+++Börsen-Ticker+++ - Konjunktursorgen drücken Schweizer Börse ins Minus

An der Schweizer Börse haben die Anleger ihren Rückzug am Donnerstag fortgesetzt. Händler erklärten, dass schwache chinesische Konjunkturzahlen die Sorgen vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft genährt hätten.
14.11.2019 17:42
Der Eingang zur Schweizer Börse SIX in Zürich.
Der Eingang zur Schweizer Börse SIX in Zürich.
Bild: ZVG

17:45

An der Schweizer Börse haben die Anleger ihren Rückzug am Donnerstag fortgesetzt. Der SMI sank um 0,6 Prozent auf 10'233 Punkte. Händler erklärten, schwache chinesische Konjunkturzahlen hätten Sorgen vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft genährt. Politische Krisenherde wie Hongkong und Südamerika hätten zusätzlich zur Risikoscheu der Anleger beigetragen.

Zu den Verlierern gehörten der Bauchemiekonzern Sika mit einem Minus von 1,3 Prozent und die Grossbank UBS, die 0,6 Prozent an Wert verlor. Auf den Verkaufszetteln standen aber auch Aktien von Firmen, die über ein wenig konjunkturempfindliches Geschäftsmodell verfügen. Der Pharmariese Roche sank 1,3 Prozent, der Aromenhersteller Givaudan 1,4 Prozent.

Gesucht war dagegen Lonza. Das Chemie-und Pharmaunternehmen mit Sitz in Basel rückte 0,5 Prozent vor. Auch Adecco schnitt positiv ab und erreichte ein Plus von 0,3 Prozent.

Bei den Nebenwerten legten Stadler Rail 1,1 Prozent zu, nachdem der Zugbauer einen Auftrag für die Entwicklung und Lieferung eines mit Wasserstoff angetriebenen Zuges erhalten hatte. Die Aktien des Verpackungskonzerns SIG litten unter einer Platzierung des Grossaktionärs Onex und gaben knapp drei Prozent nach.

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17:00

Chiles Währung hat den rasanten Wertverfall im Zuge der schweren Unruhen in den südamerikanischen Land fortgesetzt. Am Donnerstag rutschte der Kurs des Peso im Handel mit dem US-Dollar auf ein neues Rekordtief. Zeitweise wurde für einen Dollar mehr als 808 Peso gezahlt und damit so viel wie nie zuvor. Auch eine milliardenschwere Geldspritze der Notenbank für das Finanzsystems des Landes konnte die Talfahrt der Währung vorerst nicht stoppen.

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16:50

Aus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft fassen Anleger US-Aktien nur mit spitzen Fingern an. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 notierten zur Eröffnung am Donnerstag jeweils knapp im Minus.

Händlern zufolge bremsen derzeit wieder Spekulationen um stockende Handelsgespräche zwischen den USA und China die Kauflust der Anleger. Laut Medienberichten fordert US-Präsident Donald Trump von Peking, doppelt so viel US-Agrarprodukte zu kaufen wie vor dem Zollstreit. China wolle sich hingegen nicht auf eine bestimmte Abnahmemenge verpflichten.

Unter den Einzelwerten sorgte vor allem Cisco mit einem enttäuschenden Umsatzausblick für Gesprächsstoff. Die Aktien sackten am Dow-Ende um 7,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar ab. Der Netzwerkausrüster erschreckte den Markt mit seiner Prognose, der Umsatz werde im laufenden Quartal wegen eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds um drei bis fünf Prozent tiefer ausfallen. Analysten hatten bisher mit einem Umsatzplus um fast 3 Prozent gerechnet.

Deutlich besser erging es an der Dow-Spitze den Aktien von Walmart mit einem Kursgewinn von 1,5 Prozent. Der grösste US-Einzelhändler hatte im dritten Geschäftsquartal dank florierender Online-Verkäufe besser als erwartet abgeschnitten. In den drei Monaten bis Ende Oktober war der Gewinn um mehr als 90 Prozent nach oben geklettert. Das Umsatzplus hatte 2,5 Prozent betragen, wobei die Internetverkäufe um satte 41 Prozent zulegten.

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15:00

Nur wenig verändert mit einem negativen Unterton dürfte sich die Wall Street am Donnerstag zur Eröffnung präsentieren. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial rund eine Stunde vor Handelsstart 0,15 Prozent tiefer bei 27 741 Punkten. Frische US-Konjunkturdaten machten vorbörslich nur wenig Eindruck auf das Börsenbarometer. Am Vortag hatte der Leitindex erstmals in seiner Geschichte die Marke von 27 800 Punkten überwunden und mit 27 806 Punkten ein weiteres Rekordhoch markiert.

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13:00

Der Euro wertet sich zum Franken weiter ab und notierte zuletzt bei 1,0869. Auch der Dollar verlor zum Franken weiter an Boden und steht bei 0,9890 Franken.

Noch vor einer Woche notierte der Euro bei über 1,10 Franken. Doch seither wertet sich der Franken kontinuerlich auf, wie folgender Chart zeigt:

Kursentwicklung Euro-Franken in den letzten 7 Tagen

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12:10

Der SMI verliert gegen 12.10 Uhr 0,3 Prozent auf 10'273 Punkte. Der die 30 wichtigsten Werte umfassende SLI gibt um 0,2 Prozent auf 1'579 nach und der breite SPI um 0,3 Prozent auf 12'414 Zähler. 

Die stärksten Abschläge verbuchen zyklische und Finanzwerte. Gewinnmitnahmen belasten dabei den Baustoffhersteller Sika mit 2,1 Prozent. Der Versicherer Swiss Life verliert 0,8 Prozent und der Riechstoffproduzent Givaudan 1,3 Prozent. Diese 3 Titel zählen mit einem Kursplus von mehr als einen Viertel im laufenden Jahr zu den SMI-Titeln mit einer überdurchschnittlichen Performance.

Leicht positiv zeigen sich Zurich (+0,2 Prozent). Der Versicherer hat sich neue ambitiösere Ziele für die nächsten Jahre gegeben. Vor einer Woche hatte der Versicherer den Markt mit als insgesamt wenig überzeugend taxierten Zwischenbericht enttäuscht.

Fester ist der Pharmazulieferer Lonza (+1,4 Prozent). Auch sie führen die Erholung von dem kürzlich verzeichneten Kurssturz fort.

Am breiten Markt fallen SIG (-3,4 Prozent auf 13,56 Fr.). Grossaktionär Onex hat seine Beteiligung am Hersteller von Verpackungs- und Getränkekartonmaschinen um 31,4 Millionen Aktien reduziert und zu einem Kurs von 13,30 Franken je Titel an verschiedene institutionelle Investoren verkauft.

Die Aktien von GAM büssen weitere 4,1 Prozent ein und sanken zwischenzeitlich auf ein neues Rekordtief von 2,78 Franken.

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10:10

Trotz steigender Konzerngewinne machen Anleger beim deutschen Energiekonzern RWE Kasse. Die Aktien fielen am Donnerstag um 4,5 Prozent auf 25,36 Euro. Damit markierten sie den niedrigsten Stand seit mehr als zweieinhalb Monaten.

Den Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs zufolge dürfte der Ausblick des Energiekonzerns für den Geschäftsbereich Erneuerbare Energien enttäuscht haben. Die anvisierte Spanne für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen liege mit 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro etwas unter den Erwartungen. Laut den Experten der Investmentbank Jefferies existiert keine allgemeine Prognose für das Geschäft für 2019, allerdings für 2020. Diese liege bei 1,9 Milliarden Euro.

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) zeigt sich kurz nach Börseneröffnung praktisch unverändert bei 10'300 Punkten.

Kursbewegende Impulse könnten im Laufe des Tages von US-Konjunkturdaten ausgehen. Veröffentlicht werden die Produzenten- und Importpreise sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Zudem spricht US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhaus. Am Vortag hatte Powell vor einem Kongressausschuss angesichts des robusten Zustands der Wirtschaft die Aussicht auf eine Zinspause in den USA bekräftigt.

Positiv zeigen sich die defensiven Aktien von Nestlé, Novartis und Roche (alle je +0,3 Prozent).

Zurich erfreut anlässlich eines Investorentags die Anleger mit neuen ambitiösen Zielen für die Jahre 2020 bis 2022. Vor einer Woche hatte der Versicherer den Markt mit als insgesamt wenig überzeugend taxierten Zwischenbericht enttäuscht. Die Aktie reagiert jedoch etwas überraschend mit einem Abschlag von 0,5 Prozent.

Deutliche Abschläge gibt es bei den Grossbanken Credit Suisse (-1,3 Prozent) und UBS (-1,0 Prozent).

Die Aktien von Stadler Rail legen 0,5 Prozent zu. Der Bahnbauer soll für die kalifornische Transportfirma SBCTA einen mit Wasserstoff betriebenen Zug bauen.

Deutlich tiefer indiziert sind SIG Combibloc (-3,6 Prozent auf 13,54 Franken). Grossaktionär Onex hat seine Beteiligung am Hersteller von Verpackungs- und Getränkekartonmaschinen im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens um 31,4 Millionen SIG-Aktien oder rund 9,8 Prozent des Aktienkapitals reduziert und die Titel an verschiedene institutionelle Investoren zu einem Kurs von 13,30 Franken je Aktie verkauft.

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08:35

Schwache Konjunkturdaten aus China haben die Stimmung an den asiatischen Börsen am Donnerstag getrübt. In Japan gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,8 Prozent nach auf 23.141 Punkte, der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,9 Prozent und lag bei 1684 Punkten.

In China setzten die Anleger auf staatliche Konjunkturhilfen, weswegen die Börse in Shanghai etwas fester notierte. Sowohl die chinesische Industrieproduktion als auch der Einzelhandelsumsatz blieben hinter den Erwartungen zurück, das Investitionswachstum erreichte ein Rekordtief. Investoren sahen das als Beweis, dass der Handelsstreit zwischen den Regierungen in Peking und Washington das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt belastet. Auch Japans Wirtschaftswachstum wuchs im dritten Quartal so langsam wie seit einem Jahr nicht mehr, da die schwache Nachfrage die Exporte einbrechen liess.

Anleger griffen zu dem als sicherer Anlagehafen geltenden Yen. Der Kursanstieg der Devise drückte wiederum die Aktienkurse von exportabhängigen Werten wie den Autobauern. Nissan, Honda Motor und Toyota fielen um bis zu 3,5 Prozent.

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08:10

Der SMI wird im vorbörslichen Handel 0,21 Prozent höher geschätzt. Alle 20 Aktien des Swiss Market Index werden im Plus gehandelt. Am besten steht die Aktie von Zurich da, sie steigt 2,1 Prozent. Am Investorentag in London gibt sich der Versicherer ambitionierte Ziele.

Am breiten Markt fällt die Aktie von SIG über 4 Prozent. Grossaktionär Onex hat seine Beteiligung am Hersteller von Verpackungs- und Getränkekartonmaschinen reduziert.

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07:50

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre Aufschläge vom Vortag ausgebaut. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,75 US-Dollar. Das waren 38 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 39 Cent auf 57,51 Dollar.

Händler nannten zwei Gründe für die steigenden Erdölpreise. Zum einen wurde auf neue Lagerdaten aus den USA erwiesen. Das American Petroleum Institute (API) hatte am Vorabend einen Rückgang der amerikanischen Rohölvorräte gemeldet. Sinkende Reserven sorgen normalerweise für steigende Ölpreise. An diesem Donnerstag gibt die Regierung ihre wöchentlichen Lagerdaten bekannt.

Hinzu kamen Äusserungen aus den Reihen des Erdölkartells Opec. Mohammed Barkindo, Generalsekretär des Verbunds, hatte am Mittwoch die Erwartung einer rückläufigen Ölproduktion ausserhalb der Opec im kommenden Jahr geäussert. Er begründete seine Prognose mit einer schwächeren amerikanischen Schieferölproduktion. Die bislang hohe US-Produktion ist einer der Hauptgründe, warum sich die Opec zunehmend unter Druck sieht, ihre Förderung zwecks Preisstützung weiter zu kürzen.

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06:15

Die Börse in Tokio hat sich am Donnerstag schwächer gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,6 Prozent tiefer bei 23'186 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,9 Prozent und lag bei 1685 Punkten.

Amtliche Daten aus China zeigen, dass der Handelsstreit zwischen den Regierungen in Peking und Washington das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt belastet: Die Industrieproduktion und auch der Einzelhandelsumsatz blieben hinter den Erwartungen zurück, das Investitionswachstum erreichte ein Rekordtief.

Auch Japans Wirtschaftswachstum wuchs im dritten Quartal am langsamsten seit einem Jahr, da die schwache Nachfrage die Exporte einbrechen liess. "Wenn man sich in der Region umsieht, hat man einige Beinahe-Rezessionen erlebt - Korea, Singapur. Und Hongkong ist im Moment in einer Rezession", sagte Sean Darby, globaler Aktienstratege bei Jeffries in Hongkong. "Also es ist nicht toll. Es ist Kreislauf, der Narben hinterlässt", sagte er.

Die Börse in Shanghai lag unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 1,3 Prozent.

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06:10

Zur Schweizer Währung notierte der Dollar 0,1 Prozent niedriger bei 0,9892 Franken. Parallel dazu gab der Euro 0,1 Prozent auf 1,0888 Franken nach.

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06:05

Der US-Büroplatzvermieter Wework musste im dritten Quartal grössere Verluste als im Vorjahr einstecken. Der Nettverlust stieg im abgelaufenen Quartal auf 1,25 Milliarden Dollar von 497 Millionen Dollar im Jahresvergleich, gab der Mutterkonzern WeWork Company bekannt. Wie aus den Geschäftszahlen hervorgeht, ist der Verlust der Eröffnung von 97 neuen Standorten geschuldet. Der Bruttogewinn aus dem Verkauf von Büro-Mitgliedschaften und Service-Umsätzen stieg im dritten Quartal von 454 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 808 Millionen Dollar. Nach dem Scheitern der WeWork-Börsenpläne hatte der japanische Technologie-Investor Softbank seinen Anteil ausgebaut und die Kontrolle übernommen.

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05:30

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging am Mittwoch 0,3 Prozent höher auf 27'783 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 0,1 Prozent auf 3094 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich dagegen um 0,1 Prozent auf 8482 Punkte. Dow und S&P markierten jeweils neue Höchststände.

(cash/Reuters/AWP)