14:17

Die Aktien der «Magnificent Seven» zeigen ein gemischtes Bild. Im Zuge einer Erholung im Bereich der KI-Infrastruktur führt Nvidia mit einem Plus von 4,0 Prozent das Feld an. Danach folgen Tesla +1,7 Prozent, Alphabet -0,1 Prozent, Meta Platforms unveändert, Apple -1,2 Prozent, Amazon -0,8 Prozent und Microsoft -0,7 Prozent.

Ferner legen Micron und AMD 8 Prozent zu und Intel 4,7 Prozent. Gefragt sind auch Broadcom mit plus 4,4 Prozent.

+++

13:59

Eine knappere Liquidität bedeute weniger «marginale Käufer» - und das bei gleichzeitigem Anstieg des Aktienangebots, schreiben die Strategen der Research-Boutique Variant Perception. Der proprietäre «Business Cycle Financing Index» sei deutlich zurückgegangen. Dies deute darauf hin, dass Aktien mit hohem Beta in den kommenden zwölf Monaten schlechter abschneiden werden als Aktien mit geringer Volatilität. Zudem sei die globale Überschussliquidität nahezu auf null geschrumpft - ein Gegenwind für den globalen Aktienmarkt bis ins Jahr 2027.

+++

13:33

Cloudflare gehören an den US-Vorbörsen zu den grössten Gewinnern mit einem Plus von 19 Prozent. Das Unternehmen wies für das dritte Quartal ein Umsatzwachstum von 39 Prozent aus und hob die Jahresprognose an. Airbnb avancieren um 13 Prozent und Lam Research legte nach Ankündigung eines 25-Mrd.-Dollar-Aktienrückkaufprogramms 10 Prozent zu. Nvidia, Sandisk und Co. gewinnen 5 bis 15 Prozent hinzu. Mit Abgaben von 21 Prozent werden DraftKings gehandelt, nachdem das Unternehmen die Erwartungen zum dritten Quartal verfehlte und die Gewinnprognose nach unten schrauben musste. Atlassian verlieren 14 Prozent wegen einer vorsichtigeren Guidance.  

+++

13:02

Die Futures der US-Aktienmärkte tendieren uneinheitlich: 

- Dow-Jones-Futures: -0,89 Prozent.
- S&P-500-Futures: +0,34 Prozent.
- Nasdaq-Futures: +1,52 Prozent. 

Der SMI notiert derweil klar im Minus und verliert 2,3 Prozent. Alle 20 SMI-Titel geben mittlerweile wieder Terrain preis. Die UBS-Valoren verlieren 0,8 Prozent, nachdem diese um 10.00 Uhr noch ein Prozent höher standen. 

+++

11:50

Wirklich grosse Bewegungen sind zum Wochenschluss am Devisenmarkt nicht auszumachen. Generell präsentiert sich aber der US-Dollar nach den Midterm-Turbulenzen etwas fester. So notiert etwa das Dollar/Franken-Paar aktuell bei 0,8182. Auch zum Euro gewinnt der Greenback leicht hinzu. Hier werden aktuell Kurse von 1,1173 nach 1,1193 am frühen Morgen gestellt. Das Euro/Franken-Paar tritt mit 0,9142 mehr oder weniger auf der Stelle.

Im Handelsverlauf steht mit dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht nach dieser bereits ereignisreichen Woche das grosse Datenhighlight aus den USA bevor. Die Payrolls liefern einen Hinweis auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Am Markt werde wieder ein etwas stärkerer Stellenaufbau erwartet, heisst es etwa bei der Commerzbank. Die Zeit der grossen Überraschungen scheine aber mittlerweile vorbei zu sein, so die Experten. Bleibt der Arbeitsmarkt robust, dürften die Notenbanker ihren Fokus auf der Inflation belassen.

+++

11:40

Der Schweizer Aktienmarkt ist zum Wochenschluss tiefrot. Im Vergleich zum Ausverkauf an der Wall Street am Vortag oder in Asien kommt der hiesige Markt ebenso wie die meisten europäischen Börsenplätze aber glimpflich davon. In den USA etwa hat der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 am Vortag den stärksten Kurseinbruch seit dem Corona-Crash im März 2020 erlebt. «Investoren strömten alle gleichzeitig zum Ausgang», fasst eine Händlerin zusammen.

Der SMI sackt gegen 11.30 Uhr um 2,2 Prozent ab auf 14'638,97 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 1,39 Prozent auf 3224,23 Punkte und der breite SPI um 1,59 Prozent auf 22'750,80 Punkte.

Wie hoch die Nervosität aktuell ist, zeigt auch der Volatilitätsindex VSMI. Mit +12,7 Prozent auf 18,54 Punkte steht er so hoch wie zuletzt im Mai. Auch von anderen Assetklassen wie dem Bitcoin kommen aktuell wenig Entspannungssignale. So hat die bekannteste Kryptowährung die psychologisch wichtige Marke von 80'000 US-Dollar unterschritten.

Wie ein Händler sagt, stellt sich für Anleger nun die entscheidende Frage: «War der gestrige Einbruch eine Bereinigung nach den US-Zwischenwahlen, oder kündigt er eine Fortsetzung der Abwärtsphase an?»

Im Blue-Chip-Index reicht die Spanne von unverändert bei der UBS bis -3,6 Prozent bei der Swiss Re. Ein massgeblicher Treiber für die gute Performance in einem schwachen Markt ist eine Kurszielerhöhung auf 50 Franken durch die RBC.

Neben der UBS entwickeln sich noch Amrize und ABB (jeweils -0,2 Prozent) besser als der Markt.

Angesichts der wirklich grottigen US-Vorgaben halten sich die Technologie-Aktien und KI-nahen Werte aber überraschend gut. Allerdings hatten die meisten bereits am Donnerstag Federn gelassen. So stehen Logitech (-0,3 Prozent) besser da als der Markt. VAT, Huber+Suhner, AMS Osram, Comet, Inficon und Belimo gewinnen allesamt sogar bis 2,4 Prozent hinzu. Grund für den zuvor beobachteten globalen Abverkauf waren die geänderten politischen Verhältnisse in den USA. Sie schürten die Sorgen, dass die erwarteten Milliarden-Investitionen ins Stocken geraten könnten.

Während die Titel von Swiss Re die mit Abstand grössten Abgaben einfahren, sind vor allem zahlreiche eher defensive Gesundheitswerte auf den Verkaufslisten zu finden. Galderma, Alcon, Novartis und Roche geben um bis zu 2,7 Prozent nach.

Bei einigen SMIM-Mitgliedern wie Kühne+Nagel (-3,1 Prozent) oder Sonova (-2,6 Prozent) belasten Herabstufungen durch Analysten zusätzlich. Noch deutlicher geht es im Mid-Cap-Index nur für Barry Callebaut (-4,6 Prozent) abwärts.

Nachrichten lieferten vor allem Werte aus den hinteren Reihen. Besonders stechen da Medacta (-9,6 Prozent) mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr hervor. Bei Aryzta (-1,2 Prozent) geht unterdessen Finanzchef Martin Huber. Er wird eine andere Führungsaufgabe ausserhalb des Unternehmens übernehmen.

+++

11:00

Angesichts der Turbulenzen am Aktienmarkt haben Anleger am Freitag bei Dollar und Staatsanleihen zugegriffen. Der Dollar-Index gewann ‌in der ⁠Spitze 0,5 Prozent auf 102,02 Punkte, die Kurse vieler Staatspapiere zogen ⁠an. Im Gegenzug fielen die Renditen. Die US-Währung wie auch Staatsbonds werden in ‌unruhigen Zeiten gern als sichere Häfen angesteuert. 

Zum Franken legt die US‑Valuta um 0,15 Prozent auf 0,8185 zu. 

+++

10:44

Die Nasdaq-Futures, welche in der Nacht auf Freitag weiter nachgaben, befinden sich auf Erholungskurs. Der Kontrakt steht 1,7 Prozent höher. 

+++

10.27

Die Valoren der Swiss Re geben um 4,2 Prozent nach, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI 1,6 Prozent tiefer steht. Der stagnierende Ergebnisausblick von Swiss Re sowie ein nachlassender Schwung bei den Vertragserneuerungen könnten die hohe Bewertung des Unternehmens unter Druck setzen, meinen die UBS-Analysten in einem Kommentar am Freitag. Sie bestätigen deshalb ihre Verkaufsempfehlung für den Rückversicherungstitel mit einem Kursziel von 115 Franken.

+++

10:13

Der SMI erholt sich leicht von seinen Anfangsverlusten und steht noch 1,5 Prozent tiefer. Einzelne Titel können sich etwas abheben. UBS legen 1,0 Prozent zu und Amrize 0,3 Prozent, während Holcim, Partners Group und Logitech praktisch unverändert gehandelt werden.

+++

10:05

Trotz einer kräftigen Gewinnsteigerung im dritten Quartal ‌ist ⁠Daimler Truck an der Börse unter die Räder gekommen. Die Aktien fielen in ⁠der Spitze um 8,3 Prozent auf 38,42 Euro und markierten damit den tiefsten Stand seit Anfang ‌des Jahres. Sie waren schwächster Wert im Dax, der ‌selbst 1,7 Prozent nachgab. Knapp eine ​Stunde nach Handelsbeginn notierten die Papiere des Lkw-Bauers noch fast vier Prozent schwächer. Einem Händler zufolge war eine starke Bilanz bereits erwartet worden. Es könnte sein, dass dies den Anlegern nicht reiche, erklärte er. Daimler Truck bestätigte seine Prognose für das ‌Gesamtjahr 2026 und erwartet weiterhin eine bereinigte Umsatzrendite im Industriegeschäft von sieben bis neun Prozent.

+++

09:37

Auf die blaue Welle zur Wochenmitte folgt zum heutigen Wochenschluss dann die rote Welle. Tiefrote Vorgaben der Wall Street und aus Asien lassen auch den an sich defensiven Schweizer Aktienmarkt nicht kalt. Die Konsolidierung an den internationalen Aktienmärkten gewinnt zunehmend an Dynamik. Besonders der Halbleiter- und KI-Sektor gerät unter erheblichen Verkaufsdruck. 

Der SMI sackt gegen 09.30 Uhr um 1,81 Prozent ab auf 14'686,96 Punkte. Alle 20 Einzelwerte geben nach. Der Mid-Cap-Index SMIM fällt um 1,49 Prozent auf 3220,85 Punkte zu und der breite SPI um 1,48 Prozent auf 22'772,66 Punkte.

Im Blue-Chip-Index reicht die Abgaben-Spanne von -0,3 Prozent bei Logitech bis -2,6 Prozent bei Swiss Re. Auch in den hinteren Reihen halten sich einige der Tech-Werte überraschend gut. So gewinnen AMS Osram um 0,9 Prozent hinzu. Allerdings waren sie am Vortag zweistellig in den Keller gerauscht. Auch Huber+Suhner (+0,4 Prozent) oder Inficon (-0,8 Prozent) halten sich besser als der Markt, während VAT oder Comet in etwa mit dem Markt fallen.

Zudem bewegen noch zahlreiche Analystenkommentare: Kühne+Nagel (-3,1 Prozent) etwa wurden von Goldman Sachs heruntergestuft und auch bei Sonova (-2,6 Prozent) hat RBC das Rating gesenkt.

Nachrichten lieferten allerdings vor allem Werte aus den hinteren Reihen. Besonders stechen da Medacta (-10 Prozent) mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr hervor. Bei Aryzta (-1,5 Prozent) geht unterdessen Finanzchef Martin Huber. Er wird eine andere Führungsaufgabe ausserhalb des Unternehmens übernehmen.

+++

09:27

Neue Ratings und Kursziele für Schweizer Aktien:

Barry Callebaut: Goldman Sachs bestätigt Rating Neutral und erhöht das Kursziel auf 1380 von 1210 Fr.

BB Biotech: Julius Bär erhöht das Kursziel auf 51 von 48 Fr., bleibt bei Einstufung Hold.

Burckhardt: Jefferies senkt das Kursziel auf 618 von 661 Fr., hält an Einstufung Buy fest. 

Compagnie Financière Tradition: Oddo BHF erhöht das Rating auf Outperform von Neutral. Das Kursziel lautet weiter unverändert 314 Fr.

DSM-Firmenich: Morgan Stanley erhöht das Kursziel auf 100 von 93 Euro und belässt die Einstufung auf Equal Weight.

Dormakaba: UBS nimmt die Bewertung mit Neutral und einem Kursziel von 71 Fr. wieder auf.

Emmi: Basler KB erhöht das Kursziel auf 1050 von 950 Fr. mit Übergewichten. 

Galderma: Kepler Cheuvreux erhöht das Kursziel auf 221 von 215 Fr. mit gleichbleibendem Rating Buy. 

Idorsia: Deutsche Bank erhöht das Kursziel auf 5,50 von 4,50 Fr., Rating Hold unverändert.

Julius Bär: Keefe, Bruyette & Woods erhöht das Kursziel auf 75 von 73 Fr., belässt die Einstufung aber auf Underperform.

Landis+Gyr: J.P. Morgan erhöht das Kursziel auf 61 von 57,50 Fr., bleibt bei Einstufung Neutral.

Novartis: Octavian hebt das Kursziel auf 140 von 128 Fr. an und belässt die Einstufung auf Hold.

Roche: Octavian erhöht das Kursziel auf 424 von 412 Fr. und hält an Rating Buy fest. 

Sika: Deutsche Bank erhöht das Kursziel auf 184 von 175 Fr. und belässt das Rating auf Hold.

Swiss Re: LBBW erhöht das Kursziel auf 170 von 140 Fr. und belässt die Einstufung auf Halten.

Tecan: UBS erhöht das Kursziel auf 293 von 255 Fr., Rating Buy unverändert. 

+++

09:15

Der Swiss Market Index (SMI) baut die Kursverluste aus dem vorbörslichen Handel aus und notiert 1,6 Prozent tiefer. Kein Titel wird unter positiven Vorzeichen gehandelt. Mehr als zwei Prozent verlieren Sandoz, Swiss Re, Galderma, Sika und Lonza. Partners Group, Logitech und Amrize verlieren weniger als ein halbes Prozent. 

Bei den Mid Caps verlieren Idorsia 3,6 Prozent nach Kurszielsenkung der Deutschen Bank. Bei Barry Callebaut geht es um 2,9 Prozent trotz Kurszielerhöhung von Goldman Sachs nach unten. Leicht absetzen im grünen Bereich können sich Zehnder, Cicor, Autoneum und Arbonia. 

Die Halbleiter-nahen Werte kommen nicht ausgeprägt unter Druck. AMS Osram notieren gar höher. 

+++

 

Der Swiss Market Index (SMI) wird bei der Bank Julius Bär 0,75 Prozent tiefer gestellt. Alle 20 SMI-Titel notieren im roten Bereich. Die geringsten Verluste verzeichnen Holcim, ABB, Nestlé, Zurich Insurance und Geberit (je -0,7 Prozent). Am Tabellenende verlieren Roche 1,0 Prozent, Swiss Re und Swiss Life je 1,1 Prozent. 

Bei den Mid Caps halten sich einzig Basilea mit einem geringen Abschlag von 0,2 Prozent. In den hinteren Rängen geben Medacta nach einer Gewinnwarnung 5,7 Prozent, Aryzta nach Abgang des Finanzchefs 4,0 Prozent und Kühne+Nagel nach einer Rating-Senkung 3,0 Prozent nach. Die Halbleiter-Zulieferer verlieren zwischen 1,0 und 2,2 Prozent. Die Analysten von ​JP Morgen haben Hannover Rück auf «Underweight» von «Neutral» heruntergenommen. Die Papiere der Münchener Rück setzten sie auf «Neutral» von «Overweight».

+++

07:42

Am Devisenmarkt herrscht vor den US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag eine gewisse Anspannung. Die Bewegung im US-Dollar hat sich nach den gewissen Turbulenzen durch die Zwischenwahlen wieder etwas beruhigt.

Der Kurs des Euro ist leicht gesunken. Am frühen Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 0,9145 Schweizer Franken gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. In der Nacht blieb das Dollar/Franken-Paar in einer engen Spanne mit Kursen von zuletzt 0,8170.

+++

07:30

Der Dax wird am Freitag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge schwächer starten. Am Donnerstag war der deutsche ‌Leitindex ⁠0,4 Prozent tiefer bei 26'325,01 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Optimismus ⁠der Anleger nach dem Erdrutschsieg der Demokraten bei den «Midterms» hatte den deutschen Leitindex ‌im früheren Handelsverlauf auf ein Rekordhoch von 26'692,90 ‌Punkten getrieben. Danach folgten die europäischen ​Aktienmärkte jedoch den US-Börsen, die abstürzten. 

+++

07:15

Der maue Stellenaufbau in den USA dürfte sich im Oktober leicht belebt haben. Ökonomen erwarten einen Zuwachs von 65'000 ausserhalb der Landwirtschaft, nachdem im September nur 29'000 Arbeitsplätze hinzugekommen waren. Die Arbeitslosenquote dürfte sich laut der Schätzung ‌bei 4,2 Prozent stabilisieren. Die US-Notenbank Federal Reserve achtet genau auf diese Daten, da sie für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen soll. Sie hatte den Leitzins Mitte September auf die Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben und ​zuletzt pausiert. An den Finanzmärkten wird darauf spekuliert, dass die Fed angesichts der hartnäckigen Inflation die zinspolitischen Zügel im Dezember erneut anziehen wird.

+++

06:25

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der IG Bank 0,8 Prozent tiefer indiziert. Derweil zeichnet sich bei den US‑Futures auf den Technologiewerten eine partielle Stabilisierung nach dem gestrigen Ausverkauf ab. Der Nasdaq legt rund 1,0 Prozent im asiatischen Handel zu. Mit dem Dow Jones geht es um 0,8 Prozent nach unten und der S&P 500 notiert 0,2 Prozent höher.

Der Technologieindex Nasdaq ist gemäss offizieller Lesart somit in eine Korrekturphase eingetreten. Mit dem gestrigen Kursverlust von 5 Prozent steht der Index 11 Prozent unter dem Höchststand im Oktober. An der Wall Street sprechen Auguren von einer Korrekturphase bei einem Minus von 10 Prozent. Von einem Bärenmarkt wird gesprochen, wenn der Index um 20 Prozent korrigiert. 

Ein Blick auf die Sektoren in den USA zeigt, dass der Abverkauf primär im Halbleiterbereich stattfand. Mit dem iShares Semiconductor ETF ging es um 12,1 Prozent nach unten. Die Sektoren Technologie (-6,4 Prozent), Informationstechnologie (-5,1 Prozent), diskretionäre Konsumausgaben (-4,1 Prozent) und Finanzwerte (-4,0 Prozent) gaben im Rahmen der Indexverluste nach. Auf der anderen Seite kamen Energie- und Immobiliensektor mit Kursverlusten von rund einem Prozent davon. 

Bei den Schweizer Finanzwerten dürfte mit Blick auf die US-Märkte ein Teil des Verkaufsdrucks bereits mit den gestrigen Kursverlusten eskomptiert sein. Dies könnte auch bei den Schweizer Halbleiter-Zulieferern AMS Osram, Comet, Inficon und VAT der Fall sein, die gestern Kursverluste von 6,5 bis 13,0 Prozent auswiesen. 

Bleibt der Markt in einem Risk-Off-Modus, dürften die Schweizer Schwergewichte am Freitag davon profitieren. Sollte die Nasdaq im Tagesverlauf vom Einbruch vom Donnerstag nach oben korrigieren, wären Gewinnmitnahmen am defensiven Schweizer Markt denkbar.  

Die Agenda ist dünn bestückt am Freitag. Die Nationalbank veröffentlicht die Devisenreserven für den Monat Oktober. Am Nachmittag stehen die Arbeitsmarktdaten in den USA an. 

Der am Mittwoch und am frühen Donnerstag deutlich fester tendierende Goldpreis wurde über die letzten 24 Stunden vom Hoch bei 4150 wieder auf 4045 Dollar zurückgebunden. Damit verliert das gelbe Edelmetall die Hälfte der seit den US-Wahlen erzielten Kursgewinne. 

+++

06:12

Die Sorge vor einer strengeren Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) nach dem Wahlsieg der Demokraten in den USA hat die asiatischen Aktienmärkte am Freitag auf Talfahrt geschickt. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 6,0 Prozent auf ‌57'412,60 ⁠Punkte nach, und der breiter gefasste Topix notierte 5,9 Prozent niedriger bei 3707,77 Zählern. Auch in China zogen sich die Anleger zurück: ⁠Die Börse Shanghai verlor 1,1 Prozent auf 3.647,90 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 1,5 Prozent auf 4052,48 Punkte.

Auslöser des massiven ‌Ausverkaufs waren die US-Zwischenwahlen. Investoren befürchten, dass die erstarkten Demokraten den boomenden KI-Sektor stärker regulieren ‌und den Ausbau von Rechenzentren bremsen könnten. Dies traf Technologiewerte hart und ​machte sie zu den grössten Verlierern des Tages. In Japan brachen die Aktien des KI-Investors SoftBank Group sowie der Chipunternehmen Kioxia und Advantest massiv ein. «Der Ausverkauf zeigt, dass die KI-Aktienkurse auf rosigen Illusionen über die Zukunft aufgebaut waren, und nun ist diese Illusion verflogen», sagte Dong Baozhen, Vorsitzender des Vermögensverwalters Lingtong Shengtai. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi versuchte derweil zu beruhigen und kündigte an, Erlöse aus dem Verkauf von börsengehandelten ‌Fonds (ETF) der Notenbank in Wachstumsbereiche zu investieren, um die Wirtschaft zu stützen.

Auch an anderen asiatischen Handelsplätzen gerieten die Branchenriesen unter die Räder. In Südkorea rutschten die Papiere von Samsung Electronics und SK Hynix zeitweise zweistellig ab, während in Taiwan TSMC stark unter Druck geriet. Einige ​Experten sahen jedoch bereits Anzeichen für eine Bodenbildung. «Heute werden wir zwangsläufig weitere Liquidationen von Margenkonten sehen, was darauf ​hindeutet, dass wir uns wahrscheinlich in der Endphase der Kapitulation befinden», erklärte Allen ​Huang, Vizepräsident bei Mega Financial Holding. In China rückte zudem die Politik in den Fokus: Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses verabschiedete ein neues Gesetz zur Bekämpfung grenzüberschreitender ‌Korruption, das die internationalen Compliance-Pflichten für chinesische Unternehmen verschärft.

+++

06:11

Am Währungsmarkt suchten Anleger angesichts der Unsicherheiten nach sicheren Häfen, wenngleich die Bewegungen moderat ausfielen. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 157,85 Yen und legte leicht auf 6,6685 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückte er ​etwas auf 0,8168 ​Franken vor. Parallel dazu fiel der Euro um 0,2 Prozent auf ⁠1,1196 Dollar und gab um 0,1 Prozent auf 0,9147 Franken nach.

+++

06:11

Trotz der Turbulenzen ​an den Aktienmärkten und der ⁠Sorge um die künftige wirtschaftliche Entwicklung zeigten sich die Energiekosten deutlich fester. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um ‌2,5 Prozent auf 100,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,8 Prozent fester bei 92,19 Dollar.

+++

00:05

Die Furcht vor einer stärkeren Regulierung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) hat am Donnerstag am US-Aktienmarkt zu einem Ausverkauf bei Technologiewerten geführt. Zwei Tage nach den wegweisenden Wahlerfolgen der Demokraten bei den Zwischenwahlen brachen insbesondere die Papiere aus dem Umfeld der Chipbranche ein, die bis in die jüngste Vergangenheit als grösste Profiteure des Hypes um KI gegolten hatten. Aber auch Standardwerte standen stark unter Druck. Anleger flohen aus Aktien und schichteten Gelder in den als sicher empfundenen Hafen der Staatsanleihen um.

Der Nasdaq 100 sackte um 6,36 Prozent auf 26'629,81 Punkte ab und fiel auf das Niveau von April zurück. Damit verschwanden 2,3 Billionen Dollar an Marktwert; allerdings war der Tech-Index auch seit Anfang 2023 rasant gestiegen und hatte damit sehr stark von der Hoffnung auf gute Geschäfte mit Künstlicher Intelligenz profitiert. Erst im Oktober hatte das Börsenbarometer ein Rekordhoch erreicht. Seit Jahresanfang hat er noch um 5,5 Prozent zugelegt.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Donnerstag um 4,36 Prozent auf 7353,73 Zähler nach unten. Es ist der grösste Tagesverlust seit April 2025. Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 3,44 Prozent auf 51'523,06 Punkte. Hier liegt das Plus seit Jahresanfang noch bei 7,2 Prozent.

Bei den Zwischenwahlen am Dienstag hatten die Demokraten die Kontrolle über den Senat und das Repräsentantenhaus übernommen. Damit hatten viele Wähler nicht nur ihren Unmut über die hohen Lebenshaltungskosten oder die Politik von Präsident Donald Trump, sondern auch ihre Ablehnung gegenüber Rechenzentren zum Ausdruck gebracht. Diese sind für die extrem datenintensiven Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz essenziell.

Kritiker der KI-Rechenzentren verweisen unter anderem auf deren hohen Strombedarf, der auch die Energiepreise für die Bevölkerung in die Höhe treiben könnte. Hinzukommen Sorgen wegen Lärm, Luftverschmutzung und Wassermangel sowie die Befürchtung, dass durch die Rechenzentren nur wenige dauerhafte Jobs entstehen. Die Demokraten gelten den Chancen von Künstlicher Intelligenz gegenüber als skeptischer als die Republikaner, die sich eher für Deregulierung starkmachen. In Texas hat die designierte Gouverneurin Gina Hinojosa von den Demokraten bereits ein sofortiges Moratorium für den Bau von Rechenzentren gefordert.

Rechenzentren sind ein wesentlicher Bestandteil der KI-Infrastruktur und bestehen aus zahlreichen standardisierten Metallgestellen mit Halbleitern. Sollten die Investitionen in Rechenzentren zurückgehen, hätte dies in den kommenden Jahren massive Auswirkungen auf die Chiphersteller. Vor diesem Hintergrund sackten die Aktien von Nvidia als Schlusslicht im Dow um 9,3 Prozent ab. Noch viel heftiger erwischte es mit Seagate, Western Digital und Sandisk grosse Werte aus dem Speicherbereich, die um bis zu 22 Prozent einbrachen. Ihre Produkte sind für Rechenzentren unverzichtbar.

Die Anteilscheine von Micron büssten 17,5 Prozent ein. Der Halbleiterkonzern habe seine Pläne für ein Speicherchip-Werk in Taiwan wegen eines drohenden langwierigen Tarifkonflikts vorerst auf Eis gelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Dies wirft Fragen hinsichtlich der Zukunft eines wichtigen Produktionsstandorts für entscheidende KI-Komponenten auf.

Die Furcht vor einer insgesamt schärferen Regulierung verschreckte derweil auch am Donnerstag die Anleger von Aktien aus dem Firmenimperium des Tech-Milliardärs Elon Musk. So fielen die Papiere des Elektroautobauers Tesla um fast elf Prozent und die des Weltraum- und KI-Unternehmens SpaceX um neun Prozent.

(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

Thomas Daniel Marti
Thomas MartiMehr erfahren