17:35

Der SMI schliesst mit einem Plus von 0,57 Prozent bei 11'959.39 Punkten. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in der Ost-Ukraine beruhigten Äusserungen aus Moskau, dass sich die Anerkennung der abtrünnigen ukrainischen Republiken Donezk und Luhansk durch die russische Regierung lediglich auf die von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebiete erstrecke, die Anleger etwas.

Unterstützt wurde der Markt vor allem von den Kursgewinnen der beiden Pharma-Schwergewichte: Die Roche-Genussscheine rückten 1,65 Prozent vor und die Aktien von Rivale Novartis 0,6 Prozent. Zu den als vergleichsweise krisensicher geltenden Werten greifen Anleger gerne in unsicheren Zeiten. Die Anteile des Arzneimittel-Auftragsherstellers Lonza stiegen um 2,77 Prozent.

Dagegen rutschten die Aktien des SMI-Riesen Nestle leicht ab. Der Lebensmittelkonzern betreibt in dem wegen des Vorgehens in der Ukraine von Sanktionen bedrohten Russland sechs Fabriken.

Kurseinbussen von 0,83 und 0,3 Prozent gab es für die Grossbanken UBS und Credit Suisse. In Russland engagierte Banken könnten Sanktionen gegen das Land merklich treffen.

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17:30

Die Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine hat die Ölpreise am Dienstag zeitweise stark steigen lassen. Es wurden jeweils die höchsten Stände seit Herbst 2014 erreicht. Für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April mussten bis zu 99,50 US-Dollar gezahlt werden. Zuletzt kostete ein Barrel noch 96,60 Dollar. Das waren 1,21 Dollar mehr als am Vortag.

Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete bis zu 94,95 Dollar. Zuletzt wurde WTI noch mit 92,04 Dollar gehandelt. Das waren 1,91 Dollar mehr als am Vortag. Die Erdgaspreise entwickelten sich ähnlich.

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17:15

Der Euro hat am Dienstag trotz einer Eskalation der Krise zwischen Russland und der Ukraine zugelegt. Die Gemeinschaftswährung kostet am späten Nachmittag 1,1339 US-Dollar und damit etwa einen halben Cent mehr als im Tagestief. Nur zeitweise wurde der Euro durch die angespannte geopolitische Lage belastet.

Ähnlich war die Entwicklung beim Duo EUR/CHF. Der Franken, der an den Finanzmärkten wie der Dollar als "sicherer Hafen" gilt und in Krisenzeiten stets gefragt ist, hatte am Morgen deutlich an Wert gewonnen. Im Verlauf des Vormittags kam es dann zu einer Gegenbewegung. Aktuell kostet ein Euro wieder 1,0443 Franken, nachdem am Morgen das Tagestief bei 1,03375 Franken markiert worden war. Der Dollar legte zum Franken ebenfalls zu und notiert mit 0,9210 Franken mittlerweile wieder über 0,92 Franken.

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17:05

Ein Vermarktungsdeal mit T-Mobile beschert Lottery.com einen der grössten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien des Glücksspiel-Anbieters steigen an der Wall Street um 14 Prozent. Das Unternehmen unterzeichnete mit der Mobilfunktochter der Deutschen Telekom einen Exklusiv-Vertrag mit deren Sparte für Online-Werbung in Fahrzeugen.

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16:35

Spekulationen gab es schon länger, jetzt liegen die ersten Karten auf dem Tisch: Auf der Suche nach zusätzlichen Milliarden für den Ausbau der Elektromobilität und Vernetzung nimmt der VW-Konzern jetzt einen Börsengang seiner Renditeperle Porsche konkret in den Blick. 

Die offizielle Bekanntgabe der Beratungen liess die Kurse der bestehenden Aktien am Dienstag deutlich ansteigen - die im Dax enthaltenen VW-Vorzüge notierten knapp zehn Prozent im Plus, die von PSE fast 14 Prozent. Schon vor einem Jahr hatten sich Gerüchte um einen Porsche-Börsengang verdichtet und mit für den damaligen Höhenflug der VW-Papiere gesorgt. In den Monaten danach ging es jedoch wieder abwärts.

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15:55

Nach dem verlängerten Wochenende in den USA fallen die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 zur Eröffnung am Dienstag um jeweils rund ein halbes Prozent.

"Die Angst bleibt gross bis wir ein klareres Bild davon bekommen, was der russische Präsident Wladimir Putin tut oder nicht tut", sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. Gleichzeitig stelle sich die Frage, wie die US-Notenbank Fed auf die Situation reagiere, da der erneute Anstieg des Ölpreises den Inflationsdruck verschärfe. Spekulationen auf den Wegfall russischer Exporte als Folge westlicher Sanktionen gewann die US-Rohölsorte WTI zeitweise 5,4 Prozent und war mit 96 Dollar je Barrel (159 Liter) so teuer wie zuletzt vor siebeneinhalb Jahren.

Bei den Unternehmen rückte Macy's ins Rampenlicht. Die Kaufhauskette habe bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertroffen, lobte Analystin Stephanie Wissink von der Investmentbank Jefferies. Gleiches gelte für den Ausblick. Positiv sei ausserdem das angekündigte zwei Milliarden Dollar schwere Aktien-Rückkaufprogramm. Macy's-Titel legten knapp drei Prozent zu.

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15:35

Der Dow Jones startet mit einem Minus von 0,6 Prozent. Auch der Nasdaq (-0,7 Prozent) und der S&P 500 (-0,4 Prozent) geben leicht nach. Am Montag waren die US-Börsen wegen eines Feiertages geschlossen. 

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15.30

Die Wogen an der Moskauer Börse wegen der Eskalation im Konflikt mit der Ukraine scheinen sich am Dienstag zumindest ein wenig zu glätten. Von einem anfänglichen Einbruch im erneut zweistelligen Prozentbereich erholte sich der RTS-Index und notierte zuletzt nur noch 0,5 Prozent im Minus. Weiterhin steuert er aber auf den vierten Verlusttag in Folge mit einem Minus von insgesamt rund einem Fünftel in dieser Zeit zu.

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15:20

Der Schweizer Aktienmarkt hat die starken Auftaktverluste bis am frühen Nachmittag wieder wettgemacht. Der Leitindex SMI war am Morgen noch auf einem Jahrestief in den Handel gestartet. Die Märkte hätten im Tagesverlauf den ersten Schrecken über den weiter eskalierten Konflikt zwischen Russland und der Ukraine verdaut und warteten nun die weitere Entwicklung ab, sagt ein Marktteilnehmer.

Die weiteren Eskalationsschritte in der Ukraine-Krise schienen nun eingepreist, allerdings sicher noch nicht eine das ganze Land umfassende Invasion, so ein weiterer Händler. 

Der SMI notiert gegen 15.00 Uhr 0,13 Prozent fester bei 11'907,45 Punkten, nachdem er kurz nach Handelsbeginn noch ein neues Jahrestief bei 11'688 Punkten erreicht hatte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind und in dem die Gewichtung der Schwergewichte stärker gekappt ist, steigt 0,15 Prozent auf 1893,25 Punkte und der breite SPI gewinnt 0,10 Prozent auf 15'045,47 Zähler. Von den 30 SLI-Werten notieren inzwischen 17 im Plus und 13 im Minus.

Weiterhin schlagen die Kriegsängste deutlich auf die Bankentitel durch. Klare Abgaben verzeichnen entsprechend die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (-1,4 Prozent) und der Grossbank UBS (-1,1 Prozent). Die Titel der skandalgeplagten Grossbank Credit Suisse (-0,2 Prozent auf 8,01 Fr.) halten sich für einmal etwas besser und gewinnen die Marke von 8 Franken zurück, nachdem sie am Morgen noch ein neues Jahrestief bei 7,73 Franken erreicht hatten.

Gewinne gibt es zudem für die Titel des Bauzulieferers Sika (+2,0 Prozent), die Ende der vergangenen Woche nach Jahreszahlen noch deutlich nachgegeben hatten. Ebenfalls aufwärts geht es mit den Aktien der Medizinaltechniker Straumann (+2,1 Prozent) sowie von Sonova (+2,5 Prozent), die laut Marktteilnehmern von guten Zahlen eines Konkurrenten profitieren.

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15:05

Der Broker IG taxiert den Dow Jones Industrial am Montag 0,25 Prozent im Minus bei 33'994 Punkten, nachdem sich zuvor schon ein Rutsch bis auf 33'500 Zähler abgezeichnet hatte. Den technologielastigen Nasdaq 100 erwartet IG rund 0,4 Prozent tiefer.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Montag die Grenzen der Ukraine erneut verschoben und gegen internationalen Protest die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk als souveräne Länder anerkannt. Er wies per Dekret auch die Entsendung russischer Soldaten an. Dem traten bislang einige Länder mit Sanktionsankündigungen entgegen.

"Im kurzfristigen Zeithorizont stellt dieser Konflikt für die Aktienmärkte einen signifikanten Belastungsfaktor dar", konstatierte Analyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank. In der Vergangenheit hätten sich politische Börsen zwar oft als kurzlebig erwiesen. Ob dies erneut der Fall sein wird, sei aber seriös nicht zu beantworten. Eine zeitnahe Lösung des Konflikts sei nicht in Sicht, vielmehr erschienen die Differenzen grundsätzlicher Natur. Insofern sei zu erwarten, dass die Unsicherheiten an den Aktienmärkten kurzfristig hoch bleiben werden, glaubt der Marktexperte.

Unternehmensseitig dürfte die aktuelle Geschäftsentwicklung von Home Depot im Anlegerfokus stehen. Der Heimwerker-Boom bescherte dem Baumarktkonzern erneut ein Rekordjahr. Die Aktionäre sollen eine um 15 Prozent höhere Quartalsdividende von 1,90 Dollar je Aktie erhalten. Die Anleger hatten offenbar mit besseren Nachrichten gerechnet, denn die Aktien sackten vorbörslich um 3,5 Prozent ab.

Dagegen schossen die Papiere von Houghton Mifflin Harcourt vorbörslich um mehr als 15 Prozent nach oben. Der Finanzinvestor Veritas Capital will das auf Bildung und Wissenschaft spezialisierte Verlagsunternehmen für 2,8 Milliarden US-Dollar in bar übernehmen.

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14:25

Die Aktien des Rolltreppen- und Liftkonzerns Schindler (heute -0,1 Prozent) haben seit Jahresbeginn 16 Prozent verloren. Die UBS senkt das Kursziel für Schindler zwar von 320 auf 300 Franken, doch dies impliziert weiter ein grosses Aufwärtspotenzial von 45 Prozent. Die Einstufung lautet weiterhin "Buy".

Bei dem Rolltreppen- und Liftkonzern werde die Umsetzung der Strategie und die Schliessung der Margenlücke mit grosser Dringlichkeit angegangen, schreibt Analyst Patrick Rafaisz. Die kurzfristigen Aussichten blieben mit Blick auf Themen wie Lieferengpässe, Immobilien in China herausfordernd; die verstärkte Konzentration auf die Rentabilität in Verbindung mit einer Normalisierung der Inputkosten sollte aber dazu beitragen, die Margen ab dem zweiten Halbjahr zu erhöhen. Darüber hinaus dürften der Abbau von Ineffizienzen oder auch Preismassnahmen zu einer weiteren Steigerung der Margen beitragen. Er glaube, dass die Aktien, die in der Nähe der Tiefststände von 2017, 2018 und 2020 gehandelt werden, hervorragende Einstiegspunkte böten.

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14:20

Russische Firmen mit einer Börsennotierung in den USA gehen nach einem langen Wochenende vor US-Handelsstart in die Knie. Anteilsscheine der russischen Internetfirma Yandex verbilligen sich um knapp 14 Prozent. Auch der russische Finanzdienstleister Qiwi und der Internethändler Ozon geben 14 und 13 Prozent nach. Aus den Depots schmeissen US-Anleger zudem ETFs auf russische Werte. Der VanEck Russland ETF bricht vorbörslich 14 Prozent ein, der iShares MSCI Russland ETF verbilligt sich um 13 Prozent.

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13:30

An den US-Märkten zeichnet sich eine uneinheitliche Eröffnung der Börsen an. Die Termingeschäfte:

Dow Jones Futures: -0,04 Prozent
S&P 500 Futures: +0,02 Prozent
Nasdaq Futures: -0,39 Prozent

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12:05

Der SMI notiert 0,02 Prozent tiefer auf 11'789 Punkten und damit wieder deutlich höher als zu Handelsbeginn, als bei 11'687,56 Zählern ein neues Jahrestief markiert wurde. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewinnt sogar 0,1 Prozent auf 1892 und der breite SPI steht unverändert bei 15'027 Stellen. 

Leicht stützend wirkten sich zudem laut Börsianers positive Konjunkturnachrichten etwa aus Deutschland aus. Nächster Fixpunkt ist nun die Eröffnung der US-Börsen. Diese ist heute umso spannender, weil die Wall Street am Vortag wegen eines Feiertages geschlossen blieb. Erst vorbörsliche Indikationen deuten auf moderate Verluste in New York hin.

Für eine Entwarnung in Sachen Ukraine ist es aber viel zu früh. Russlands Staatschef Wladimir Putin habe zwar vorerst eine niedrige Eskalationsstufe gewählt, meinte ein Analyst. Doch es sei zu befürchten, dass es nicht dabei bleibe. Denn er habe klar gemacht, dass er prinzipiell der Ukraine das Recht auf Staatlichkeit nicht zugesteht. "Nun muss man davon ausgehen, dass eine weitgehende oder vollständige Besetzung der Ukraine droht." Und je näher die russischen Truppen der "Nato-Ostgrenze" kämen, desto ungemütlicher werde die Lage. Befürchtet wird ausserdem, dass die Folgen des Konflikts die geldpolitische Normalisierung verzögern könnten.

Die Kriegsängste schlagen bei den Blue Chips stark auf Bankentitel durch. So führen Julius Bär die Verliererliste an, und auch UBS (-1,4 Prozent) sowie CS (-0,3 Prozent) geben überdurchschnittlich nach. Hier mischten sich Konjunktur-, Geldpolitik- und Sanktionsängste, meinen Händler.

Stark im Minus sind ausserdem die Papiere der beiden Luxusgüterhersteller Richemont (-0,8 Prozent) und Swatch (-1,2 Prozent). Kriegsängste seien für dieses Segment stets schlecht, heisst es zur Begründung.

Auch Zykliker wie Holcim (-1,1 Prozent) und Adecco (-0,4 Prozent) geben klar nach. Hier würden sich die Kriegssorgen mit Konjunkturängsten mischen, unter anderem wegen drohenden höheren Energiepreisen, so ein Händler.

Keine Stütze für den Gesamtmarkt sind ausserdem die schwergewichtigen Nestlé, die Abgaben von 0,6 Prozent verzeichnen. Besser halten sich die zwei Pharmaschwergewichte Novartis (-0,1 Prozent) und Roche (+0,4 Prozent).

Das Gewinnerfeld wird von Givaudan (+1,7 Prozent) und Sika (+2,3 Prozent) angeführt. Dabei handelt es sich um Papiere, die bislang im Jahresverlauf besonders stark unter die Räder gekommen waren. Selbst im aktuellen, von Unsicherheit geprägten Umfeld komme es bei diesen Titel zu einer kleinen Gegenbewegung, so ein Marktteilnehmer.

Die weiteren Gewinner sind Sonova (+1,7 Prozent), die von guten Zahlen eines Konkurrenten profitieren, Straumann (+2,4 Prozent) und Vifor (+0,1 Prozent).

Am breiten Markt sind PSP (+2,8 Prozent) im Fokus. Analysten sprechen von einem starken Zahlenset des zweitgrössten an der SIX kotierten Immobilientitels. Möglicherweise treibe auch eine gewisse Nachfrage nach Betongold als Absicherung im aktuell schwierigen Umfeld den Kurs zusätzlich noch etwas an, sagte ein Händler.

Zudem gilt das Augenmerk weiteren Werten, die Zahlen veröffentlicht haben. Dabei halten sich Medmix (+1,9 Prozent) und Also (+3,3 Prozent) besonders gut. Auf der anderen Seite geben Montana Aerospace nach der Vorlage der Umsatzzahlen um 6,5 Prozent nach.

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11:40

Die Eskalation in der Ukraine-Krise versetzt Europas Anleger in Alarmbereitschaft. Der Dax rutschte am Dienstag in der Spitze 2,5 Prozent auf bis zu 14'358 Punkte ab, bevor er die Verluste etwas eingrenzte. Der EuroStoxx50 gab ebenfalls mehr als zwei Prozent auf bis zu 3895 Zähler nach. Der Ölpreis kletterte dagegen angetrieben von der Furcht vor Engpässen am Rohölmarkt bis knapp unter die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Auslöser für die Verunsicherung an den Finanzmärkten war das jüngste Vorgehen Russlands im Ukraine-Konflikt. Der russische Präsident Wladimir Putin hat ungeachtet der Warnungen des Westens nach der Anerkennung von Donezk und Luhansk als unabhängige Regionen die Entsendung von Soldaten in die Ost-Ukraine angeordnet.

"Entscheidend wird jetzt sein, ob der Westen die Schritte Russlands zur Anerkennung der abtrünnigen Gebiete als Invasion betrachtet oder nicht", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager vom Vermögensverwalter QC Partners. Von der Einordnung der Geschehnisse werde es abhängen, welche Sanktionen kurzfristig in Kraft treten.

Am Rohölmarkt zogen die Preise für den wichtigen Rohstoff weiter an. Brent-Öl aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu 4,2 Prozent auf 99,38 Dollar pro Barrel. Der Ölpreis liegt damit nur noch wenige Cent von der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar entfernt, die zuletzt vor siebeneinhalb Jahren erreicht worden war. "Das Potenzial für eine Rally über 100 Dollar pro Barrel hat einen enormen Auftrieb erhalten", sagte Tamas Varga vom Ölmakler PVM. "Diejenigen, die auf eine solche Entwicklung gewettet haben, haben die Eskalation des Konflikts vorweggenommen."

Der Preis für US-Öl der Sorte WTI stieg gegenüber Freitag um mehr als fünf Prozent auf bis zu 96 Dollar pro Barrel, nachdem der US-Markt am Montag wegen eines Feiertags geschlossen hatte. "Klar ist bereits, dass Sanktionen gegen Russland kommen", betonte Altmann.

Die Befürchtung von Lieferunterbrechungen durch Russland liess den in London gehandelten Aluminiumpreis auf ein 13-Jahres-Hoch von 3350 Dollar je Tonne steigen; der Nickelpreis kletterte auf den höchsten Stand seit August 2011.

Der Anstieg der Rohstoffpreise befeuerte weiter die Inflationssorgen der Anleger. Unter die Räder kamen vor allem Automobilhersteller, Banken und Finanzdienstleister. Die entsprechenden Branchenindizes gaben rund drei Prozent nach. Dagegen legten Öl- und Gasaktien rund 1,5 Prozent zu.

Auch beim Gold griffen Anleger zunächst zu. Der Preis für das Edelmetall zog um bis zu 0,4 Prozent auf 1913,89 Dollar pro Feinunze und damit auf den höchsten Stand seit fast neun Monaten an, bevor Gewinnmitnahmen einsetzen.

An der russischen Börse setzte sich der Ausverkauf fort. Der Moskauer Aktienindex Moex verlor bis zu 9,2 Prozent, grenzte die Verluste später aber etwas ein. Die EU-Aussenminister könnten nach Angaben eines EU-Vertreters nach ihrem Treffen in Paris am Nachmittag über Strafmassnahmen gegen Russland entscheiden. Die EU-Botschafter berieten über ein weiter reichendes Sanktionspaket als es noch am Montag in Betracht gezogen worden sei.

Bei den Einzelwerten fuhren Porsche und Volkswagen mit Plänen für einen milliardenschweren Börsengang ins Rampenlicht. Die Titel der Beteiligungsholding Porsche SE setzten sich mit einem Kursplus von mehr als elf Prozent an die Dax-Spitze, dicht gefolgt von VW mit einem Kurszuwachs von rund neun Prozent. Volkswagen bereitet einen Börsengang seiner Sportwagentochter Porsche AG vor. Man befinde sich darüber in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem VW-Haupteigner Porsche SE, teilte der Wolfsburger Konzern mit. Hinweise auf eine bevorstehende Platzierung von Porsche hatten sich in den vergangenen Wochen bereits verdichtet.

Grösster Dax-Verlierer war mit einem Minus von rund sieben Prozent nach der Vorlage von Zahlen dagegen der Gesundheitskonzern Fresenius. Die Aktien der ebenfalls im Dax notierten Dialysetochter FMC konnten dagegen leicht zulegen. Bei Fresenius Medical Care hätten die Zahlen für 2021 zwar etwas unter den Erwartungen gelegen, aber die Dividende erfreue, sagte ein Händler.

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10:40

An den US-Märkten zeichnet sich eine negative Eröffnung der Börsen an. Die Termingeschäfte:

Dow Jones Futures: -0,96 Prozent
S&P 500 Futures: -1,06 Prozent
Nasdaq Futures: -1,75 Prozent

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09:45

Der SMI notiert 1,0 Prozent tiefer auf 11'777 Punkten und damit wieder etwas höher als in der Eröffnung (neues Jahrestief: 11'687,56 Pkt). Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verliert 1,1 Prozent auf 1870 und der breite SPI 1,0 Prozent auf 14'886 Zähler.

Mit der Anerkennung der beiden abtrünnigen Volksrepubliken Luhansk und Donezk und der Entsendung von Truppen dorthin habe der russische Machthaber Wladimir Putin zwar auf den ersten Blick die niedrigste Eskalationsstufe gewählt, die möglich gewesen sei, meinte ein Analyst. Doch es sei zu befürchten, dass es nicht dabei bleibe.

Denn Putin habe klar gemacht, dass er prinzipiell der Ukraine das Recht auf Staatlichkeit nicht zugesteht. "Nun muss man davon ausgehen, dass eine weitgehende oder vollständige Besetzung der Ukraine droht." Und je näher die russischen Truppen der "Nato-Ostgrenze" kämen, desto ungemütlicher werde die Lage. Zudem sei davon auszugehen, dass die Schraube aus Sanktionen und Gegensanktionen sich in den nächsten Tagen weiter drehen werde. "Die Diplomatie ist in diesem Konflikt wohl an einem vorläufigen Ende angelangt", meinte ein anderer Experte. Befürchtet wird ausserdem, dass die Folgen des Konflikts die geldpolitische Normalisierung verzögern könnten.

Die Kriegsängste schlagen stark auf Finanzwerte durch. So gehören Julius Bär (-2,8 Prozent), CS (-1,4 Prozent) und UBS (-3,9 Prozent) zu den Verlierern. Hier mischten sich Konjunktur-, Geldpolitik- und Sanktionsängste, meinen Händler.

Besonders ausgeprägte Verluste erleiden zudem Technologietitel. So zählen bei den Blue Chips AMS Osram (-1,3 Prozent) und Temenos (-0,5 Prozent) sowie im breiten Markt VAT (-1,3 Prozent) zu den Verlierern. Auch Zykliker wie Adecco (-2,2 Prozent) und Holcim (-2,0 Prozent) geben deutlich nach.

Relativ gut halten sich in diesem Umfeld defensive Titel wie Swisscom (-0,8 Prozent) sowie die drei Schwergewichte Nestlé (-0,9 Prozent), Novartis (-0,7 Prozent) und Roche (-0,5 Prozent).

Am breiten Markt richtet sich das Augenmerk auf Papiere, zu denen Zahlen veröffentlicht wurden. So halten sich insbesondere PSP mit plus 1,6 Prozent überdurchschnittlich gut.

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Neue Kursziele für Schweizer Aktien:

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09:35

Der Einbruch der russischen Börse wegen der Eskalation im Konflikt mit der Ukraine setzt sich am Dienstag nahtlos fort: Der RTS-Index sackte zuletzt um fast neun Prozent auf 1101 Punkte ab. Damit steuert der Moskauer Leitindex auf den vierten Verlusttag in Folge und einen Gesamtverlust in diesem Zeitraum von mehr als einem Viertel zu.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Montag die Grenzen der Ukraine erneut verschoben und gegen internationalen Protest die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk als souveräne Länder anerkannt. Er wies per Dekret auch die Entsendung russischer Soldaten an. Das kremlnahe Portal Soloviev.live berichtete, dass die russischen Soldaten bereits in der Konfliktregion Donbass seien.

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09:30

Der Ukraine-Konflikt hat die Ölpreise am Dienstag weiter angetrieben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 97,63 US-Dollar. Das waren 2,24 Dollar mehr als am Vortag. Zwischenzeitlich erreichte der Preis für diese Sorte den höchsten Stand seit 2014. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zog um 3,60 Dollar auf 94,67 Dollar an.

Der Russland-Ukraine-Konflikt dominiert auch am Dienstag das Geschehen. So will Russland die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten anerkennen. Der russische Präsident Wladimir Putin ordnete zudem die Entsendung von Truppen in den umkämpften Osten des Landes an.

Aus dem Westen kam scharfe Kritik. Die Europäischen Union und die USA kündigten Sanktionen an. Befürchtet wird zum Beispiel, dass diese auch den Export von russischem Erdöl umfassen könnten. Russland ist eines der wichtigsten Förderländer für diesen Rohstoff. Entsprechend gross ist die Sorge vor einer Angebotsverknappung von Rohöl auf dem Weltmarkt.

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09:15

Der russische Rubel sinkt auf den tiefsten Stand seit mehr als 15 Monaten. Im Gegenzug steigt der Dollar auf bis zu 80,58 Rubel. Im Handelsverlauf dämmt die russische Landeswährung ihre Verluste wieder etwas ein. "Mit der Anerkennung der beiden von der Ukraine abtrünnigen 'Volksrepubliken' durch Russlands Präsident Wladimir Putin und mit seiner Ankündigung, reguläre russische Truppen dorthin zu entsenden, hat der russische Machthaber die niedrigste Eskalationsstufe gewählt, die möglich war", sagt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) verliert 1,7 Prozent auf 11'690 Punkte. Am Vortag war bei knapp 11'853 Punkten bereits ein Jahrestief markiert worden. Die Verluste seit Anfang Jahr summieren sich inzwischen (per Montagabend) auf 7,6 Prozent.

Mit der Anerkennung der beiden abtrünnigen Volksrepubliken Luhansk und Donezk und der Entsendung von Truppen dorthin habe der russische Machthaber Wladimir Putin zwar auf den ersten Blick die niedrigste Eskalationsstufe gewählt, die möglich gewesen sei, meinte ein Analyst. Doch es sei zu befürchten, dass es nicht dabei bleibe.

Denn Putin habe klar gemacht, dass er prinzipiell der Ukraine das Recht auf Staatlichkeit nicht zugesteht. "Nun muss man davon ausgehen, dass eine weitgehende oder vollständige Besetzung der Ukraine droht." Und je näher die russischen Truppen der "Nato-Ostgrenze" kämen, desto ungemütlicher werde die Lage. Zudem sei davon auszugehen, dass die Schraube aus Sanktionen und Gegensanktionen sich in den nächsten Tagen weiter drehen werde. "Die Diplomatie ist in diesem Konflikt wohl an einem vorläufigen Ende angelangt", meinte ein anderer Experte. Befürchtet wird ausserdem, dass die Folgen des Konflikts die geldpolitische Normalisierung verzögern könnte.

Besonders ausgeprägt sind die Verluste bei den Technologietiteln. So verlieren bei den Blue Chips AMS Osram (-4,1 Prozent), Logitech (-1,9 Prozent) und Temenos (-2,7 Prozent) deutlich.

Auch die Papiere der Luxusgüterkonzerne Richemont (-3,0 Prozent) und Swatch (-2,6 Prozent) verlieren in ähnlichem Umfang.

Die Kriegsängste schlagen aber auch auf Zykliker wie ABB (-2,5 Prozent) und Holcim (-3,0 Prozent) durch.

Das Gleiche gilt für Finanzwerte wie UBS, CS und Swiss Re, die zwischen 3,0 und 3,6 Prozent verlieren.

Relativ gut halten sich in diesem Umfeld defensive Titel wie SGS (-1,5 Prozent), Swisscom (-0,6 Prozent) sowie die drei Schwergewichte Nestlé (-0,8 Prozent), Novartis (-1,0 Prozent) und Roche (-0,8 Prozent).

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird bei Julius Bär 0,98 Prozent tiefer geschätzt. Alle SMI-Aktien stehen im Minus. Am deutlichsten ausgeprägt sind die vorbörslichen Verluste bei Logitech (-1,6 Prozent), Richemont (-1,5 Prozent), UBS (-1,3 Prozent), Credit Suisse (-1,3 Prozent) und ABB (-1,3 Prozent).

Der breite Markt steht 0,96 Prozent tiefer. Deutliche Abschläge verzeichnen ams OSRAM (-1,5 Prozent), Comet (-1,5 Prozent), Inficon (-1,5 Prozent), Swatch (-1,5 Prozent) und VAT (-1,5 Prozent).

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07:35

Am Dienstag wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge nach der Anordnung zur Entsendung von russischen Soldaten in die Ost-Ukraine erneut niedriger starten. Zum Wochenauftakt war der deutsche Leitindex bereits um 2,1 Prozent auf 14'731 Punkte und damit auf den niedrigsten Schlusskurs seit rund elf Monaten gefallen.

"Die politsche Situation ist riskant wie lange nicht", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager vom Vermögensverwalter QC Partners. Auf der Agenda der Investoren steht im Tagesverlauf der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Bei den Einzelwerten gewähren der Gesundheitskonzern Fresenius und seine Dialysetochter FMC Einblick in ihre Bücher. Im Ausland sind es der niederländische Chip-Hersteller ASM International und die britische Grossbank HSBC.

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06:55

An der Schweizer Börse zeichnen sich am Dienstag wegen der Eskalation im Ukrainekonflikt happige Verluste ab. Der Leitindex SMI wird knapp zwei Stunden vor Handelsbeginn rund 1 Prozent tiefer erwartet, wie der vorbörsliche Kurs der IG Bank zeigt.

Schon am Vortag, als sich die Lage zuspitzte, war der SMI auf ein Jahrestief gefallen und hatte schliesslich 0,98 Prozent eingebüsst. Seit Anfang Jahr summieren sich die Verluste nun auf 7,6 Prozent.

An den anderen Handelsplätzen in Europa dürfte es laut den vorbörslichen Indikationen am Dienstag ebenfalls abwärts gehen. Und in Asien büsst der Nikkei-Index aktuell 1,8 Prozent ein, und auch an den Handelsplätzen in China und Hongkong sind die Kurstafeln tiefrot.

Der russische Präsident Wladimir Putin befahl allen Warnungen des Westens zum Trotz am Montagabend die Entsendung von Truppen in den umkämpften Osten der Ukraine. Die Einheiten sollen in den selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk für "Frieden" sorgen, wie es in einem Dekret heisst, das der Kremlchef in Moskau unterzeichnete.

Zugleich erkannte Putin die beiden von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete, die völkerrechtlich zur Ukraine gehören, als unabhängige Staaten an. Wann die russischen Soldaten dort einrücken, blieb zunächst unklar. Die USA und die EU protestierten und kündigten Strafmassnahmen an.

Die Folgen auf die Devisenmärkte hielten sich in der Nacht auf Dienstag im Rahmen. Händler erklärten sich dies auch damit, dass die US-Finanzmärkte am Montag wegen eines Feiertages geschlossen waren.

Der Franken, der an den Finanzmärkten als "sicherer Hafen" gilt und in Krisenzeiten stets gefragt ist, gewann aber schon am Vortag deutlich an Wert. Entsprechend kostet ein Euro aktuell nur noch 1,0360, nachdem es am Vortag zeitweise mehr als 1,04 gewesen waren.

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06:15

Der Swiss Market Index (SMI) notiert laut vorbörslichen Daten der IG Bank 1,2 Prozent tiefer. 

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05:50

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt 1,9 Prozent tiefer bei 26'389 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sinkt um 1,7 Prozent und liegt bei 1877 Punkten.

Die Börse in Shanghai liegt 1,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verliert 1,6 Prozent.

Der russische Präsident Wladimir Putin ordnete die Entsendung russischer Truppen in die Separatistengebiete in der Ost-Ukraine im Rahmen einer laut Russland "friedenserhaltenden Mission" an. Nach dem Zug "sind wir einer militärischen Intervention sehr viel näher, was natürlich die Stimmung an den Märkten deutlich verschlechtern wird", sagte Carlos Casanova, leitender Asien-Ökonom bei UBP. Die kurzfristige Volatilität an den Märkten sei sowohl durch geopolitische Faktoren als auch durch die US-Notenbank "unerbittlich". Die Folgen seien höhere Ölpreise, ein Ausverkauf von Aktien und eine Flucht in sichere Anlagen.

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05:45

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,1 Prozent auf 114,67 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,3393 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9161 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1297 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0348 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,3586 Dollar.

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(cash/AWP/BloombergReuters)