17:35
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16:55
Der Dow Jones Industrial sinkt um 0,2 Prozent auf 48'080 Punkte. Damit deutet sich für den US-Leitindex ein Wochengewinn von rund dreieinhalb Prozent an. Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,1 Prozent auf 6834 Zähler. Für den Nasdaq 100 ging es um 0,3 Prozent auf 25'161 Punkte nach oben. Dies signalisiert für den technologielastigen Index auf Wochensicht ein Plus von rund viereinhalb Prozent.
Die Waffenruhe im Iran bleibt zunächst fragil. Aktuelle US-Konjunktur- und Inflationsdaten hatten nur wenig Einfluss auf die Notierungen. Vage Hoffnungen im Ukraine-Krieg könnten vor dem Wochenende etwas stützen.
Von den Ölpreisen, die momentan im Zuge des Iran-Kriegs der wichtigste Taktgeber für die globalen Börsen sind, kommen keine neuen Impulse. Sie notieren etwa auf Vortagesniveau, womit sich an den Inflations- und Konjunkturerwartungen nichts ändert. Die Ölpreise spiegeln die Zurückhaltung vor den Friedensgesprächen zum Iran-Krieg in Pakistan wider, die am Freitag mit Unterhändlern beginnen und am Samstag mit den Verhandlungsführern wohl ihren Höhepunkt erreichen.
Die Stimmung der Verbraucher in den USA - gemessen am Konsumklimaindex der Universität Michigan - trübte sich im April stärker als erwartet ein und fiel auf ein Rekordtief. Unterdessen trieb der Iran-Krieg die US-Inflationsrate im März deutlich nach oben. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent, verglichen mit 2,4 Prozent im Februar. Volkswirte hatten im Schnitt allerdings mit einem noch etwas stärkeren Anstieg auf 3,4 Prozent gerechnet. Experten gehen nun überwiegend davon aus, dass die US-Notenbank vorerst nicht an der Zinsschraube dreht und zunächst die weitere Entwicklung abwarten wird.
Branchenseitig im Fokus stehen weiter Softwarewerte, die tags zuvor wieder einen schwarzen Tag hinnehmen mussten. Der Sektor leidet bereits seit einiger Zeit stark unter KI-Verdrängungssorgen. Mit dem Nahostkrieg wurde die Situation für die Anleger nicht besser. Citigroup strich nun ihre Empfehlungen für einige Werte, was unter anderem die Aktien von Docusign und Autodesk um 4,6 beziehungsweise 4,2 Prozent nach unten zog.
Eine skeptische Analystenstudie sorgte bei den Papieren von Nike für einen Verlust von 2,0 Prozent. Die Experten von Piper Sandler stuften sie ab, vor allem aus Sorge um das gesättigte Athleisure-Geschäft mit modischer Sportbekleidung.
Die Aktien von CoreWeave stiegen um weitere 12,7 Prozent. Zuvor hatte der Anbieter von Cloud-Kapazität im Bereich Künstlicher Intelligenz mitgeteilt, dass der KI-Spezialist Anthropic Rechenzentrumskapazitäten anmieten wird. Bereits tags zuvor hatte CoreWeave eine deutlich langfristige Vereinbarung mit dem Betreiber sozialer Netzwerke Meta im Volumen von rund 21 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben.
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15:40
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung am Freitag 0,3 Prozent tiefer bei 48.060 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 lag knapp im Plus bei 6831 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ein halbes Prozent auf 22.935 Stellen.
Die US-Verbraucherpreise stiegen im März um 3,3 Prozent zum Vorjahresmonat. Von Reuters befragte Volkswirte hatten damit gerechnet. Die Teuerung hatte im Februar und damit vor Ausbruch der Kämpfe in Nahost noch bei 2,4 Prozent gelegen. «Auf die Preise ausserhalb von Energie hat der Schock bisher kaum durchgeschlagen. Dies wird sich aber wohl bald ändern», warnte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz.
Bei den Einzelwerten legten die Aktien von CoreWeave um fast vier Prozent zu. Der Cloud-Anbieter hat sich nach eigenen Angaben auf eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Anthropic verständigt, um die Entwicklung der KI-Modellfamilie Claude des kalifornischen Konzerns zu unterstützen.
Gefragt waren auch die US-notierten Titel von TSMC, die um knapp drei Prozent stiegen. Der wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) verhalf dem weltgrössten Chip-Auftragsfertiger erneut zu einem Umsatzsprung.
15:01
Eine Partnerschaft mit dem KI-Spezialisten Anthropic treibt die Aktien des Cloud-Anbieters CoreWeave nach oben. Die Papiere legen im vorbörslichen US-Handel um rund vier Prozent zu. CoreWeave und Anthropic haben sich nach eigenen Angaben auf eine mehrjährige Zusammenarbeit verständigt, um die Entwicklung der KI-Modellfamilie Claude zu unterstützen.
Dabei werde Anthropic die Cloud-Plattform von CoreWeave nutzen, um die Modelle einzusetzen und zu skalieren. Mit Anthropic nutzen nun neun der zehn führenden Anbieter von KI-Modellen die Plattform von CoreWeave, wie der Konzern aus New Jersey mitteilte. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
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14:58
Nach der bisher stark erholten Woche nach Ostern dürften es die US-Aktienanleger am Freitag etwas ruhiger angehen. Von den Ölpreisen, die momentan im Zuge des Iran-Kriegs der wichtigste Taktgeber für die globalen Börsen sind, kommen keine neuen Impulse. Sie notieren etwa auf Vortagesniveau, womit sich an den Inflations- und Konjunkturerwartungen nichts ändert. Die Ölpreise spiegeln die Zurückhaltung vor den Friedensgesprächen zum Iran-Krieg in Pakistan wider, die am Freitag mit Unterhändlern beginnen und am Samstag mit den Verhandlungsführern wohl ihren Höhepunkt erreichen.
Für die wichtigsten Aktienindizes zeichnet sich am Freitag eine leicht höhere Eröffnung ab: Den Dow Jones Industrial signalisierte der Broker IG knapp eine Stunde vor dem Börsenauftakt knapp im Plus bei 48'231 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 dürfte rund 0,3 Prozent höher starten mit 25'151 Punkten. Vage Hoffnungen im Ukraine-Krieg könnten vor dem Wochenende etwas stützen, während die Waffenruhe im Iran zunächst fragil bleibt.
Der marktbreite S&P 500 gewann im Wochenverlauf rund 3,7 Prozent. Das Minus schmolz inzwischen auf unter ein Prozent ab. Dazu passt, dass die Anleger laut den Experten der Deutschen Bank inzwischen wieder zuversichtlicher sind, dass die US-Notenbank Fed trotz der Kriegsbelastungen ihre Leitzinsen im laufenden Jahr senken wird. Mit 33 Prozent habe die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit dafür das höchste Niveau seit drei Wochen erreicht, hiess es.
Besonders wichtig sind vor diesem Hintergrund die US-Inflationszahlen für den März. Die Teuerungsrate legte im März mit 0,9 Prozent so wie von Ökonomen erwartet zu, im Jahresvergleich mit 3,3 Prozent etwas geringer als prognostiziert. Zinssenkungshoffnungen bleiben also erhalten.
Branchenseitig im Fokus stehen weiter Softwarewerte, die tags zuvor wieder einen schwarzen Tag hinnehmen mussten. Der Sektor leidet bereits seit einiger Zeit stark unter KI-Verdrängungssorgen und durch den Krieg wurde die Situation für die Anleger nicht besser. Die Citigroup strich nun ihre Empfehlungen für einige Werte, was vorbörslich unter anderem Docusign und Autodesk belastete. Im Chipsektor setzten dagegen Marvell Technology ihre Rally ungehindert fort.
Ebenfalls eine skeptische Analystennote drückte Nike -Aktien. Die Experten von Piper Sandler stuften sie ab, vor allem in Sorge um ein gesättigtes Athleisure-Geschäft mit modischer Sportbekleidung.
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14:10
Spekulationen auf ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges treiben die Aktien europäischer Unternehmen an, die davon profitieren könnten. Wie die Agentur Bloomberg berichtet, sieht der ukrainische Chefunterhändler Kyrylo Budanow Fortschritte bei den Verhandlungen mit Russland.
Die Aktien der österreichischen Raiffeisen Bank und der Fluggesellschaft Wizz Air legen um acht und 10,5 Prozent zu. Auch die Kurse von Baustoffherstellern ziehen an. Die Papiere von Buzzi, Holcim und Heidelberg Materials gewinnen zwischen 4,7 und 6,8 Prozent. Anleger setzten auf den Wiederaufbau des Landes, sagte ein Händler.
Unterdessen dämpfte die russische Regierung die Erwartungen an den Besuch ihres Sondergesandten Kirill Dmitrijew in den USA. Die Visite bedeute keine Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen zur Ukraine, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
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13:05
Die Futures auf die US-Aktienmärkte tendieren praktisch unverändert:
- Dow Jones: -0,02 Prozent
- S&P 500: +0,05 Prozent
- Nasdaq 100: +0,09 Prozent
Derweil notiert der Swiss Market Index +0,91 Prozent bei 13'279 Punkten.
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12:30
Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag leicht zugelegt. Gute Vorgaben aus den USA und Asien stützten, doch die Zurückhaltung der Marktteilnehmer war spürbar. Auch vage Hoffnungen im Ukraine-Krieg stützten den Markt gegen Mittag.
«Die Anleger befinden sich weiter in einer Pattsituation», beschrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, die Lage. «Einerseits bleibt die Situation im Nahen Osten unübersichtlich, andererseits bewegen sich einige Aktien von Unternehmen auf sehr interessanten Kursniveaus.»
Der EuroStoxx 50 gewann am Mittag 0,65 Prozent auf 5934,7 Punkte. Ausserhalb des Euroraums legte der Schweizer SMI um 0,85 Prozent auf 13'271,5 Punkte zu, während der britische FTSE 100 0,37 Prozent auf 10'642,9 Punkte gewann.
Die Vorsicht der Investoren galt den schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. «Solange beide Seiten auf ihre Maximalforderungen bestehen, sieht es nicht gerade nach grosser Entspannung aus», betonte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. «Nachdem eine schnelle Einigung eher unwahrscheinlich wirkt, dürften die Finanzmärkte volatil bleiben.» Allerdings sei der Druck auf die Trump-Administration, den Krieg zu beenden, schon wegen der Zwischenwahlen im Herbst hoch.
Zu den Gewinnern gehörten die Bauwerte. Hier waren Holcim mit fast vier Prozent gefragt. Neben Goldman Sachs hatte auch Exane BNP Paribas die Einstufung erhöht. Während der Goldman-Experte nach der Kurskorrektur seit Jahresbeginn das aktuelle Niveau als attraktiven Einstiegszeitpunkt betrachtet, hob der Exane-Analyst die jüngsten Äusserungen des Managements positiv hervor.
Verluste verzeichneten dagegen die Ölwerte. Allerdings blieben diese angesichts der massiven Gewinne der Vorwochen überschaubar, nachdem sich bei den Ölpreisen keine weitere Entspannung gezeigt hatte.
Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) äusserten sich vorsichtig. «Entscheidend für die Entwicklung der Energiepreise und damit auch der Konjunktur ist, ob der Krieg endet und die Strasse von Hormus bald wieder frei befahrbar wird», hiess es. «Selbst nach einem Kriegsende dürfte es einige Zeit dauern, bis die Versorgungslücken geschlossen sind und die Energieinfrastrukturen wieder vollständig funktionieren.» Die Preise dürften also nicht sofort auf das Vorkriegsniveau fallen.
Lediglich optischer Natur waren unterdessen die Verluste von Zurich Insurance , da die Aktie ex-Dividende gehandelt wurde. Die Abgaben von vier Prozent lasteten trotzdem auf dem Versicherungssektor, der schwächelte - ebenso wie andere eher defensive Sektoren wie Versorger und Telekommunikation.
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12:15
Am Devisenmarkt haben sich die wichtigsten Währungspaare zum Wochenschluss am Freitagvormittag nur wenig von der Stelle bewegt. Die Waffenruhe im Iran-Krieg bleibt das weiterhin beherrschende Thema. Nach Beginn der zweiwöchigen Waffenruhe soll es ab diesem Freitag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran geben. Ziel ist eine Beendigung des Kriegs, der mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar begonnen hatte.
Zu den schwierigen Themen dürfte bei den Gesprächen auch der Streit um die Öffnung der Strasse von Hormus zählen. Wie kritisch das Thema ist, zeigen auch die jüngsten Posts von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social. Dort kritisierte er den Iran für «sehr schlechte Arbeit» bei der vereinbarten Freigabe der Meerenge, die eine Lebensader für den Welthandel ist. Dabei bezog Trump sich auf Berichte, wonach das Land von Tankern Gebühren für die Durchfahrt verlange. Derweil greift Israel weiterhin Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon an.
Die iranische Blockade der Meerenge hat vor allem den Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf praktisch zum Erliegen gebracht. Die Rohstoffpreise stiegen daraufhin steil an, gaben nach Bekanntgabe der Waffenruhe aber wieder ein gutes Stück nach.
Gerade vor diesem Hintergrund warten Investoren nun gespannt auf die US-Inflationsdaten am Nachmittag. je nachdem wie sie ausfallen, könnten sie einen massgeblichen Einfluss auf die Zinserwartungen der Investoren und damit auch den Devisenmarkt haben.
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11:53
An den Finanzmärkten setzt sich das Tauziehen zwischen Hoffen und Bangen weiter fort. Die Kurse steigen zwar zum Wochenschluss erneut - hierzulande den dritten Handelstag in Folge. Die Lage bleibe aber fragil und es sei weiter mit hohen Schwankungen zu rechnen, lautet der Tenor der meisten Expertenkommentare.
«Anleger dürften mit gemischten Gefühlen, aber auch einer vorsichtigen Portion Hoffnung in das Wochenende gehen», kommentiert ein Marktbeobachter. Im Mittelpunkt des Interesses stünden nun die geplanten Gespräche zwischen Delegationen aus den USA und dem Iran. «Investoren hoffen auf den grossen Wurf und damit auf einen dauerhaften Burgfrieden zwischen den Kriegsparteien.» Die Märkte klammerten sich nach wie vor an jedes Signal der Entspannung.
Sollten die Verhandlungen allerdings platzen oder kein belastbarer Waffenstillstand zustande kommen, dürfte dies viele Anleger auf dem falschen Fuss erwischen, so der Experte weiter. Wie ausgeprägt die Stimmungsschwankungen am Markt derzeit seien, hätten zuletzt auch verschiedene Stimmungsindikatoren gezeigt, heisst es bei Raiffeisen. Sie reflektierten letztlich die aufgeflackerten Rezessionsängste.
Wie stark auch hierzulande das Wochenplus am Ende ausfallen wird, dürfte stark auch von den in den USA erwarteten US-Inflationszahlen abhängen. Sie gelten als das Daten-Highlight in dieser Woche. «Fallen die Daten besser aus als befürchtet, dürfte das die Zinsfantasien neu befeuern und den Aktienmarkt endgültig ins Wochenende katapultieren. Sind die Teuerungsraten jedoch schlimmer als erwartet, droht dem gerade erst geborenen, jungen Aufwärtstrend ein jähes und brutales Ende», erklärt ein Händler.
Der SMI gewinnt gegen 11.45 Uhr 0,86 Prozent auf 13'287 Punkte hinzu. Nach dem schwachen Start in die verkürzte Osterwoche am Dienstag ging es für den Leitindex seit und mit der Waffenruhe am Mittwoch jeden Tag nach oben. Der SMIM für die mittelgrossen Werte steigt um 0,56 Prozent auf 3008,7 Punkte und der breite SPI um 1,14 Prozent auf 18'587 Zähler.
Angeführt wird das Gewinnerfeld allerdings von Holcim (+3,8 Prozent) und Richemont (+1,8 Prozent). Der Zementhersteller wird dank zweier Hochstufungen gesucht. Neben Goldman Sachs hat auch Exane BNP Paribas das Rating erhöht. Während der Goldman Experte nach der Kurskorrektur seit Jahresbeginn das aktuelle Niveau als einen attraktiven Einstiegszeitpunkt in eine langfristige Wachstumsstory betrachtet, zeigt sich der Exane-Experte die jüngsten Äusserungen des Managements hervor. Sie deuteten darauf hin, dass der Konzern eher auf Selbsthilfe setze.
Derweil hinken Kühne+Nagel (+0,6 Prozent) dem Markt etwas hinterher. Der Logistiker hatte in den vergangenen Wochen stark von den gestiegenen Frachtraten profitiert.
Unter den mittelgrossen Werten geben auch die Aktien von Helvetia Baloise leicht nach (-0,1 Prozent). Der Versicherer wird kommende Woche erstmals seit dem Zusammenschluss Zahlen vorlegen.
Derweil hat Bossard (+6,1 Prozent) bereits über die jüngste Geschäftsentwicklung berichtet. Die Umsatzzahlen für das erste Quartal lassen eine gewisse Stabilisierung erkennen.
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11:32
Der seit der Ankündigung der Waffenruhe im Iran-Krieg unter Druck stehende US-Dollar steuert auf seinen grössten Wochenverlust seit Januar zu.
Der Dollar-Index, der die Devise zu anderen wichtigen Währungen misst, stand Freitagmittag mit 98,94 Punkten auf Wochensicht rund 1,3 Prozent im Minus. «Die Leute kauften den US-Dollar, als der Krieg am heftigsten war, und jetzt verkaufen sie ihn, da das Risiko eines wirklich schlimmen Ausgangs deutlich nachgelassen hat», sagte Jason Wong, Stratege bei BNZ. «Auch wenn die Lage noch etwas unsicher erscheint, ist die Waffenruhe, die dieses letzte Risiko beseitigt, für die Stimmung wichtig», sagte er.
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11:07
Vor den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende werden Aktien von Rüstungsunternehmen von den Anlegern verkauft. Der europäische Sektorindex verliert bis zu ein Prozent auf 2793 Punkte. «Die bittere Logik der Börse: Waffenstillstände sind reinstes Gift für Rüstungskonzerne», sagt Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades.
Die rote Laterne im Dax halten die Papiere von Rheinmetall, die um 1,6 Prozent abtauchen. Die Aktie kämpfe bereits seit Oktober vergangenen Jahres vergeblich darum, ihren Aufwärtstrend wieder aufzunehmen, sagt Sohlleder. Papiere von Hensoldt sind mit einem Minus von 2,1 Prozent grösster MDax-Verlierer. Aktien von Renk fallen um rund ein Prozent.
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10:30
Im Vorfeld von US-Inflationsdaten gibt der Goldpreis etwas nach. Die Feinunze verbilligt sich um 0,2 Prozent auf 4752,67 Dollar. «Es herrscht Unklarheit darüber, wie sich die Waffenruhe im Nahen Osten entwickelt und was das für die Energiemärkte bedeutet … daher befinden wir uns vor dem letzten Handelstag der Woche in einer Art Warteschleife», sagte Kyle Rodda, Finanzmarktanalyst bei Capital.com.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist der Preis des Edelmetalls um rund zehn Prozent gefallen. Die stark gestiegenen Energiepreise schürten Inflationsängste und Spekulationen auf höhere US-Zinsen. Gold steht bei möglichen Zinserhöhungen unter Druck, da es als zinslose Anlage keine laufenden Erträge abwirft.
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09:37
Nach dem Dämpfer vom Vortag hat sich der deutsche Aktienmarkt am letzten Handelstag der Woche stabil gezeigt. Trotz fragiler Waffenruhe im Nahen Osten kommt am Freitag bislang kein neuer Druck durch die Ölpreise auf, die aktuell der zentrale Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt sind. Der Dax trat im frühen Xetra-Handel mit 23'813 Punkten quasi auf der Stelle. Auf Wochensicht zeichnet sich eine Erholung um knapp drei Prozent ab.
Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Werten lag mit 0,1 Prozent leicht im Plus bei 30'079 Zählern. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es ebenfalls um 0,1 Prozent aufwärts.
«Die Aufmerksamkeit liegt nun auf möglichen Verhandlungen in Pakistan, die voraussichtlich am Wochenende stattfinden werden», schrieb Anleihenexperte Hauke Siemssen von der Commerzbank mit Blick auf die Kriegsparteien im Nahen Osten. Unter vielen Faktoren dürfte der Erfolg eines dauerhaften Waffenstillstands von Israels Vorgehen im Libanon abhängen. Hier deuteten die jüngsten Nachrichten auf Verhandlungsbereitschaft hin.
Nordex -Aktien gaben trotz eines Auftrags aus Spanien um knapp ein Prozent nach. Die Anteilsscheine des Herstellers von Windkraftanlagen waren am Vortag auf den höchsten Stand seit 2002 geklettert.
Ein erfreuliches Debüt im Kleinwerte-Index SDax gaben die Papiere der Shelly Group , die um 2,7 Prozent stiegen. Das Technologieunternehmen mit Sitz im bulgarischen Sofia ist für die Aktien von Gerresheimer in den SDax aufgerückt.
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09:30
Die asiatischen Börsen haben am Freitag trotz einer brüchigen Waffenruhe im Nahen Osten zugelegt. In Japan stützten Kursgewinne bei Technologie-Aktien den Markt. Der Tokioter Nikkei-Index stieg um 1,8 Prozent auf 56'892 Punkte, während der breiter gefasste Topix auf der Stelle trat. Selektive Aktienkäufe trugen zur Aufwärtsdynamik bei, sagte Maki Sawada, Aktienstrategin bei Nomura Securities.
Zu den grössten Gewinnern zählte der Uniqlo-Mutterkonzern Fast Retailing, dessen Aktien nach starken Quartalszahlen um knapp zwölf Prozent kletterten. Auch der Technologiezulieferer Fujikura und der Chiphersteller Kioxia Holdings verbuchten Aufschläge von rund zwölf beziehungsweise 8,8 Prozent.
Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi kündigte derweil an, ab Mai weitere Ölreserven freizugeben, um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges abzufedern.
Auch in China griffen die Anleger bei Aktien zu: Die Börse Shanghai gewann 0,7 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,8 Prozent auf 4649 Punkte.
Die Preise ab Werk in China sind im März zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren gestiegen – ein frühes Anzeichen dafür, dass der Krieg im Iran den Kostendruck in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt verstärkt. «Der Nahost-Krieg setzte Chinas industrieller Deflation im März ein unerwartetes, aber frühes Ende, trotz eines insgesamt gemischten Bildes», schrieben Analysten von Citi in einer Mitteilung. Investoren blicken nervös auf den Nahen Osten, da der Iran die israelischen Angriffe auf den Libanon als Hindernis für die vereinbarte Waffenruhe mit den USA ansieht. Im Fokus stehen die Gespräche zwischen Vertretern der Vereinigten Staaten und des Iran an diesem Wochenende in Pakistan.
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09:15
Zum Wochenschluss geht es am Schweizer Aktienmarkt den dritten Tag in Folge aufwärts. Auch für die wichtigsten europäischen Börsenplätze zeichnet sich ein versöhnlicher Ausklang für eine erneut ereignisreiche Woche ab. Allerdings bleibt die Stimmung nervös.
Ab dem heutigen Freitag soll es in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran geben. Ziel ist eine dauerhafte Beendigung des Krieges. Zu den schwierigen Themen dürfte bei den Gesprächen auch der Streit um die Öffnung der Strasse von Hormus zählen.
Dass dies ein Knackpunkt sein könnte, zeigen auch die jüngsten Berichte, wonach der Iran Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Hierzu schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social: Das sollten sie besser nicht tun, und falls sie es tun, sollten sie besser «jetzt damit aufhören!». Später schrieb er, der Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge «sehr schlechte Arbeit», die man auch als «unredlich» bezeichnen könne.
Doch obwohl die Waffenruhe eher fragil ist, kommt bislang kein neuer Druck durch die Ölpreise auf. Sie sind aktuell der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Die Preise für das Fass der Nordseesorte Brent als auch für die Sorte WTI bleiben beide klar unter 100 Dollar, nachdem sie am Mittwoch in einer ersten Reaktion auf die Waffenruhe in Richtung 90 Dollar gesunken waren.
Im weiteren Tagesverlauf steht mit der US-Inflation noch das Daten-Highlight dieser Woche an, wie es in einem Kommentar heisst. Laut Händler verheissen die Prognosen auf den ersten Blick nichts Gutes: Auf Jahressicht werde ein merklicher Anstieg erwartet. «Diese Zahlen sind das absolute Zünglein an der Waage. Fallen die Daten besser aus als befürchtet, dürfte das die Zinsfantasien neu befeuern und den Aktienmarkt endgültig ins Wochenende katapultieren. Sind die Teuerungsraten jedoch schlimmer als erwartet, droht dem gerade erst geborenen, jungen Aufwärtstrend ein jähes und brutales Ende.»
Der SMI eröffnet mit einem Plus von 0,35 Prozent auf 13'205 Punkte. Damit zeichnet sich der dritte Plus-Tag in Folge und auch ein Wochenplus ab. Aktuell tendieren 16 der 20 SMI-Werte höher, und zwar zwischen +0,18 (Swiss Life) und +2,1 Prozent (Richemont).
Auch der Zementhersteller Holcim wird (vor allem) wegen Analystenkommentaren gesucht (+1,9 Prozent). So hat Goldman Sachs die Titel auf «Buy» hochgestuft. Laut Händlern hat zudem Exane BNP Paribas die Papiere auf «Neutral» hochgestuft. Das sorge für Rückenwind. Mit Kursgewinnen von jeweils mehr als 1 Prozent sind auch ABB, Amrize und Partners Group gesucht.
Derweil werden Zurich um 3,9 Prozent oder 24,70 Franken tiefer indiziert. Allerdings werden die Papiere an diesem Tag Ex-Dividende (30,00 Franken) gehandelt. Damit halten vorbörslich Kühne+Nagel (-0,2 Prozent) die rote Laterne.
In den hinteren Reihen ziehen unterdessen Bossard (+2,0 Prozent) an. Die Umsatzzahlen für das erste Quartal lassen eine gewisse Stabilisierung erkennen.
08:10
Der Schweizer Aktienmarkt tendiert im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär in der Gewinnzone.
Knapp eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Swiss Market Index (SMI) 0,23 Prozent im Plus bei 13'190 Punkten. Dabei bewegen sich 18 von 20 SMI-Titel im Plus. Einzig Sika (-0,15 Prozent und Zurich Insurance (-4,55 Prozent, ex-Dividende) verzeichnen Abschläge. Am deutlichsten legt Holcim mit +2,44 Prozent zu nach einer Hochstufung von Goldman Sachs.
Auch der breite Markt tendiert vorbörslich im Plus. Dabei fallen die Titel der Industrie-Gruppe Bossard auf, die nach eine überraschend guten Zahlenvorlage des ersten Quartals fast 2 Prozent zulegt.
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08:00
Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:
- Holcim: Goldman Sachs erhöht auf 82 (77) Franken mit Buy
- Landis+Gyr: JPMorgan senkt auf 59 (61) Franken mit Neutral
- SoftwareOne: Berenberg senkt auf 8,70 (11) Franken mit Buy
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07:50
In dieser Woche haben beide Kontrakte bisher elf Prozent an Wert verloren, der grösste wöchentliche Rückgang seit Juni 2025. Die angekündigte Waffenruhe im Iran-Krieg hatte zunächst für einen Preissturz gesorgt. Die anfängliche Erleichterung sei aber schnell von Zweifeln überschattet worden, schreibt IG-Marktanalyst Tony Sycamore in einer Mitteilung. Alle Augen seien weiterhin fest auf die Tankerströme in der Strasse von Hormus gerichtet, um Anzeichen für eine verstärkte Aktivität im Vorfeld der in Pakistan geplanten Friedensgespräche zu erkennen. Der Tankerverkehr in der strategisch wichtigen Wasserstrasse ruht immer noch weitgehend.
Zudem haben Angriffe auf saudische Energieanlagen die Ölproduktionskapazität des Königreichs um rund 600'000 Barrel pro Tag und den Durchsatz der Ost-West-Pipeline um etwa 700'000 Barrel pro Tag reduziert, berichtet die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA.
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07:40
Der Dax wird am Freitag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge etwas höher in den Handel starten. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex 1,1 Prozent tiefer bei 23'806,9 Punkten geschlossen, da Anleger nach den schweren Angriffen Israels auf den Libanon an der Tragfähigkeit der Waffenruhe im Iran-Krieg zweifelten.
An der Wall Street sorgte die Hoffnung auf Gespräche hingegen für leichte Gewinne. Zum Wochenschluss werden in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Delegationen aus den USA und dem Iran erwartet. Die eigentlichen Gespräche über die Aushandlung einer Waffenruhe sollen am Samstagmorgen (Ortszeit) beginnen.
Im Fokus der Anleger werden am Freitag die Inflationszahlen aus den USA stehen, die laut Experten durch die Kriegsauswirkungen höher ausfallen dürften. Sollte die März-Rate noch stärker steigen als erwartet, könnte das die Diskussionen über Zinserhöhungen der Notenbanken noch verstärken und damit auch die Aktienmärkte belasten, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
Bei der Lufthansa dürfte ein Streik des Kabinenpersonals zum Ausfall Hunderter Flüge der Airline führen.
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06:20
Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, steht im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,57 Prozent höher bei 13'181 Punkten.
Am letzten Handelstag der Woche meldet Bossard seinen Umsatz für das erste Quartal 2026, und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) legt den Konsumentenpreisindex für März vor.
Gespannt blicken die Anleger jedoch auf die US-Inflationsdaten für März, die am Freitagnachmittag (Schweizer Zeit) veröffentlicht werden.
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05:45
Die asiatischen Börsen haben am Freitag trotz anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten Gewinne verzeichnet. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 1,5 Prozent auf 56'728,9 Punkte zu, während der breiter gefasste Topix fast unverändert bei 3739,9 Zählern blieb. Auch in China griffen die Anleger zu: Die Börse Shanghai gewann 0,8 Prozent auf 3998,2 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,3 Prozent auf 4626,2 Punkte. Die Sorge um die Beständigkeit der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sowie die israelischen Angriffe im Libanon dämpften jedoch die Kauflaune.
In Japan stützten starke Unternehmenszahlen und die Hoffnung auf Technologie-Investitionen den Markt. Zu den grössten Gewinnern zählte der Uniqlo-Mutterkonzern Fast Retailing, dessen Aktien nach sehr guten Quartalszahlen auf ein Rekordhoch kletterten. Auch der Technologiezulieferer Fujikura und der Chiphersteller Kioxia Holdings verbuchten deutliche Aufschläge. «Selektive Käufe von Einzelaktien nach den Gewinnbekanntgaben scheinen zur Aufwärtsdynamik beizutragen», sagte Maki Sawada, Aktienstrategin bei Nomura Securities. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi kündigte derweil an, ab Mai weitere Ölreserven freizugeben, um die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts abzufedern.
In China rückten neue Inflationsdaten in den Fokus, die die direkten Auswirkungen des sechswöchigen Iran-Krieges widerspiegeln. Die Erzeugerpreise stiegen im März um 0,5 Prozent und damit erstmals seit dreieinhalb Jahren, angetrieben von höheren Energiekosten. Diese importierte Inflation könnte den Spielraum der Zentralbank für weitere Konjunkturhilfen einschränken.
Gleichzeitig blickten Investoren nervös auf den Nahen Osten, da der Iran die israelischen Angriffe auf den Libanon als Hindernis für das Abkommen mit den USA ansieht.
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05:30
Am Devisenmarkt profitierte der Dollar von robusten US-Wirtschaftsdaten und einer hartnäckigen Inflation, die die Erwartungen an eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) bis in den April 2027 verschoben haben. Im asiatischen Handel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 159,12 Yen und legte leicht auf 6,8310 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,7904 Franken vor. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1690 Dollar und zog leicht auf 0,9241 Franken an.
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05:00
Ein Raketenangriff der Hisbollah auf Israel sowie eine scharfe Warnung von US-Präsident Donald Trump an den Iran, den Öltransport durch die strategisch wichtige Strasse von Hormus nicht zu behindern, schürten erneute Angebotssorgen.
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23:00
Die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des seit sechs Wochen andauernden Nahost-Konflikts hat die US-Börsen angetrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Donnerstag 0,57 Prozent höher auf 48'184 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,61 Prozent auf 6824 Zähler vor, und der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,81 Prozent auf 22'819 Punkte.
Im frühen Handelsverlauf hatten die US-Börsenbarometer um jeweils rund ein halbes Prozent nachgegeben. Mit den schwersten Angriffen auf den Libanon seit Kriegsbeginn hatte Israel in der Nacht die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Feuerpause mit dem Iran in Gefahr gebracht. Die Attacken verletzten nach Darstellung des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian die mit den USA vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt jedoch Friedensgespräche mit dem Libanon an und beseitigte damit eine zentrale Hürde bei den Verhandlungen der USA mit dem Iran. Er habe das Kabinett angewiesen, diese so schnell wie möglich aufzunehmen, teilte Netanjahu am Nachmittag mit.
Dies linderte die Sorgen um die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Das sogenannte Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex VIX, fiel auf den niedrigsten Stand seit Kriegsbeginn. «Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass diese Regierung mehr bellt als beisst», sagte Oliver Pursche, Manager beim Vermögensverwalter Wealthspire Advisors. «Aus Anlegersicht muss man sich entscheiden, ob man das alles ignoriert oder einfach Kasse macht und die nächsten zwei Jahre aussitzt.»
Die geopolitische Lage spiegelte sich zudem am Ölmarkt wider. Die Preise schwankten im Handelsverlauf, da die Investoren auf die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus durch den Iran warteten, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. Die US-Sorte WTI verteuerte sich zu Börsenschluss um 3,66 Prozent, blieb jedoch unter der Marke von 100 Dollar pro Barrel.
Gleichzeitig rückte die Geldpolitik wieder in den Fokus: Aus den Protokollen der jüngsten US-Notenbanksitzung ging hervor, dass die Währungshüter zunehmend Zinserhöhungen in Betracht ziehen, um den inflationären Folgen eines längeren Iran-Krieges entgegenzuwirken. Neue Daten des Handelsministeriums zeigten, dass die US-Wirtschaft im vierten Quartal langsamer wuchs als erwartet, während die Verbraucherpreise auf hohem Niveau verharrten.
Nun blicken Anleger auf den offiziellen US-Inflationsbericht für März, der am Freitag veröffentlicht wird. Die Teuerungsraten und die Zinspolitik der Notenbank stellten die Weichen für den weiteren Trend am Aktienmarkt, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. Die am Mittwochabend veröffentlichten Protokolle der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Fed zeigten, dass eine wachsende Zahl von Mitgliedern eine Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation für notwendig halten könnte.
Bei den Einzelwerten sorgte Amazon für Aufsehen. Die Aktien des Online-Riesen legten um knapp 5,5 Prozent zu, nachdem Konzernchef Andy Jassy erklärt hatte, dass die Dienstleistungen für Künstliche Intelligenz (KI) in der Cloud-Sparte einen Jahresumsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar generieren. «Viele Leute zweifeln an den potenziellen positiven Auswirkungen von KI, und ich denke, Amazon hat gezeigt, dass sich diese positiven Erträge viel schneller einstellen können als von den meisten erwartet», sagte VermögensverwalterPursche.
Softwarewerte gehörten zu den Verlierern des Tages, während Einzelhandels- und Halbleiteraktien überdurchschnittlich abschnitten. Gefragt waren auch die Papiere von Constellation Brands, die nach einem geringer als befürchtet ausgefallenen Umsatzrückgang im vierten Quartal um über 8,5 Prozent nach oben sprangen. Die Aktien des Rechenzentrumsbetreibers Applied Digital gaben dagegen um fast acht Prozent nach, da sich der Nettoverlust im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet hatte.
(cash/AWP/Reuters)

