17:04
Nach dem langen Wochenende haben einige US-Indizes am Dienstag neue Rekordhöhen erreicht. Während der Dow Jones Industrial noch knapp unter seiner Bestmarke vom Freitag blieb, konnten der S&P 500 und der Nasdaq 100 nach einigen Tagen Pause wieder Rekorde aufstellen. Der Nasdaq überwand dabei erstmals die Marke von 30'000 Punkten.
Neben der schon länger massgeblichen KI-Fantasie vollzogen die beiden Indizes auch die Hoffnung auf ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg nach, die am Vortag bereits in Europa und Asien eingepreist worden war, als der US-Handel feiertagsbedingt pausiert hatte. In der Breite störte es nicht gross, dass neue Angriffe im Iran und im Libanon die laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Kriegs überschatteten. Ein Marktbeobachter sieht im Iran-Krieg beide Seiten «immer noch näher an einem Abkommen als zuletzt».
Der S&P 500 legte nach etwas mehr als einer Handelsstunde um 0,9 Prozent auf 7.538 Punkte zu, während der Nasdaq 100 mit Rückenwind anhaltender KI-Fantasie um 1,9 Prozent auf 30.027 Punkte stieg. Die beiden Indizes zeigten damit mehr Schwung als die Standardwerte, die im Dow Jones Industrial mehr Gewicht haben. Der Leitindex der Wall Street stand mit 50.570 Punkten seinem Freitagsniveau nahe. Für eine Bestmarke hätte er über 50.830 Punkte steigen müssen.
+++
15:42
Die US-Aktienkurse steigen am Dienstag zum Handelsstart, da Händler die Aussichten auf ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Konflikts abwägten.
Die Aktien von Micron Technology legten um 12 Prozent zu, da die Analysten an der Wall Street optimistisch gestimmt waren. Insbesondere die UBS sieht für die Aktie ein Aufwärtspotenzial von mehr als 100 Prozent und verweist dabei auf die Vorteile aus ihren langfristigen Verträgen. Die Aktie schloss die letzte Woche mit einem beträchtlichen Gewinn ab, obwohl sie den Zeitraum angesichts eines allgemeinen Ausverkaufs bei Speicherchip-Aktien mit Verlusten begonnen hatte. Die anderen Speicherchip-Aktien Seagate Technology und Western Digital folgten Micron nach oben und legten um 2 Prozent bzw. 4 Prozent zu.
Der erfolgreiche Testflug der SpaceX-Rakete «Starship» beflügelte indes die Aktien anderer Raumfahrtunternehmen. Die Titel von Intuitive Machines, Planet Labs und Rocket Lab gewannen zwischen drei und mehr als acht Prozent.
Nach oben ging es auch für die Papiere von Eli Lilly, die um gut ein Prozent zulegten. Der Pharmakonzern verstärkt sich mit gleich drei Zukäufen auf einen Streich im Geschäft mit Impfstoffen.
+++
15:15
Die Ölpreise haben am Dienstag einen Teil der jüngsten Verluste wieder wettgemacht. US-Militärschläge gegen den Iran dämpften Hoffnungen auf ein Abkommen zum Ende des Iran-Kriegs und zur Öffnung der Strasse von Hormus und sorgten für Preisauftrieb am Ölmarkt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der globalen Referenzsorte Brent zur Lieferung im Juli stieg um etwa drei Prozent auf 99,09 US-Dollar.
Am Montag war der Preis für Öl der Sorte Brent in der Spitze um etwa acht Dollar je Barrel gefallen. Er hatte bei knapp 96 Dollar den tiefsten Stand seit Mitte April erreicht, bevor er sich wieder der Marke von 100 Dollar näherte. US-Präsident Donald Trump hatte ein mögliches Rahmenabkommen mit Teheran als «weitgehend» ausgehandelt bezeichnet und damit Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten geschürt.
Zuletzt war es aber erneut zu US-Angriffen gegen den Iran gekommen. Das US-Militär hat trotz der Waffenruhe im Süden des Irans Raketenstellungen angegriffen sowie im Bereich der Strasse von Hormus Boote attackiert, die Minen in der Meerenge verlegen wollten. Die «Angriffe zur Selbstverteidigung» dienten dem Schutz der Truppen vor Bedrohungen durch das iranische Militär, sagte ein Sprecher des US-Militärs.
Unterdessen hat US-Aussenminister Marco Rubio am Dienstag Reportern in Indien gesagt, dass die Verhandlungen noch «einige Tage in Anspruch nehmen» könnten. Derzeit würden beide Seiten über den Wortlaut eines ersten Dokuments beraten.
+++
14:40
Der Dow Jones Industrial wird vor dem Auftakt vom Broker IG 0,6 Prozent höher auf 50.872 Punkte taxiert. Für eine erneute Bestmarke müsste er über die am Freitag erreichten 50.830 Punkte steigen. Im Technologiesektor bahnt sich KI-getrieben noch mehr Schwung an: Der Nasdaq 100 wird 1,1 Prozent höher bei 29.816 Punkten gesehen. 29.679 Punkte würden ihm für einen erneuten Höchststand reichen, auch wenn seine Rekordrally zuletzt eine mehrtägige Pause eingelegt hatte.
Am Montag war im Iran-Krieg Hoffnung auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran aufgekommen. Ein Marktbeobachter sieht beide Seiten «immer noch näher an einem Abkommen als zuletzt», auch wenn am Dienstag bekannt wurde, dass das US-Militär gezielt Raketenstellungen und Boote angegriffen hat. Die islamische Republik wiederum sprach von Luftverteidigungsmassnahmen gegen eine US-Drohne und ein US-Kampfflugzeug.
Im Technologiebereich bleiben Chipwerte am Dienstag der Taktgeber. Nachdem ihre Rally zuletzt eine Pause eingelegt und Anleger sich eher Branchenwerten in Asien und Europa gewidmet hatten, zieht nun auch wieder die Nachfrage nach US-Werten an. Auf einem Tief seit zwei Wochen angekommen, zogen die Nvidia-Titel vorbörslich um 1,3 Prozent an. Noch deutlicher um etwa sieben Prozent stiegen mit Micron oder Marvell Technology Branchenwerte aus der zweiten Reihe.
Einen Blick wert bleiben auch die Aktien von Weltraumunternehmen, die ihr Geschäft mit Raketen, Satelliten oder Lösungen dafür machen. Der bevorstehende Mega-Börsengang von SpaceX sorge hier weiter für Fantasie unter potenziellen Mit-Profiteuren, hiess es am Markt. Im Nebenwertebereich setzten die Aktien von Redwire , MDA Space und Firefly Aerospace vorbörslich ihren Kurssprung fort - teilweise prozentual zweistellig.
+++
14:05
Der Geschäftsbericht der britischen Baumarktkette Kingfisher kommt bei den Anlegern insgesamt gut an. Die Aktien springen um vier Prozent nach oben und sind damit die grössten Gewinner im Londoner Leitindex FTSE 100. Der flächenbereinigte Umsatz von Kingfisher sank in den drei Monaten bis Ende April zwar um 0,7 Prozent.
Das Unternehmen verwies auf ein schwaches Marktumfeld und einen späten Frühlingsbeginn, der die Nachfrage nach saisonalen Produkten gebremst habe. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern jedoch sein Ziel eines bereinigten Vorsteuergewinns zwischen 565 und 625 Millionen Pfund. Analysten hatten im Schnitt mit 589 Millionen Pfund gerechnet. Die Experten von RBC Europe bezeichneten die Mitteilung angesichts des späten Saisonstarts als «beruhigend».
+++
13:55
Der erfolgreiche Testflug der neuesten SpaceX-Rakete beflügelt die Aktien anderer Raumfahrtunternehmen. Die Titel von Intuitive Machines, Planet Labs und Rocket Lab legen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um gut fünf bis fast 9,5 Prozent zu.
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk absolvierte am Freitag mit der neuesten Version seiner Rakete «Starship» einen unbemannten Testflug. Es war der erste Flug der umfassend überarbeiteten V3-Version, an der das Unternehmen nach einer Reihe von Fehlschlägen im vergangenen Jahr monatelang gearbeitet hatte.
Der Testflug gilt wenige Wochen vor dem geplanten Börsengang von SpaceX als symbolträchtig und dürfte das Vertrauen der Anleger beeinflussen. Eine erfolgreiche Platzierung könnte das Unternehmen mit 1,75 Billionen Dollar bewerten und Musk zum ersten Billionär der Welt machen.
+++
13:30
Die Futures der US-Aktienmärkte stehen vor der Börseneröffnung am Dienstag höher.
Unterdessen steht die Schweizer Börse gemessen am SMI 0,28 Prozent höher. Der Leitindex notiert bei 13'541 Punkten.
+++
11:45
Nach den neuen US-Angriffen auf den Iran geht es für den Goldpreis erneut nach unten. Das Edelmetall verbilligt sich um rund ein Prozent auf 4525 Dollar je Feinunze. Damit gibt er seine Gewinne vom Montag grösstenteils wieder ab. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei Silber, Palladium und Platin.
Der Goldpreis ist seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar um rund 15 Prozent gefallen, da die Teuerung bei Öl Inflations- und Zinssorgen geschürt hat. Erhöhte Zinsen wichtiger Notenbanken dämpfen die Nachfrage nach unverzinsten Anlagen wie Gold. Zugleich erwarten mehrere Experten, dass sich die Lage am Ölmarkt auch nach dem Ende des Iran-Kriegs nur langsam entspannen dürfte. «Der Markt hat begonnen, diese Situation einzupreisen», sagte Kelvin Wong, Chefanalyst beim Handelshaus Oanda.
+++
11:35
Die Hinweise auf eine bevorstehende Lösung des Konflikts hatten sich zuletzt verdichtet. Das hatte bereits am Montag andere Märkte wie den deutschen Dax nach oben getrieben. Eine gewisse Skepsis bleibt laut Händlern aber im Markt - auch aufgrund neuer US-Angriffe auf Minenschiffe in der Strasse von Hormus. «Es ist ja nicht das erste Mal, dass eine Einigung angeblich kurz bevorsteht», kommentiert ein Börsianer. Entsprechend bröckelten die Gewinne über den Vormittag leicht ab.
Zwar gaben auch die Ölpreise nach, zuletzt hielt sich die Sorte Brent mit 99,07 US-Dollar je Barrel aber hartnäckig nahe der Schwelle von 100 Dollar. Es bleibe es ein gewisses «Katz und Maus-Spiel» von der US-Regierung mit den Märkten, sagte ein weiterer Händler. Wichtig für den Bestand der hiesigen Gewinne sei nun, wie sich die Wall Street nach dem Feiertag positioniere. Im Tagesverlauf stehen zudem noch einige US-Daten auf der Agenda, darunter der ADP-Beschäftigungsindex und das Konsumentenvertrauen.
Die Spitze im SMI übernehmen aktuell Holcim (+1,8 Prozent), auch Sika (+1,1 Prozent) und Amrize (+0,9 Prozent) aus der gleichen Branche sind gefragt. Schlusslicht sind die defensiven Swisscom (-0,9 Prozent). Mit Roche (-0,4 Prozent) und Novartis (unv.) hinken auch zwei der Schwergewichte dem Gesamtmarkt hinterher, während Nestlé (+0,8 Prozent) stabil im Plus stehen.
Zu den gefragten Papieren zählen einmal mehr Logitech (+0,9 Prozent). Händler verweisen auf Zahlen des PC-Herstellers Lenovo noch vor dem Wochenende, die dessen Aktien beflügelten. Bei den mehr Halbleiter-lastigen Vertretern der Branche setzen derweil Gewinnmitnahmen ein und so verlieren unter anderem VAT (-0,6 Prozent) leicht, AMS Osram (-6,0 Prozent) sogar deutlich an Wert. Letztere hatten sich seit Anfang April allerdings fast verdreifacht.
Bei Julius Bär (+3,6 Prozent) zeigt sich nach den herben Verlusten am Freitag in Reaktion auf die Zahlen eine gewisse Gegenbewegung.
Besonders hervor stechen am breiten Markt Lem (+20,1 Prozent). Der Elektronikkomponenten-Hersteller ist offenbar zum Übernahmeziel geworden, der Verwaltungsrat prüft «strategische Optionen». Zudem kommen die Jahreszahlen mit der anhaltenden Rechenzentren-Dynamik gut an.
Stark gefragt sind auch die Titel von Aryzta (+7,9 Prozent). Hier beflügelt eine Hochstufung durch Berenberg auf «Buy». Nach Jahren der Restrukturierung sei Aryzta nun endlich am Wendepunkt angekommen, so die Analysten. Ypsomed (-1,2 Prozent) werden indes von einer mahnenden Ersteinstufung von Jefferies mit «Underperform» in ihrer jüngsten Erholung gebremst.
Galderma (-0,7 Prozent) geben leicht nach, obwohl der Dermatologiespezialist von der FDA eine Zulassung für die rezeptfreie Abgabe des Akne-Mittels Differin Epiduo erhalten hat.
+++
11:25
Der erste vollelektrische Ferrari hat die Anleger nicht überzeugt. Die Aktien des Luxussportwagenbauers rutschen an der Börse in Mailand um rund sechs Prozent ab.
Laut einem Händler vor Ort enttäuschte das Design die Investoren. «Für sie ist das kein Ferrari», sagte er. Das Unternehmen hatte den «Luce» (italienisch für Licht) am späten Montagabend vorgestellt. Der viertürige Stromer, der mit Hilfe des ehemaligen Apple-Chefdesigners Jony Ive entwickelt wurde, soll 550.000 Euro kosten. Die Auslieferungen sollen im vierten Quartal beginnen.
«Es ist ein Wagnis», sagte Phil Dunne von der Unternehmensberatung Grant Thornton Stax bereits vor der Vorstellung des neuen Modells. Andere Hersteller von Luxuswagen wie Porsche und Lamborghini hatten zuletzt wegen der schwachen Nachfrage ihre Pläne für Elektroautos zurückgefahren.
+++
09:40
Über das Wochenende verdichteten sich die Hinweise auf eine bevorstehende Lösung des Konflikts, auch wenn die USA am Morgen erneut Angriffe auf Minenschiffe flogen. Eine gewisse Skepsis wie schnell nun ein Deal kommen wird, bleibt aber im Markt. «Es ist ja nicht das erste Mal, dass eine Einigung angeblich kurz bevorsteht», kommentiert ein Börsianer.
Immerhin gaben die Ölpreise nach und am Morgen lag Brent mit 98,06 US-Dollar je Barrel weiter unter der Schwelle von 100 Dollar. Dennoch sei es ein gewisses «Katz und Maus-Spiel» von der US-Regierung mit den Märkten, sagte ein weiterer Händler. Jeder neue mögliche Zwischenfall erinnere daran, wie fragil die Lage sei. Im Tagesverlauf stehen noch einige US-Daten auf der Agenda, darunter der ADP-Beschäftigungsindex und das Konsumentenvertrauen.
Bei Julius Bär (+4,1 Prozent) zeigt sich nach den herben Verlusten am Freitag in Reaktion auf die Zahlen eine gewisse Gegenbewegung.
Besonders hervor stechen am breiten Markt Lem (+11 Prozent). Der Elektronikkomponenten-Hersteller ist offenbar zum Übernahmeziel geworden, der Verwaltungsrat prüft «strategische Optionen».
+++
09:20
Die neuen US-Angriffe auf den Iran haben die Friedenshoffnungsrally an der Frankfurter Börse gestoppt. Der Dax notierte zur Eröffnung am Dienstag knapp im Minus bei 25.359,75 Punkten.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Beendigung des seit rund drei Monaten andauernden Kriegs gehen zwar weiter, in der Nacht zum Dienstag flogen die US-Streitkräfte jedoch nach eigenen Angaben im Süden des Irans neue Angriffe auf militärische Ziele. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche verliefen gut, drohte jedoch mit weiteren Angriffen, sollten sie scheitern. «Die Situation im Nahen Osten bleibt komplex und verworren», sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. «Für Anleger gibt es kaum eine Chance, den zukünftigen Verlauf verlässlich zu prognostizieren.» Das Ausbleiben eines Ausverkaufs führte IG-Analyst Christian Henke auf charttechnische Gründe zurück.
Bei den Einzelwerten sorgten negative Analystenkommentare bei mehreren Unternehmen für fallende Kurse. So bröckelten die Aktien von Merck, Wacker Chemie, Grand City Properties und der Lufthansa nach Herabstufungen um ein bis 2,5 Prozent ab.
+++
09:05
Der SMI startet trotz negativer Vorgaben zügig in die neue Börsenwoche. Er verbessert sich um 0,8 Prozent auf 13'613 Punkte.
Am frühen Dienstagmorgen sah es noch nicht so gut aus: Die IG Bank taxierte den SMI 0,3 Prozent tiefer. Zudem haben die USA erneut Ziele im Iran angegriffen und so die Hoffnungen auf eine friedliche Konfliktlösung gedämpft.
+++
08:05
Der SMI steht im vorbörslichen Handel bei Julius Bär 0,61 Prozent höher.
+++
08:00
Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:
- Richemont: UBS erhöht auf 186 (182) Fr. – Buy
- Richemont: Barclays senkt auf 195 (200) Fr. – Overweight
- Tecan: UBS senkt auf 162 (164) Fr. – Neutral
- Ypsomed: Jefferies startet mit Underperform - Ziel 280 Fr.
- Zurich: Berenberg erhöht auf 711 (656) Fr. – Buy
- Aryzta: Berenberg erhöht auf Buy (Hold) - Ziel 75 (65) Fr.
- Swiss Life: Berenberg erhöht auf 1014 (979) Fr. – Buy
- Swiss Re: Barclays senkt auf 113 (114) Fr. – Underweight
+++
07:45
Der Dax wird am Dienstag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten. Am Pfingstmontag hatte der deutsche Leitindex zwei Prozent höher bei 25.389,10 Punkten geschlossen. Für steigende Kurse an den europäischen Börsen sorgten neue Spekulationen auf eine Lösung im US-Iran-Konflikt. Die Wall Street blieb wegen des Feiertags «Memorial Day» geschlossen.
In der Nacht zum Dienstag flogen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben im Süden des Irans neue Angriffe auf militärische Ziele. Parallel dazu gingen die Verhandlungen über eine Beendigung des seit drei Monaten andauernden Krieges weiter. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche verliefen gut, drohte jedoch mit weiteren Angriffen, sollten sie scheitern. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist offen, ob diese Angriffe der Beginn einer neuen Eskalation sind oder ob die Verhandlungen durch diese Angriffe nur verzögert werden», kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Dies dürfte die weitere Entwicklung am Aktienmarkt beeinflussen. Dabei werde viel von der Reaktion des Irans abhängen.
Im Börsenkalender für Dienstag stehen nur wenige Termine. Die Anleger blicken unter anderem auf die Zahlen zum Konsumentenvertrauen in den USA im Mai.
+++
06:20
Der Swiss Market Index (SMI) steht vorbörslich bei der IG Bank 0,28 Prozent tiefer.
+++
06:10
+++
04:55
Neue US-Angriffe im Nahen Osten haben am Dienstag die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen mit dem Iran gedämpft und die asiatischen Aktienmärkte ins Minus gedrückt. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 64'897,64 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix blieb fast unverändert bei 3939,88 Zählern. Auch in China hielten sich die Anleger zurück: Die Börse Shanghai verlor 0,6 Prozent auf 4127,04 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagnierte bei 4921,75 Punkten.
Die geopolitischen Spannungen überschatteten die jüngsten Rekordjagden an den Märkten. Zwar verhandeln Vertreter des Irans und der USA in Doha über ein Ende des Krieges, doch US-Militärschläge im Süden des Irans liessen Zweifel an einem raschen Durchbruch aufkommen.
«Der Optimismus über ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ist bereits eingepreist, und der Anstieg der Ölpreise belastete die Stimmung», sagte Daisuke Hashizume, Stratege bei Daiwa Securities. Die Entwicklungen im Nahen Osten beschäftigen auch die japanische Notenbank. Vize-Gouverneur Ryozo Himino erklärte, die Zentralbank werde bei der Entscheidung über den Zeitpunkt weiterer Zinserhöhungen genau analysieren, wie sich die Lage auf die heimische Wirtschaft und die Preise auswirke.
Nach der jüngsten Rally, die den Nikkei am Vortag noch auf ein Rekordhoch getrieben hatte, nahmen viele Investoren zudem Gewinne mit. Zu den Verlierern zählten vor allem schwergewichtige Chipwerte: Die Papiere von Advantest und Tokyo Electron fielen um 5,0 beziehungsweise 2,26 Prozent. Auch der Speicherhersteller Kioxia rutschte um 5,45 Prozent ab, während der Glasfaserkabel-Produzent Fujikura 3,7 Prozent verlor. Gegen den Trend stiegen die Aktien der SoftBank Group um 7,36 Prozent und stützten den Leitindex. Gefragt waren auch Schwermaschinenbauer wie Kawasaki Heavy Industries und IHI, die jeweils um fast acht Prozent zulegten.
+++
03:15
Im asiatischen Devisenhandel profitierte die US-Währung von einer erneuten Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der geopolitischen Unsicherheiten. Der Dollar gewann geringfügig auf 158,95 Yen und legte leicht auf 6,7863 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,7834 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1631 Dollar.
+++
02:20
Am Rohstoffmarkt sorgten die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten für Auftrieb bei der Nordseesorte, da Anleger eine Verknappung des Angebots befürchteten. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 98,00 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte dagegen 5,1 Prozent schwächer bei 91,70 Dollar.
+++
01:00
Die US-Börsen blieben am Montag wegen des Feiertags «Memorial Day» geschlossen.
Am Freitag vor dem langen Wochenende hatten sie weiter zugelegt. Beim Dow Jones Industrial reichte es schon im frühen Handel für ein Rekordhoch - am Ende notiere der Leitindex mit 50'579,70 Punkten noch 0,58 Prozent im Plus.
Die anderen Indizes liefen zeitweise nah an ihre Bestmarken heran. Der marktbreite S&P 500 schloss 0,37 Prozent fester mit 7473,47 Punkten und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,42 Prozent auf 29'481,64 Punkte. Dow und Nasdaq 100 erzielten damit Wochengewinne von 2,1 beziehungsweise 1,2 Prozent.
Die Aktienkurse profitierten von den hartnäckigen Hoffnungen auf eine friedliche Beendigung des Iran-Kriegs sowie der anhaltenden Euphorie mit Blick auf das Mega-Thema Künstliche Intelligenz (KI).
Aussagen von US-Präsident Donald Trump und seinem Aussenminister Marco Rubio untermauerten Erwartungen an einen baldigen Friedensschluss im Nahen Osten. Zudem teilte Teheran mit, der jüngste Vorschlag aus Washington habe die Kluft zwischen den beiden Seiten teilweise überbrückt.
Allerdings trüben Äusserungen des obersten geistlichen Führers des Iran die Hoffnungen auf einen Durchbruch. Demnach will Teheran seinen Uranvorrat behalten. Hinzu kommt der Streit über die Öffnung der für die Weltwirtschaft wichtigen Meeresstrasse von Hormus. Die vom Iran beabsichtigten Gebühren für deren Passage «könnten für komplizierte Diskussionen sorgen», befürchtet Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Entwicklung an den Börsen hängt weiterhin massgeblich von den Ölpreisen ab, die zuletzt wieder etwas stiegen.
An der Tech-Börse Nasdaq erwiesen sich etliche starke Halbleiterwerte einmal mehr als Zugpferde. Qualcomm führten mit plus 11,6 Prozent die Gewinnerliste im Nasdaq 100 an. Für NXP , AMD und Texas Instruments ging es um bis zu 5,7 Prozent bergauf. Dagegen hielten beim Branchenführer Nvidia mit minus 1,9 Prozent die Gewinnmitnahmen nach einem Rekordhoch an.
Die Aktien des Kosmetikkonzerns Estee Lauder sprangen um 11,9 Prozent nach oben. Anleger zeigten sich erleichtert über das Ende der Fusionsverhandlungen mit dem spanischen Branchenkollegen Puig Bands . Dessen Titel verloren in Madrid gut 13 Prozent.
Überraschend starke Quartalszahlen und Aussagen zum Geschäftsjahr bescherten Zoom einen Kurssprung von 9,2 Prozent. Zeitweise erreichten die Aktien des Spezialisten für Videokonferenzen-Software, der während der Corona-Pandemie bekannt geworden war, den höchsten Stand seit August 2022. Von ihrem Rekord im Herbst 2020 sind sie allerdings noch meilenweit entfernt.
Die Aktien von Workday gewannen 5,2 Prozent. Der Software-Entwickler hatte mit seinem Zwischenbericht ebenfalls die Markterwartungen übertroffen. Auch der Ausblick kam gut an.
Beim Pharmakonzern Merck & Co konnten sich die Anleger nach positiven Ergebnissen einer Medikamentenstudie über ein Kursplus von 5,6 Prozent und den Spitzenplatz im Dow freuen.
Dagegen ging es für die Titel von Take-Two um 4,4 Prozent bergab. Marktteilnehmer monierten einen enttäuschenden Ausblick. Vorbörslich waren die Quartalszahlen des Entwicklers von Computerspielen noch auf ein positives Echo gestossen. Zudem wurde der Veröffentlichungstermin für das Spiel Grand Theft Auto VI im November bestätigt.
Die Aktien von Uber weiteten ihr Minus auf 2,4 Prozent aus. Der US-Fahrdienstleister prüft Kreisen zufolge Optionen für eine Komplettübernahme des Essenlieferdienstes Delivery Hero , nachdem er seine Beteiligung jüngst schon kräftig aufgestockt hatte.
Massnahmen der chinesischen Wettbewerbsbehörden gegen illegale grenzüberschreitende Wertpapiergeschäfte belasten die in New York gelisteten Anteile der chinesischen Online-Broker UP Fintech und Futu : Sie büssten gut 25 beziehungsweise 27,5 Prozent ein.
(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

