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18:28
Die Schweizer Börse hat am Freitag knapp gehalten geschlossen. Nach einem schwachen Handelsstart konnte der Leitindex SMI zwar mit den weiteren wichtigen Börsenplätzen zeitweise ins Plus drehen, gab die Gewinne im späten Handel aber wieder ab. Auch in der zweiten Woche des Iran-Kriegs ist es an den Aktienmärkten damit abwärts gegangen.
Angesichts der anhaltend hohen Ölpreise blieb die Nervosität bei den Investoren auch am Freitag hoch. Die Ölpreise entwickelten sich derweil gegenläufig zu den Aktienindizes: Das Fass Rohöl der Marke Brent kostete im Tagesverlauf zwar zeitweise weniger als 100 Dollar, übersprang die Marke am späten Nachmittag aber wieder.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte vor den Medien versucht, die Befürchtungen über eine anhaltende Schliessung der Strasse von Hormus zu beruhigen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen hielten derweil in hoher Intensität an. Die USA hätten ihre Attacken am Freitag noch einmal auf das bisher höchste Niveau gesteigert, sagte Hegseth.
Enttäuschend ausgefallene Konjunkturzahlen aus den USA weckten derweil Hoffnungen auf mehr Spielraum der US-Notenbank Fed bei den Leitzinssenkungen. So zeigten die Daten ein schwächeres Wachstum der US-Wirtschaft im Schlussquartal 2025 als erwartet. Zudem fielen die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA im Februar zurück.
Kommende Woche steht nicht nur die nächste Sitzung der US-Notenbank Fed an. Auch die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE), die Bank of Japan (BoJ) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) werden in der neuen Woche über die Zinspolitik entscheiden. Allerdings wird von allen fünf Zentralbanken ein Stillhalten bezüglich Leitzinsen erwartet.
Der SMI notierte zum Handelsschluss um 0,02 Prozent im Minus auf 12'839,27 Punkten. Für die gesamte Woche resultiert damit ein weiteres Minus von 2,0 Prozent, nachdem es in der Vorwoche bereits um 6,6 Prozent abwärts gegangen war. Von den 20 SMI-Titeln schlossen am Freitag je zehn im Minus respektive im Plus.
Der breite Markt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) büsste 0,15 Prozent auf 17'893,35 Zähler ein. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte schloss 0,48 Prozent im Minus auf 2941,40 Punkte.
Die Verunsicherung verschone nicht einmal das Gold, meinten die Ökonomen von J. Safra Sarasin. Der Goldpreis gab am Freitag moderat um 0,8 Prozent auf 5049 Dollar nach, während das Silber um 4,7 Prozent auf 80,20 Dollar absackte. Zu den wenigen Gewinnern gehört der US-Dollar, der zum Schweizer Franken erstmals seit Januar wieder über 79 Rappen stieg.
Deutlich schwächer schlossen auch die Titel des Luxusgüterkonzerns Richemont (-2,4 Prozent), aber auch die ABB-Aktien (-1,9 Prozent) verloren klar. Für Aufsehen sorgte ein Interview des ABB-Verwaltungsratspräsidenten Peter Voser, in dem er sich grösseren Firmenübernahmen gegenüber nicht abgeneigt zeigte.
Unter Druck standen angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten auch Bankentitel wie Julius Bär (-2,2 Prozent) und UBS (-0,8 Prozent). Die im laufenden Jahr stark unter Druck geratenen Partners Group (+0,6 Prozent) erhielten dagegen Rückenwind von einer bekräftigten Kaufempfehlung durch Kepler.
Am breiten Markt sackten Molecular Partners (-11,3 Prozent) nach Bekanntgabe eines weiteren Verlustjahrs deutlich ab. Positiv aufgenommen wurden dagegen die Jahreszahlen des Tessiner Orthopädieunternehmens Medacta (+1,8 Prozent)
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16:52
Ein Medienbericht über eine Verzögerung bei Metas neuem Modell für Künstliche Intelligenz (KI) macht der Aktie zu schaffen. Die Titel der Facebook-Mutter geben an der Wall Street rund drei Prozent nach. Meta habe die Veröffentlichung des KI-Modells «Avocado» von März auf mindestens Mai verschoben, berichtete die Zeitung «The New York Times» unter Berufung auf Insider. Grund sei die geringere Leistungsfähigkeit des Produkts im Vergleich zu den neuesten Angeboten der Konkurrenz. «Wie bereits angekündigt, wird unser nächstes Modell gut sein. Noch wichtiger ist uns jedoch, zu zeigen, wie schnell wir uns entwickeln», sagte ein Pressesprecher von Meta der Nachrichtenagentur Reuters.
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16:48
Ein schwacher Geschäftsausblick schickt die Aktien der US-Kosmetikkette Ulta Beauty auf Talfahrt. Die Papiere geben um mehr als elf Prozent nach. Für das laufende Jahr wird mit einem Gewinn je Aktie zwischen 28,05 und 28,55 Dollar gerechnet. Der Mittelwert der Spanne liegt damit unter den Analystenschätzungen von 28,40 Dollar, wie aus LSEG-Daten hervorgeht. Als Grund nannte Ulta Beauty höhere Marketingausgaben zur Ankurbelung der Nachfrage. Im vierten Quartal verfehlte der Konzern mit einem Gewinn von 8,01 Dollar je Aktie die Erwartungen von 8,03 Dollar.
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16:39
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16:14
Der Dow Jones Industrial hat sich am Freitag zunächst stabilisiert. Nach seinen jüngsten Verlusten legte der Leitindex im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 46'842 Punkte zu, nachdem enttäuschende Konjunkturdaten die Hoffnungen der Anleger auf zumindest eine Leitzinssenkung der Notenbank in diesem Jahr wiedererweckt hatten. Die US-Wirtschaft war im Schlussquartal 2025 schwächer gewachsen als erwartet.
Am Vortag war der Dow wegen der fortdauernden, weitgehenden Sperre der Strasse von Hormus und der damit verbundenen Inflationssorgen einmal mehr unter Druck geraten. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von 1,4 Prozent an.
Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,1 Prozent auf 6680 Zähler. Für den technologielastigen und schwankungsanfälligen Nasdaq 100 ging es um 0,1 Prozent nach unten.
Derweil bleibt die Unsicherheit am Markt wegen des Iran-Kriegs hoch. Denn die iranischen Revolutionsgarden halten an ihrer Blockade der Strasse von Hormus im Persischen Golf fest. Die Kommandozentrale der Garden erklärte laut der ihr nahe stehenden Nachrichtenagentur Fars, dass sie einer Anweisung des neuen Religionsführers Modschtaba Chamenei folge.
Ungeachtet dessen sehen sich die USA weiter auf dem Weg zum Erfolg. Die Attacken seien noch mal auf das bisher höchste Niveau gesteigert worden, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 13. Tag des Krieges. Inzwischen sei auch die militärische Infrastruktur der Islamischen Republik zum Bau ballistischer Raketen weitgehend zerstört. Vor diesem Hintergrund gaben die Ölpreise am Freitag zwar etwas nach, halten sich aber hartnäckig auf hohem Niveau.
Unter den Einzelwerten richteten sich die Blicke vor allem auf Adobe. Das baldige Ausscheiden des Chefs Shantanu Narayen hatte am Markt Sorgen um einen möglichen Strategiewechsel des Software-Anbieters geschürt. Die Aktien sackten um knapp sechs Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im Nasdaq 100.
Am S&P-500-Ende knickten die Papiere von Ulta Beauty um fast elf Prozent ein. Die auf Kosmetik spezialisierte Filialkette enttäuschte mit der Prognose für das Umsatzwachstum in diesem Jahr.
Für Linde ging es nach einem positiven Analystenkommentar der Bank JPMorgan um gut ein Prozent nach oben. Der Konzern sei angesichts der gegenwärtig schwierigen Marktbedingungen besser aufgestellt als andere Unternehmen aus der Rohstoffbranche, schrieb Analyst Jeffrey Zekauskas. Die Kunden aus dem US-Chemiesektor dürften operativ zulegen, um von höheren Exportpreisen zu profitieren. Die Inflation der Rohstoffpreise dürfte zu einem gewissen Grad an die Kunden des Herstellers industriell genutzter Gase weitergereicht werden.
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15:21
Der Flughafenbetreiber Fraport will seine Dividendenausschüttung künftig am bestehenden Schuldenberg ausrichten. Solange die Netto-Finanzverschuldung das Fünffache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betrage oder übersteige, soll die Auszahlung bei konstant einem Euro liegen, teilte der MDax-Konzern am Freitag mit. Die Frankfurter wollen bei einem niedrigeren Verschuldungsgrad jeweils 60 bis 80 Prozent des auf die Aktionäre entfallenden Nettogewinns nach Minderheiten ausschütten. Vor der Corona-Pandemie lag die Ausschüttungsquote bei 40 bis 60 Prozent des Gewinns.
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15:24
Leicht sinkende Ölpreise haben die Stimmung an den US-Börsen zum Wochenschluss etwas aufgehellt. Nach zuletzt herben Kursverlusten notierten die US-Indizes am Freitagmorgen (Ortszeit) jeweils 0,6 Prozent im Plus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stand bei 46'947 Punkten, der breiter gefasste S&P 500 bei 6711 und der Index der Technologiebörse Nasdaq bei 22'416 Punkten.
Die Ölpreise fielen um rund anderthalb Prozent, die Nordseesorte Brent kostete 98,87 Dollar je Fass. Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp zwei Wochen hat die Angst vor langfristigen Lieferausfällen durch die Blockade der Strasse von Hormus die Preise um gut 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Frankreich und Italien haben einem Medienbericht zufolge Gespräche mit dem Iran aufgenommen. Ziel sei es, eine Vereinbarung auszuhandeln, die für ihre Schiffe eine sichere Passage durch die für den Ölhandel wichtige Meeresenge garantiere, berichtet die «Financial Times» unter Berufung auf Insider.
Bei der Inflation zeichnete sich eine leichte Entspannung ab. Der auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnittene PCE-Index stieg im Januar zum Vorjahresmonat nur noch um 2,8 Prozent nach 2,9 Prozent im Dezember. «Die Inflation ist nach wie vor hoch und hartnäckig, und mit der Möglichkeit, dass die Energiepreise in die Pipeline kommen, wird die Fed wahrscheinlich für längere Zeit in der Warteschleife bleiben», sagte Peter Cardillo, Ökonom bei Spartan Capital Securities. Händler rechnen mittlerweile nur noch mit einer statt zwei Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr.
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15:11
Fast zwei Wochen nach Kriegsausbruch im Iran hat der Dax am Freitag seine anfänglichen Verluste in Gewinne umgewandelt. Etwas mutiger stimmte die Anleger, dass der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent zuletzt etwas unter die Marke von 100 US-Dollar fiel. Die Risikobereitschaft blieb vor dem Wochenende aber gedämpft, denn an den vergangenen Montagen hatte es jeweils ein böses Erwachen gegeben wegen des Iran-Kriegs.
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15:00
Klare Gründe für die Kursgewinne gab es nicht. Schliesslich zeichnet sich weiterhin kein Ende des Iran-Kriegs ab. «Inmitten der geopolitischen Unsicherheiten zeigt der Bitcoin nach wie vor eine gewisse Krisenresilienz», kommentierte Analyst Timo Emden von Emden Research. Der Bitcoin hatte Ende Februar kurz vor Beginn des Iran-Kriegs noch bei 64.000 Euro gelegen und seitdem tendenziell zugelegt.
«Das Interesse an Bitcoin signalisiert, dass Anleger die Hoffnung auf ein zeitnahes Ende des Iran-Kriegs doch noch nicht aufgegeben haben und diese bereit sind, sich auf eine mögliche Erholung zu positionieren», schreibt Emden. Der aktuelle Preisanstieg dürfe aber nicht über fundamentale Risiken hinwegtäuschen.
Insgesamt blieben die Kursausschläge beim Bitcoin in einer vergleichsweise engen Bandbreite. Seit über einem Monat bewegt er sich in der Handelsspanne zwischen 62.000 und 74.000 Dollar. Er liegt damit deutlich unter dem Rekordhoch, das im vergangenen Oktober bei etwa 126.000 Dollar erreicht worden war.
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14:40
Der Dow Jones Industrial zieht um 0,9 Prozent auf 47'091 Punkte an. Dabei verbessern sich UnitedHealth, Johnson&Johnson sowie Home Depot um je 1,2 Prozent. Chevron verliert 0,7 Prozent und ist der zurzeit schwächste Titel des US-Leitindex.
Der Nasdaq 100 steigt ebenfalls, und zwar um 0,6 Prozent auf 24'673 Punkte. Strategy (+5,4 Prozent) und Western Digital (+4,6 Prozent) schwingen obenaus, während Adobe (-6,5 Prozent) und Meta (-3 Prozent) tauchen.
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13:45
Die US-Aktienmärkte dürften am letzten Handelstag der Woche nochmals eine Stabilisierung versuchen. Der Leitindex Dow Jones Industrial wird vor der Startglocke vom Broker IG mit 0,3 Prozent im Plus berechnet bei 46'860 Zählern. Am Vortag war der Index wegen der fortdauernden Sperre der Strasse von Hormus erneut unter Druck geraten. Auf Wochensicht hat der Dow 1,4 Prozent eingebüsst. Der technologielastige Nasdaq 100 wird am Freitag 0,4 Prozent höher indiziert bei 24'630 Zählern.
Die iranischen Revolutionsgarden halten an ihrer Blockade der Strasse von Hormus im Persischen Golf fest. Die Kommandozentrale der Garden erklärte laut der ihr nahe stehenden Nachrichtenagentur Fars, dass sie einer Anweisung des neuen Religionsführers Modschtaba Chamenei folge.
Im vorbörslichen Handel büssten Adobe-Aktien acht Prozent ein, hier droht ein Tief seit 2019. Das baldige Ausscheiden des Chefs Shantanu Narayen hat am Markt Sorgen um einen möglichen Strategiewechsel des Software-Anbieters geschürt. Zudem enttäuschte Adobe im vergangenen Quartal mit dem Umsatz. Mehrere Banken senkten ihre Kursziele für die Aktien, die Barclays Bank stufte die Papiere von «Overweight» auf «Equal-weight» ab.
Die Titel von Ulta Beauty sackten um 7,5 Prozent ab. Die auf Kosmetik spezialisierte Filialkette enttäuschte mit der Prognose für das Umsatzwachstum in diesem Jahr.
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13:15
Die Futures der US-Aktienmärkte steigen:
Der Schweizer Aktienmarkt hat ins Plus gedreht. Er steht gemessen am SMI 0,32 Prozent höher.
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11:40
Der Schweizer Aktienmarkt dämmt die Verluste vom Freitagvormittag ein, bleibt aber noch knapp im Minus. Gemessen am SMI steht er noch 0,08 Prozent tiefer. Der Leitindex notiert bei 12'836 Punkten.
Bald zwei Wochen nach Kriegsausbruch im Iran meiden Anleger rund um den Globus weiter das Risiko. Vor einem potenziell ereignisreichen Wochenende hält man sich lieber an der Seitenlinie auf, heisst es im Handel.
Seit Kriegsausbruch summieren sich die Abgaben des SMI nun auf fast 9 Prozent. Am Freitag sind es aber die defensiven Schwergewichte, die höhere Abgaben am hiesigen Aktienmarkt verhindern. Gleichzeitig hofften die Anleger immer noch auf den «Trump-Put». Sie setzen also auf die Annahme, dass US-Präsident Donald Trump eingreift, wenn die Märkte stärker unter Druck geraten.
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent hat in der Nacht auf Freitag wieder die Marke von 100 US-Dollar geknackt. Aktuell kostet ein Barrel rund 101 Dollar. Trump, der Anfang der Woche noch ein baldiges Ende des Kriegs angekündigt hatte, erklärte wiederum, er sei mehr darum besorgt, den Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern, als über höhere Ölpreise.
Zudem lässt der von den USA in Aussicht gestellte militärische Begleitschutz für Schiffe in der Strasse von Hormus noch immer auf sich warten. In einem Versuch, die Spannungen etwas zu lindern, kündigten die USA an, vorübergehend den Verkauf von auf Schiffen gelagertem russischem Öl zu erlauben.
Die drastisch gestiegenen Ölpreise wecken Konjunktur- und Inflationssorgen, zumal in der kommenden Woche zahlreiche Notenbanksitzungen anstehen. Neben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) tagen unter anderem die US-Notenbank, die Bank of England, die Europäische Zentralbank und die Reserve Bank of Australia (RBA).
Denn je länger die Strasse von Hormus geschlossen bleibe, desto stärker dürften die Märkte in Richtung Stagflation tendieren, warnt ein Experte. In diesem Szenario stagniert das Wirtschaftswachstum, während die Inflation anzieht. Das könnte Notenbanken dazu veranlassen, Zinssenkungen zu verschieben oder die Zinsen gar anzuheben.
Dass die Indizes ihre Verluste einzugrenzen vermochten, liegt nicht zuletzt auch an den defensiven Werten, die eine grosse Gewichtung aufweisen. Allen voran die Roche-Bons verteuern sich nach einer eher schwachen Woche und dem Dividendenabgang wieder um 0,8 Prozent. Mit Novartis (+0,1 Prozent) und Nestlé (-0,1 Prozent) tendieren die anderen beiden «Dickschiffe» kaum verändert.
ABB verbilligen sich um 1,2 Prozent. Laut Händlern steigt bei den Anlegern die Angst vor einer Grossübernahme. Denn Verwaltungsratspräsident Peter Voser hat sich in einem Reuters-Interview bereit für eine aggressivere Akquisitionsstrategie gezeigt.
Die am Vortag nach Zahlen gesuchten Peptidhersteller tendieren uneinheitlich. Während Bachem (+0,7 Prozent) nach einer Kurszielerhöhung durch die UBS weiter zulegen, werden bei Polypeptide (-10,9 Prozent) die Vortagesgewinne wieder mehr als vom Tisch genommen.
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10:35
Der Preis für das Nordseeöl Brent etabliert sich in einem stark volatilen Handel wieder deutlicher jenseits der 100-Dollar-Marke. Die Notierung steigt in der Spitze um 2,3 Prozent auf 102,75 Dollar. Am frühen Morgen lag der Preis zeitweise noch knapp unter der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke. Das US-Öl WTI verteuert sich um bis zu 2,5 Prozent auf 98,09 Dollar je Fass. Anleger fürchten langfristige Angebotsengpässe, da der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus durch den Krieg in Nahost nahezu zum Erliegen gekommen ist.
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10:15
Ein positiver Analystenkommentar hat Zalando an die Dax-Spitze getrieben. Die Titel des grössten Online-Modehändlers in Europa steigen um mehr als fünf Prozent. Die Experten von Bernstein haben sie auf «Market-Perform» nach zuvor «Underperform» hochgestuft und das Kursziel auf 25 von 23 Euro angehoben.
Zur Begründung hiess es, das Chance-Risiko-Verhältnis sei nun ausgewogener. Der Aktienpreis sei im vergangenen Jahr deutlich gefallen und auch die Gewinnerwartungen am Markt seien inzwischen auf ein realistischeres Niveau gesunken. Zudem habe die Geschäftsleitung mit einem Aktienrückkaufprogramm begonnen, Kapital an die Aktionäre auszuschütten.
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09:55
Der Schweizer Aktienmärkt fällt gemessen am SMI um 0,55 Prozent. Der Leitindex notiert bei 12'773 Punkten.
Die hiesige Börse ist am zehnten Handelstag seit dem Kriegsausbruch erneut mit klar tieferen Notierungen in den regulären Handel gestartet. Richtungsweisend für die Anleger ist und bleibt die Entwicklung am Energiemarkt, denn Öl- und Gaspreise sind der Gradmesser für Konjunktur- und Inflationssorgen. Und hier zeigte die Tendenz zuletzt wieder nach oben.
Sollten die hohen Energiepreise die Inflation nachhaltig ansteigen lassen, droht der Wirtschaft eine zusätzliche Belastung. Bereits setzten viele Investoren darauf, dass die EZB wegen der steigenden Energiepreise bald die Zinsen anhebt.
In einem weiteren Versuch, die Spannungen auf der Angebotsseite etwas zu lindern, kündigten die USA am späten Donnerstag an, vorübergehend den Verkauf von auf Schiffen gelagertem russischem Öl zu erlauben.
Die Stimmung kann aber jederzeit wieder brenzlig werden. Denn der Iran droht mit Angriffen auf die Öl- und Gasvorkommen der Region und griff bereits Öltanker im Persischen Golf an. Gleichzeitig hat der Iran offenbar auch damit begonnen, die Seestrasse von Hormus zu verminen.
Marktbeobachter wären nicht überrascht, würden die Kurse in der Schweiz im Tagesverlauf noch weiter abbröckeln. Denn Investoren könnten vor einem potenziell ereignisreichen Wochenende kalte Füsse bekommen und sich wieder zurückziehen.
Das Newsaufkommen in der Schweiz hält sich derweil in Grenzen. Das gibt den Anlegern etwas Raum und Zeit, die am Vortag publizierte Flut an Abschlüssen zu verdauen. So hat es etwa für Geberit (-1,1 Prozent) am Berichtstag nicht weniger als vier Kurszielsenkungen gehagelt.
Noch tiefer notieren Amrize (-3,3 Prozent), Julius Bär (-2,2 Prozent) und Richemont (-1,7 Prozent). ABB verbilligen sich um 1,5 Prozent. Lauf Händlern steigt bei den Anlegern die Angst vor einer Grossübernahme. Denn Verwaltungsratspräsident Peter Voser hat sich in einem Reuters-Interview bereit gezeigt für eine aggressivere Akquisitionsstrategie.
Die am Vortag nach Zahlen gesuchten Peptidhersteller tendieren uneinheitlich. Während Bachem (+0,8 Prozent) nach einer Kurszielerhöhung durch die UBS weiter zulegen, wird bei Polypeptide (-7,3 Prozent) ein Grossteil der Vortagesgewinne bereits wieder vom Tisch genommen.
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09:15
Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:
- Geberit: JPMorgan senkt auf 619 (625) Fr. – Neutral
- Geberit: Barclays senkt auf 540 (560) Fr. – Underweight
- Avolta: Kepler Cheuvreux erhöht auf 55 (50) Fr. - Buy
- Huber+Suhner: Berenberg erhöht auf 200 (172) Fr. – Buy
- Accelleron: Vontobel erhöht auf 71 (68) Fr - Hold
- Accelleron: Deutsche Bank erhöht auf 74 (62) Fr. - Hold
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09:05
Der SPI verliert 0,5 Prozent und steht bei 17'858 Punkten. Idorsia (+4,6 Prozent) und Bachem (+3,8 Prozent) sind gefragt. Polypeptide (-6 Prozent) und Komax (-2,9 Prozent) fallen zurück.
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08:10
Trotz der US-Freigabe zum Kauf russischen Öls bleibt die Lage am Energiemarkt angespannt. Die Notierungen für das Nordseeöl Brent gaben am Freitag nur minimal nach und pendelten weiter um die 100-Dollar-Marke pro Fass. Das US-Öl WTI verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 94,93 Dollar je Fass. Die Preise für Brent und WTI verteuerten sich auf Wochensicht um neun und sieben Prozent.
Seit Beginn des Iran-Krieges hat die Angst vor langfristigen Lieferausfällen die Notierungen um gut 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Um die Turbulenzen am Ölmarkt abzufedern, erlauben die USA Ländern, für die nächsten 30 Tage auf See befindliches russisches Öl und Ölprodukte zu kaufen. Am Mittwoch hatte das US-Energieministerium bereits angekündigt, 172 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Ölreserve freizugeben, um die Energiemärkte zu stabilisieren. Dies ist Teil einer Zusage der 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA), insgesamt 400 Millionen Barrel Öl freizugeben.
Analysten zweifelten jedoch daran, dass diese Massnahmen erfolgsversprechend sind. Für den Markt seien dies kurzfristige Lösungen, die die Angebotsproblematik nicht beheben könnten, sagte Emril Jamil, Analyst bei LSEG. Entscheidender wäre laut Yang An, Analyst bei Haitong Futures, die Normalisierung der Schifffahrt in der Strasse von Hormus wiederherzustellen. Da der Schiffsverkehr in der Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman im Zuge des Nahost-Krieges praktisch zum Erliegen gekommen ist, sind die Ölpreise zuletzt so deutlich angezogen. Durch die Strasse von Hormus fliesst etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots.
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08:05
Der SMI steht im vorbörslichen Handel bei Julius Bär 0,13 Prozent tiefer. Alle Titel des Swiss Market Index befinden sich in der Verlustzone, allerdings ohne dass eine Aktie besonders stark abfällt. Am stärksten unter Druck ist Richemont (-0,21 Prozent).
Auch der breite Markt liegt zurück (-0,13 Prozent). Auch hier sind sämtliche Titel knapp im Minus. AMS Osram büsste 0,28 Prozent ein.
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07:40
Der deutsche Leitindex Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag höher starten. Am Donnerstag hatte er 0,2 Prozent schwächer bei 23'589 Punkten geschlossen. Die Angst vor einem längeren Irankrieg und steigenden Ölpreisen belastete erneut die Märkte. An der Wall Street ging es deutlich bergab.
Wie US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag erklärte, erlauben die USA nun Ländern für die nächsten 30 Tage auf See befindliches russisches Öl und Ölprodukte zu kaufen. Am Mittwoch hatte das US-Energieministerium bereits angekündigt, 172 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Ölreserve freizugeben, um die Energiemärkte zu stabilisieren. Dies ist Teil einer Zusage der 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA), insgesamt 400 Millionen Barrel Öl freizugeben.
Auf der Konjunkturseite stehen aus den USA unter anderem die zweite Schätzung zum BIP-Wachstum und das Konsumentenvertrauen der Uni Michigan an.
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06:20
Der Swiss Market Index (SMI) steht vorbörslich bei der IG Bank 0,42 Prozent höher bei 12'897 Punkten.
Am Freitag geben Medacta und Molecular Partners das Jahresergebnis 2025 bekannt.
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06:13
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04:45
Schwindende Hoffnungen auf eine Lösung im Krieg zwischen den USA und Israel mit dem Iran und die damit verbundenen hohen Ölpreise belasten die Börsen in Asien. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans gab um 0,5 Prozent nach. In Südkorea gaben die technologielastigen Aktien um fast zwei Prozent nach und die Börse in Taiwan verlor ein Prozent.
Die Aktien von Honda Motor brachen um 6,1 Prozent ein und verbuchten damit den grössten prozentualen Tagesverlust seit Februar 2025. Japans zweitgrösster Autobauer hatte wegen massiver Restrukturierungskosten im Bereich Elektromobilität den ersten Jahresverlust seit fast 70 Jahren als börsennotiertes Unternehmen angekündigt.
In China verlor die Börse Shanghai 0,2 Prozent auf 4120 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagnierte bei 4.686,51 Punkten.
«Angesichts der weiterhin hohen Wahrscheinlichkeit höherer Ölpreise sollten sich Anleger auf eine anhaltende Volatilität und möglicherweise weitere kurzfristige Abwärtsrisiken einstellen», sagte Vasu Menon, Geschäftsführer für Anlagestrategie bei OCBC in Singapur.
Zudem veranlasst die Furcht vor steigender Inflation die Märkte dazu, ihre Erwartungen an die Zentralbanken neu zu bewerten. Händler rechnen nun mit einer Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed von nur noch 20 Basispunkten, verglichen mit den im Vormonat eingepreisten 50 Basispunkten. «Die Märkte waren in diesem Jahr auf Zinssenkungen der Fed eingestellt, aber die Grundlage für Zinssenkungen ist mit dem US-Einsatz im Iran nicht mehr gegeben», sagte Prashant Newnaha, leitender Zinsstratege bei TD Securities. «Die Märkte richten sich auf einen höheren Endzinssatz ein.»
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03:10
Der US-Dollar gilt in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen. Dies setzt die meisten anderen Währungen unter Druck. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 159,35 Yen und legte 0,2 Prozent auf 6,8855 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte rückte er etwas auf 0,7863 Franken vor. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1507 Dollar und zog leicht auf 0,9051 Franken an.
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02:25
Die Ölpreise haben im frühen Handel in Asien leicht nachgegeben, hielten sich aber in der Nähe der viel beachteten Marke von 100 Dollar pro Barrel. Händler verweisen auf die von den USA am Donnerstag erteilte 30-tägige Genehmigung, die es Ländern erlaubt, auf See befindliches russisches Öl und Ölprodukte zu kaufen. Damit lindern sich Sorgen über das Angebot.
Die Genehmigung sei ein Schritt zur Stabilisierung der durch den Iran-Krieg erschütterten globalen Energiemärkte, hatte US-Finanzminister Scott Bessent erklärt. «Die 30-tägige Genehmigung hat die Sorgen am Markt gelindert, aber sie wird das grundlegendste Problem nicht lösen», sagte Analyst Yang An von Haitong Futures. «Das Wichtigste ist die Wiederherstellung der sicheren Schifffahrt in der Strasse von Hormus.»
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23:55
Inflationssorgen wegen der Folgen des Iran-Krieges haben am Donnerstag den US-Aktienmarkt stark belastet. Anlegern missfiel, dass die Ölpreise trotz der Freigabe von Reserven durch die Internationale Energieagentur weiter stiegen. Angesichts iranischer Attacken auf den Energiesektor im Persischen Golf kostete ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent teils wieder mehr als 100 US-Dollar. Aktuell rechnen Finanzmarktakteure nicht mehr mit Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed in diesem Jahr.
Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,73 Prozent auf 24'534 Punkte nach unten. Er hatte sich am Mittwoch noch dank eines Kurssprungs bei den Aktien des Soft- und Hardware-Herstellers Oracle stabil gehalten.
Am Donnerstag mahnte die Nachrichtenlage einmal mehr zur Vorsicht, denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse «weiterhin der Hebel der Blockierung der Strasse von Hormus genutzt werden». Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.
«Der Iran hat es mit vergleichsweise begrenzten Mitteln geschafft, den für die Weltwirtschaft so wichtigen Seetransport durch die Strasse von Hormus den mittlerweile zwölften Tag in Folge lahmzulegen», konstatierte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Die beiden brennenden Tanker vor der Küste Iraks und die Evakuierung des Ölhafens im Oman demonstrierten Irans unveränderte Bereitschaft, Öl als Waffe einzusetzen. «Solange der Iran die Strasse von Hormus kontrolliert, werden sich die Finanzmärkte nicht nachhaltig beruhigen.»
Eine Blockade dieses Seeweges über längere Zeit hätte dramatische Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Ein kräftiger Schub bei den Öl- und Gaspreisen könnte jeglichen Wirtschaftsaufschwung im Keim ersticken. Die Internationale Energieagentur spricht bereits von der «grössten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes».
Unter den Einzelwerten stiegen dementsprechend die Ölwerte weiter an. So gewannen Exxon Mobil, Chevron und ConocoPhillips zwischen 1,3 und 2,8 Prozent.
Papiere aus der Düngemittelbranche waren ebenfalls gefragt, denn die Strasse von Hormus ist auch bedeutend für den Schwefel-Bedarf, einem Bestandteil von Düngespezialitäten. Damit stiegen Mosaic um fast 8 Prozent. Die Anteilsscheine von CF Industries waren gar auf ein Rekordhoch geklettert; hier stand am Ende an der S&P-500-Spitze ein Plus von gut 13 Prozent zu Buche.
Finanztitel hingegen bekamen die Konjunktursorgen und das sinkende Vertrauen der Anleger in die privaten Kreditmärkte zu spüren. Cliffwater und Morgan Stanley sahen sich bereits genötigt, Entnahmen aus ihren milliardenschweren privaten Kreditfonds zu begrenzen. Die Anteilscheine von Morgan Stanley büssten 4,1 Prozent ein. Im Sog dessen verloren Goldman Sachs am Dow-Ende 4,4 Prozent.
Die zuletzt sehr gut gelaufenen Aktien von Dollar General knickten um gut sechs Prozent ein. Der Einzelhändler hatte enttäuschende Jahres- und Langzeitprognosen genannt.
(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

