17:40

Der SMI geht 0,8 Prozent höher bei 13'136 Punkten aus dem Handel. 

Tagesgewinner ist ABB. Die Aktien des Technologieunternehmens stiegen um 2,3 Prozent. 

Unter den Schwergewichten tat sich Novartis hervor (plus 2,2 Prozent), wohingegen sich Roche nur knapp über den Nulllinie hielt (plus 0,35 Prozent). Nestlé sank um 0,32 Prozent.

Am Ende des SMI-Tableaus rangiert Amrize. Die Aktie des Baustoffunternehmens schliesst den letzten Tag der feiertagsbedingt verkürzten Börsenwoche 5,8 Prozent tiefer ab.

Am breiten Markt, der gemessen am SPI um 0,7 Prozent steigt, sind SIG (plus 5,5 Prozent), Medartis (plus 5,2 Prozent) sowie OC Oerlikon (plus 4,4 Prozent) top. Im Angebot standen derweil die Biotech-Werte Santhera (minus 5,9 Prozent), Molecular Partners (minus 4,5 Prozent), Bioversys (minus 3,7 Prozent), Kuros (minus 3,4 Prozent) und Newron (minus 3,4 Prozent).

+++

17:15

Die Aussicht auf mögliche Zinserhöhungen im Euroraum beflügelt den Euro. Die Gemeinschaftswährung steigt um bis zu 0,5 Prozent auf 1,1733 Dollar. Damit steuert sie auf ihren grössten Kurssprung seit knapp zwei ‌Wochen zu. ⁠

Die EZB-Notenbanker werden mit Blick auf die Teuerung die Zinssätze voraussichtlich mindestens zweimal anheben, beginnend mit ihrer nächsten Sitzung im Juni, wie zwei mit den Gesprächen ⁠vertraute Personen zu Reuters sagten.

Die Aussichten könnten sich aber noch ändern, falls ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran den Krieg beende und zu einem Rückgang der Energiepreise führen sollte, ‌hiess es. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fällt auf 3,025 Prozent nach 3,096 Prozent. 

16:40

Einem Bericht der Wirtschaftszeitung «Nikkei» zufolge hat Japan am Donnerstag am Devisenmarkt interveniert, um dem schwachen Yen unter die Arme zu greifen. Das ‌Blatt berichtet unter ⁠Berufung auf Regierungskreise, dass die Regierung und die Notenbank Japans tätig wurden, indem sie Yen kauften und Dollar verkauften.

Die japanische ⁠Währung legt deutlich zu. Der Dollar fällt im Gegenzug um bis zu drei Prozent auf 155,59 Yen.

Finanzministerin Satsuki Katayama hatte zuvor das bislang stärkste Signal für ‌eine mögliche Intervention zur Stützung der schwächelnden Landeswährung gegeben. Der Zeitpunkt für «entschlossene Massnahmen» am Markt ‌rücke näher, hatte sie gesagt. 

+++

15:55

Die grossen US-Aktienbarometer haben am Donnerstag zulegt. Der technologielastige Nasdaq 100 schwang sich zu einem Rekordhoch auf, angetrieben von kräftigen Kursgewinnen der Tech-Giganten Amazon, Alphabet und Qualcomm . Nach dem Rekordhoch unmittelbar mit Handelsbeginn gab der Index die Gewinne aber rasch wieder ab, zuletzt gab der Nasdaq 100 um 0,1 Prozent auf 27.137 nach.

Mit dem seit Tagen schwächelnden Leitindex Dow Jones Industrial ging es dagegen um 0,7 Prozent auf 49.217 Zähler nach oben. Hier gab der starke Kursanstieg des Schwergewichts Caterpillar Rückenwind. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,1 Prozent auf 7.140 Punkte.

Für die A-Aktien von Alphabet ging es um 5,6 Prozent auf ein Rekordhoch. Der Google -Mutterkonzern wuchs zu Jahresbeginn dank des anhaltenden KI-Booms und hoher Werbeeinnahmen deutlich stärker als erwartet.

Der Onlinehandels- und Tech-Riese Amazon verzeichnete dank KI ein überraschend starkes Wachstum seiner Cloud-Sparte AWS. In den ersten Handelsminuten erklommen die Papiere ebenfalls ein Rekordhoch, dann nahmen Anleger Kursgewinne mit. Die Aktien gaben zuletzt um ein Prozent nach.

Die Titel des Chipherstellers Qualcomm sprangen dank guter Geschäfte mit Rechenzentren um zehn Prozent auf den höchsten Stand seit Jahresanfang.

Dagegen mussten die Anleger von Meta einen Kursrutsch von fast zehn Prozent verkraften. Der Facebook-Konzern schraubt nach nur drei Monaten die Ausgaben für KI-Infrastruktur noch einmal hoch, was am Markt nicht gut ankam. Die Investitionsplanung und der nur erwartungsgemässe Ausblick auf das laufende Quartal hätten die zum Jahresauftakt positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den Hintergrund gedrängt, kommentierte UBS-Analyst Stephen Ju.

Für die Anteile von Microsoft ging es trotz eines weiter kräftigen Wachstums um fast vier Prozent nach unten. Gabriela Borges von Goldman Sachs sprach von «einigen Meilensteinen gegen den Bear Case», also Argumenten gegen ein Negativszenario. Der erste grosse Schritt aus der seit einigen Quartalen währenden unterdurchschnittlichen Kursentwicklung sei gemacht.

Auch ausserhalb der Technologiebranche sorgte die Berichtssaison für Licht und Schatten. Der Pharmakonzern Merck & Co steigerte dank neuer Medikamente den Quartalsumsatz und übertraf die Erwartungen. Die Aktien gaben dennoch leicht nach. Beim Konkurrent Eli Lilly sorgten ein besser als erwartet ausgefallener Jahresauftakt und der angehobene Umsatzausblick für einen Kursanstieg sieben Prozent.

Der Baumaschinenhersteller Caterpillar übertraf dank einer hohen Nachfrage durch die steigende Energienachfrage von Rechenzentren die Gewinnerwartungen, was die Titel an der Spitze des Dow um mehr als acht Prozent steigen liess.

Dagegen ging es für Ford -Aktien um vier Prozent bergab. Der Autobauer konnte weder mit einem überraschend hohen Quartalsgewinn noch mit frühen Gesprächen mit der US-Regierung über Militäraufträge punkten.

+++

15:15

Die wichtigsten US-Aktienbarometer dürften am Donnerstag deutlich zulegen. Vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Nasdaq 100 0,8 Prozent fester auf 27.391 Punkte. Damit würde der technologielastige Auswahlindex an den freundlichen Vortag anknüpfen und eine Bestmarke aufstellen. Gute Quartalszahlen und Ausblicke der Tech-Riesen Alphabet und Amazon sowie von Qualcomm wogen schwerer als die verhalten aufgenommene Geschäftsentwicklung bei den Branchenkollegen Microsoft und Meta .

Den seit Tagen schwächelnden Leitindex Dow Jones Industrial erwartet IG 0,6 Prozent höher bei 49.172 Punkten. Für den zu Ende gehenden Monat April steuert der Nasdaq 100 damit auf ein Plus von rund 15 Prozent zu - beim Dow sind es lediglich gut 6 Prozent.

Für die A-Aktien von Alphabet zeichnen sich Kursgewinne von 7 Prozent und ein Rekordhoch ab. Der Google-Mutterkonzern wuchs zu Jahresbeginn dank des anhaltenden KI-Booms und hoher Werbeeinnahmen deutlich stärker als erwartet.

Der Onlinehandels- und Tech-Riese Amazon verzeichnete dank KI ein überraschend starkes Wachstum seiner Cloud-Sparte AWS. Mit einem Plus von 3,6 Prozent steuern die Aktien ebenfalls eine Bestmarke an.

Die Titel des Chipherstellers Qualcomm sprangen dank guter Geschäfte mit Rechenzentren um 10,5 Prozent nach oben.

Dagegen mussten die Anleger von Meta einen Kursrutsch von 8 Prozent verkraften. Der Facebook-Konzern schraubt nach nur drei Monaten die Ausgaben für KI-Infrastruktur noch einmal hoch, was am Markt nicht gut ankam. Die Investitionsplanung und der nur erwartungsgemässe Ausblick auf das laufende Quartal hätten die zum Jahresauftakt positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den Hintergrund gedrängt, kommentierte UBS-Analyst Stephen Ju.

Für die Anteile von Microsoft ging es trotz eines weiter kräftigen Wachstums um 1,3 Prozent nach unten. Goldman-Expertin Gabriela Borges sprach in ihrem Resümee des Quartalsberichts von «einigen Meilensteinen gegen den Bear Case», also Argumenten gegen ein Negativszenario. Der erste grosse Schritt aus der seit einigen Quartalen währenden unterdurchschnittlichen Kursentwicklung sei gemacht.

Auch ausserhalb der Technologiebranche sorgte die Berichtssaison für Licht und Schatten. Der Pharmakonzern Merck & Co steigerte dank neuer Medikamente den Quartalsumsatz und übertraf die Erwartungen. Er hob zudem die Untergrenze seiner Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Die Titel sanken dennoch um 1,4 Prozent. Bei Konkurrent Eli Lilly sorgten ein besser als erwarteter Jahresauftakt und der angehobene Umsatzausblick für einen Kursanstieg um fast 6 Prozent.

Der Baumaschinenhersteller Caterpillar übertraf dank einer hohen Nachfrage durch die steigende Energienachfrage von Rechenzentren die Gewinnerwartungen, was die Titel um 6 Prozent steigen liess.

Dagegen ging es für Ford -Aktien um 4 Prozent bergab. Der Autobauer konnte weder mit einem überraschend hohen Quartalsgewinn noch mit frühen Gesprächen mit der US-Regierung über Militäraufträge punkten.

+++

13:40

Mit den europäischen Standardwerten ist es am Donnerstag überwiegend leicht nach unten gegangen. Damit setzte sich der Trend abbröckelnder Kurse der vergangenen Handelstage fort. Am Mittag sank der EuroStoxx 50 um 0,2 Prozent auf 5805,4 Punkte. Stärkere Bewegungen gab es bei Einzelwerten nach einer Reihe von Quartalszahlen.

Ausserhalb des Währungsraums stieg der britische FTSE 100 dank der Gewinne bei Öl- und Rohstoffaktien um ein Prozent auf 10'309,1 Punkte. Der Schweizer SMI tendierte mit plus 0,18 Prozent auf 13'054,8 Punkte wenig verändert.

Zur Vorsicht mahnten einmal mehr der Iran-Krieg und der Ölpreis - ein Barrel der Sorte Brent hatte zeitweise den höchsten Stand seit 2022 erreicht. Der Preis reagierte damit auf die festgefahrene Lage zwischen den USA und dem Iran. «Jede Woche, die in der diplomatischen Blockade verstreicht, bringt die Weltwirtschaft näher heran an den Energieinfarkt», merkte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dazu an. «Die Lager nehmen ab, der Rohölpreis steigt.»

Die Folgen waren an neuen Daten zu Inflation und zum Bruttoinlandsprodukt der Eurozone ablesbar. «Das Stagflationsgespenst beginnt seinen Spuk», so Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. «Die Wachstumsrate bleibt schwach, gleichzeitig ist die Inflationsrate mit drei Prozent bereits wieder in luftiger Höhe angelangt.»

Bei den Einzelsektoren gaben Zahlen den Takt vor. Banken litten unter den mit Enttäuschung aufgenommenen Zahlen aus Frankreich. So sanken BNP Paribas um 4,8 Prozent. Noch stärker nach unten ging es mit Societe Generale und Credit Agricole , die um über fünf beziehungsweise mehr als sechs Prozent fielen.

Etwas besser sah es bei den Bankwerten anderer Länder aus. So legten BBVA um 0,5 Prozent und ING um knapp ein Prozent zu. Bei den Niederländern lobten die Analysten von Jefferies den Nettogewinn. Zu BBVA merkten die Experten von JPMorgan an, dass die Zahlen besser als erwartet ausgefallen seien, wobei die Hürde allerdings niedrig gewesen sei.

Unter den ebenfalls schwächelnden Autowerten fielen Stellantis mit 7,7 Prozent Abschlag auf. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal einen schmalen Gewinn eingefahren. An der Börse kam dies schlecht an. Die Analysten der UBS sprachen von einem durchwachsenen Zahlenwerk.

Michelin gaben nach Umsatzzahlen um 1,6 Prozent nach. Der Reifenhersteller habe die Erwartungen zwar erfüllt und trotz des zunehmend schwierigen Umfelds die Jahresziele bestätigt, schrieb Barclays-Analyst Erwann Dagorne. Er sieht aber Risiken für die Markterwartungen an das laufende und das kommende Jahr.

Leichte Zuwächse verzeichneten dagegen ArcelorMittal . Die Analysten von Barclays hoben den höher als erwartet ausgefallenen operativen Gewinn des Stahlkonzerns hervor.

Die ebenfalls gefragte Lebensmittelwerte profitierten von dem Anstieg von Unilever . Die Aktie gewann nach Zahlen knapp zwei Prozent. Der Konsumgüterkonzern hatte zum Jahresstart besser abgeschnitten als gedacht.

+++

13:00

Die Futures auf die grössten US-Indizes tendieren im Plus:

- Dow Jones Futures: +0,67 Prozent

- S&P 500 Futures: +0,12 Prozent

- Nasdaq 100 Futures: +0,16 Prozent

Auch der Schweizer Aktienmarkt dreht im frühen Nachmittagshandel in die Gewinnzone. Der SMI steht gegen 13 Uhr 0,55 Prozent im Plus und der SPI legt um 0,51 Prozent zu.

+++

11:52

Der Schweizer Aktienmarkt gibt gemessen am SMI am Donnerstag zwar im Zuge erneut stark gestiegener Ölpreise nach, konnte seine defensiven Qualitäten aber einmal mehr ausspielen. Dabei bleibt das allgemeine Bild für die Finanzmärkte durch die weiterhin festgefahrene Lage im Iran-Krieg getrübt. «Das absolute Schreckenswort schwebt über dem Parkett - Stagflation», kommentiert ein Börsianer die Stimmung.

Die zunehmenden Inflations- und Konjunktursorgen machen es auch für die Notenbanken nicht leichter: Das habe sich in einem ungewohnt zwiegespaltenen Fed gezeigt, heisst es im Handel. Im weiteren Tagesverlauf stehen dann die Entscheidungen der EZB und der Bank of England im Fokus, wo ebenfalls die Kommentare auf die Goldwaage gelegt werden dürften. Nachmittags rücken neben europäischen Inflationsdaten auch zahlreiche, potenziell marktbewegende US-Konjunkturdaten in den Fokus, bevor sich die Anleger hierzulande in ein langes Maifeiertags-Wochenende verabschieden. Auf die Apple-Zahlen und weitere Unternehmensberichte aus Übersee wird der Markt dann erst in der neuen Woche reagieren können.

Der SMI liegt gegen 10.40 Uhr mit 0,08 Prozent im Minus bei 13'001 Punkten und hat die Verluste damit im Vergleich zum frühen Handel etwas abgebaut. Im Tief war er bis auf 12'940 Punkte und damit klar unter die wichtige Marke von 13'000 Punkten gefallen. Dennoch überwiegen die Verlierer die Gewinner noch klar. Der SMIM für die mittelgrossen Werte steht mit 0,01 Prozent im Plus bei 2931,12 Zählern, der breite SPI legt um moderate 0,20 Prozent auf 18'431 Punkte zu.

Klar unter Druck stehen die Titel von Amrize (-3,6 Prozent). Der Baustoffhersteller hatte am Vorabend Zahlen vorgelegt. Analysten sprechen von gemischten Zahlen und kritisieren insbesondere die Gewinnentwicklung im kleineren Segment Building Envelope. Holcim (-1,0 Prozent) verlieren im Kielwasser ebenfalls etwas.

Logitech (-0,2 Prozent) halten sich nach den US-Techzahlen sowie vor eigenen Ergebnissen kommende Woche ebenfalls im vorderen Drittel der Kurstafel. Etwas mehr Schwäche zeigen die Titel des Logistikers Kühne+Nagel (-0,4 Prozent). Einerseits lastet eine Abstufung durch die ZKB auf der Stimmung, andererseits verdiente Konkurrent DHL mehr als erwartet.

Bei UBS (-1,8 Prozent) geht es nach dem starken Kursplus in Reaktion auf die Zahlen vom Vortag nun wieder abwärts, ebenso kommt es bei Straumann (-2,9 Prozent) zu Gewinnmitnahmen. Auch Partners Group (-1,3 Prozent) setzen ihren Abwärtstrend ungebrochen fort. Am Vortag hatte ein Kommentar von Grizzly Research die Titel bereits unter Druck gesetzt, seit Jahresbeginn stehen mittlerweile Verluste von über 13 Prozent zu Buche.

Die Gewinnerliste im SMI wird dagegen angeführt von den defensiven Swisscom (+1,4 Prozent), aber auch ABB (+1,1 Prozent) oder Swiss Re (+0,7 Prozent) sind gefragt. Die schwergewichteten Pharmakonzerne Roche (+0,4 Prozent) und Novartis (+1,2 Prozent) stützen ebenfalls, und Nestlé sind quasi unverändert.

In der zweiten Reihe stechen Oerlikon (+4,3 Prozent) nach Zahlen positiv heraus. Der Industriekonzern hat im ersten Quartal mehr Umsatz erzielt und insbesondere klar mehr Aufträge erhalten als von Analysten erwartet.

Abwärts geht es derweil für Newron (-7,4 Prozent). Das Biopharmaunternehmen muss die Aufnahme neuer Teilnehmer in US-Zentren seiner Phase-III-Studie ENIGMA-TRS 2 mit Evenamide bei therapieresistenter Schizophrenie vorübergehend stoppen.

+++

11:40

Am Donnerstag rückt der Euro angesichts der bevorstehenden Zinsentscheidung der EZB in den Fokus der Anleger. Etwas Rückenwind erhielt die Gemeinschaftswährung bereits von einem höheren Wirtschaftswachstum in Deutschland als erwartet. Der Ölpreisschub sorgte derweil für eine Inflation in der Eurozone von 3,0 Prozent - damit liegt die Teuerung klar über dem Ziel der EZB.

Von der europäischen Währungshütern als auch der Bank of England werden zunächst unveränderte Leitzinsen erwartet, wichtiger werden aber die begleitenden Kommentare hinsichtlich der Inflationsrisiken werden. «Beide Zentralbanken dürften heute versuchen, die Märkte von einem entschlossenen Vorgehen zu überzeugen», schreiben die Experten der Commerzbank. Am Vorabend hatte das Fed die Zinsen unverändert belassen, das Board zeigte sich aber so zerrissen wie lange nicht.

Im Tagesverlauf stehen noch zahlreiche wichtige Konjunkturdaten an, darunter der PCE-Preisindex oder das BIP aus den USA.

Der Euro hat bis gegen Mittag zum Greenback merklich angezogen und nähert sich mit aktuell 1,1689 US-Dollar wieder der Marke von 1,17 an. Am frühen Morgen wurde die europäische Gemeinschaftswährung noch zu 1,1660 Dollar gehandelt. Grundsätzlich stützt aber der sehr hohe Ölpreis den Dollar.

Zum Franken ist der Kurs des Euro indes leicht gesunken. Gegen Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 0,9212 Schweizer Franken gehandelt und damit etwas tiefer als am frühen Morgen. Auch der US-Dollar fiel am Vormittag gegen den Franken auf 0,7881 Franken und damit wieder unter die Marke von 0,79.

+++

11:09

Nach einem Umsatzrückgang im ersten Quartal geraten die Aktien ‌von ⁠Michelin unter Druck. Die Aktien des französischen Reifenherstellers fallen an der Pariser Börse um bis ⁠zu 4,1 Prozent. Die Erlöse beliefen sich auf 6,17 Milliarden Euro, ein Rückgang von 5,4 Prozent gegenüber ‌dem Vorjahr. Das Unternehmen führte dies vor allem auf ‌negative Währungseffekte zurück. Im Dax notieren die Aktien ​des Konkurrenten Continental in der Spitze drei Prozent schwächer. 

+++

10:16

Die Aktien von Oerlikon legen am Donnerstag im frühen Geschäft gegen den schwachen Gesamttrend zu. Der Industriekonzern hat im ersten Quartal mehr Umsatz erzielt und insbesondere klar mehr Aufträge erhalten als prognostiziert.

Um 09.55 Uhr ziehen Oerlikon bei gutem Handelsvolumen um 5,1 Prozent auf 3,44 Franken an. Der Gesamtmarkt (SPI) steht gleichzeitig 0,3 Prozent tiefer.

Die heute veröffentlichten Eckwerte lägen insbesondere beim Bestellungseingang deutlich über den Erwartungen, heisst es entsprechend auch in einem Kommentar der ZKB. Die Book-to-Bill-Ratio belaufe sich damit auf solide 1,2x. Die Bank bewertet die Nachrichten als insgesamt positiv.

Für Baader Europe sind die Resultate «stark». Wie die ZKB streicht sie hervor, dass am Ausblick für einen leicht steigenden Umsatz und einer EBITDA-Marge im Bereich von rund 17,5 Prozent festgehalten werde. Allerdings könnte es schwieriger werden als gedacht, das Margenziel zu erreichen, da das Wachstum zumindest teilweise durch Preiserhöhungen gestützt gewesen sei. Gleichzeitig könnten dafür die Initiativen zur Senkung der Kosten schneller zur Marge beitragen als ursprünglich geplant.

+++

10:00

Die Aktien von Amrize sind am Donnerstag mit deutlichen Kursabschlägen in den Handel gestartet. Der Baustoffhersteller ist mit seinen am Vorabend publizierten Quartalszahlen vor allem bezüglich der Margenentwicklung unter den Erwartungen am Markt geblieben.

Um 9.50 Uhr notieren die Amrize-Titel um 3,6 Prozent im Minus auf 43,77 Franken, nachdem sie kurz nach Börseneröffnung zwischenzeitlich sogar bis zu 8 Prozent verloren hatten. Am Vortag hatten Amrize noch 1,0 Prozent zugelegt. Der Bluechip-Index SMI verliert am Donnerstagmorgen derweil 0,42 Prozent.

Überschattet wurde das Quartalsergebnis des in den USA tätigen Konzerns von einem «sehr schwachen» Abschneiden des Segments Building Envelope, während die Trends im grösseren Segment Building Materials ermutigend seien, kommentiert die Bank Vontobel. Das Geschäft mit Dachkonstruktionen für Wohnhäuser habe unter einer schwachen Nachfrage und einer ungünstigen Preisentwicklung gelitten und die Gruppenresultate nach unten gezogen.

Auch die Experten von JPMorgan bezeichnen das Quartalsergebnis als «durchzogen». Sie hofften nun auf eine Erholung der Nachfrage und Preiserhöhungen im zweiten Quartal. Insgesamt komme die Schwäche bei Building Envelope aber nicht unerwartet, heisst es, Investoren sollten sich eher auf die starke Entwicklung von Building Materials konzentrieren. Entsprechend wird die Aktienschwäche als Kaufgelegenheit gesehen.

Amrize habe immerhin seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 bekräftigt, heisst es bei Jefferies. Nicht zuletzt dank Preiserhöhungen sollen sich die Ergebnisse im weiteren Jahresverlauf noch verbessern. So rechnet das Unternehmen weiterhin mit einen Umsatz von 12,3 bis 12,5 Milliarden Dollar und mit einem adjustierten EBITDA von 3,25 bis 3,34 Milliarden.

Auch die Barclays-Experten verweisen auf Aussagen des Unternehmens, dass bereits im April Preissteigerungen umgesetzt worden seien und die Inflationsentwicklung mit Treibstoffzuschlägen aufgefangen werde. Positiv wird auch vermerkt, dass der Baustoffkonzern nach der Genehmigung durch den Verwaltungsrat demnächst mit seinem Aktienrückkaufprogramm beginnen werde.

Das erste Quartal liefere ohnehin nur rund 6 Prozent zum Jahres-EBITDA, heisst es in einem Kommentar der ZKB. Entsprechend seien die Zahlen nun beschränkt aussagekräftig. Die Umsatzdynamik und die Margenentwicklung beim Segment Building Materials, auf das rund 70 Prozent des Umsatzes entfalle, stimme für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich.

+++

09:46

Die Angst vor einer sich erneut zuspitzenden Situation im Nahen Osten drückt den Dax. Der deutsche Leitindex verlor ein Prozent auf 23'715 Punkte. «Hauptbelastungsfaktor ‌bleibt ⁠der kräftig gestiegene Ölpreis», sagte Timo Emden von Emden Research. Spekulationen auf ein Ende ⁠der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran haben den Preis für das Nordseeöl Brent um ‌bis zu 7,1 Prozent auf 126,41 Dollar je Fass ‌getrieben. Das ist der höchste Stand seit ​vier Jahren.

Einem Bericht des Nachrichtenportals «Axios» zufolge soll US-Präsident Donald Trump am Donnerstag von seinem Militär über neue Pläne für eine Reihe von Militärschlägen gegen den Iran unterrichtet werden, um den Verhandlungsdruck auf Teheran zu erhöhen. Dies verstärkte die Sorgen vor ‌weiteren Lieferengpässen angesichts der bereits eingeschränkten Exporte im Nahen Osten. Der Iran blockiert den Grossteil der internationalen Schifffahrt in der Strasse von Hormus, einem der wichtigsten Nadelöhre für die weltweite ​Energieversorgung. Die USA hatten in diesem Monat ihrerseits damit begonnen, ​iranische Schiffe an der Weiterfahrt zu hindern.

In den ​Fokus rückt auch die Europäische Zentralbank (EZB). An den Finanzmärkten wird für die EZB-Ratssitzung eine weitere geldpolitische Pause ‌erwartet. Die US-Notenbank Fed hielt am Mittwoch zum dritten Mal in Folge die Füsse still und beliess den Leitzins in der Bandbreite von 3,50 bis 3,75 Prozent.

Zu ​den grössten ​Verlierern im Dax zählten die ⁠Aktien der Münchener Rück und GEA, die 4,1 und ​2,7 Prozent nachgaben. Beide Aktien ⁠wurden ex Dividende gehandelt. Auf der Gewinnerseite fanden sich die Titel von DHL ‌mit einem Plus von 1,5 Prozent wieder. Der Bonner Konzern steigerte im ersten Quartal den operativen Gewinn (Ebit) durch sein Sparprogramm und Preiserhöhungen um ‌8,3 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Im MDax gewannen Kion ​bis zu 7,2 Prozent. Dank seines Sparprogramms und eines starken Projektgeschäfts hat der Gabelstapler-Hersteller zum Jahresauftakt trotz stagnierender Erlöse mehr verdient. 

+++

09:20

Die Furcht vor einer neuen militärischen Eskalation im Nahen Osten hat den japanischen Aktienmarkt am Donnerstag deutlich ins Minus gedrückt.

Der Nikkei-Index verlor ‌1,1 ⁠Prozent auf 59'284 Punkte, der breiter gefasste Topix gab 1,2 Prozent nach. Einem Bericht ⁠des Nachrichtenportals «Axios» zufolge soll US-Präsident Donald Trump am Donnerstag von seinem Militär über neue Pläne für eine ‌Reihe von Militärschlägen gegen den Iran unterrichtet werden, um den ‌Verhandlungsdruck auf Teheran zu erhöhen.

Der Preis ​für die Nordsee-Sorte Brent schoss um bis zu 7,1 Prozent auf ein Vier-Jahres-Hoch von 126,41 Dollar je Fass. Angesichts der Sorgen um die Lage im Nahen Osten und der laufenden Berichtssaison sei der Markt in einer abwartenden Haltung, sagte Naoki Fujiwara, Senior ‌Fund Manager bei Shinkin Asset Management.

Für Verdruss sorgten die Zahlen von IT-Dienstleistungskonzern Fujitsu. Die Gewinnprognose hat die Prognosen der Analysten verfehlt, die Aktien rauschten daraufhin gut 14 Prozent in ​die Tiefe. Die Aktien von KI-Unternehmen hatten an der Tokioter ​Börse ebenfalls das Nachsehen, obwohl Alphabet die Erwartungen der ​Wall Street hinsichtlich des Quartalsumsatzes übertraf. Auch Microsoft und Amazon legten solide Zahlen vor.

Der Chip-Testgerätehersteller Advantest verzeichnete ‌einen Kursrückgang von fünf Prozent, Tokyo Electron notierten fast 1,7 Prozent niedriger. Am chinesischen Aktienmarkt gab es am Donnerstag kaum Bewegung. Die Börse Shanghai rückte um 0,2 Prozent vor, der Index ​der ​wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen trat ⁠auf der Stelle.

Die Sorge vor steigenden Kosten durch ​den Iran-Krieg hat der ⁠chinesischen Industrie im April den zweiten Wachstumsmonat in Folge beschert. Ausländische Abnehmer orderten massiv ‌Waren, um ihre Lager frühzeitig aufzufüllen, wie aus Daten des nationalen Statistikamtes (NBS) hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel leicht auf 50,3 von ‌50,4 Punkten im März. Er hielt sich damit jedoch über ​der Marke von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert.

+++

09:10

Der Schweizer Aktienmarkt startet am Donnerstag mit Verlusten in den Handel. Derzeit gibt es viele Einflussfaktoren, die Anleger am letzten Handelstag der Woche einordnen müssen. Neben der laufenden Berichtssaison wird der konjunkturelle Druck durch die hohen Ölpreise mit der anhaltenden Sperrung der Strasse von Hormus immer grösser - diese stiegen in der Nacht auf den höchsten Stand seit Beginn des Krieges. Inflationssorgen wurden denn auch von der US-Notenbank am Vorabend in der Zinsentscheidung betont und bremsten damit die Wall Street. Derweil wurde der Verbleib von Jerome Powell im Board mit Blick auf die Unabhängigkeit des Fed begrüsst.

Bei den Zahlen der grossen Tech-Konzerne bezeichneten Händler die Zahlen überwiegend als solide. Teilweise gaben die Kurse aber dennoch nach, da die hohen KI-Investitionen Fragen aufwarfen. «Zudem überschatten die Ölpreise derzeit einfach alles», sagte eine Börsianerin. Im Tagesverlauf werden dann erneut die Zentralbanken den Ton angeben. So wird weder von der Bank of England noch der EZB eine Zinsänderung erwartet, die Kommentare zur Einordnung der Inflation dürften indes auf die Goldwaage gelegt werden. Für Bewegung könnten dann noch weitere wichtige US-Konjunkturdaten sorgen, bevor am Abend Apple Zahlen vorlegen wird.

Der SMI steht nach Börseneröffnung um 0,55 Prozent tiefer bei 12'960 Punkte. Damit fällt der Leitindex zum Start unter die psychologisch wichtige Marke von 13'000 Punkten. Bis auf Swisscom (+0,9 Prozent) eröffnen alle SMI-Titel mit Abschlägen.

Besonders der Baustoffkonzern Amrize gerät im frühen Handel unter Druck (-7,47 Prozent). Am Vorabend legten Amrize noch Zahlen vor. Zwar stieg der Umsatz des Baustoffherstellers an, die Profitabilität ging aber unerwartet zurück. Am Ausblick hielt das Unternehmen fest.

Ansonsten sind marktbewegende Nachrichten von Bluechips am heutigen Handelstag Mangelware. Entsprechend dürften die Schwergewichte Nestlé (-0,3 Prozent), Novartis (-0,1 Prozent) und Roche (-0,2 Prozent) einen nennenswerten Beitrag zur Entwicklung im SMI beitragen. Roche wird derweil neue Daten zu Augenmedikamenten auf einen Fachkongress vorstellen.

Logitech (-0,8 Prozent) könnten nach Zahlen der US-Tech-Konzerne sowie vor den eigenen Jahresergebnissen kommende Woche einen Blick wert sein. Ansonsten wirken in schwächeren Marktphasen eher defensive Titel wie die Versicherer Zurich (-0,6 Prozent), Swiss Life (-0,5 Prozent) und Swiss Re (-0,5 Prozent), aber auch oftmals die Swisscom (-0,3 Prozent) stabilisierend.

In der zweiten Reihe präsentierten Oerlikon (+3,2 Prozent) Umsatz- und Auftragszahlen für das erste Quartal. Besonders die Aufträge sind klar höher ausgefallen als im Vorjahr und vom Markt erwartet. Am Ausblick hält der Industriekonzern fest.

+++

08:10

Der Schweizer Aktienmarkt steht im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär tiefer. 

Der Leitindex SMI notiert mit 0,55 Prozent im Minus bei 12'960 Punkten. Sämtliche SMI-Titel taxieren mit Abschlägen. Am deutlichsten geht es für den Baustoffkonzern Amrize retour mit 4,9 Prozent, gefolgt von der UBS mit -1,25 Prozent. Die restlichen Abschläge bewegen sich in einer Bandbreite von -0,98 Prozent (Alcon) und -0,16 Prozent (Roche).

Auch der breite Markt dürfte tiefer in den letzten Tag der verkürzen Handelswoche starten. 

+++

07:45

Am Devisenmarkt hat der Dollar in der Nacht auf Donnerstag etwas angezogen. Unveränderte Leitzinsen in den USA und die erhöhten Inflationssorgen durch den wieder stark gestiegenen Ölpreis stützen den Greenback. Der US-Zinsvorteil könnte Experten zufolge mit den eher «hawkishen» Aussagen des Fed wieder grösser werden. Derweil verbleibt Jerome Powell nach seiner Zeit als Fed-Chef weiter im Direktorium.

Im Tagesverlauf stehen dann noch die Notenbanksitzungen der Bank of England sowie der EZB an. Auch hier erwartet der Markt keine Zinsänderungen. Die Commerzbank erinnert aber daran, dass beide Volkswirtschaften Netto-Energieimporteure seien und daher vor einem deutlich schweirigeren Balanceakt zwischen schwächelnder Realwirtschaft und anziehender Inflation stünden als die USA oder Kanada.

«Beide Zentralbanken dürften heute versuchen, die Märkte von einem entschlossenen Vorgehen zu überzeugen», schreiben die Coba-Experten. Von der EZB erwarten sie eine Zinserhöhung im Juni, während die BoE wohl eher die Füsse still halten dürfte. In solch unsicheren Zeiten wisse man aber nie.

Der Euro hat zum US-Dollar in der Nacht leicht an Terrain eingebüsst und wird derzeit zu 1,1660 nach 1,1675 am Vorabend gehandelt. Damit entfernt sich die Gemeinschaftswährung weiter von der Marke von 1,17 Dollar.

Derweil tritt das Euro/Franken-Paar bei Kursen von 0,9234 mehr oder weniger auf der Stelle. Dollar/Franken hat sich über Nacht weiter über der Marke von 0,79 etabliert. Mit Kursen von 0,7919 am Morgen liegt der Greenback etwas deutlicher über dem Niveau von Mittwochmorgen.

+++

07:40

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Donnerstag tiefer starten. Am Mittwoch hatte er 0,3 Prozent niedriger bei 23'954 Punkten geschlossen. ‌Auch ⁠an der Wall Street kam keine Kauflaune auf. Belastet wurden die Kurse durch die ⁠deutlich anziehenden Ölpreise. Die US-Notenbank Fed hielt wie erwartet zum dritten Mal in Folge still und beliess ‌den Leitzins in der Bandbreite von 3,50 bis 3,75 Prozent.

Das ‌Nordseeöl Brent stieg am Donnerstag um ​bis zu 7,1 Prozent auf 126,41 Dollar je Fass, den höchsten Stand seit vier Jahren. Das US-Öl WTI notierte mit 110,93 Dollar je Fass in der Spitze 3,8 Prozent fester.

Einem Medienbericht zufolge soll US-Präsident Donald Trump am Donnerstag über neue Pläne für eine ‌Reihe von Militärschlägen gegen den Iran unterrichtet werden, um den Verhandlungsdruck auf Teheran zu erhöhen. Am Mittwoch hatte Trump den Iran zu einem raschen Einlenken im festgefahrenen Konflikt beider Länder ​aufgefordert. Das Weisse Haus bestätigte einen Bericht, wonach Trump Regierungsvertreter angewiesen ​hat, sich auf eine längere Blockade iranischer Häfen vorzubereiten. ​Dies deutet auf anhaltende Angebotsengpässe aufgrund des eingeschränkten Schiffsverkehrs in der wichtigen Strasse von Hormus hin.

In den ‌Fokus rückt zum Ende der verkürzten Handelswoche auch die Europäische Zentralbank. An den Finanzmärkten wird für die EZB-Ratssitzung eine weitere geldpolitische Pause erwartet. Der Leitzins dürfte somit bei 2,0 Prozent ​verharren. ​Die Blicke richten sich auf die Pressekonferenz von ⁠EZB-Chefin Christine Lagarde nach dem Ratstreffen. Sie hat ​die Handlungsbereitschaft der Europäischen Zentralbank ⁠immer wieder betont. Ein Zinsschritt nach oben auf der übernächsten Sitzung im Juni gilt unter ‌Anlegern als eine Option. Nur wenige Stunden vor dem Zinsentscheid werden die aktuellen Inflationsdaten aus dem Euroraum veröffentlicht: Experten rechnen für April mit einem Anstieg ‌der Teuerungsrate auf 2,9 Prozent. Auch die Bank of England (BoE) ​entscheidet über den Leitzins. 

+++

07:01

Die Ölpreise sind am Donnerstagmorgen wegen der anhaltenden Blockade der Strasse von Hormus kräftig gestiegen.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung zum Juni kletterte um bis zu sieben Prozent auf 126,41 Dollar. Damit ist Brent so teuer wie seit Anfang 2022 nicht mehr.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar verteuerte sich Öl der weltweiten Referenzsorte Brent um etwas mehr als 70 Prozent. Auch andere Ölpreise, wie derjenige für die US-Sorte WTI, legten in einem ähnlichen Ausmass zu.

Händler führten den kräftigen Anstieg in der Nacht auf Donnerstag auf die nach wie vor stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA zurück. Laut einem Bericht des US-Portals «Axios» soll US-Präsident Donald Trump über neue militärische Optionen gegen den Iran informiert werden. Die für den weltweiten Gas- und Ölhandel wichtige Strasse von Hormus bleibt weiter blockiert und es gibt derzeit keine Aussicht auf eine Öffnung.

+++

06:20

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, taxiert im vorbörslichen Handel der Bank IG tiefer mit -0,46 Prozent bei 12'950 Punkten.

Nach zwei berichtintensiven Tagen stehen am Donnerstag hierzulande Quartalsergebnisse von Oerlikon, Glencore und Syngenta sowie das KOF Konjunkturbarometer für April auf dem Programm.

In den USA legt Apple nachbörslich seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vor  im Fokus stehen iPhone-Umsatz, Services-Wachstum, der geplante CEO-Wechsel und die Guidance angesichts der US-Zollpolitik.

+++

05:30

Die asiatischen Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich tendiert, während Technologiewerte von positiven Quartalszahlen grosser US-Konzerne profitierten. In Tokio gab der 225 Werte ‌umfassende Nikkei-Index 1,0 Prozent auf 59'304,6 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 1,5 ⁠Prozent niedriger bei 3714,9 Zählern. Die Börse Shanghai blieb fast unverändert bei 4106,8 Stellen. Der Index der ‌wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,2 ‌Prozent auf 4803,3 Punkte.

Südkoreas Kospi erreichte ​ein Rekordhoch, nachdem Samsung Electronics einen achtfachen Anstieg seines Betriebsgewinns gemeldet hatte. Der Konzern verwies auf die robuste Nachfrage nach KI-Chips.

Die Nasdaq-Futures legten um ein Prozent zu, nachdem Google-Mutter Alphabet die Erwartungen übertroffen hatte. Die Aktie gewann nachbörslich sieben Prozent. Auch ‌Microsoft und Amazon legten solide Zahlen vor.

+++

05:15

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 160,33 Yen und legte leicht auf 6,8387 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er ​etwas schwächer bei 0,7917 Franken. Parallel dazu fiel der Euro ​um 0,1 Prozent auf 1,1664 Dollar und zog ​leicht auf 0,9234 Franken an. Der Yen hat seit Kriegsbeginn am 28. Februar mehr als ‌zwei Prozent verloren. Anleger haben die grösste Short-Position seit fast zwei Jahren aufgebaut.

+++

05:00

Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 3,1 Prozent auf 121,74 Dollar ​je ​Barrel (159 Liter) - ein Vierjahreshoch. Das US-Öl WTI ⁠notierte 2,1 Prozent fester bei 109,17 Dollar. Händler ​verwiesen auf Sorgen, dass ⁠die Strasse von Hormuz möglicherweise nicht zeitnah wieder öffnen könnte.

+++

23:00

Unter dem Eindruck steigender Ölpreise hat der US-Aktienmarkt am Mittwoch im Minus geschlossen. Der US-Standardwerteindex ‌Dow Jones ⁠verlor 0,6 Prozent auf 48'862 Punkte. Der technologielastige Nasdaq notierte kaum verändert bei 24'673 Zählern und ⁠der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 7136 Stellen.

Das Weisse Haus bestätigte einen Bericht, wonach Präsident Donald Trump Regierungsvertreter angewiesen ‌hat, sich auf eine längere Blockade iranischer Häfen vorzubereiten. Dies deutet ‌auf anhaltenden Angebotsdruck aufgrund des eingeschränkten Schiffsverkehrs in der ​wichtigen Strasse von Hormus hin. «Heute geben die Ölpreise weitgehend die Richtung am Markt vor, da es nicht so aussieht, als ob es eine rasche Lösung für die Sperrung der Strasse von Hormus geben wird», sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege bei CFRA Research in New York.

Die US-Notenbank Fed hielt wie erwartet zum ‌dritten Mal in Folge still und beliess den Leitzins in der Bandbreite von 3,50 bis 3,75 Prozent. Für Aufmerksamkeit sorgte die Uneinigkeit der Währungshüter im Offenmarktausschuss über den Begleittext zum Zinsentscheid: Drei Notenbanker waren nicht ​mit dem Ausblick auf künftige Zinsanpassungen einverstanden.

Mit Spannung wurden die Ergebnisse von Amazon, Meta, ​Microsoft und der Google-Muttergesellschaft Alphabet nach Börsenschluss erwartet. Anleger blicken ​besonders darauf, wie sich die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden. Für Unruhe sorgte ein Medienbericht, wonach das auf KI spezialisierte ‌Softwarehaus OpenAI seine internen Ziele für wöchentliche Nutzerzahlen und Umsatz verfehlt hat. Die Markterwartungen hinsichtlich des Wachstums der Tech-Konzerne seien «überaus optimistisch», sagte Ron Albahary, Chief Investment Officer bei Laird Norton Wetherby.

Auf ​den Einkaufszettel der Investoren standen nach einem positiven ⁠Ausblick die Papiere von NXP Semiconductors ganz oben. Die Titel ​gewannen 25,5 Prozent. Der Halbleiter-Hersteller hatte ⁠mitgeteilt, dank der Erholung bei Industrie- und Auto-Chips für das zweite Quartal einen Umsatz und Gewinn zu ‌erwarten, die über den Schätzungen der Wall Street liegen.

Die Aktien von Visa legten nach starken Geschäftszahlen 8,3 Prozent zu. Visa übertraf die Gewinnprognosen der Analysten, da der weltweit ‌grösste Zahlungsabwickler trotz anhaltender makroökonomischer Unsicherheit von einem stetigen Anstieg des Zahlungsvolumens profitierte.

Auch der ​Pharmakonzern Teva Pharmaceutical Industries übertraf die Wall-Street-Schätzungen für den Gewinn im ersten Quartal, unterstützt durch den Absatz seiner Markenmedikamente. Die Papiere gewannen 11,9 Prozent. 

(cash/AWP/Reuters)

Monique Misteli Ringier
Monique MisteliMehr erfahren