12:00

Der Schweizer Aktienmarkt legt am Freitag weiter zu, getragen von positiven Vorgaben aus Übersee und vor allem aus Fernost. Aber auch die japanischen Börsen legten deutlich zu. Mit Erleichterung wurde dort aufgenommen, dass die Teuerung weniger stark gestiegen ist als erwartet. Dabei waren insbesondere Technologiewerte einmal mehr gefragt, was auch die hiesigen Papiere aus der Branche antreibt.

Zudem setzen die Anleger wieder einmal darauf, dass der Iran-Krieg bald beendet wird. Diesmal lag es an US-Aussenminister Marco Rubio, die Märkte anzuschieben: Er glaube, man habe Fortschritte erzielt, sagte er vor seinem Abflug zu einem Nato-Treffen in Schweden. «Es gibt einige gute Anzeichen», sagte er. Allerdings liegen der Iran und die USA bei der Frage nach dem angereicherten Uran weiterhin weit auseinander, geben Marktteilnehmer zu bedenken. Auch die vom Iran beabsichtigten Zölle für die Strasse von Hormus könnten für komplizierte Diskussionen sorgen. Deshalb werde die Hoffnung auf Frieden aktuell an den Börsen nur sehr vorsichtig gekauft.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11.50 Uhr mit 13'488 Punkten noch um 0,3 Prozent höher, nachdem er zuvor die vergangenen acht Handelstage im Plus geschlossen hatte. Die Zahl der Gewinner (13) überwiegt noch. Der SMIM der mittelgossen Werte sinkt derweil um 0,16 Prozent auf 2979,53 Punkte, während der breite SPI um 0,34 Prozent auf 19'037 Zähler steigt.

Sehr schlecht werden am Markt die von Julius Bär ausgewiesenen Zahlen für die ersten vier Monate 2026 aufgenommen - die Aktien büssen deutliche 7,8 Prozent ein. So lagen die Kundenvermögen und insbesondere das Nettoneugeld klar unter den Erwartungen, bei der Bruttomarge und den Kosten schnitt Bär jedoch besser ab.

Aber auch andere Finanzwerte werden verkauft: UBS büssen 0,3 Prozent ein, Swiss Life 0,3 Prozent und Swiss Re 1,2 Prozent. Das minus von 4,4 Prozent in Partners Group ist derweil nur optischer Natur - die Papiere werden mit Dividendenabschlag gehandelt.

Nach einem freundlichen Start haben die Aktien von Richemont während einer Firmenpräsentation deutlich nach unten gedreht und notieren mittlerweile 3,1 Prozent tiefer. Dabei hat der Schmuck- und Uhrenkonzern im Geschäftsjahr 2025/26 mehr umgesetzt als Analysten erwartet hatten und mit dem operativen Ergebnis die Vorgaben erfüllt. Zudem gibt es eine nicht erwartete Spezialdividende und ein neues Aktienrückkaufprogramm. Marktteilnehmer bemängeln die relativ luftleeren Aussagen des Managements zur weiteren Entwicklung.

Die defensiven Schwergewichte stützen den Gesamtmarkt - allen voran die PS von Roche ziehen um 1,1 Prozent an. Nestlé verteuern sich um 0,3 Prozent, während Novartis (+0,1 Prozent) etwas hinterherhinken.

Auf den Einkaufslisten stehen dafür - im Sog der internationalen Leitbörsen - verschiedene Techwerte. So gewinnen Logitech 1,4 Prozent, ABB 1,2 Prozent und VAT 2,5 Prozent. Im breiten Markt werden VAT 4,4 Prozent höher bezahlt auch Werte wie Comet (+2,1 Prozent) und Inficon (+1,0 Prozent) ziehen weiter an. Die starken Zahlen von Nvidia von Mittwochabend hielten die KI-Fantasie am Leben, heisst es im Markt.

Clariant (+4,6 Prozent) profitieren von einer Hochstufung durch JPMorgan. Derweil fallen DSM Firmenich (-2,2 Prozent) an ihrem zweiten Handelstag an der SIX nach den Gewinnen am Vortag nun etwas zurück.

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11:21

Nach dem deutlichen Kursrutsch vom Vortag macht die Istanbuler Börse etwas Boden gut.

Der türkische Leitindex gewinnt knapp zwei Prozent, schwankt aber stark. Am Donnerstag war er ‌angesichts ⁠der gerichtlichen Absetzung des türkischen Oppositionspolitikers Özgür Özel um sechs Prozent eingebrochen.

Analysten gehen nicht davon aus, dass sich der Finanzmarkt schnell wieder beruhigt. Vor ⁠allem an der türkischen Lira macht sich die Nervosität der Anleger bemerkbar. Die Landeswährung wertet weiter ab und markiert ein Rekordtief von 45,7500 Lira zum Dollar.

Eine Notzinserhöhung ‌vor der Sitzung der türkischen Zentralbank am 11. Juni sei nicht auszuschliessen, falls der Verkaufsdruck auf die ‌Lira anhalte oder sich verstärke, sagt Piotr Matys von InTouch Capital Markets. 

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11:07

Das Ende der Fusionsgespräche mit dem US-Rivalen Estee Lauder hat die Aktien von Puig einbrechen lassen.

Die Titel ‌des ⁠spanischen Kosmetikkonzerns rutschen um rund 14 Prozent ab und sind damit das Schlusslicht im breit gefassten europäischen Stoxx-600-Index. Sollten ⁠die Verluste anhalten, wäre dies der schwärzeste Handelstag für das Unternehmen seit dem Börsengang im Jahr 2024.

Die Papiere von Estée Lauder legten dagegen ‌im nachbörslichen US-Handel am Donnerstag um mehr als zehn Prozent zu. Ein Zusammenschluss hätte ‌einen 40 Milliarden Dollar schweren Luxuskosmetik-Riesen geschaffen, der dem ​Branchenprimus L'Oreal stärkere Konkurrenz gemacht hätte.

Nun richte sich der Fokus erneut auf Puigs operative Entwicklung, wobei sich das Wachstum bei Parfüms verlangsame und der Druck im Nahen Osten und im Geschäft mit Reisenden anhalte, schreiben die Experten von JP Morgan

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10:55

Die Aktien von Adidas und Puma starten zum ‌Wochenschluss ⁠durch. Die Titel gewinnen in der Spitze jeweils mehr als drei Prozent und ⁠gehören damit zu den stärksten Werten in Dax und MDax. Ein Händler führt die Kursgewinne auf die ‌besser als erwartet ausgefallenen Zahlen des Mitbewerbers Deckers Outdoor zurück. ‌Auch die Prognosen für den Jahresumsatz ​und den Gewinn liegen über den Schätzungen der Wall Street. 

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10:20

Die Aktien von Julius Bär befinden sich zum Wochenschluss nach einem Geschäfts-Update im Sinkflug.Die Bank hat am Morgen eher durchwachsene Zahlen vorgelegt. Wie es im Handel heisst, seien die Erwartungen im Vorfeld aber teilweise recht ambitioniert gewesen, so dass nun eine gewisse Enttäuschung die Reaktion noch verstärke.

Gegen 10.10 Uhr sacken die Titel um 8,8 Prozent auf 62,14 Franken ab. Damit schmelzen die bisherigen Jahresgewinne von etwas mehr als 9 Prozent nahezu komplett dahin. Erst zu Beginn der Woche hatten die Titel bei 68,70 Franken ein Jahreshoch markiert.

In den ersten Einschätzungen ähneln sich die verschiedenen Analystenkommentare in ihrer Einschätzung recht stark. Sie alle heben die Bruttomarge sowie die gute Kostenkontrolle als zentrale Pluspunkte hervor. Gerade mit Blick auf die Bruttogewinnmarge habe sich gezeigt, dass die geschäftsbedingten Einnahmen deutlich zugenommen hätten, heisst es etwa bei Jefferies dazu.

Die zuständige RBC-Analystin hebt denn auch hervor, dass diese Entwicklung auch laut Bär selbst nicht nachhaltig sei. Sie erachtet vor allem den anhaltenden Gegenwind beim Neugeld für enttäuschend.

Der Vontobel-Experte lobt vor allem den Cost/Income-Ratio. Gerade die stark gestiegenen Einnahmen aus der Kundenaktivität unterstrichen einmal mehr, dass Julius Bär sehr stark hiervon abhänge. Gleichzeitig verweist der Experte darauf, dass die Aktien bereits im Vorfeld der Zahlen sehr deutlich zugelegt hätten.

Am Markt wird das aktuelle Minus als eine Mischung aus einer gewissen Enttäuschung über die Zahlen sowie Gewinnmitnahmen bewertet.

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09:43

Die Richemont-Aktien sind am Freitag fester in den Handel gestartet. Der Schmuck- und Uhrenkonzern hat im Geschäftsjahr 2025/26 mehr umgesetzt als von Analysten erwartet und mit dem operativen Ergebnis die Vorgaben erfüllt. Gut kommen an der Börse vor allem auch die höhere Ausschüttung und ein neu angekündigtes Aktienrückkaufprogramm an.

Die Richemont-Aktie klettert gegen 09.25 Uhr um 2,9 Prozent auf 161,20 Franken, nachdem die Titel kurz nach Eröffnung in einer Erstreaktion sogar auf über 165 Franken gesprungen waren. Der Gesamtmarkt (SMI) steht derweil mit 0,6 Prozent ebenfalls gut im Plus.

Das von Richemont vorgelegte Zahlenset kommt bei Analysten gut an. Der Konzern habe im Schlussquartal des im März zu Ende gegangenen Geschäftsjahres erneut ein gutes organisches Wachstum geliefert, hält Luca Solca von Bernstein fest. Dabei habe sich einmal mehr das Schmuckgeschäft sehr gut entwickelt. Richemont habe insbesondere in den Regionen Amerika, Asien-Pazifik oder auch Japan überzeugt.

Richemont habe für das abgelaufene Jahr starke Wachstumszahlen geliefert und dabei im Schmuckgeschäft weitere Marktanteile gewonnen, hält Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel fest. Die Marge habe derweil wie erwartet unter dem Einfluss von Währungseffekten gelitten.

Im unsicheren Umfeld bleibe Richemont aber eine «Cash-Maschine», so Bertschy weiter. Und mit der Erhöhung der ordentlichen Dividende und dem Versprechen einer Sonderdividende unterstreiche der Konzern seine Bilanzstärke. Für Bertschy bleibt Richemont der bevorzugte Titel im Luxusgütersektor, und er bekräftigt die «Kauf»-Empfehlung.

Die ZKB bleibt mit ihrer «Marktgewichten»-Einschätzung etwas vorsichtiger. Analyst Gian Marco Werro sieht für Richemont kurzfristig auch Risiken, vor allem durch die eingetrübte Konsumentenstimmung etwa in Europa, in den USA oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dabei dürften die höheren Benzinpreise, der anhaltende Inflationsdruck, steigende Flugticketpreise sowie eine insgesamt unsichere Lage in der Reiseindustrie belastend wirken.

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09:37

Der Dax ist zum Wochenschluss mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der deutsche Leitindex rückte ‌um ⁠0,8 Prozent auf 24'794 Zähler vor. Experten rechneten allerdings ⁠nicht mit allzu grossen Sprüngen nach oben. «Die Anleger trauen sich ‌weiter nur mit sehr viel Vorsicht ‌und einigen Vorbehalten aus ihrer ​Deckung», sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets. «Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gehen nur schleppend voran und es gibt immer noch einige Reizthemen.»

Einem hochrangigen Insider zufolge ist ‌zwischen dem Iran und den USA bisher keine Einigung erzielt worden. Jedoch hätten sich die Differenzen verringert, sagte die ​mit der Angelegenheit vertraute iranische Person der Nachrichtenagentur ​Reuters. Zu den Streitpunkten zählten die ​iranische Urananreicherung sowie die Kontrolle über die Strasse von Hormus. Die Ölpreise ‌zogen an.

Zu den grössten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von DHL mit einem Plus von knapp vier Prozent. ​Die Analysten ​der Deutschen Bank ⁠sprachen eine Kaufempfehlung für die Papiere aus. ​Die Titel von ⁠Infineon, die wie viele Chip-Werte zuletzt von der KI-Euphorie ‌profitierten, setzten ihre jüngste Rally fort und gewannen 4,3 Prozent.

Auf der Verliererseite fanden sich im DaxVonovia wieder, die mit Dividendenabschlag gehandelt wurden. ​Die Papiere gaben 5,1 Prozent nach.

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09:33

Die Ölpreise sind am Freitag nach starken Schwankungen der vergangenen Handelstage infolge der Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs wieder gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der globalen Referenzsorte Brent zur Lieferung im Juli legte um zweieinhalb Prozent auf 105,19 US-Dollar zu.

Im Verlauf der Handelswoche ist es immer wieder zu kräftigen Preisschwankungen am Ölmarkt gekommen, die sich kurz vor dem Wochenende in etwas abgeschwächter Form fortgesetzt haben. Hintergrund sind die Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs und einer damit verbundenen Öffnung der für den Ölhandel wichtigen Strasse von Hormus, die in den vergangenen Tagen für ein Wechselbad der Gefühle bei den Anlegern gesorgt haben.

Jüngste Aussagen aus den USA und dem Iran waren zum Teil widersprüchlich und liessen zentrale Streitpunkte offen. Es ist daher weiter unklar, ob sich beide Länder nach den erneuten Eskalationsdrohungen der vergangenen Tage einem Abkommen annähern können - eine Entwicklung, die die Ölpreise stark schwanken liess.

«Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise zuletzt zwar wieder etwas unter Druck gesetzt, aber letztlich hat sich der Preis für Öl der Sorte Brent deutlich über 100 Dollar je Barrel etabliert», kommentierte die Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Die Anleger haben die weitere Entwicklung im Nahen Osten im Blick. Denn «je länger die Strasse von Hormus geschlossen bleibt, desto mehr muss auf die Lagerbestände zurückgegriffen werden», sagte Lambrecht.

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09:28

Die anhaltende Technologie-Rally hat dem Nikkei zum Wochenschluss ein Rekordhoch beschert.

Der ‌225 ⁠Werte umfassende Tokioter Leitindex legte am Freitag um ⁠bis zu 2,8 Prozent auf 63'432 Punkte zu und erreichte ‌damit den höchsten Stand seiner ‌Geschichte. Der breiter gefasste Topix ​rückte um rund ein Prozent auf 3895 Zähler vor.

Nach oben trieb die Börsenbarometer unter anderem das Plus von fast zwölf Prozent beim Technologieinvestor SoftBank. In ‌Hongkong schoss die Aktie des PC-Herstellers Lenovo nach positiv aufgenommenen Geschäftszahlen um fast 18 Prozent nach oben. ​Dies hievte den Leitindex Hang Seng und ​den Hongkonger Index der Technologiebranche ​um rund ein und zwei Prozent ins Plus.

Nach oben ‌ging es auch für die weniger technologielastigen chinesischen Indizes. Die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten ​Unternehmen ​in Shanghai und Shenzhen gewannen ⁠jeweils rund ein Prozent. «Obwohl ​der andauernde Nahost-Konflikt und ⁠höhere Energiepreise die chinesische Wirtschaft belasten, hat sie ‌sich bislang flexibler als erwartet an die höheren Ölpreise angepasst», kommentierten die Experten der ‌US-Investmentbank Goldman Sachs

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09:15

Der Schweizer Aktienmarkt eröffnet am Freitag vor dem langen Pfingstwochenende mit Gewinnen. Neue Friedenshoffnungen im Iran, diesmal verbreitet von US-Aussenminister Marco Rubio, schoben die Wall Street nach Handelsschluss in Europa nochmals klar an und auch die Märkte in Asien zeigten sich freundlich.

Der SMI notiert gegen 09.10 Uhr 0,46 Prozent im Plus bei 13'507 Punkten und der breite Markt, gemessen am SPI, mit +0,43 Prozent bei 19'046 Punkten.

Im Fokus stehen Richemont (+2,9 Prozent) mit ihren Jahreszahlen für 2025/26. Dank der Schmucksparte erzielte der Luxusgüterkonzern zwar mehr Umsatz, blieb beim Gewinn aber hinter den Erwartungen zurück. Punkten konnte das Unternehmen aber auch mit einer Sonderdividende. Konkurrent Swatch (+1,3 Prozent) ist ebenfalls gefragt.

Auch Julius Bär (-4,9 Prozent) berichteten über die Entwicklung in den ersten vier Monaten. Die Zahlen sind recht gemischt. So lagen die Kundenvermögen und insbesondere das Nettoneugeld klar unter den Erwartungen, bei der Bruttomarge und den Kosten schnitt Bär jedoch besser ab.

Derweil will die UBS (+0,1 Prozent) die Führung des EMEA Wealth Management von Zürich in den Nahen Osten verlegen. Partners Group (-2,4 Prozent oder -21,25 Fr.) liegen nur optisch im Minus. Die Titel werden ex Dividende von 46,00 Franken gehandelt.

In der zweiten Reihe könnten Clariant (+3,1 Prozent) von einer Hochstufung durch JPMorgan profitieren. Nach den überdurchschnittlichen Verlusten im Zuge des Nahost-Konflikts sehen die Analysten nun einen guten Einstiegszeitpunkt.

Der Ölpreis der Sorte Brent wurde in Richtung der Marke von 100 Dollar gedrückt, WTI fiel gar unter diese Schwelle. Dennoch blieben laut Marktteilnehmern die Risiken bestehen, zumal die Uhr mit Blick auf die schrumpfenden Öl-Reserven mittlerweile lauter ticke.

«Nach nun fast drei Monaten Krieg im Iran haben die Märkte eine emotionale Achterbahnfahrt hinter sich und die Unsicherheit wird nicht verschwinden, solange der Konflikt nicht endgültig gelöst ist», sagte eine Händlerin. Abseits der Tech-Branche, die mittlerweile die Kursrally quasi alleine auf ihren Schultern trage, kämpften fast alle Branchen mit den hohen Energiepreisen. Im Tagesverlauf geben weitere Stimmungsindikatoren wie der Ifo-Geschäftsklimaindex oder das Konsumentenvertrauen der Uni Michigan weitere Hinweise auf die konjunkturelle Lage.

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08:55

Nach der gerichtlichen Absetzung des türkischen Oppositionspolitikers Özgür Özel geht es für die ‌Lira ⁠am Freitag bergab. Die türkische Währung fiel zum ⁠Dollar um bis zu 0,4 Prozent auf ein Rekordtief von ‌45,7500 Lira. Der Druck auf ‌die Lira dürfte ​in den kommenden Tagen vermutlich noch zunehmen, prognostizierte Commerzbank-Analyst Michael Pfister. Die beste Verteidigung gegen eine Abwertung wäre wohl eine geldpolitische Straffung angesichts der Inflationsrisiken. «Aber ob ‌sich die Zentralbank dazu durchringen kann, dürfte zumindest zweifelhaft sein.»

Ein Berufungsgericht hatte am Donnerstag den CHP-Parteitag von 2023 ​und die dort gefassten Beschlüsse unter ​dem Vorwurf von Unregelmässigkeiten annulliert. ​Damit verliert Özel seinen Posten als Parteichef an seinen ‌Vorgänger Kemal Kilicdaroglu. Özel kündigte rechtliche Schritte gegen seine Absetzung an. Das Urteil liess die Istanbuler Börse und ​die ​Bond-Kurse einbrechen. Özel zufolge ⁠wendete die Zentralbank in der ​ersten halben Stunde nach ⁠der Gerichtsentscheidung rund zehn Milliarden Dollar auf, um ‌die heimische Währung zu stützen. Die säkulare CHP liegt in Umfragen gleichauf mit ‌der regierenden AK-Partei von Präsident Recep Tayyip ​Erdogan.

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08:19

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien: 

- Sonova: Jefferies erhöht auf 170 von zuvor 155 Franken mit  «Underperform»

- Lem: UBS senkt auf 355 von zuvor 410 Franken mit «Neutral»

- Clariant: JPMorgan erhöht auf «Overweight» von zuvor «Neutral» mit einem Kursziel von 9,30 (9,50) Franken

- Swiss Life: CFRA erhöht auf 944 von zuvor 880 Franken mit «Hold»

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08:15

Zweifel an einem baldigen Durchbruch bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran haben den Ölpreis ‌am ⁠Freitag angeschoben. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten ⁠sich in der Spitze um mehr als zwei Prozent auf 105,13 und ‌98,35 Dollar je Fass. In den vergangenen ‌Tagen schwankten die Ölpreise wegen ​der widersprüchlichen Signale bei den Verhandlungen stark hin und her. Auf Wochensicht gaben die Notierungen für Brent mehr als vier Prozent, für WTI rund sieben Prozent nach.

Die Ölpreise werden wohl ‌erst dann nachhaltig sinken, wenn sich die Fundamentaldaten wesentlich verbesserten, was sich voraussichtlich bis ins Jahr 2027 hinziehen werde, sagte David Oxley, Chef-Rohstoffökonom ​bei Capital Economics. Vor Beginn des Krieges Ende ​Februar wurden rund 20 Prozent ​der weltweiten Energielieferungen durch die Strasse von Hormus transportiert. Seit der Blockade der ‌wichtigen Meerenge durch den Iran sind täglich 14 Millionen Barrel Öl vom Markt verschwunden, darunter auch Exporte aus Saudi-Arabien, dem Irak, ​den ​Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait. Einem ⁠hochrangigen Insider zufolge gibt es zwischen ​dem Iran und den ⁠USA bisher keine Einigung. Jedoch hätten sich die Differenzen verringert, ‌sagt eine mit der Angelegenheit vertraute iranische Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den Streitpunkten zählten die iranische Urananreicherung ‌sowie die Kontrolle über die Strasse von Hormus. ​Seit sechs Wochen gilt eine Waffenruhe. 

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08:10

Der Schweizer Aktienmarkt steht vor einem freundlichen Start zum Wochenabschluss. Knapp eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Leitindex SMI im vorbörslichen Handel der Bank Julius Bär 0,55 Prozent höher bei 13'520 Punkten. Dabei tendieren sämtliche Titel höher, einzig für Partners Group geht es um 2,9 Prozent rückwärts.

Auch der breite Markt steht vor einem freundlichen Start. Dabei fallen die Titel von Clariant mit einem Plus von über drei Prozent auf.

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07:50

Am Devisenmarkt haben sich auch am Freitag vor dem langen Pfingstwochenende die Bewegungen in Grenzen gehalten.

Laut Commerzbank wechseln sich in den letzten beiden Wochen die Nachrichten zum Iran-Krieg zwischen Wiederbeginn der Kampfhandlungen und Friedensverhandlungen ab, unter dem Strich habe sich aber wenig getan.

Das Euro/Franken-Paar tritt denn auch bei Kursen von 0,9135 mehr oder weniger auf der Stelle.

Das Dollar/Franken-Paar bewegt sich ebenfalls kaum. In der Nacht bleibt es in einer engen Spanne um die Marke von 0,7865. Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich gegenüber dem US-Dollar in dieser Zeit kaum bewegt, wie das Kursniveau von 1,1615 zeigt.

Derweil rücken für den Euro weitere Stimmungsindikatoren im Tagesverlauf in den Blick. Eine weitere Eintrübung der Konjunkturlage würde laut Helaba das Dilemma offenlegen, in dem sich die Geldpolitik befinde. Denn die wegen der erhöhten Inflation naheliegende zinspolitische Straffung würde die konjunkturellen Aussichten zusätzlich belasten. Daher dürften die Notenbanker Vorsicht walten lassen. Am Nachmittag könnte dann noch das Konsumentenvertrauen der Uni Michigan einen Blick wert sein.

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07:26

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag höher starten.

Die schwierigen Friedensverhandlungen zwischen den USA ‌und ⁠Iran hatten die Anleger am Donnerstag verunsichert. Der Dax verlor 0,5 ⁠Prozent auf 24'606 Punkte. An der Wall Street ging es dagegen bergauf. Auch ‌in Asien legten die Aktien weiter zu - eine ‌Rally bei KI-Aktien trieb ​den Markt an.

Die zum Teil widersprüchlichen Signale in den Gesprächen zur Beendigung des Nahost-Krieges dürften auch zum Wochenschluss die Anleger auf Trab halten. Einem hochrangigen Insider zufolge gibt es zwischen dem Iran und den ‌USA bisher keine Einigung. Jedoch hätten sich die Differenzen verringert, sagt die mit der Angelegenheit vertraute iranische Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den Streitpunkten ​zählten die iranische Urananreicherung sowie die Kontrolle über ​die Strasse von Hormus. Die Ölpreise zogen ​leicht an.

Im Blick behalten werden die Anleger auch die Börsenturbulenzen in der Türkei. ‌Der Vorsitzende der grössten Oppositionspartei CHP, Özgür Özel, ist durch ein Gerichtsurteil abgesetzt worden. Der Leitindex der Istanbuler Börse brach am Donnerstag um sechs ​Prozent ​ein. Dies löste einen automatischen Handelsstopp ⁠aus.

Geplant zur Veröffentlichung zum Wochenschluss sind ​Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum ⁠im ersten Quartal und das GfK-Konsumklima für Juni. Zudem blicken die ‌Investoren auf den Ifo-Geschäftsklimaindex. Experten erwarten für Mai einen leichten Rückgang.

Im Weissen Haus wird US-Präsident Donald Trump den neuen ‌Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, vereidigen.

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06:15

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, tendiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,6 Prozent im Plus bei 13'540 Punkten. 

Am letzten Handelstag der Woche legt der Luxusgüterhersteller Richemont seine Bücher für das Geschäftsjahr 2025/26 offen. Analysten rechnen mit einem Gewinnanstieg und einer höheren Dividende für die Investoren.

Weiter halten die kürzlich fusionierte Helvetia Baloise, Curatis sowie SoftwareOne ihre Generalversammlungen ab.

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05:45

An den asiatischen Börsen legen die Aktien weiter zu. Eine Rally bei KI-Aktien, gestützt auf Gewinne bei US-Branchenwerten, treibt den Markt an.

In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 2,3 Prozent auf ‌63'094,6 Punkte ⁠und der breiter gefasste Topix notierte 0,9 Prozent höher bei 3886,5 Zählern. Der viel beachtete US-Chip-Index, der Philadelphia SE Semiconductor ⁠Index, stieg über Nacht um 1,3 Prozent.

Die japanischen Aktien erholen sich von ihren am Mittwoch erreichten mehrwöchigen Tiefstständen. «Obwohl die Korrektur bei japanischen Aktien, insbesondere bei KI-Werten, andauern könnte, erwarten wir nicht, dass sie langwierig oder schwerwiegend wird», ‌schrieben die Strategen von BofA Securities, Masashi Akutsu und ​Tetsuhiro Takuyama, in einem Bericht. «Aus mittelfristiger Sicht bevorzugen wir weiterhin KI-bezogene Titel und bleiben für japanische Aktien optimistisch.»

Bei den Einzelwerten war der auf KI fokussierte Investor SoftBank Group die bei weitem grösste Stütze für den Nikkei. Mit einem Kurssprung von 11,1 Prozent trug die Aktie 549 Punkte zum Gesamtgewinn des Index von 1432 Punkten bei. Die Schwergewichte unter den ‌Chip-Ausrüstern, Tokyo Electron und Advantest, leisteten ebenfalls einen starken Beitrag. Sie machten ihre anfänglichen Verluste wett und notierten 2,2 Prozent beziehungsweise 0,8 Prozent im Plus.

Die Börse Shanghai gewann 0,2 Prozent auf 4085,1 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai ​und Shenzhen stieg um 0,5 Prozent auf 4807,8 Punkte. In Hongkong sprang die Aktie der Lenovo ​Group um 13 Prozent auf 14,86 Hongkong-Dollar und erreichte damit ihren höchsten ​Stand seit März 2000. Die Aktie ist der prozentual grösste Gewinner im Hang Seng Index und im Hang Seng TECH Index, die um ‌0,5 beziehungsweise 1,1 Prozent zulegten.

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05:00

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 159,02 Yen und legte leicht auf 6,7991 Yuan zu. Der Euro blieb fast unverändert bei 1,1612 Dollar und zog leicht auf 0,9134 Franken an.

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04:40

Die Ölpreise haben im frühen ​Handel zugelegt, ​nachdem sie zuvor stark gefallen waren. Widersprüchliche Signale zu den Verhandlungen ⁠über ein Ende des Nahost-Krieges verunsichern die Anleger. Die Preise bleiben ​jedoch deutlich über dem Vorkriegsniveau. Es ⁠wird erwartet, dass sie auch bei einer Beilegung des Konflikts hoch bleiben werden.

Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee ‌verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 104,25 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,2 Prozent fester bei 97,49 Dollar.

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23:00

Die Hoffnung auf ein Friedensabkommen im Iran-Krieg und sinkende Ölpreise haben der Wall Street am Donnerstag ‌nach einem ⁠volatilen Handel zu leichten Gewinnen verholfen. Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss 0,6 Prozent fester mit 50'286 Punkten. Die technologielastige ⁠Nasdaq legte 0,1 Prozent zu auf 26'293 Zähler und der breit gefasste S&P 500 0,2 Prozent auf 7446 Stellen.

US-Aussenminister Marco Rubio ‌hatte von guten Anzeichen in den Gesprächen mit dem Iran gesprochen. Ein ‌diplomatisches Abkommen sei jedoch ausgeschlossen, sollte die Regierung ​in Teheran ein Mautsystem in der für den Öltransport wichtigen Strasse von Hormus einführen. Zuvor hatte ein Reuters-Bericht auf eine verhärtete Haltung Teherans hingedeutet. Demnach wies der Oberste Führer Ajatollah Motschtaba Chamenei an, das Uran des Landes nicht ins Ausland zu bringen. US-Präsident Donald Trump erklärte dagegen, die USA würden das hochangereicherte Uran des Irans ‌am Ende sicherstellen. Washington geht davon aus, dass das Material für den Bau von Atomwaffen gedacht ist, während Teheran auf eine rein friedliche Nutzung pocht.

Da die Berichtssaison der Unternehmen weitgehend abgeschlossen sei, rücke der Iran wieder ​in den Fokus der Märkte, sagte Jason Pride, Chef-Anlagestratege bei Glenmede. Der Markt werde ​sich kurzfristig an Gerüchten oder tatsächlich angekündigten Vereinbarungen bezüglich des ​Irans orientieren.

Bei den Einzelwerten sorgte Walmart für Enttäuschung. Die Aktien des weltgrössten Einzelhändlers gaben nach, nachdem der Konzern für das zweite ‌Quartal einen Gewinn unter den Erwartungen in Aussicht gestellt hatte. Finanzchef John David Rainey verwies auf den Druck durch hohe Kraftstoffpreise auf die Verbraucher.

Auch die Papiere von Nvidia verbuchten Verluste. Anleger nahmen bei dem KI-Schwergewicht Gewinne mit, ​obwohl der Konzern ​eine optimistische Umsatzprognose und ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von ⁠80 Milliarden Dollar angekündigt hatte.

Aktien von Intuit brachen ein, nachdem ​der Softwarehersteller seine Jahresprognose für das ⁠Steuerprogramm TurboTax gesenkt und den Abbau von 17 Prozent der Stellen angekündigt hatte.

Gefragt waren hingegen IBM. Die ‌US-Regierung will Insidern zufolge mehrere Quantencomputer-Unternehmen finanziell unterstützen und im Gegenzug Unternehmensanteile übernehmen.

Auch robuste Konjunkturdaten stützten die Stimmung am Markt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel in der vergangenen Woche, ‌was der US-Notenbank Fed Spielraum gibt, sich weiter auf die Inflationsrisiken zu konzentrieren. ​

Zudem stieg die Aktivität in der US-Industrie im Mai auf ein Vier-Jahres-Hoch. Unternehmen bauten ihre Lagerbestände aus, um sich gegen mögliche Engpässe und steigende Preise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg abzusichern.

(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)

Monique Misteli Ringier
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