwartet bei 29'180 Zählern.
Mit Enttäuschung aufgenommene Geschäftszahlen von Walmart dürften am Donnerstag schwächere Aktienkurse an den US-Börsen nach sich ziehen. Die Papiere des weltweit grössten Filial-Einzelhändlers sackten im vorbörslichen Handel um sechs Prozent ab und zogen andere Titel der Branche mit nach unten. Belastend für die Aktienmärkte wirkten sich auch wieder steigende Ölpreise und Anleiherenditen aus.
Die Umsätze von Walmart auf dem Heimatmarkt blieben im zweiten Geschäftsquartal hinter den Erwartungen zurück. Vor allem der Preisdruck bei pharmazeutischen Produkten macht dem Konzern zu schaffen. Das belastete vorbörslich auch Aktien anderer Handelsriesen wie Costco , TJX und Home Depot .
Ganz anders der Land- und Forstmaschinenbauer Deere & Co , der mit seinen Quartalszahlen überzeugen konnte. Das Unternehmen rechnet zudem mit einem guten Jahr 2027 für die US-Agrarbranche. Der Kurs stieg um knapp vier Prozent.
Der Parfüm- und Kosmetikhersteller Coty blieb nach der Veröffentlichung der Quartalsbilanz einen Ausblick auf das Geschäftsjahr schuldig. Zudem sieht das Unternehmen laufende Geschäftsjahr als Jahr des Übergangs. Das liess den Aktienkurs um 16 Prozent einbrechen.
+++
14:30
Der SMI steht nun 0,45 Prozent tiefer.
+++
13:45
Der US-Halbleiterkonzern Wolfspeed vergrault die Anleger mit roten Zahlen und Umsatzverlusten. Die Aktien des Herstellers von Siliziumkarbid-Chips fallen im vorbörslichen US-Handel um mehr als zwölf Prozent. Im Sog dessen verlieren auch europäische Chipaktien: Papiere von Infineon sinken um ein Prozent, STMicroelectronics geben 1,8 Prozent nach. Der Umsatz von Wolfspeed brach im vierten Quartal im Jahresvergleich um 24,1 Prozent ein. Zugleich fiel ein Verlust je Aktie von 2,81 Dollar an.
+++
13:00
Der SMI notiert 0,1 Prozent tiefer.
+++
12:30
«Die Spannungen im Nahen Osten bleiben hoch, was die Gefahr weiterer Versorgungsengpässe birgt», sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Geringere Exporte aus der Region dürften die angespannte Lage auf dem Ölmarkt weiter verschärfen.
+++
11:40
Händler sprechen insgesamt von einer leichten Beruhigung nach der hohen Nervosität am Vortag. Da hatte das US-Finanzministerium angekündigt, Rückkäufe langlaufender Anleihen stark zu erhöhen. Besonders deutlich sank daraufhin die Rendite von 30-jährigen Anleihen. Und auch der US-Dollar geriet gegenüber Euro und Franken unter Druck.
Wie lange die Beruhigung andauert, muss sich allerdings zeigen. «An den längerfristigen strukturellen Trends ändert dies wenig: Die Anleihen-Rückkäufe in den USA reduzieren weder die Staatsverschuldung noch das Defizit», sagte ein Händler. Anleger könnten jedenfalls den Eindruck gewinnen, Washington versuche, die langfristigen Finanzierungskosten technisch zu drücken, statt die Staatsfinanzen zu sanieren. Das US-Finanzministerium hatte erst grad bekanntgegeben, dass die gesamten US-Schulden erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten hätten.
Weiter eine Belastung für die Finanzmärkte sind auch die Ölpreise. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent steht auch heute wieder im Aufwind mit +2 Prozent auf knapp 94 Dollar. Die Marke von 100 Dollar, die letztmals gegen Ende Juli überschritten wurde, rückt also wieder näher. Und damit steigen auch die Befürchtungen einer wieder anziehenden Inflation, wie es im Handel heisst.
Unternehmensnews bei den SMI-Firmen gibt es praktisch keine, entsprechend halten sich auch die Ausschläge der Einzeltitel dort in Grenzen. Klar gesucht sind etwa erneut Geberit (+1,1 Prozent). Die Titel des Sanitärtechnikers waren bereits am Vortag nach gut aufgenommenen Halbjahreszahlen über 7 Prozent vorgerückt.
Die Kursveränderungen seien allerdings zum Teil auch etwas zufällig. Bei den grössten Gewinnern sind etwa noch Givaudan (+1,1 Prozent) oder Amrize (+0,5 Prozent) und Holcim (+0,4 Prozent). Und auch Gesundheitstitel wie Roche (+0,4 Prozent), Novartis (+0,1 Prozent) oder Lonza (+0,3 Prozent) legen zu. Letztere hatten am Vortag nach positiven Moderna-News schon klar gewonnen.
Bei den Nicht-SMI-Titeln stehen am Donnerstag einige weitere Unternehmen mit Halbjahreszahlen im Fokus. Dazu gehören unter anderem die Immobiliengesellschaften Swiss Prime Site (+1,1 Prozent) und Zug Estates (unver.), die Waadtländer BCV (-2,8 Prozent) oder der Industriekonzern Centiel (+12,8 Prozent).
Centiel kamen erst vor kurzem an die Börse und sind seither ein Top-Performer am Schweizer Aktienmarkt. Auch Valartis (+15,9 Prozent) können sich nach News zum erwarteten Halbjahresergebnis positiv in Szene setzen. DocMorris (+2,8 Prozent) profitiert derweil weiter von den am Vortag präsentierten Zahlen, die einen möglichen Break-even näher erscheinen lassen.
Auch Neueinstufungen durch Analysten sorgen für Bewegung. So hat etwa die UBS den Daumen für Aryzta (-4,6 Prozent) gesenkt und das Rating auf 'Sell' von 'Buy' herabgestuft. Und bei Huber+Suhner (-2,4 Prozent) hat Berenberg das Kursziel gesenkt. Sonova (+0,9 Prozent) profitieren von einer Kurszielerhöhung durch die UBS. Er sei mit Blick auf die Endmärkte weiterhin zuversichtlich für den Hörgeräte-Hersteller, meinte der zuständige Experte.
+++
10:00
Der SMI gibt die schmalen Gewinne ab und notiert kaum verändert zum Vortag.
+++
09:55
Implenia-Aktien sinken 5.Prozent. Dabei kommt es am Tag nach den zahlenbedingten Avancen zu Gewinnmitnahmen.
Das Gegenteil passiert bei DocMorris. Die Aktien legen 6 Prozent zu, nachdem sie am Vortag nach den Halbjahreszahlen gefallen waren.
+++
09:45
«Die Hoffnung auf regulatorische Klarheit und ein entspannteres Renditeumfeld am US-Anleihemarkt fungieren als Zünglein an der Waage», sagte Timo Emden vom Broker CapTrader. Der Bitcoin präsentiere sich einmal mehr als Kompass für den Risikoappetit. US-Präsident Donald Trump forderte am Mittwoch den Kongress auf, ein Gesetz zu verabschieden, das für klarere Definitionen des wachsenden Kryptowährungssektors sorgen soll.
+++
09:15
Händler sprechen von einer leichten Beruhigung nach der hohen Nervosität am Vortag. So hatte das US-Finanzministerium am Mittwoch angekündigt, Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Besonders deutlich sank daraufhin die Rendite von 30-jährigen Anleihen. Und auch der US-Dollar geriet unter Druck gegenüber Euro und Franken.
Der Anstieg der Renditen hatte den Investoren in den Tagen davor noch grosse Sorgen bereitet. Die Gründe sind vielfältig: Die Rede war von wieder gestiegenen Inflationssorgen, dem unberechenbaren Iran-Krieg mit weiter ansteigenden Ölpreisen, einer stark steigenden Staatsverschuldung in vielen Ländern und dem Kapitalbedarf grosser KI-Unternehmen.
In Asien präsentierten sich die Indizes in Japan und Südkorea am Morgen immerhin deutlich erholt. Wie sich das auf den SMI auswirkt, muss sich aber zeigen. Der hiesige Leitindex hatte in den letzten Tagen vor allem dank Avancen seiner Pharmaschwergewichte etwas zugelegt. Sollte die Nervosität sinken, könnte es dort zu Gewinnmitnahmen kommen, heisst es im Handel.
+++
08:10
Der SMI wird bei Julius Bär 0,16 Prozent höher gesehen. 19 von 20 Indexwerten steigen. Beste Aktie ist Roche mit einem Anstieg von 0,52 Prozent. Logitech fällt 0,4 Prozent.
Am breiten Markt sackt Aryzta über 6 Prozent ab. Die UBS hat die Anlageempfehlung für Aryzta auf Verkaufen von zuvor Kaufen gesenkt. Huber+Suhner steigen 2,6 Prozent.
+++
07:30
Das Geschehen an den Devisenmärkten hat sich in der Nacht auf Donnerstag wieder etwas beruhigt. Dies, nachdem der Dollar am späten Mittwochnachmittag wegen der Ankündigung von US-Anleihenkäufen stark unter Druck geraten war.
Das USD/CHF-Paar notiert am frühen Donnerstag mit 0,8003 wieder knapp über der Marke von 80 Rappen. Am Mittwochabend war das Paar von über 0,81 bis auf 0,7969 im Tief gefallen. Das EUR/USD-Paar geht derweil am Morgen bei 1,1672 um. Hier gab es zwischendurch einen Anstieg bis auf 1,16855 von unter 1,16 noch am Mittwochmorgen.
Der Franken legte am Mittwochabend aufgrund der grossen Bewegungen am Devisenmarkt auch zum Euro deutlich zu. Am Morgen gab es auch hier wieder eine leichte Erholung. Das EUR/CHF-Paar kostet aktuell 0,9341, nachdem es in der Nacht bis auf 0,9307 gefallen war. Hier waren am Mittwochmorgen noch Kurse um 0,94 bezahlt worden.
Auslöser der Dollar-Schwäche war eine Ankündigung des US-Finanzministeriums, welches die Rückkäufe langlaufender Anleihen deutlich erhöhen will. Die Zinsen für US-Staatsanleihen kamen danach deutlich zurück. Dadurch wurden US-Anleihen für Anleger weniger attraktiv und die Geldströme flossen vermehrt in andere Länder oder Anlageklassen, was den Dollar schwächte. Kurz nach der Ankündigung waren auch der Goldpreis und der Bitcoin-Kurs deutlich angestiegen.
+++
06:20
Der SMI wird bei der IG Bank 0,12 Prozent höher gestellt. Am Vortag hatte er 0,46 Prozent gewonnen.
+++
06:00
Eine Intervention des US-Finanzministeriums zur Stützung des Anleihemarktes hat die Nerven der Anleger beruhigt und die Aktienmärkte am Donnerstag beflügelt. Das US-Finanzministerium hatte angekündigt, die Rückkäufe von langlaufenden Staatsanleihen zu verdoppeln. Damit will es dem jüngsten Ausverkauf entgegenwirken, der die Rendite der 30-jährigen US-Anleihe auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hatte. Daraufhin gaben die Renditen für US-Staatsanleihen sowie für japanische und deutsche Papiere nach.
Die Börse in Tokio legte deutlich zu: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 1,2 Prozent. Die Börse in Shanghai gewann 0,2 Prozent. Einige Anleger blieben jedoch skeptisch. «Je mehr das US-Finanzministerium intervenieren will, desto mehr Verkäufe von institutionellen Anlegern wird es auslösen», sagte Cusson Leung, Investmentchef bei KGI.
+++
05:30
Am Devisenmarkt geriet der Dollar durch die fallenden Renditen unter Druck. Er gewann zum Yen 0,2 Prozent auf 158,43 Yen. Zur Schweizer Währung notierte er 0,3 Prozent höher bei 0,7996 Franken. Der Euro hielt sich fast unverändert bei 1,1675 Dollar und zog zum Franken um 0,3 Prozent auf 0,9335 Franken an.
+++
05:00
Die Ölpreise legten zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 91,87 Dollar. Händler verwiesen auf Daten, wonach sich die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus wegen der Blockade im Iran-Krieg verlangsamt habe. Das US-Öl WTI notierte kaum verändert bei 85,84 Dollar. Der Goldpreis gab dagegen nach und notierte bei 4.492,56 Dollar je Feinunze.
+++
01:00
Sinkende Anleiherenditen haben am Mittwoch die US-Börsen gestützt. Das US-Finanzministerium hatte angekündigt, Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Besonders deutlich sank daraufhin die Rendite von 30-jährigen Anleihen, deren Anstieg am Vortag Aktien-Anlegern noch Sorgen bereitet hatte. Gründe waren gestiegene Inflationssorgen, der Iran-Krieg, eine stark steigende Staatsverschuldung und der Kapitalbedarf grosser KI-Unternehmen.
Zum Börsenschluss legte der Leitindex Dow Jones Industrial um 0,22 Prozent auf 53'463,05 Punkte zu. Der von Techwerten bestimmte Nasdaq 100 sank um 0,22 Prozent auf 29'426,02 Zähler. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,21 Prozent auf 7707,98 Zähler.
Nachrichten aus der Biotech-Branche sorgten für Aufsehen und lösten deutliche Kurssprünge aus. Nach einer erfolgreichen gemeinsamen Studie von Moderna und Merck & Co zu einem Melanom-Impfstoff sprang der Kurs der Moderna-Aktien um 177 Prozent in die Höhe. Dieser Anstieg liess die Marktkapitalisierung von Moderna allein an diesem Tag um 44 Milliarden Dollar auf rund 70 Milliarden Dollar steigen.
Die Papiere von Merck & Co legten in Rekordhöhen um 12,6 Prozent zu. Im Schlepptau von Moderna und Merck schnellte auch der Kurs des Impfstoffentwicklers Biontech um 22 Prozent hoch.
Papiere von Goldminen-Betreibern legten kräftig zu, nachdem der Goldpreis im Zuge der gesunkenen US-Renditen deutlich angezogen hatte. Agnico Eagle und Barrick Mining gewannen gut 11 beziehungsweise mehr als 7 Prozent.
Marvell Technology und Alphabet gaben eine erweiterte Partnerschaft im Bereich der Chip-Entwicklung bekannt, die eine Optionsvereinbarung von Marvell beinhaltet, die es dem Suchmaschinenriesen ermöglicht, Aktien im Wert von bis zu 12,2 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Marvell sprangen um rund 10 Prozent hoch. Alphabet schlossen knapp im Plus.
Die Titel des Kosmetikunternehmens Estee Lauder sprangen nach besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen um 16,3 Prozent in die Höhe, jene des Einzelhändlers Target nach einem erhöhten Ausblick um 4,3 Prozent.
(cash/Reuters/AWP)
