+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street kommt nicht voran

Die Wall Street hat am Mittwoch keinen Boden gutmachen können, vor allem weil sich Anleger von Aktien aus der Gesundheitsbranche trennten.
17.04.2019 22:40
Zähes Geschäft an den US-Börsen am Mittwoch.
Zähes Geschäft an den US-Börsen am Mittwoch.
Bild: Bloomberg

22:40

Die Investoren fürchten unter anderem eine Reform des Erstattungssystems zulasten von Krankenversicherern. Vor diesem Hintergrund ging es für den Versicherer Unitedhealth mit einem Minus von 1,8 Prozent weiter bergab, nachdem der Kurs schon am Dienstag trotz überraschend guter Quartalszahlen um 5 Prozent gesunken war.

Gut lief es an der New Yorker Börse dagegen für Chiphersteller, die vom Qualcomm-Triumph im Patentstreit mit Apple profitierten. Qualcomm-Papiere schiessen über 12 Prozent in die Höhe. Zwischenzeitlich stieg der Marktwert des Unternehmens sogar um 30 Milliarden Dollar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte tritt bei 26'449 Punkten auf der Stelle. Der breiter gefasste S&P 500 büsst 0,2 Prozent auf 2900 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gibt 0,1 Prozent auf 7996 Stellen nach.

Besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen der US-Investmentbank Morgan Stanley hellten die Stimmung im Finanzsektor auf. Die Aktien von Morgan Stanley klettern 2,6 Prozent nach oben.

Pepsico-Papiere verteuern sich um 3,7 Prozent, nachdem der Getränkeriese im Quartal überraschend gut abgeschnitten hatte. Umgekehrt wurde IBM mit einem Abschlag von 4,2 Prozent für einen enttäuschenden Zwischenbericht abgestraft.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch trotz Kursverlusten bei den Pharma-Index-Schwergewichten zugelegt. Grund dafür war auch ein Kurssprung beim Elektrokonzern ABB nach dem überraschenden Rücktritt des langjährigen Firmenchefs Ulrich Spiesshofer. Zudem waren zyklische Werte und Bankaktien gefragt.

Der SMI legt 0,2 Prozent zu auf 9597 Zähler. Zwischenzeitlich stieg der Index auf 9628 Punkte und kratzte damit an der bisherigen Jahreshöchstmarke von knapp 9629 Zählern.

ABB wechselt mitten im grössten Umbau der Firmengeschichte den Chef aus. Bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist, übernimmt Verwaltungsratspräsident Peter Voser. Die Aktie des Elektrokonzerns legt  5,4 Prozent zu.

Die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse erhielten Rückenwind von Geschäftsergebnissen von Morgan Stanley und legen 2,0 und 2,8 Prozent zu. Die US-Bank verbuchte zwar einen Gewinnrückgang, schnitt damit aber besser ab, als von Analysten erwartet. Die Schweizer Konzerne legen ihre Quartalsbilanzen kommende Woche vor.

Unter Abgabedruck standen hingegen die schwergewichtigen Pharmatitel - allen voran die Aktien von Novartis mit einem Minus von 2,6 Prozent. Jefferies hatte das Kursziel auf 95 von 105 Franken gesenkt. Die Genussscheine von Roche geben 1,0 Prozent nach, obwohl der Pharmakonzern seine Prognose erhöht hatte. Die Nestlé-Aktie als drittes Schwergewicht legt dagegen leicht zu. Der Nahrungsmittelkonzern will am Donnerstag Eckdaten zur Entwicklung im ersten Quartal präsentieren.

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16:05

Ermutigende Bilanzen und Konjunkturdaten aus China stützen die US-Börsen beim Start. Der breiter gefasste S&P 500 gewinnt 0,1 Prozent auf 2909 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt um 0,4 Prozent auf 8029 Punkte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte liegt 0,2 Prozent tiefer bei 26'404 Punkten.

Im ersten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung Chinas mit 6,4 Prozent stärker als erwartet. Im Finanzsektor hellen besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen der US-Investmentbank Morgan Stanley die Stimmung auf. Die Aktien von Morgan Stanley klettern um rund 1 Prozent.

Aktien des amerikanischen Chipproduzenten Qualcomm kamen dank einer Einigung im Patentstreit mit Apple kräftig in Fahrt. Die Papiere gewinnen knapp 15 Prozent und notieren so hoch wie seit mehr als 19 Jahren nicht mehr. Seit Dienstag stieg der Börsenwert somit um mehr als 25 Milliarden Dollar. Apple-Aktien notieren 0,7 Prozent höher. 

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch im Verlauf uneinheitlich. Kurseinbussen bei den defensiven Schwergewichten stoppen den jüngsten Aufwärtstrend. Zyklische Werte bleiben dagegen angesichts nachlassender Konjunktursorgen weiterhin gesucht. Besser als erwartete Wachstumszahlen aus China ermuntern die Anleger zu Käufen zyklischer Titel.

Der SMI notiert um 11.10 Uhr praktisch unverändert bei 9577 Punkten. Der breite SPI ermässigt sich um 0,2 Prozent auf 11'478 Zähler. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die Gewichtung der einzelnen Titel limitiert ist, rückt dagegen um 0,4 Prozent auf 1503 Zähler vor.

Im Fokus steht ABB (+5,3%), weil Konzernchef Ulrich Spiesshofer überraschend zurücktritt. Interimistisch wird Verwaltungsratspräsident Peter Voser den Posten übernehmen. Der Markt reagiert mit Erleichterung auf den Rücktritt von Spiesshofer.

Der Pharmakonzern Roche (-0,1%) steigert den Umsatz in den ersten drei Monaten um 9 Prozent auf 14,8 Milliarden Franken. Dass der "Bon Roche" im Verlauf trotzdem an Wert einbüsst, erklären Händler unter anderem mit Gewinnmitnahmen und mit Futures-bedingten Verkäufen vor dem kleinen Eurex-Verfall. Dies gelte auch für die beiden anderen SMI-Riesen Nestlé (-1,1%) und Novartis (-2,2%). (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:40

Lange Gesichter bei den Juventus-Turin-Anlegern nach dem Champions-League-Aus: Die Aktien des italienischen Rekordmeisters brechen am Mittwoch nach der überraschenden Niederlage gegen Ajax Amsterdam um bis zu 24 Prozent ein. Auch ein Tor des portugiesischen Stürmerstars Christiano Ronaldo konnte das Blatt für Juve im eigenen Stadion gegen den Aussenseiter nicht wenden. Die Turiner wollten mit dem Transfer - dabei geht es um rund 100 Millionen Euro - die Königsklasse für sich entscheiden.

Bei den Ajax-Anlegern kam dagegen Jubel auf. Die Papiere schnellen um 8,5 Prozent nach oben und erreichten zeitweise ein Rekordhoch. Die Niederländer waren als Aussenseiter in den Wettbewerb gegangen: Für sie ist es das erste Mal seit der Saison 1996/1997, dass sie im Halbfinale der Champions League stehen.

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11:10

Der Euro setzt seinen Ende März gestarteten Höhenflug zum Franken fort und überwindet erstmals seit Anfang Februar die Hürde von 1,14 Franken. Der Schwächetrend des Frankens könnte Devisenhändlern zufolge durchaus noch anhalten. Sie erklären sich den teureren Euro mit den nach dem Brexit-Aufschub geringeren politischen Belastungsfaktoren und wieder etwas besseren Konjunkturerwartungen in der Eurozone.

Der Euro notiert zum Franken mit 1,1396  zurzeit wieder unter 1,14. Bei 1,1413 erreichte der Euro den höchsten Stand seit dem 5. Februar. Gegenüber dem Dollar bewegt sich der Franken dagegen weiterhin um die Parität.

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) startet am Mittwoch um 0,2 Prozent höher bei 9596 Punkten. 

Im Fokus steht ABB (+4,1 Prozent), weil Konzernchef Ulrich Spiesshofer überraschend zurücktritt. Interimistisch wird Verwaltungsratspräsident Peter Voser den Posten übernehmen. Der Markt reagiert mit Erleichterung auf den Rücktritt von Spiesshofer. "Es wurde Zeit. ABB kam einfach nicht vom Fleck", sagt ein Investor mit Blick auf die Kursentwicklung der ABB-Aktie in den vergangenen Jahren.

ABB steht seit einiger Zeit unter Druck aktivistischer Aktionäre. Kürzlich meldete Artisan Partners eine Beteiligung an ABB. Die Amerikaner wollen den Konzern nach der Abtrennung des Bereichs Stromnetze weiter aufspalten. Für das erste Quartal meldete ABB um vier Prozent mehr Umsatz. Die operative Marge und der Gewinn gingen jedoch zurück.

Lesen Sie zum Thema ABB auch den Kommentar von cash-Chefredaktor Daniel Hügli: Auch Peter Voser kriegt nun seine letzte Chance

Der Genussschein von Roche (+0,6 Prozent) reagiert positiv auf den Umsatzanstieg in den ersten drei Monaten von neun Prozent auf 14,8 Milliarden Franken. Dies ist mehr als von AWP befragte Analysten erwartet hatten. Zudem erhöht Roche die Ziele für den weiteren Jahresverlauf.

Auch die am Vorabend von Temenos (+3,5 Prozent) präsentierten Zahlen kommen gut an.

Alcon (+1,5 Prozent) profitieren von einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs. Das Kursziel wird mit 65 Franken angegeben, aktuell kostet die Aktie rund 57 Franken.

Höhere Kurse verzeichnen die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont (+1,3 Prozent) und Swatch (+2,8 Prozent), die im Zuge der Wachstumszahlen aus China gefragt sind.

Am breiten Markt stechen die Papiere von GAM (+5,0 Prozent) hervor, die nach Veröffentlichung des Quartalsberichts an Wert gewinnen.

Ex-Dividende gehandelt werden am (heutigen) Mittwoch Calida (0,80 Fr., Aktie -1,6 Prozent) und Luzerner Kantonalbank (12,05 Fr., Aktie unverändert)

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08:40

Freundlich haben Asiens wichtigste Aktienmärkte zur Wochenmitte auf unerwartet gute chinesische Konjunkturdaten reagiert. Die Erholung von Chinas Volkswirtschaft zeige, dass die bisherige staatliche Wirtschaftsförderung greife, sei aber ein zweischneidiges Schwert für die Aktienmärkte, sagte ein Händler. Denn mit den starken Wirtschaftskennziffern sänken die Chancen auf weitere staatliche Konjunkturstimulanzen, die zuletzt für eine Rally der dortigen Aktien gesorgt hätten.

Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Werten an den chinesischen Festlandbörsen pendelte zwischen Gewinnen und Verlusten und fiel zuletzt um 0,17 Prozent auf 4078,48 Punkte. Der Hang Seng in Hongkong gewann zuletzt 0,06 Prozent auf 30 149,04 Punkte. Der japanische Nikkei 225 schloss mit einem Plus von 0,25 Prozent bei 22 277,97 Punkten.

Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal mit 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schneller als erwartet gewachsen. Experten hatten in den ersten drei Monaten dieses Jahres wegen der negativen Auswirkungen des Handelskrieges mit den USA ein langsameres Wachstum prognostiziert. Zudem hat Chinas Industrieproduktion nach einem schwächeren Jahresauftakt wieder stärker an Fahrt gewonnen. Im März stieg die Fertigung im Jahresvergleich um 6,5 Prozent. Analysten hatten nur mit einem Zuwachs um 5,6 Prozent gerechnet.

"Chinas Wirtschaft stabilisiert sich. Die Börsianer können erst einmal durchatmen. Für Jubelschreie ist es jedoch zu früh", kommentierte Analyst Thomas Altmann von QC Partners. Denn die aktuelle Wachstumsrate von 6,4 Prozent entspreche genau dem Tiefpunkt aus Zeiten der Finanzkrise 2009. "Langsamer als aktuell wuchs die chinesische Wirtschaft zuletzt Anfang der 90er Jahre. Wir werden uns an ein deutlich langsameres Wachstumstempo im Reich der Mitte gewöhnen müssen", so Altmann.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,5 Prozent zu. Im gestrigen Handel schloss der Leitindex um 0,7 Prozent höher bei 9580 Punkten.

Sämtliche SMI-Werte notieren im Plus. Am deutlichsten ist nach Zahlen die Zunahme bei Roche (+1,6 Prozent). Der Pharmariese traut sich dank der anziehenden Verkäufe von jüngst auf den Markt gebrachten Medikamenten mehr Wachstum zu. 

Gesucht sind auch die Titel von ABB (+1,1 Prozent). Überraschend tritt CEO Ulrich Spiesshofer zurück, VR-Präsident Peter Voser übernimmt ad interim.

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07:40

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen und haben damit an die Gewinne vom Vortag angeknüpft. Am Morgen hätten besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus China gestützt, hiess es von Marktbeobachtern. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 71,98 Dollar. Das waren 26 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 43 Cent auf 64,48 Dollar.

Zu Beginn des Jahres war Chinas Wirtschaft trotz negativer Auswirkungen durch den Handelskonflikt mit den USA etwas stärker als erwartet gewachsen. Mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 6,4 Prozent im Jahresvergleich hielt sich das Wachstumstempo stabil. Auch im vierten Quartal 2018 war Chinas Wirtschaft um 6,4 Prozent gewachsen. Analysten hatten für die Monaten Januar bis März ein etwas geringeres Wachstum um 6,3 Prozent erwartet.

Wegen der etwas besser als erwartet ausgefallenen Wachstumsdaten nahmen am Markt allerdings die Zweifel an weiteren konjunkturstützenden Massnahmen durch die Regierung in Peking zu. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern habe dies den Anstieg der Ölpreise gebremst. China ist die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt und verbraucht dementsprechend viel Rohöl.

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06:35

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent höher bei 22.325 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,3 Prozent und lag bei 1632 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,5 Prozent.

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06:30

Ein Euro wurde mit 1,1298 Dollar bewertet nach 1,1280 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 111,98 Yen gehandelt nach 111,99 Yen in den USA.

(cash/AWP/Reuters)