15:10
Eine Dreiviertelstunde vor dem Start taxierte der Broker IG den Leitindex Dow Jones 0,25 Prozent schwächer auf 45.522 Punkte. Den technologielastigen Nasdaq 100 erwartet IG mit einem Abschlag von 0,19 Prozent auf 23.658 Punkte.
Für den zu Ende gehenden Monat August, der nach einem düsteren Arbeitsmarktbericht sehr schwach begonnen hatte, zeichnen sich für den Dow, den Nasdaq 100 und auch den marktbreiten S&P 500 klare Gewinne ab. Am kommenden Montag ist in den USA Feiertag, in New York wird nicht gehandelt. Marktteilnehmer könnten daher vor dem Wochenende dazu neigen, einige Gewinne mitzunehmen.
Gewinnmitnahmen seien auch gesund, zumal das Thema Künstliche Intelligenz (KI) vorerst etwas ausgereizt sei, sagte ein Marktbeobachter. Die KI-Fantasie dürfte ihren Höhepunkt zunächst erreicht haben, schrieb auch Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Broker Robomarkets. «Das Thema bleibt zwar en vogue, die hohen Bewertungen aber werden zunehmend hinterfragt.» Nvidia gaben am Freitag nach ihrem etwas schwächeren Vortag vorbörslich um 0,9 Prozent nach.
In den USA stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Juli etwas stärker als im Juni. Auch die privaten Einkommen legten etwas deutlicher als im Vormonat zu. Analysten hatten damit gerechnet. Der PCE-Deflator der persönlichen Konsumausgaben, eine Kennzahl zur Preisentwicklung, verharrte auf 2,6 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat. Volkswirte hatten dies ebenfalls prognostiziert. Der PCE-Index ist das bevorzugte Preismass der US-Notenbank Fed und wird daher an den Finanzmärkten stark beachtet. Die Notenbank strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an.
Im Software- und KI-Sektor müssen Anleger vor dem Wochenende erneut einige Quartalsbilanzen und Ausblicke verarbeiten. Marvell Technology sackten vorbörslich belastet von einem enttäuschenden Umsatz im Geschäft mit Rechenzentren um gut 14 Prozent ab. Dell enttäuschte beim Umsatz mit KI-Servern, die Aktien verloren über 6 Prozent.
Besser sah es für Autodesk aus, hier verhalf eine unerwartet gute Gewinnprognose den Papieren zu einem Plus von mehr als 12 Prozent. SentinelOne profitierten mit einem Zuwachs von fast 9 Prozent von einem angehobenen Umsatzausblick. Ulta Beauty gewannen 3,7 Prozent. Der Kosmetikkonzern zeigte sich ebenfalls optimistischer für die weitere Geschäftsentwicklung.
Caterpillar wird beim Thema Zölle skeptischer. Die damit einhergehenden Belastungen könnten grösser sein als zunächst gedacht, hiess es. Die Aktien des Baumaschinenherstellers verloren 2,5 Prozent./
+++
14:45
Der Goldpreis hat am Freitag den Höhenflug der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Nachdem die Notierung für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) am Vorabend bis auf 3423 US-Dollar gestiegen war und damit auf den höchsten Stand seit fünf Wochen, fiel der Preis bis zum Freitagnachmittag etwas auf 3411 Dollar zurück. In Euro gerechnet kostete die Unze 2924 Euro.
Mehr dazu hier.
+++
14:20
Ein schwacher Ausblick des US-Chipherstellers Marvell Technology vergrault die Anleger. Die Aktien stürzen im vorbörslichen US-Geschäft um 15 Prozent ab, was den Börsenwert bei Eröffnung um knapp zehn Milliarden Dollar drücken würde. Die Nachfrageprognose für Rechenzentren blieb aufgrund unregelmässiger Verkäufe seiner massgeschneiderten KI-Chips hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück. Marvell mangele es im Vergleich zu Konkurrenten an Grösse, sagt Analyst Kinngai Chan von Summit.
+++
13:55
Schwindende Hoffnungen auf einen Waffenstillstand in der Ukraine sorgen am Aktienmarkt für eine grössere Nachfrage nach Rüstungswerten.
Bundeskanzler Friedrich Merz zweifelt mittlerweile an einem Treffen zwischen den Staatschefs Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj. Offensichtlich komme dies nicht mehr zustande, sagt Merz.
Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindex zieht um ein Prozent an. In Frankfurt steigen Aktien von Rheinmetall um 4,3 Prozent an die Dax-Spitze, die Anteilsscheine des Rüstungszulieferers Hensoldt und des Panzergetriebe-Herstellers Renk legen um je 2,9 Prozent zu. An der Londoner Börse steigen die Papiere von Rolls-Royce und Babcock um je ein Prozent.
+++
13:25
Die Verunsicherung der Anleger über die Entwicklung der Konjunktur und Inflation belastet zum Wochenschluss die Börsen. Der Dax und der EuroStoxx50 notierten am Freitag gegen Mittag jeweils rund ein halbes Prozent schwächer bei 23'960 und 5372 Punkten. Damit setzten die Börsenbarometer ihren Abwärtskurs fort, nachdem sie sich am Donnerstag etwas stabilisiert hatten. Zuvor war der Dax an allen der restlichen drei Wochentage gefallen. Auf die Stimmung drückten unter anderem Sorgen über den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed.
Am Freitag packten Anleger erneut Konjunkturängste. Die anhaltende Wirtschaftsschwäche trieb die Arbeitslosigkeit in Deutschland im August erstmals seit gut zehn Jahren über die Drei-Millionen-Marke. Auch der deutsche Einzelhandel startete überraschend schlecht in die zweite Jahreshälfte, obwohl die Kaufkraft der Arbeitnehmer im zweiten Quartal erneut gestiegen war. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass sich in den kommenden Monaten ein Aufwärtstrend herausbildet, sagte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. «Die Sparneigung nimmt in Anbetracht schwacher Konjunkturmeldungen zu. Darüber hinaus geniesst der Urlaub in der Gunst der Konsumenten einen hohen Stellenwert», erläuterte der Experte. Im jährlichen Haushaltsbudget stünden Ausgaben für Lebensmittel und sonstige Güter daher auch im zweiten Halbjahr hinten an.
Zudem zeichnete sich erstmals in diesem Jahr ein Anstieg der deutschen Inflation ab. In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen zogen die Verbraucherpreise im August um bis zu 2,5 Prozent zum Vorjahresmonat an und damit jeweils stärker als im Juli. Das Statistische Bundesamt will um 14.00 Uhr (MESZ) auf Basis der Länderdaten seine erste Schätzung zur bundesweiten Entwicklung der Verbraucherpreise in diesem Monat veröffentlichen.
In den USA warten Anleger auf die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) - dem bevorzugten Inflationsmass der Fed. Ökonomen zufolge dürfte der Index für Juli erneut zulegen. Die Hoffnungen der Börsianer auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed würden damit auf die Probe gestellt, warnten die Experten der Helaba.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Gerresheimer. Der Verpackungshersteller tauscht überraschend seinen unter Druck geratenen Finanzchef aus. Die Aktien rückten nach der Ankündigung um rund ein Prozent vor.
Im SDax griffen Anleger bei Schaeffler zu. Die Experten des Finanzdienstleisters Citigroup hatten die Titel auf «Buy» nach zuvor «Neutral» hochgestuft, was den Kurs um fast vier Prozent nach oben trieb.
An der Börse in London schickten Spekulationen auf eine neue Steuer die Aktien britischer Grossbanken auf Talfahrt. Die Papiere von Natwest, Lloyds und Barclays verloren zwischen gut vier und fast sechs Prozent. Die Londoner Denkfabrik Institute for Public Policy Research (IPPR) hatte der britischen Regierung eine Besteuerung der Zinsen empfohlen, die Banken für ihre Einlagen bei der Zentralbank Bank of England (BoE) erhalten. Aus dem Anleihekaufprogramm der BoE fliessen den Banken derzeit rund 22 Milliarden Pfund (26 Milliarden Euro) pro Jahr zu. «Was als Konjunkturprogramm begann, ist nun eine massive Verschwendung von Steuergeldern», erläuterte Carsten Jung, Chefökonom bei der IPPR.
+++
13:05
Die Futures der US-Aktienmärkte notieren tiefer:
+++
11:58
Der US-Dollar hat einen Teil der über Nacht erzielten Gewinne gegenüber dem Euro und Franken im Laufe des Freitagvormittags wieder abgegeben. Aktuell wird die Gemeinschaftswährung zu 1,1677 Dollar gehandelt. Das ist etwas mehr wie am frühen Morgen (1,1664), am Donnerstagabend waren es 1,1690 gewesen.
Preisdaten aus der Eurozone lieferten zum Wochenschluss kaum Impulse. In Frankreich und in Spanien waren die Inflationsraten für August jeweils geringer als erwartet ausgefallen. Während sich die Teuerung in Frankreich überraschend abschwächte und mit 0,8 Prozent vergleichsweise niedrig ist, verharrte die Inflation in Spanien auf 2,7 Prozent. Analysten hatten in Spanien einen Anstieg der Teuerung erwartet.
Im weiteren Tagesverlauf bleibt der Fokus der Anleger auf Konjunkturdaten gerichtet und hier vor allem auf weitere Angaben zur Preisentwicklung. Am Nachmittag werden Daten aus Deutschland zur Entwicklung der Verbraucherpreise erwartet. Ausserdem steht mit dem PCE-Deflator eine Kennzahl zur Preisentwicklung in den USA auf dem Programm, an denen sich die US-Notenbank bei ihren Zinsentscheidungen orientiert.
Sollte der PCE-Kerndeflator - das vom Fed bevorzugte Inflationsmass - erneut zulegen und die 3-Prozent-Marke erreichen, dürfte dies die Zinssenkungserwartungen auf die Probe stellen, heisst es. Derzeit wird laut dem FedWatch-Tool der CME Group am Markt mit einer Wahrscheinlichkeit von 87,2 Prozent eine Zinssenkung des Fed um 25 Basis Punkte bei der nächsten geldpolitischen Sitzung im September erwartet.
In der vergangenen Nacht hat Fed-Ratsmitglied Christopher Waller, der als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell gilt und sich seit längerem für eine lockerere Geldpolitik ausspricht, seine Einschätzung wiederholt, dass das Fed auf seiner nächsten Sitzung den Leitzins senken sollte. Die Notwendigkeit für einen grossen Zinsschritt sieht er aber aktuell nicht.
+++
11:50
Der Handel am Schweizer Aktienmarkt verläuft am Freitagvormittag bei negativer Tendenz in ruhigen Bahnen. Die Anleger verhielten sich vor den am Nachmittag erwarteten US-PCE Daten vorsichtig und wollten keine neuen Positionen vor dem Wochenende eingehen, heisst es am Markt. Dies auch weil am Montag die US-Börsen wegen des Labor Day-Feiertags geschlossen sind. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank im September den Leitzins um 25 Basispunkte senken werde, seien sehr hoch, meint ein Händler mit Blick auf die US-Daten. «Daher gibt es auch das Potenzial für eine Enttäuschung.» Zudem fehlten dem Markt andere Impulse, die eine neue Richtung einläuten könnten, sagt ein anderer Händler. So scheine die Lage bezüglich Ukrainekrieg oder US-Zöllen festgefahren zu sein. «Da wundert es eben auch nicht, wenn Anleger nach dem insgesamt erfreulichen Börsenmonat August auch einmal Gewinne mitnehmen», sagt ein Händler.
Allerdings könnte der um 14:30 Uhr aus den USA erwartete PCE-Deflator - das von der Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmass - den Markt durchaus noch beleben. Denn dieses dürfte die Zinserwartungen merklich beeinflussen, heisst es. Derzeit wird am Markt mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent eine Zinssenkung des Fed im September um einen Viertelpunkt erwartet. Kurz vorher, um 14.00 Uhr wird zudem die vorläufige Inflationsrate aus Deutschland publiziert. Danach gibt es noch Stimmungsindikatoren aus den USA, nämlich den Einkaufsmanagerindex aus Chicago und das Konsumentenvertrauen der Uni Michigan.
Die grössten Abschläge gibt es bei Swatch (-1,87 Prozent), die damit den grössten Teil der Gewinne vom Mittwoch wieder hergeben. Damals hatte sich CEO Nick Hayek an einem kurzfristig organisierten Analystencall positiv über das Geschäft des Uhrenkonzerns geäussert, was der Aktie zu einem kräftigen Kursgewinn verholfen hatte.
Unter den grössten Verlierern im SLI sind zudem die Banken UBS (-0,83 Prozent) und Julius Bär (-0,75 Prozent) sowie die zyklischen Kühne + Nagel (-0,69 Prozent), Adecco (-0,31 Prozent), Sika (-0,53 Prozent) und ABB (-0,51 Prozent) zu finden. Trotz Rekordkursen an der Nasdaq stehen auch Technologiewerte wie VAT (-1,64 Prozent) und Logitech (-0,8 Prozent) sowie am breiten Markt Comet (-1,4 Prozent), Inficon (-1,5 Prozent) und AMS Osram (-2,1 Prozent) auf den Verkaufszetteln. Ein Händler meint dazu, hier könnten sich trotz allem die US-Zollsorgen ein wenig manifestieren.
Aber auch Swiss Life (-0,76 Prozent), die in schwierigen Zeiten gerne angesteuert werden, können sich dem Trend nicht entziehen. Dagegen halten sich Zurich (+0,1 Prozent) und Swiss Re (-0,14 Prozent) etwas besser. Ebenfalls schwächer tendieren die Schwergewichte Nestlé (-0,09 Prozent), Roche GS (-0,15 Prozent) und Novartis (-0,33 Prozent).
Die wenigen Gewinner stammen mit Swisscom (+0,4 Prozent), Sonova (+0,2 Prozent) und den PS von Lindt & Sprüngli (+0,3 Prozent) aus dem defensiven Bereich.
Auf den hinteren Reihen fallen Santhera (+1,3 Prozent) positiv auf. Die Biotechfirma hat eine weitere Vertriebsvereinbarung (Indien) für ihr Mittel gegen DMD abgeschlossen.
SoftwareOne (+3,9 Prozent) machen einen Teil der Vortagesverluste nach Zahlenvorlage wett. Zudem hat die ZKB das Rating «Übergewichten» bestätigt.
Etwas höher notieren zudem Aktien mit einem «Rüstungsanstrich» wie Montana Aerospace (+0,4 Prozent) und Cicor (+1,9 Prozent).
Gefragt sind auch TX Group (+0,7 Prozent). Hier positionierten sich die Anleger vor dem erwarteten Börsengang der Swiss Marketplace Group (SMG), heisst es.
+++
11:20
Der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee wurde damit nur wenig über dem Niveau gehandelt, mit dem er am Montag in die Woche gestartet war. Nur zeitweise hatte die Sorge vor einem Überangebot auf dem Weltmarkt in den vergangenen Handelstagen belastet. Ein Rückgang der Ölreserven in den USA stützte hingegen die Notierungen.
Nach wie vor steht die Zollpolitik der US-Regierung im Fokus der Anleger am Ölmarkt. Zuletzt haben die USA Zölle auf Ware aus Indien erhöht, weil das Land verstärkt Rohöl aus Russland importiert.
Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank dürfte der Fokus der Anleger in den kommenden Handelstagen auf der Entwicklung des Angebots auf dem Ölmarkt liegen. Der Markt erwartet neue Schätzungen zu den Fördermengen. Zuletzt hatte Staaten, die im Ölverbund Opec+ organisiert sind, eine weitere Anhebung der Fördermenge ab September angekündigt. «Damit droht für die zweite Jahreshälfte ein deutliches Überangebot», heisst es in der Analyse des Finanzhauses.
+++
10:17
Die weltgrösste Kryptobörse Binance hat den Handel mit Futures nach einer Unterbrechung wieder aufgenommen. Der Dienst war zuvor wegen eines nicht näher beschriebenen Problems kurzzeitig ausgesetzt worden.
Betroffen seien bestimmte Termingeschäfte gewesen, die in sogenannten Stablecoins abgerechnet werden. Dabei handelt es sich um an den Dollar gekoppelte Digitalwährungen. Das Problem sei nun behoben und der Handel mit allen Futures funktioniere wieder ohne Einschränkungen, teilte das Unternehmen mit.
+++
10:10
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag bislang uneinheitlich präsentiert. Der Dax sank zuletzt unter die viel beachtete Marke von 24'000 Punkten, konkret um 0,4 Prozent auf 23'941 Punkte, womit sich ein Wochenverlust von rund zwei Prozent andeutet.
Zuletzt hatte der Leitindex nur mit Mühe seine 50-Tage-Linie verteidigt, die als Gradmesser für den mittelfristigen Trend derzeit seitwärts tendiert. Gleichzeitig bleibt aber auch der Rekord von Mitte Juli bei 24'639 Punkten weiter in Sichtweite.
Der MDax der mittelgrossen Unternehmen notierte am Freitagvormittag kaum verändert bei 30'357 Zählern. Für den EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um 0,5 Prozent abwärts.
Dem Dax fehlt es an einem klaren Trend. Geopolitische Unsicherheiten mit Blick auf den Ukraine-Krieg sowie die US-Zollpolitik belasten, während das Boom-Thema Künstliche Intelligenz zuletzt an Fahrt verloren hat. «Der Weg nach oben scheint aktuell versperrt zu sein. Sobald er unter die 24'000 rutscht, kommen aber Käufer in den Markt», beschreibt Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners das aktuelle Muster.
Als Höhepunkt am Freitagnachmittag sieht Altmann aus deutscher Sicht die Bekanntgabe vorläufiger Inflationszahlen für August. Anleger und Analysten rechneten im Monatsvergleich mit konstanten Preisen. Für die Jahresrate würde dies aber einen moderaten Anstieg bedeuten. Am Vormittag wurden bereits die Daten der einzelnen Bundesländer veröffentlicht.
Impulse geben könnten auch frische US-Konjunkturindikatoren. Unter anderem stehen Daten zu den Privaten Einkommen und Ausgaben, zum Chicago Einkaufsmanagerindex und zum Uni Michigan Verbrauchervertrauen auf der Agenda.
Aus Branchensicht stehen wieder einmal die Rüstungswerte in der Anlegergunst ganz oben. So stiegen die Papiere von Rheinmetall an der Dax-Spitze um 3,4 Prozent. Die Titel von Hensoldt und Renk verteuerten sich um 3,4 beziehungsweise 3,2 Prozent.
Die Aktien von Gerresheimer reagierten mit einem Kursplus von 0,6 Prozent auf die Bekanntgabe eines neuen Finanzchefs. Im Monatsverlauf waren die Papiere des Verpackungsspezialisten auf einen Tiefststand seit dem Jahr 2014 gefallen. «Die Veränderung im Management ist lange überfällig», kommentierte Pallav Mittal von der Bank Barclays. Die Führung sei «routiniert zu optimistisch» gewesen, habe dann einige Male die Ziele revidieren müssen und dennoch keinen Druck gespürt. Der neue Finanzchef dürfte von den Anlegern daher mit offenen Armen empfangen werden.
Die Aktien von Schaeffler profitierten von einer optimistischen Analystenstudie und stiegen um 3,4 Prozent auf 5,77 Euro und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2024. Die Citigroup hatte die Schaeffler-Papiere von «Neutral» auf «Buy» hochgestuft und das Kursziel von 5,00 auf 6,75 Euro erhöht. Das Unternehmen könnte sich zu einem «Champion» im Bereich Hardware für humanoide Aktuatoren entwickeln, ein Markt, dessen Volumen bis zum Jahr 2050 auf mehr als 1 Billion US-Dollar geschätzt werde, erklärte Analyst Ross Macdonald. Humanoide Aktuatoren sind elektrische, hydraulische oder pneumatische Antriebssysteme, die Bewegungen menschenähnlicher Roboter ermöglichen.
Die Anteilsscheine von Adesso schnellten nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux um 7,8 Prozent nach oben. Die kurzfristigen Risiken seien zu hoch gehängt worden, schrieben die Kepler-Experten. Gleichzeitig werde den besseren Aussichten für die Profitabilität zu wenig Beachtung geschenkt.
Die Papiere von Tonies setzten ihre Erholungsrally mit plus 11 Prozent auf 7,39 Euro fort. Analyst Oliver Wojahn von MWB Research hob sein Kursziel inzwischen auf 11,70 Euro und blieb bei seiner Kaufempfehlung. Die Audio-Plattform für Kinder komme am 15. September in Europa mit ihrer bisher grössten Produktinnovation an den Markt, betonte er.
+++
09:25
Die Börsen in Asien haben zum Wochenschluss keine gemeinsame Richtung gefunden.
Die Aktien in China legten am Freitag im Gefolge der Wall Street zu: Die Börse Shanghai gewann ein halbes Prozent auf 3861 Punkte, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um fast ein Prozent auf 4505 Zähler zulegte.
In den USA hatten Technologiewerte für neue Börsenrekorde gesorgt. Die Quartalszahlen des Chipkonzerns Nvidia hatten zwar die hohen Erwartungen der Anleger verfehlt. Sie bestätigten jedoch, dass die Ausgaben für Infrastruktur im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) stark bleiben. «Trotz der Unsicherheit für Nvidia in Bezug auf China deuten die reinen Umsatzzahlen nicht wirklich darauf hin, dass die KI-Story insgesamt ins Stocken gerät», sagte Thomas Mathews vom Analysehaus Capital Economics.
Dagegen tendierte die Börse in Japan nach der Veröffentlichung negativ aufgenommener Wirtschaftsdaten schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab 0,2 Prozent nach, der breiter gefasste Topix verlor 0,3 Prozent. Die japanische Industrieproduktion ging im Juli stärker als erwartet zurück und schürte damit Sorgen über die Konjunkturentwicklung im Land. Auch der private Konsum entwickelte sich schwächer als prognostiziert.
+++
09:10
Der Schweizer Aktienmarkt eröffnet zum Wochenschluss schwächer. Die Vorgaben aus den USA sind zwar positiv, aber in Asien ergab sich kein klares Bild. Die Anleger hätten sich angesichts der hohen Zinssenkungserwartungen an die US-Notenbank Fed vor den am Nachmittag anstehenden Preisdaten zurückgehalten, heisst es am Markt. «Und so wird es wohl auch hierzulande sein», meinte ein Händler. Kursbewegende News aus dem Unternehmenssektor sind am Berichtstag zudem dünn gesät.
Um 14.30 Uhr wird in den USA der PCE-Deflator veröffentlicht, das von der Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmass. Dies könnte die Zinserwartungen merklich beeinflussen, heisst es. Derzeit wird laut dem FedWatch-Tool der CME Group mit einer Wahrscheinlichkeit von 87,2 Prozent eine Zinssenkung bei der nächsten geldpolitischen Sitzung im September um einen Viertelpunkt gerechnet. Neben den PCE-Daten werden unter anderem noch der Einkaufsmanagerindex aus Chicago und das Konsumentenvertrauen der Uni Michigan veröffentlicht. Bereits um 14.00 Uhr wird ausserdem die vorläufige Inflationsrate aus Deutschland publiziert.
Der Schweizer Leitindex SMI dreht gegen 09:05 Uhr um 0,03 Prozent leicht ins Minus auf 12'216 Punkten. Nachdem sämtliche SMI-Titel im vorbörslichen Handel höher tendierten, fallen neun Werte kurz nach Börsenstart ins Minus. Am deutlichsten trifft es die UBS mit -0,92 Prozent. Am stärksten startet der Hörgerätehersteller Sonova in den Tag mit +0,69 Prozent.
Auch Amrize (+0,48 Prozent) legt zu. Die auf Baustoffe in Nordamerika spezialisierte Zementfirma hat von der TRC Capital Investment Corporation ein sogenanntes unaufgefordertes «Mini-Kaufangebot» erhalten. Der Angebotspreis liegt allerdings unter dem Marktpreis, so dass Amrize die Ablehnung des Angebots empfiehlt.
Auch bei den vorbörslich gehandelten Nicht-SMI-Werten halten sich die Kursänderungen mehrheitlich in engen Grenzen. Einzig SoftwareOne schiessen um 4,86 Prozent in die Höhe. Der Titel hat am Vortag allerdings nach Zahlen um 4,3 Prozent tiefer geschlossen.
+++
08:07
Der Swiss Market Index (SMI) wird bei der Bank Julius Bär 0,09 Prozent leicht höher gestellt. Alle 21 SMI-Titel notieren im Plus. Die Aufschläge bewegen sich in einer Bandbreite von +0,12 Prozent (UBS) und +0,06 Prozent (Swisscom).
Auch der breite Markt tritt mit 0,09 Prozent im Plus praktisch an gleicher Stelle. Alle Werte liegen im grünen Bereich, am deutlichsten jene von Softwareone mit +0,61 Prozent. Schlusslicht ist die Aktie des Chipherstellers U-Blox, die bleibt im vorbörslichen Handel mit 0,0 Prozent Bewegung unverändert.
+++
07:57
Der US-Dollar hat in der Nacht auf Freitag einen Teil der Vortagesverluste wettgemacht. Vor den heute Nachmittag erwarteten US-PCE-Preisdaten verläuft das Geschäft laut Händlern in ruhigen Bahnen.
Es gebe zwar weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed oder der Regierungskrise in Frankreich, heisst es in einem Kommentar der Helaba. Dennoch habe die Risikoaversion an den Finanzmärkten etwas nachgelassen.
Nun richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer auf die anstehenden Preiszahlen in Ländern der Eurozone und in den USA. Dabei sei weder bezüglich des Fed noch der Europäischen Zentralbank mit forcierten Zinssenkungserwartungen zu rechnen, so die Helaba.
Vor allem der PCE-Kerndeflator, das vom Fed bevorzugte Inflationsmass, könnte erneut zulegen und die 3-Prozent-Marke erreichen. Die Zinssenkungserwartungen würden damit auf die Probe gestellt. Derzeit wird laut dem FedWatch-Tool der CME Group am Markt mit einer Wahrscheinlichkeit von 87,2 Prozent eine Zinssenkung des Fed um 25 BP bei der nächsten geldpolitischen Sitzung im September erwartet.
+++
07:48
Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:
- Accelleron: Bank of America erhöht auf 80 (70) Fr. mit BUY.
- Kühne+Nagel: Jefferies senkt auf 180 (200) Fr. mit HOLD.
- Orior: Research Partners erhöht auf 20 (16) Fr. mit HALTEN.
+++
07:30
Der Dax wird am Freitag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten.
Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex nahezu unverändert bei 24'040 Punkten geschlossen. Für Nervosität dies- und jenseits des Atlantiks sorgten unter anderem negativ aufgenommene Geschäftszahlen des KI-Börsenlieblings Nvidia.
Zum Wochenschluss stehen mehrere wichtige Konjunkturdaten an. Den Anfang macht am Morgen (8.00 Uhr) der deutsche Einzelhandelsumsatz, gefolgt von den Arbeitslosenzahlen (9.55 Uhr) und der ersten Schätzung für die Verbraucherpreise um 14.00 Uhr. Bereits um 10.00 Uhr legen mehrere Bundesländer ihre Inflationszahlen für den August vor, sodass sich bereits ein erster Trend ablesen lässt.
In den USA warten Anleger auf die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) - dem bevorzugten Inflationsmass der Fed. In den Fokus rückt auch die Geopolitik. Die EU-Aussen- und Verteidigungsminister kommen in Kopenhagen zu zweitägigen Beratungen zusammen. Im Vordergrund steht das weitere Vorgehen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Lage im Nahen Osten.
+++
07:02
+++
06:20
Der Swiss Market Index (SMI) wird bei der Bank IG im vorbörslichen Handel mit 0,06 Prozent nur leicht höher indiziert.
Zum Wochenabschluss legen die Zürcher Kantonalbank ZKB und der Finanzbroker Compagnie Financière Tradition sowie die Immobiliengesellschaft Plazza und Edisun Power ihre Zahlen für das erste Halbjahr vor.
+++
05:50
Die asiatischen Aktienmärkte finden keine einheitliche Richtung. Aktien in China legen im Gefolge der Wall Street zu. In den USA hatten Technologiewerte für eine Rally gesorgt. Die Quartalszahlen des Chip-Konzerns Nvidia hatten zwar die hohen Erwartungen der Anleger verfehlt. Sie bestätigten jedoch, dass die Ausgaben für Infrastruktur im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) stark bleiben. «Trotz der Unsicherheit in Bezug auf China für Nvidia deuten die reinen Umsatzzahlen nicht wirklich darauf hin, dass die KI-Story insgesamt ins Stocken gerät», sagte Thomas Mathews, Marktexperte für den asiatisch-pazifischen Raum bei Capital Economics. Die Börse Shanghai gewann 0,5 Prozent auf 3863 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,0 Prozent auf 4507 Punkte.
Dagegen tendiert die Börse in Japan nach der Veröffentlichung enttäuschender Wirtschaftsdaten schwächer. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 42'643 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 0,5 Prozent niedriger bei 3074 Zählern.
+++
03:30
Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed belasten den Dollar. Hintergrund sind die zunehmenden Versuche von US-Präsident Donald Trump, Einfluss auf die Geldpolitik zu nehmen.
+++
03:00
Die Ölpreise geben in Asien nach, steuern aber auf einen Wochengewinn zu. Der Markt erwartet zum Ende der Reisesaison in den USA eine geringere Nachfrage. Zudem herrscht Unsicherheit über die Verfügbarkeit russischer Öllieferungen. «Die Anleger wissen weiterhin nicht, ob die USA und Europa ihre Sanktionen gegen Russland nach dem letzten Grossangriff auf die Ukraine verschärfen werden und welche Auswirkungen US-Zölle auf Indien haben könnten», sagte Hiroyuki Kikukawa, Chefstratege von Nissan Securities Investment. «Daher zögern die Investoren, grössere Positionen einzugehen.»
+++
23:55
Eine durchwachsene Reaktion auf den Quartalsbericht von Nvidia hat am Donnerstag an den New Yorker Börsen Kursgewinnen nicht im Wege gestanden. Vage Hoffnung, dass der Chipriese bald wieder mehr China-Geschäft machen könnte, paarte sich mit einem Ausblick, der die anspruchsvoll gewordenen Anleger nicht ganz zufrieden stellen konnte.
Die Nvidia-Aktie selbst scheiterte knapp an einem Rekordhoch und schloss 0,8 Prozent tiefer. Dennoch hatten die Tech-Werte in der Breite die Nase vorn, ihr Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 0,58 Prozent auf 23'703 Punkte zu. Abgesehen von Nvidia und Tesla bewegten sich die übrigen fünf der sieben geläufigen Technologie-Riesen allesamt im Plus - allen voran Alphabet mit etwa zwei Prozent.
Nvidia wächst weiter rasant und dies trotz des brachliegenden China-Geschäfts. Letzteres möchte der Konzern aktivieren und spricht dazu laut einem Medienbericht mit der US-Regierung über die Möglichkeit, Hochleistungschips der Serie «Blackwell» zu verkaufen und dabei den eigenen Staat an den Erlösen zu beteiligen. Die Nvidia-Aktien drehten zum Auftakt auf und kamen ihrem Rekord bis auf einen Cent näher, doch dann zogen Anleger die Reissleine.
Die Nvidia-Aktie ging 0,8 Prozent tiefer aus dem Handel. Das Kursminus dürften die Nvidia-Anleger verschmerzen, denn die Papiere hatten sich seit dem ersten Zollschock Anfang April bereits mehr als verdoppelt. Auch der erworbene Status als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt ist nicht in Gefahr. Analysten bleiben für den Chipriesen optimistisch. Kursziele wurden reihenweise nach oben geschraubt auf bis zu 235 US-Dollar durch Bank of America.
In der Softwarebranche wurden angehobene Zielsetzungen von Snowflake mit einem Kurssprung um rund 20 Prozent gefeiert. Laut Brent Thill von Jefferies Research wurden die Markterwartungen im zurückliegenden Quartal in rekordverdächtigem Masse übertroffen. Angesichts des zunehmenden Einsatzes von Künstlicher Intelligenz sieht er in dem Unternehmen einen «Top Pick».
Eine noch grössere Rally um fast ein Drittel zündeten die Aktien von Pure Storage , nachdem der Spezialist für Cloud-Datenspeicher seine Anleger ebenfalls mit einem erhöhten Ausblick erfreute. Samik Chatterjee von JPMorgan lobte, das Unternehmen sei auf Kurs zu einem beschleunigten Wachstum im Geschäftsjahr 2026 und darüber hinaus.
Crowdstrike hatte mit seinem Quartalsgewinn die Markterwartungen übertroffen. Zwar verfehlte die Umsatzprognose die Prognosen von Experten, doch nach anfänglichen Verlusten drehte die Aktie mit 4,6 Prozent ins Plus. Peter Levine von Evercore ISI führte die positive Wendung auf eine angepeilte Beschleunigung des Netto-Neu-Umsatzes im zweiten Halbjahr zurück.
Mit Veeva Systems und Nutanix gab es im Technologiesektor aber auch noch zwei Cloud-Softwareaktien, bei denen Anleger Verluste von 7,2 respektive 5,1 Prozent einstecken mussten. Bei Veeva gab es Kritik an den Umsätzen, die im zweiten Quartal in Rechnung gestellt wurden. Bei Nutanix fiel den Anlegern wohl der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr zu konservativ aus.
Ausserhalb des Technologiebereichs gab es einen Anstieg um 5,3 Prozent bei den Anteilen von Burlington Stores, die den höchsten Stand seit vier Jahren erreichten. Der Einzelhändler war der nächste im Bunde, der seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach einem starken zweiten Quartal angehoben hatte.
(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)