11:45

Am Devisenmarkt tendieren die Kurse am Mittwoch weiter seitwärts. Anleger warteten die weiteren Entwicklungen im Iran ab, hiess es am Markt.

In der Nacht hat die US-Regierung laut Medienberichten Teheran einen Plan zur Beendigung des Krieges unterbreitet. Iran konterte allerdings mit Gegenforderungen und griff weiter Ziele rund um den Persischen Golf an. Währungsexperten zufolge ist es noch zu früh, um auf eine wirkliche Entspannung zu setzen.

Der Iran-Krieg werde weiterhin das bestimmende Thema bleiben und in diesem Zusammenhang dürften anstehende Stimmungsindikatoren wichtige Hinweise auf die konjunkturellen Auswirkungen des Konflikts liefern. Am Vormittag fiel der deutsche Ifo-Index zurück und in der Schweiz stürzte der UBS-CFA-Indikator in den negativen Bereich.

Gegen Mittag tritt das Euro/Franken-Paar bei Kursen von 0,9157 weiterhin mehr oder weniger auf der Stelle, notiert aber wieder klar über den Kursen von Anfang März. Analysten weisen auf die wiederholten Aussagen von SNB-Vertretern hin, dass die Nationalbank für nötige Devisenmarktinterventionen bereit stehe.

Das Dollar/Franken-Paar bewegt sich ebenfalls kaum mit Kursen von 0,7896. Die europäische Gemeinschaftswährung verharrt gegenüber dem US-Dollar gleichzeitig mit 1,1598 knapp unter der Schwelle von 1,16.

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11:30

Die Schweizer Börse steht gemessen am SMI 1,54 Prozent höher. Der Leitindex notiert bei 12'709 Punkten. 

Die Anleger nutzen am Mittwoch die aufkeimende Hoffnung auf eine mögliche Entspannung im Iran-Krieg zum Durchatmen. Auch der SMI setzt vor diesem Hintergrund seine Erholung fort. Es könne aber noch lange nicht von einer Euphorie gesprochen werden, sagen Händler. «Die sich ständig ändernden Schlagzeilen zum Nahost-Konflikt erhöhen die Schwankungen am Aktienmarkt. Es bleibt ein Wechselbad der Gefühle», sagte ein Experte. Derzeit sei der Markt aber offen für jeden Funken Hoffnung, den die Bemühungen um eine diplomatische Lösung entfachten.

Ausgelöst wurden diese Hoffnungen von Berichten, dass die US-Regierung dem Regime in Teheran einen Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet habe. Allerdings konterte der Iran mit eigenen zahlreichen Forderungen - unter anderem einer Mautgebühr für die Strasse von Hormus. Gleichzeitig lockerte der Iran die Regeln für eine Durchfahrt durch die wichtige Meerenge, allerdings gehen die Kampfhandlungen weiter und das Pentagon verlegte spezielle Luftlande-Kräfte in den Nahen Osten. «Sollten US-Stiefel iranischen Boden berühren, würde das wieder zur Eskalation führen», warnt eine weitere Börsianerin.

Bei den Ölpreisen zeigte sich ebenfalls eine gewisse Entspannung - ein Fass der Sorte Brent kostete am Morgen wieder knapp unter 100 Dollar. Während des seit mehreren Wochen andauernden Iran-Kriegs war der Preis kurzzeitig auf fast 120 Dollar geklettert. Vor Beginn des Konflikts hatte er sich über mehrere Monate zwischen 60 und 70 Dollar bewegt.

Der Goldpreis wiederum hat seine jüngste Talfahrt zumindest unterbrochen. Zuletzt lag der Preis für eine Feinunze bei 4563 Dollar, nachdem das Edelmetall zum Wochenstart noch fast bis auf 4100 Dollar gefallen war. Vor Beginn des Iran-Kriegs hatte der Preis noch bei 5513 Dollar eine neue Bestmarke gesetzt.

Unter den Bluechips ist die Erholung quer durch viele Sektoren abgestützt. Aktuell liegen Partners Group (+2,4 Prozent) an der Spitze, gefolgt von Sika (+2,4 Prozent), Logitech (+2,3 Prozent) und ABB (+2,2 Prozent). Auch die Schwergewichte Roche (+1,7 Prozent) und Novartis (+1,3 Prozent) legen zu, während Nestlé (+0,5 Prozent) nach einer Kurszielsenkung durch Morgan Stanley etwas hinterher hinken.

Schlusslicht sind die defensiven Swisscom (-0,1 Prozent), die allerdings in den turbulenten Vorwochen ein Stabilitätsgarant waren und immer noch ein beeindruckendes Plus seit Jahresbeginn von über 20 Prozent vorweisen können.

Ein wahres Kursfeuerwerk zünden Orior (+13,1 Prozent) nach ihrer Zahlenvorlage. Die finanzielle Lage der Lebensmittelgruppe stabilisierte sich etwas und bei den Kennzahlen wurden die Erwartungen leicht übertroffen. Zudem kündigte der Konzern weitere Effizienzmassnahmen an.

Derweil steht bei DocMorris (+6,1 Prozent) ein Umbau des Verwaltungsrats nach Forderungen von Grossaktionär CEPD an. So soll unter anderem der aktuelle VRP Walter Oberhänsli durch den früheren CEO des Pharmagrosshändlers Celesio, Fritz Oesterle, ersetzt werden.

Ansonsten sorgen insbesondere Analystenkommentare für Bewegung. Einen Tag nach der Kaufempfehlung durch Goldman Sachs doppelte die UBS bei der SIG Group (+3,1 Prozent) nach und rät nun ebenfalls zum Kauf.

Auch Stadler Rail (+4,0 Prozent) profitieren von einer Hochstufung der heimischen Grossbank. Mit «Neutral» ist die UBS nun etwas positiver gestimmt, auch wenn der Zughersteller den Analysten zufolge noch nicht ganz über den Berg sei.

Galderma (+1,5 Prozent) erhalten Unterstützung von der Citigroup - die Analysten votieren in einer Wiederaufnahme mit «Buy». Gedämpft wird die Freude etwas durch einen grösseren Aktienverkauf von 20'000 Titeln aus dem eigenen Management des Dermatologiekonzerns im Wert von 2,86 Millionen Franken.

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10:10

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien: 

- SIG: UBS erhöht auf Buy (Neutral) - Ziel 15,00 (12,50) Fr.
Burckhardt: UBS senkt auf 530 (670) Fr. – Neutral
Stadler Rail: UBS erhöht auf Neutral (Sell) - Ziel 20 (18) Fr.
Avolta: Julius Bär erhöht auf 47 (42) Fr. – Hold
Swiss Re: UBS senkt auf 131 (135) Fr. – Neutral
ABB: HSBC erhöht auf 62 (55) Fr. – Hold
Galderma: Citigroup nimmt mit Buy und Ziel 165 Fr. wieder auf
Inficon: Kepler Cheuvreux senkt auf 117 (122) Fr. – Buy
Cicor: Kepler Cheuvreux senkt auf 175 (185) Fr. – Buy
Richemont: Bank of America erhöht auf Buy (N) - Ziel 175 (190) Fr.
Inficon: Research Partner erhöht auf Kaufen (Halten) - Ziel 118 (135) Fr.
Nestlé: Deutsche Bank senkt auf 81 (82) Fr. - Hold
Sonova: Deutsche Bank senkt auf 188 (237) Fr. - Hold
Nestlé: Morgan Stanley senkt auf 72 (75) Fr. - Underweight
Geberit: Octavian erhöht auf 515 (495) Fr. - Hold

09:45

Der Schweizer Aktienmarkt legt gemessen am SMI 1,62 Prozent zu. Der Leitindex notiert bei 12'720 Punkten.

Vage Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Krieg haben den Aktienmärkten weltweit und auch dem SMI am Mittwoch Gewinne beschert. Laut Medienberichten hat die US-Regierung dem Regime in Teheran einen Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet. Allerdings konterte der Iran mit eigenen zahlreichen Forderungen - unter anderem einer Mautgebühr für die Strasse von Hormus. Gleichzeitig lockerte der Iran die Regeln für eine Durchfahrt durch die wichtige Meerenge, griff aber weitere Ziele in den Staaten des Persischen Golfes an und das Pentagon verlegte spezielle Luftlande-Kräfte in den Nahen Osten.

Noch bleiben Marktteilnehmer denn auch vorsichtig. «Die sich ständig ändernden Schlagzeilen zum Nahost-Konflikt erhöhen die Schwankungen am Aktienmarkt. Es bleibt ein Wechselbad der Gefühle», hiess es von einem Börsianer am Morgen. Besonders das erratische Verhalten von US-Präsident Donald Trump sorge für viel Unruhe. Klar sei, dass Trump diesen Krieg beenden wolle. Ob er es allerdings noch in der Hand habe, sei die Frage. Derzeit sei der Markt aber offen für jeden Funken Hoffnung.

Bei den Ölpreisen zeigte sich ebenfalls eine gewisse Entspannung - ein Fass der Sorte Brent kostete am Morgen wieder knapp unter 100 Dollar. Und auch der Goldpreis hat seine jüngste Talfahrt zumindest unterbrochen.

Unter den Bluechips sind Nachrichten Mangelware, die Erholung zieht sich breit durch alle Sektoren. Die Spitze im SMI übernehmen Sika (+2,5 Prozent), Schlusslicht und einziger Verlierer sind derweil die defensiven Swisscom (-0,4 Prozent). Nestlé (+0,3 Prozent) hinken nach einer Kurszielsenkung durch Morgan Stanley etwas hinterher.

Besonders Analystenkommentare sorgen für Bewegung. So klettern beispielsweise Galderma (+2,2 Prozent) nach einer Wiederaufnahme der Bewertung durch die Citigroup mit «Buy», SIG (+4,6 Prozent) und Stadler Rail (+8,7 Prozent) profitieren von Hochstufungen der UBS nochmals stärker.

Bei DocMorris (+4,9 Prozent) steht ein Umbau des Verwaltungsrats nach Forderungen von Grossaktionär CEPD an. Orior (+9,3 Prozent) sind nach Zahlen stark gefragt.

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09:10

Der SMI steigt um 1,44 Prozent auf 12'697 Punkte.

Sika legt 2,4 Prozent zu, UBS und ABB verbessern sich um je 2,3 Prozent.

Auch die Schwergewichte Roche (plus 2 Prozent), Novartis (plus 1,3 Prozent) und Nestlé (plus 0,3 Prozent) sehen Zuwächse. Swisscom fällt hingegen 0,43 Prozent zurück.

Der SPI zieht um 1,47 Prozent auf 17'728 Punkte an. Orior (plus 9,3 Prozent), Stadler (plus 7,4 Prozent) und DocMorris (plus 4,9 Prozent) sind gefragt. Inficon schafft nach dem Rücksetzer am Dienstag den Rebound zum Teil und steigt um 3,2 Prozent. Burckhardt (minus 1,9 Prozent) sowie Landis&Gyr (minus 1,3 Prozent) stehen unter Druck.

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08:10

Der SMI steht im vorbörslichen Handel bei Julius Bär 0,63 Prozent höher.

Alle Titel des Schweizer Leitindex liegen im Plus, wobei UBS (plus 0,9 Prozent) am stärksten gefragt ist.

Am breiten Markt, der 0,72 Prozent zulegt, gewinnen SIG (plus 4,8 Prozent), Stalder Rail (plus 4 Prozent) sowie DocMorris (plus 3,5 Prozent) und Galderma (plus 2,5 Prozent). Belimo fällt um 0,43 Prozent, wobei das Minus aufgrund des Dividendenabschlags kosmetisch ist.

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07:25

Die Hoffnung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran dürfte ‌den ⁠Dax am Mittwoch antreiben. Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge ⁠wird der Leitindex höher starten, nachdem er am Dienstag nahezu ‌unverändert mit 22'636 Punkten geschlossen hatte.

Die ‌USA haben einem ​Insider zufolge dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Die Regierung in Washington schlägt Medienberichten zufolge eine Feuerpause von einem Monat vor, um den Plan ‌zu besprechen. Die asiatischen Börsen legten am Mittwochvormittag zu, während die Ölpreise deutlich nachgaben.

Mit Spannung warteten Investoren auf ​den Auftritt von EZB-Chefin Christine Lagarde auf ​einer Konferenz in Frankfurt. An ​den Finanzmärkten wird angesichts der vom Ölpreisschock ausgehenden Inflationsgefahr auf eine ‌nahende Zinserhöhung spekuliert.

Der Iran-Krieg dürfte zudem die Stimmung der deutschen Wirtschaft spürbar eingetrübt haben. Das Münchner Ifo-Institut veröffentlicht ​dazu ​seine monatliche Umfrage ⁠unter rund 9000 Führungskräften. Von der ​Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen ⁠erwarten, dass sich das Ifo-Geschäftsklima im März auf ‌86,0 Punkte verschlechtert, nach 88,6 Zählern im Februar. 

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07:15

Die Ölpreise sind nach erneuten Ankündigungen von Verhandlungen mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump deutlich gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Mai rutschte nach den Trump-Äusserungen wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar.

Im frühen Handel lag er mit 99,57 Dollar knapp fünf Prozent unter dem Niveau vom Dienstagabend. In der Nacht war er zeitweise um circa sieben Prozent bis auf fast 97 Dollar gefallen.

Während des seit mehreren Wochen andauernden Iran-Kriegs war der Preis bereits kurzzeitig fast auf 120 Dollar geklettert. Vor Beginn des Konflikts hatte er noch mehrere Monate lang zwischen 60 und 70 Dollar gelegen. Durch den Krieg verteuerten sich auch die Preise für Kraftstoffe wie Benzin und Diesel sowie für Heizöl deutlich.

Trump hatte zuvor auf Fragen von Journalisten gesagt, die Iraner seien zu Verhandlungen bereit: «Wir sprechen tatsächlich mit den richtigen Leuten, und die wollen unbedingt einen Deal abschliessen.» Zuvor hatte der Iran diese Bereitschaft bestritten, nach den neuerlichen Trump-Aussagen gab es zunächst keinen offiziellen Kommentar aus Teheran.

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06:20

Der Swiss Market Index (SMI) steht vorbörslich bei der IG Bank 0,82 Prozent höher bei 12'618 Punkten.

Am Mittwoch legen Orior und Vaudoise ihre Jahresergebnisse 2025 vor.

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06:13

Ein Euro kostet 91,55 Rappen (+0,02 Prozent). Der Dollar steht bei 78,95 (+0,17 Prozent).

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04:50

Die Hoffnung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat die asiatischen Börsen am Mittwoch beflügelt. ‌Berichte ⁠über einen 15-Punkte-Plan Washingtons für eine einmonatige Feuerpause sorgten für Kauflaune bei Anlegern. «Der ⁠Markt handelt im Moment nach Schlagzeilen», sagte Kerry Craig, Marktstratege bei J.P. Morgan Asset ‌Management in Melbourne. Es bleibe jedoch unklar, ‌ob es zu materiellen Fortschritten bei ​einer Waffenruhe komme.

Die japanische Börse führte die Gewinne an: Der Nikkei-Index legte 2,5 Prozent auf 53'534 Punkte zu. In Südkorea stieg der Kospi um zwei Prozent, der australische Leitindex gewann ebenfalls rund zwei Prozent. ‌Die chinesischen Märkte zeigten sich fester - der Shanghai Composite legte 0,9 Prozent auf 3915 Punkte zu.

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03:20

Im asiatischen Devisenhandel gab der Dollar leicht nach. Er notierte ​bei 158,77 Yen und 6,8913 Yuan. Zur Schweizer Währung ​rückte er etwas auf 0,7889 Franken ​vor. Der Euro blieb fast unverändert bei 1,1602 Dollar und zog leicht auf 0,9154 Franken ‌an.

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02:15

Die Ölpreise gaben deutlich nach. Die Rohölsorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 4,2 Prozent auf 100,07 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ​US-ÖlWTI notierte 3,4 Prozent schwächer bei ⁠89,20 Dollar. Der Goldpreis stieg dagegen um ​1,6 Prozent - Anleger hatten ⁠das Edelmetall nach einer langen Rally zunächst zur Gewinnmitnahme genutzt.

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23:55

Nach der Erholung zu Wochenbeginn haben die US-Börsen am Dienstag wieder den Rückzug angetreten. Der Leitindex Dow Jones Industrial pendelte um seinen Schlusskurs vom Vortag und ging 0,18 Prozent tiefer mit 46'124 Punkten aus dem Handel.

Ähnlich sah es beim marktbreiten S&P 500 aus, der letztlich 0,37 Prozent auf 6556 Punkte verlor. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um deutlichere 0,77 Prozent auf 24'002 Punkte nach unten - auch angesichts neuer Sorgen in der Softwarebranche wegen des Themas Künstliche Intelligenz (KI).

Am Montag hatten Aussagen von US-Präsident Donald Trump noch Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Krieg geschürt. Trump verlängerte ein Ultimatum an den Iran und sprach von «produktiven» Gesprächen. Dass der Iran Verhandlungen zur Beendigung des Krieges umgehend dementierte, gab der Euphorie unter den Anlegern zunächst nur einen kleinen Dämpfer.

Doch schon einen Tag später überwog angesichts der anhaltenden Kämpfe erneut die Skepsis am Markt. Dies zeigten auch die wieder steigenden Ölpreise nach dem deutlichen Rückgang zu Wochenbeginn. Dazu schickte Trump weitere Truppen in die Region.

«Es ist unklar, wie weit die diplomatischen Kontakte der USA in die neuen Strukturen des iranischen Regimes reichen und ob überhaupt ernsthafte Gespräche stattfinden», kommentierte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, die Lage im Nahen Osten. Er hält es obendrein für möglich, dass Saudi-Arabien ebenfalls zu einer aktiven Kriegspartei werden könnte, was eine weitere Eskalation bedeuten würde.

Wie Stanzl gibt es an den Börsen weltweit zahlreiche Marktbeobachter, Strategen, Analysten und Händler, die derzeit die Vielzahl möglicher Entwicklungen im Nahost-Konflikt vor Augen haben und sie abwägen. Eines befürchten so ziemlich alle: Sollte der Krieg länger dauern, dürfte dies einer wieder stärkeren Inflation Vorschub leisten und zu steigenden Zinsen führen, was die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren schmälern würde.

Im Tech-Sektor standen starken Halbleitertiteln klare Kursverluste bei Softwareaktien gegenüber. Dow-Schlusslicht Salesforce büsste 6,2 Prozent ein, und für Indexnachbar Microsoft ging es um 2,7 Prozent bergab. Bei Oracle und Adobe standen Abschläge von 4,7 beziehungsweise 3,5 Prozent zu Buche.

Einem Bericht des renommierten Tech-Branchenblatts «The Information» zufolge, der sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, entwickelt die Cloud-Computing-Sparte AWS von Amazon einen KI-Agenten. Dieser soll einige Funktionen in den Bereichen Vertrieb, Geschäftsentwicklung und anderen Abteilungen automatisieren, die von den umfassenden Stellenstreichungen des Technologieriesen betroffen waren. Schon in den vergangenen Monaten hatten neue Werkzeuge von KI-Spezialisten wie Anthropic Bedenken hinsichtlich der Wachstumsaussichten etablierter Softwareunternehmen geschürt. Seit Jahresbeginn sind deren Kursverluste prozentual zweistellig.

Die Aktien der Jefferies Financial Group zogen hingegen um 2,5 Prozent an. Die «Financial Times» berichtete, dass die japanische Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) an Plänen für eine mögliche Übernahme der US-Bank arbeitet.

Beim Netzwerktechnik-Unternehmen Netgear stand ein Kurssprung von knapp 11 Prozent zu Buche, nachdem die US-Telekommunikationsaufsicht (FCC) ein Importverbot für neue Modelle ausländischer WLAN-Router für Endverbraucher verhängt hatte. Hintergrund sind dem Vernehmen nach Sorgen vor Cyberangriffen aus China. «Obwohl China in der Anordnung nicht namentlich erwähnt wird, ist die Richtung klar, und die Latte für die künftige Vorgehensweise der USA im Umgang mit vernetzten Geräten wird höher gelegt», sagte Craig Singleton, Experte bei der US-Denkfabrik Foundation for Defense of Democracies (FDD).

Im Zuge der wieder steigenden Ölpreise verteuerten sich die Titel der Branchenriesen Exxon Mobil , ConocoPhillips und Chevron um bis zu 2,6 Prozent.

(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

Reto Zanettin
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