16:00

Sorgen über die Nachhaltigkeit der Kursgewinne bei KI-Firmen ziehen die technologielastigen US-Indizes erneut nach unten. ‌Der Nasdaq 100 notiert 1,9 ⁠Prozent tiefer bei 27'533 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 gibt mit 0,1 Prozent leicht ‌nach und liegt bei 7435 Zählern. Der ‌Dow-Jones-Index der Standardwerte rückte ​hingegen um 0,7 Prozent auf 52'587 Stellen vor.

Nach den negativ aufgenommenen Bilanzen der Technologieriesen Alphabet und Tesla vergangene Woche warten Anleger auf weitere Impulse aus dem Sektor. Am Mittwoch ‌stehen die Geschäftszahlen von Meta, Microsoft und Qualcomm an. Am Donnerstag folgen die Bilanzen von Amazon und Apple. «Sollten sie einen ähnlichen Einbruch ​bei ihrem freien Cashflow bekanntgeben, würde dies ​die Sorgen neu entfachen, dass ​diese Unternehmen zwar weiterhin investieren, die zusätzlichen Ausgaben jedoch über die Ausgabe von ‌Aktien und Anleihen finanzieren müssen», sagte Ipek Ozkardeskaya, Analystin bei Swissquote.

Bei den Einzelwerten sorgte das Biotechunternehmen Altimmune für Aufsehen. Positive ​Studienergebnisse ​zu einem Medikament gegen Alkoholsucht ⁠trieben die Aktien um zehn Prozent nach ​oben.

Gefragt waren auch ⁠die Aktien von Coca-Cola und Johnson & Johnson, die nach ‌positiv aufgenommenen Geschäftszahlen um vier und drei Prozent zulegten.

Nach unten ging es hingegen für UPS. Die ‌Titel des Paketdienstes gaben trotz einer Prognoseerhöhung um ​mehr als sechs Prozent nach.

+++

15:30

Die US-Börsen starten uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial legt im frühen Handel um 0,6 Prozent auf 52'552 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 notiert mit minus 0,02 Prozent fast unverändert bei 7'410 Zählern. Der technologielastige Nasdaq 100 verbucht dagegen mit 27'802 Punkten ein Minus von über 1 Prozent.

+++

14:48

Von den hohen KI-Investitionen haben vor allem Hardware- und Halbleiterwerte aus den Emerging Markets profitiert, besonders aus Korea, schreibt Daniel Morris, Chief Market Strategist von BNP Paribas Asset Management. Vom Jahresbeginn bis zu seinem Höchststand hatte der Kospi um fast 120 Prozent zugelegt, und koreanische Einzeltitel wie SK Hynix oder Samsung lagen sogar um mehr als 250 Prozent im Plus. Auch nach dem jüngsten Minus von 15,6 Prozent ist der Kospi seit Januar noch um 85 Prozent gestiegen. Die jüngsten Verluste griffen kaum auf andere Märkte über. Amerikanische Hardware- und Halbleiteraaktien gaben in den vergangenen Wochen nur um 5,8 Prozent nach – und verzeichnen noch immer 36 Prozent Gewinn seit Jahresbeginn.

+++

14:33

Die US-Börsen werden sich am Dienstag wohl weiter in verschiedene Richtungen bewegen. Während der überwiegend mit Standardwerten bestückte Wall-Street-Index Dow Jones Industrial den dritten Handelstag in Folge mit Gewinnen erwartet wird, dürfte sich der vor allem mit Technologieaktien bestückte Auswahlindex Nasdaq 100 das fünfte Mal nacheinander schwach zeigen. Damit würde er dem weltweiten Branchentrend folgen, denn Sorgen um die immensen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) werden verstärkt durch Sorgen vor Wettbewerb aus China.

Der Broker IG signalisierte rund eine Stunde vor dem Börsenstart für den Dow ein Plus von 0,7 Prozent auf 52'585 Punkte. Der Nasdaq 100 wird von IG mit 0,8 Prozent im Minus erwartet bei 27'820 Punkten. Der Halbleiterbranchen-Index SOX hat seit seinem Hoch im Juni bereits wieder ein Fünftel eingebüsst.

Mit Blick auf den Iran-Krieg sind Anleger zunehmend zuversichtlicher, dass die USA und der Iran erneut Verhandlungen über eine Lösung aufnehmen könnten. Bis zum Wochenende hatten die Vereinigten Staaten 13 Nächte in Folge Angriffe auf den Iran gemeldet. Der Preis für die Nordseesorte Brent war deswegen kräftig gestiegen und hatte dabei auch wieder die Marke von 100 Dollar je Barrel übersprungen. Aktuell liegt er bei etwas über 87 Dollar.

Bevor am Mittwoch zunächst die Zinsentscheidung der Notenbank Fed die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird und nachbörslich dann die Quartalsberichte der nächsten zwei «Magnificent Seven»-Mitglieder Microsoft und Meta , stehen an diesem Tag zunächst zahlreiche andere Schwergewichte mit Zahlen im Fokus.

Aus dem 30 Werte umfassenden Dow legten Boeing, Coca-Cola und Sherwin Williams Zahlen vor. Die Aktie von Sherwin Williams sprang vorbörslich um knapp 7 Prozent hoch, denn der Farben- und Beschichtungshersteller hob seine bereinigte Gewinnprognose je Aktie für das Gesamtjahr an und übertraf die durchschnittliche Analystenschätzung. Auch Boeing sorgte für Freude, denn der Flugzeugbauer gab einen überraschend starken bereinigten freien Barmittelzufluss bekannt. Die Aktie stieg vorbörslich um 1,2 Prozent.

Der Softgetränke-Hersteller Coca-Cola überzeugte mit seinem Quartalsgewinn je Aktie (EPS), was ein vorbörsliches Kursplus von 3,1 Prozent nach sich zog. Dagegen konnte das Papier von Paypal erste vorbörsliche Gewinne nicht halten und gab um 1,7 Prozent nach. Auch der Zahlungsabwickler hatte mit seinem Gewinn je Aktie die Prognosen übertroffen.

UPS stiegen um 0,8 Prozent und profitierten von einer Anhebung der Jahresziele. Dazu hat wohl auch beigetragen, dass der Paketdienstleister dabei ist, Versandvolumen von margenschwachen E-Commerce-Sendungen hin zu profitableren Paketen zu verlagern.

Unter den Chipherstellern und weiteren Unternehmen mit KI-Bezug ging der Abverkauf unterdessen weiter. AMD und Marvell Technology büssten knapp 5 Prozent und Micron knapp 7 Prozent ein. Nvidia hielten sich dagegen mit minus 0,5 Prozent stabil.

Derweil hatte der SMI kurz nach Mittag die Marke von 14'500 Punkten geknackt, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten und den Index auf 14'459 Zähler zurückführten.

+++

14:16

Einer Übernahme des deutschen Bekleidungsherstellers Hugo Boss durch die britische Frasers Group steht nach den Wettbewerbsregeln der EU nichts entgegen. Die Europäische Kommission genehmigte die mögliche Übernahme der alleinigen Kontrolle über den schwäbischen Bekleidungshersteller, wie sie mitteilte.

+++

13:39

Die Helvetische Bank empfiehlt, auf diesen Niveaus wieder Sika-Positionen aufzubauen. Was die Privatbank auch schon länger sagt: «Der Weg zurück» wird sicher noch eine Weile dauern, aber eine Cashflow-Rendite von 12,1 Prozent und ein Ertrag auf dem eingesetzten Eigenkapital (ROCE) von rund 14 Prozent (ohne Sonderkosten) waren auch im schwachen Jahr 2025 immer noch respektable Werte. Die Helvetische ist deshalb überzeugt, dass Sika mittelfristig wieder auf den Wachstums-Pfad zurückkehren wird. Vielleicht war das Q2 2026 nun der Startschuss dafür. Die Bewertung präsentiere sich gleichzeitig immer noch so tief wie schon lange nicht mehr (Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2027 21x). 

+++

13:21

Hoffnungen auf eine Lösung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran lassen die Preise am Rohölmarkt weiter fallen. ‌Die Nordsee-Sorte ⁠Brent verbilligt sich zeitweise um gut vier Prozent auf 84,70 Dollar je Barrel; US-Leichtöl WTI gibt in der Spitze ⁠mehr als drei Prozent auf 79,80 Dollar je Barrel nach. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, Washington führe «gute Gespräche» mit dem Iran und es ‌bestehe die Chance auf eine Lösung. «Zwar ist der Schiffsverkehr durch die Strasse von ‌Hormus nach wie vor gering, doch der Markt hofft auf ​eine Verbesserung der Lage aufgrund neuer Gespräche zwischen Oman und dem Iran über einen neuen Mechanismus für die Strasse von Hormus», sagte der UBS-Analyst Giovanni Staunovo. Dabei gehe es um einen gemeinsamen regionalen Mechanismus zur Verwaltung der Meerenge auf der Grundlage freiwilliger Gebühren, sagte ein Insider aus der Golfregion der Agentur Reuters.

+++

13:07

Die Futures für die US-Aktienmärkte zeigen vor dem Start in unterschiedliche Richtungen: 

Dow Jones Futures: +0,16 Prozent
S&P 500 Futures: -0,41 Prozent
Nasdaq Futures: -1,16 Prozent

Die Schweizer Börse, gemessen am Swiss Market Index (SMI), notiert 0,48 Prozent höher.

+++

11:54

Eine angehobene Jahresprognose und ein überraschend starkes Quartal ‌lassen bei ⁠Unilever die Anleger jubeln. Die Papiere des Konsumgüterkonzerns schiessen um sieben Prozent nach ⁠oben und sind damit auf Kurs zum grössten Tagesgewinn seit gut vier Jahren. Verbraucher griffen trotz ‌der Sorgen um die Haushaltskasse und höherer Preise bei ‌Marken wie Vaseline, Dove und Cif zu. ​Der im vergangenen Jahr an die Konzernspitze gerückte Chef Fernando Fernandez hat eine Neuausrichtung auf Beauty- und Wellness-Marken vorgenommen. Die Ausgliederung des wachstumsschwachen Lebensmittelgeschäfts soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. «Diese weitaus besser als erwarteten Ergebnisse dürften die Stimmung heute deutlich aufhellen», sagte ‌Bernstein-Analyst Callum Elliott.

+++

11:37

Der Schweizer Aktienmarkt bleibt am Dienstag zwar auf Rekordjagd, die Avancen fallen aber etwas zurückhaltender aus als noch zu Wochenbeginn. Der Leitindex SMI gewinnt gegen 11:30 Uhr 0,45 Prozent auf 14'486,36 Punkte. Von den 20 SMI-Einzeltiteln legt die Mehrzahl (14) zu. Die neueste Bestmarke hat der Leitindex im Verlauf des Vormittags bei 14'492 Punkten gesetzt, womit die 14'500er Marke als nächste runde Hürde in Sicht kommt. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte steigt um 0,87 Prozent auf 3112,72 Punkte und der SPI um 0,51 Prozent auf 20'285,66 Zähler.

«Der Markt klammert sich derzeit an jedes Signal, das auf eine diplomatische Lösung zwischen Washington und Teheran hindeutet», beschreibt ein Händler das Markt-Sentiment. «Nach den geopolitischen Turbulenzen der vergangenen Wochen ist die Sehnsucht nach Stabilität gross.» Noch sei aber völlig offen, ob aus Hoffnung tatsächlich nachhaltige Entspannung werde. «Die Märkte balancieren zwischen Friedenshoffnungen, KI-Zweifeln und geopolitischen Risiken. Dabei sollten die Friedenshoffnungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage im Nahen Osten fragil bleibt.»

Nach dem ruhigen Wochenstart dreht sich das Zahlenkarussell wieder schneller. Dabei weiss der Blue Chip Sika (+7,0 Prozent) zu überzeugen. Die Wachstumsbeschleunigung ab Anfang April kommt in Analystenkreisen gut an. Dasselbe gilt für die überarbeiteten Jahresvorgaben.

Im Schlepptau geht es auch für andere baunahe Werte wie Geberit (+2,1 Prozent) oder Holcim (+0,9 Prozent) aufwärts. Dabei legt Holcim selbst am Ende der Woche eigene Zahlen vor.

Als Stütze für den Markt erweisen sich die zuletzt arg gebeutelten Nestlé (+1,8 Prozent). Vergangene Woche waren die Titel im Zuge der Halbjahreszahlen um 5,7 Prozent abgesackt. Die beiden Pharma-Schwergewichte Roche (+0,1 Prozent) und Novartis (+0,2 Prozent) notieren ebenfalls im Plus.

Das Verliererfeld führen die Anteilsscheine der Swiss Re (-0,8 Prozent) an. JPMorgan hatte die Aktien heruntergestuft und sich kritisch über die Gewinnchancen der kommenden Jahre geäussert. Auch Swiss Life und Zurich (beide unverändert) hinken dem Markt hinterher. Im Vorfeld der für den morgigen Mittwoch erwarteten Zahlen macht sich auch bei den UBS-Aktien (-0,4 Prozent) eine gewisse Unruhe breit. Allerdings hatten die Titel seit Ende April auch einen sehr starken Lauf.

Nach dem heutigen Börsenschluss wird mit Logitech (+0,1 Prozent) noch ein weiterer Blue Chip über den jüngsten Geschäftsverlauf berichten.

Daneben sind der Bauzulieferer Forbo (+7,7 Prozent), der Verpackungsspezialist SIG (+7,4 Prozent) und der Industriekonzern Sulzer (+7,2 Prozent) nach Zahlen gesucht. Absoluter Spitzenreiter sind nach Zahlen allerdings Lem, wie der Kurssprung um 19 Prozent zeigt. Der Komponentenhersteller hatte mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

Gemeinsam abwärts bewegen sich dagegen einmal mehr die Techwerte. Schwache Vorgaben aus den USA hatten bereits in Asien für zum Teil massive Kursverluste gesorgt. Händler verweisen auf die bevorstehenden Zahlen der sogenannten «MAMA»-Gruppe am Mittwoch und Donnerstag: Microsoft, Meta, Apple und Amazon. «Damit veröffentlichen gleich vier der grössten Unternehmen der Welt ihre Quartalszahlen», fasst ein Händler zusammen. «Kaum eine Berichtswoche dürfte für die Stimmung an der Börse wichtiger sein als diese.» Denn wie zuletzt zu beobachten, können selbst exzellente Quartalszahlen paradoxerweise Enttäuschungen auslösen, falls der Ausblick nur minimal schwächelt.

+++

11:04

Ein breiter Ausverkauf bei Chipherstellern hat die ‌asiatischen Aktienmärkte in ⁠Fernost auf Talfahrt geschickt. Anleger trieb vor allem die Sorge um, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) einmal ⁠auszahlen werden. Zudem fürchteten Investoren zunehmende Konkurrenz aus China. Am stärksten traf es die Börse in Südkorea. Der Leitindex Kospi stürzte am ‌Dienstag mehr als zehn Prozent auf ein Drei-Monats-Tief und löste zwischenzeitlich eine Handelsunterbrechung aus. ‌Der japanische Nikkei-Index rutschte um rund vier Prozent auf ​62'365 Punkte ab und fiel zeitweise auf ein Zwei-Jahres-Tief. «Der Nikkei fiel, weil KI-bezogene Aktien stark verkauft wurden, aber das hat nichts mit den Fundamentaldaten der japanischen Wirtschaftsaussichten zu tun», sagte Koji Toda, Fondsmanager bei Resona Asset Management. 

+++

10:55

Der SMI legt um 0,4 Prozent zu, während Sika 6,6 Prozent höher stehen. Ebenfalls sind Geberit (+2,4 Prozent) und Nestlé (1,6 Prozent) gefragt. Dagegen verzeichnen UBS und Logitech geringe Kursverluste, während Swiss Re und ABB je 0,8 Prozent abgeben. 

+++

10:41

Eine schwächere Nachfrage hat dem französischen Luxuskonzern LVMH im ersten Halbjahr einen Erlös- und Gewinnrückgang eingebrockt. So sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Aus eigener Kraft zogen die Erlöse jedoch um zwei Prozent an. Die LVMH-Aktie legte im frühen Handel bis zu drei Prozent zu, gab die Gewinne aber schnell wieder ab und rutschte ins Minus.

+++

10:28

Die britische Grossbank Barclays sieht sich nach einem weiteren Gewinnsprung auf Kurs zu ihren Zielen für das laufende Jahr. Die gesamten Erträge sollen mit 31,5 Milliarden britischen Pfund sogar noch eine halbe Milliarde höher ausfallen als bisher gedacht, wie Bankchef C. S. Venkatakrishnan bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Dienstag in London ankündigte. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital der Bank (RoTE) soll weiterhin mehr als zwölf Prozent erreichen. An der Börse ging es für die zuletzt gut gelaufene Aktie trotz guter Zahlen, der erhöhten Ertragsprognose und weiterer Anteilsrückkäufe dennoch deutlich nach unten.

+++

10:05

Der Swiss Market Index (SMI) notiert 0,15 Prozent höher, nachdem der Leitindex in der Eröffnung noch 0,6 Prozent zulegte und ein neues Rekordhoch markierte. 

+++

10:00

Die weiter nachgebenden Energiepreise sorgen am deutschen Aktienmarkt auch am zweiten Börsentag der Woche für Entspannung. Der Dax knüpfte im Handel mit plus 0,60 Prozent auf 25'513 Punkte an seine Vortagesgewinne an. Bis zu seinem vor drei Wochen erreichten Rekord fehlen ihm weniger als 400 Punkte.

Dem Druck im weltweiten Tech-Sektor, vor allem bei Halbleiterwerten, kann sich der Dax entziehen, weil in dem Index Techwerte keine allzu grosse Rolle spielen. Stattdessen verbuchten Aktien aus der «Old economy», allen voran Autowerte, deutliche Kursgewinne nach gut aufgenommenen Quartalszahlen von Mercedes.

+++

09:57

Das Niedrigwasser am Rhein kann Experten zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung drücken. «Insgesamt könnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis ‌0,2 Prozent zu ⁠dämpfen», sagte der Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), Stefan Kooths, ⁠am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Da viele Experten für die Sommermonate nur ein leichtes Wachstum von maximal 0,2 Prozent erwarten, ‌könnte Europas grösste Volkswirtschaft damit in eine Stagnation rutschen.

+++

09:40

Der Schweizer Aktienmarkt knüpft am Dienstag an die Kursgewinne vom Wochenstart an und setzt den Rekordtrend fort. Der Leitindex SMI gewinnt gegen 09.25 Uhr 0,37 Prozent auf 14'475,62 Punkte, wobei 15 der 20 Titel zulegen. Kurz zuvor hatte der SMI bei 14'477 erneut eine Bestmarke gesetzt. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte avanciert im frühen Handel um 0,34 Prozent auf 3096,45 Punkte und der SPI um 0,33 Prozent auf 20'251,04 Zähler.

«Die Anspannung am Markt spiegelt die Unsicherheit im Vorfeld einer für Aktien wichtigen Woche wider, in der die Gewinnmeldungen von Amazon, Meta Platforms und Microsoft auf dem Programm stehen», fasst es ein Händler zusammen. Auch Apple legt diese Woche Zahlen vor. «Die grosse Gefahr liegt derzeit in den teils astronomischen Markterwartungen. Selbst exzellente Quartalszahlen könnten paradoxerweise Enttäuschungen auslösen, falls der Ausblick nur minimal schwächelt», ergänzt ein weiterer Börsianer. 

Nach dem ruhigen Wochenstart dreht sich das Zahlenkarussell wieder schneller. Dabei weiss der Blue Chip Sika (+5,8 Prozent) zu überzeugen. Die Wachstumsbeschleunigung ab Anfang April kommt in Analystenkreisen gut an. Dasselbe gilt für die überarbeiteten Jahresvorgaben.

Erst nach Börsenschluss wird mit Logitech (+0,5 Prozent) dann noch ein weiterer Blue Chip über den jüngsten Geschäftsverlauf berichten.

Daneben sind der Industriekonzern Sulzer (+6,1 Prozent), der Bauzulieferer Forbo (+4,1 Prozent) und der Verpackungsspezialist SIG (+4,5 Prozent) nach Zahlen gesucht.

Die erneute Schwäche im Techsektor in den USA und Asien färbt auch auf den hiesigen Markt ab. VAT, Inficon, Comet und AMS Osram fallen um bis zu 3,4 Prozent zurück.

+++

09:25

Die ⁠Anteilsscheine von Teamviewer geben nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang ⁠im zweiten Quartal nach. Die Titel des Spezialisten für Fernwartungssoftware rutschen ‌im Frankfurter Frühhandel um 4,6 Prozent ab. ‌Teamviewer habe im zweiten Quartal ​die Umsatzerwartungen verfehlt, sagte ein Händler. Der Umsatz ging um 1,4 Prozent auf rund 183 Millionen Euro zurück. Erwartet worden seien dagegen 187 Millionen Euro.

Fresenius Medical Care macht einem Händler zufolge eine Herabstufung zu schaffen. Die Titel des Dialysespezialisten geben im Frankfurter Frühhandel ​um 2,8 Prozent nach und sind damit schwächster ​Dax-Wert. Hintergrund sei, dass die ​Analysten von BNP Paribas die Titel auf «Underperform» von zuvor «Neutral» zurückgestuft ‌hätten.

+++

09:08

Die Schweizer Börse startet leicht höher in den Tag. Der SMI legt um 0,20 Prozent auf 14'449 Punkte zu. Sika legen mit einem Kurssprung von 7,3 Prozent los. Swiss Re geben nach einer Ratingänderung 0,9 Prozent nach und können die vorbörslichen Kursverluste deutlich eingrenzen. Gewinnmitnahmen drücken Roche PS um 1,1 Prozent. Novartis und ABB geben ebenfalls um 0,5 Prozent nach. 

Bei den Small und Mid Caps geben VAT um 5,4 Prozent nach, Inficon 3,3 Prozent. Forbo steigen nach Zahlen um 6,7 Prozent höher, Sulzer ziehen um 5,9 Prozent und SIG Group um 3,0 Prozent an. 

+++

08:30

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

Dätwyler: UBS senkt das Kursziel auf 181 von 201 Fr., Rating unverändert Buy. 

Galderma: Berenberg Bank bestätigt Einstufung Buy, erhöht Kursziel auf 204 von 200 Fr.

Kühne + Nagel: LBBW erhöht das Kursziel auf 197 von 181 Fr. und belässt die Einstufung auf Halten.

Kühne + Nagel: CFRA senkt das Rating auf Hold von Buy. Das Kursziel bleibt unverändert bei 216 Fr.

Kühne + Nagel: Goldman Sachs erhöht das Kursziel auf 235 von 230 Fr., Rating Kaufen unverändert. 

Kühne + Nagel: Julius Bär hält an Einstufung Hold fest, erhöht Kursziel auf 210 von 190 Fr.

Medmix: Octavian bestätigt das Rating Kaufen, geht beim Kursziel auf 12,50 von 13 Fr.

Nestlé: Julius Bär bestätigt Rating Buy und senkt das Kursziel auf 94 von 95 Fr. 

Roche: Bernstein SG erhöht das Kursziel auf 434,50 von 395 Fr. und belässt die Einstufung auf Outperform.

SFS Group: Octavian nimmt Kursziel auf 142 von 145 Fr. zurück, bleibt bei Einstufung Hold. 

SGS: Bernstein Société Générale bleibt bei Outperform, hebt Kursziel auf 110 von 103 Fr. an.

SGS: Julius Bär bleibt bei Hold mit höherem Kursziel von 98 nach 94 Fr.

SIG Group: Vontobel bestätigt Rating Hold mit einem Kursziel von 13,50 Fr. 

Swiss Re: JPMorgan geht bei Rating auf Underweight von Neutral und kürzt das Kursziel auf 125 von 140 Franken.

Temenos: JPMorgan bestätigt Kauf-Rating mit einem gesenkten Kursziel auf 90 von 95 Fr. 

VAT: Goldman Sachs erhöht das Kursziel auf 766 von 719 Fr. mit Rating Buy. 

VAT: Citigroup erhöht Kursziel auf 850 von 730 Fr., hält an Einstufung Buy fest. 

Ypsomed: WIlliam O'Neill nimmt Abdeckung mit Rating Buy wieder auf. 

+++

08:05

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich um 0,1 Prozent tiefer indiziert. 18 von 20 SMI-Titeln stehen tiefer. Sika führen das Tableau an mit einem Plus von 5,3 Prozent nach Zahlen. Richemont legen leicht um 0,4 Prozent zu. Derweil finden sich Swiss Re am Ende mit einem Abschlag von 2,6 Prozent nach einer Rating-Kürzung. Alle anderen SMI-Titel leicht tiefer gestellt. 

Bei den Mid Caps im SMIM können SIG Group nach Zahlen profitieren und notieren 4,4 Prozent höher, gefolgt von Sulzer, ebenfalls nach Zahlen, mit 0,8 Prozent. Leichte Kursgewinne von 0,3 Prozent gibt es bei Sunrise, Swatch und Forbo. AMS Osram geben dagegen um 1,8 Prozent nach. Alle anderen Mid Caps leicht im Minus. 

+++

07:38

Der Dax wird am Dienstag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge wenig verändert in den ‌Handel ⁠starten. Am Montag hatte der deutsche Leitindex ein Prozent ⁠höher bei 25'361 Punkten geschlossen. Nach Ölpreisen von mehr als 100 Dollar ‌in der vergangenen Woche hatten sich ‌Anleger über einen Preisrutsch bei ​Rohöl erleichtert gezeigt. Dagegen hielten sich Anleger an der Wall Street vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen der grossen US-Techkonzerne und dem Zinsentscheid der US-Notenbank zurück.

Auf Unternehmensseite haben ‌Anleger heute vor allem die Zahlen von Mercedes-Benz im Blick. Der Dax-Konzern hat im zweiten Quartal das operative Ergebnis wie ​erwartet gegenüber dem schwachen Vorjahreswert gesteigert. Der Absatz ​im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars stabilisiert sich ​aber nicht wie erhofft, so dass der Autobauer jetzt einen leichten Rückgang ‌und kein Volumen auf Vorjahresniveau mehr erwartet. 

+++

07:07

Die Ölpreise haben am Dienstag nach dem Ende der US-Angriffsserie am vergangenen Wochenende weiter nachgegeben. Ein Fass (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent zur Lieferung im September kostete im frühen Handel 87,37 Dollar und damit 1,1 Prozent weniger als am Montagabend. Zum Wochenauftakt hatte sich Brent-Öl fast neun Prozent verbilligt.

+++

06:42

Der Swiss Market Index (SMI) steht mangels positiver Impulse aus Übersee vor einem verhaltenen Start. Die IG Bank indiziert den Schweizer Leitindex 0,2 Prozent tiefer. 

Die von Sika vorgelegten Zahlen lagen über den Erwartungen. Die Frage ist offen, ob die Analysten zu viele Haare in der Suppe finden - mehr dazu hier.

Ferner legen Carlo Gavazzi, Forbo, Lem, SIG Group und Sulzer die Bücher vor Börsenstart offen. Am Abend nach US-Börsenschluss folgen noch die Zahlen von Logitech.

Ferner richtet sich der Blick der Anleger verstärkt auf den Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank Fed vom Mittwoch, der um 20.00 Uhr (MEZ) mitgeteilt wird. Ebenfalls von Interesse ist, ob sich die Titel der Chipvaloren stabilisieren können. 

+++

06:16

Sorgen über die enormen Finanzierungsanforderungen des KI-Booms haben die asiatischen Börsen am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Angeführt wurde der Ausverkauf von den ‌Chipherstellern. ⁠Der südkoreanische Kospi stürzte um mehr als acht Prozent auf ein Drei-Monats-Tief, was eine ⁠Handelsunterbrechung auslöste. Der japanische Nikkei-Index gab vier Prozent nach. Auslöser war ein Bericht des «Wall Street Journal», ‌wonach Nvidia im Rahmen eines riesigen Rechenzentrumsprojekts Finanzierungsgarantien in Höhe ‌von rund 250 Milliarden Dollar für OpenAI ​bereitstellen will. Die Nvidia-Aktie verlor daraufhin an der Wall Street fünf Prozent. Zudem drückte der wachsende Konkurrenzdruck aus China auf die Stimmung. So berichtete das Magazin «The Information», dass China mit der Herstellung eigener Lithografie-Maschinen begonnen habe, einem wichtigen Werkzeug für ‌die Chip-Produktion. Die Aktie des niederländischen Marktführers ASML fiel daraufhin um 8,5 Prozent. In Südkorea brachen die Papiere von SK Hynix um fast elf Prozent ein, Samsung ​verloren mehr als neun Prozent.

+++

06:12

Im asiatischen Devisenhandel gewann der ​Dollar geringfügig auf 163,73 Yen und legte leicht ​auf 6,7683 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8190 Franken vor. Parallel dazu ‌blieb der Euro fast unverändert bei 1,1372 Dollar und zog leicht auf 0,9313 Franken an.

+++

06:09

Am Rohstoffmarkt setzte sich der Ölpreisverfall fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent ​verbilligte ​sich um 1,6 Prozent auf 86,91 Dollar. ⁠Das US-Öl WTI notierte 1,9 Prozent schwächer bei ​81,02 Dollar. Als Grund ⁠galt eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran, nachdem ‌Washington am Samstag Luftangriffe ausgesetzt hatte.

+++

00:05

Sinkende Ölpreise wegen neuer Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten haben sich am Montag an den US-Börsen nicht eindeutig entfalten können. Im Technologiesektor wurde die Chipbranche wegen Sorgen vor Konkurrenz aus China zu einem Bremsklotz, der auch in der Breite die anfängliche Euphorie hemmte. Hinzu kamen anhaltende Sorgen um die Rentabilität grosser KI-Geschäfte.

Die Indizes konnten ihre Anfangsgewinne im Ein-Prozent-Bereich, die eine erneute Feuerpause im Krieg zwischen den USA und dem Iran ausgelöst hatte, nicht verteidigen. Am Ende kam nur der Leitindex Dow Jones Industrial mit 52'210,08 Punkten noch auf ein klares Plus von 0,51 Prozent. Der marktbreite S&P 500 schloss mit 7413,18 Zählern nur 0,02 Prozent höher.

Vor allem machten sich die China-Sorgen an der Nasdaq bemerkbar. Unter dem Gewicht der Chipwerte beendete der Nasdaq 100 den von Schwankungen geprägten Handel 0,3 Prozent tiefer bei 28'039,21 Punkten. Er knüpfte damit an seine jüngste Talfahrt an, die ihn bereits auf das niedrigste Niveau seit Anfang Mai getrieben hatte.

Zum Halbleiter-Thema wurde ein Bericht des Magazins «The Information» über eine beginnende Produktion von DUV-Lithografiesystemen in China. Danach ging unter Anlegern die Befürchtung um, dass die Anlagen des Branchenriesen ASML mehr und mehr ersetzt werden könnten, wenn die Chinesen es schaffen, in eine Massenproduktion überzugehen. Hinzu kam ein fulminanter Börsengang des chinesischen DRAM-Speicherherstellers CXMT, dessen Kurs sich am ersten Handelstag in Shanghai vervielfacht hatte.

Die Werte aus der Software- und Internetbranche erholten sich zwar, wie die Aktien von Salesforce, Microsoft und Alphabet als Dow-Gewinner zeigten. Die Titel von Nvidia jedoch waren in dem Leitindex mit fünf Prozent Minus das Schlusslicht. Anleger äusserten dabei auch wieder ihre Bedenken an den üppigen Investitionen grosser Konzerne. Medienberichten zufolge arbeitet der Chipriese an neuen KI-Geschäften im Wert von mehr als 750 Milliarden Dollar.

Eine positive Ausnahme waren im Technologiesektor noch einige Aktien aus dem Quantencomputer-Bereich. Vor allem galt dies für D-Wave Quantum mit einem Kurssprung um 20 Prozent. Sie profitieren davon, dass das Unternehmen mit dem Telekomkonzern AT&T eine Vereinbarung unterzeichnet hat, um den Einsatz dieser Technologie auszuweiten.

Die Tech-Anleger warten jetzt gespannt auf das, was die Schwergewichte Microsoft, Meta, Amazon und Apple im Wochenverlauf in ihren Quartalsberichten zu sagen haben. Hinzu kommt die zunehmende Anspannung vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch.

Im Standardwertebereich blieb eine gewisse Restwirkung davon übrig, dass US-Präsident Donald Trump die jüngsten Angriffe im Iran vorerst gestoppt hat, um Verhandlungen eine weitere Chance zu geben. Die Titel von Chevron und ExxonMobil litten zwar unter dem nachgebenden Ölpreis, die Aktien der Autobauer Ford und General Motors waren aber nach Kaufempfehlungen des Analysehauses Jefferies begehrt.

Um fast 40 Prozent sprangen die Anteile von Forte Biosciences hoch. Der Biotech-Konzern Argenx will das US-Unternehmen für 77 Dollar je Aktie oder insgesamt rund 2,2 Milliarden Dollar in bar erwerben, um seine Immonologie-Pipeline zu erweitern. Diesem Preis näherte sich der Forte-Kurs bis auf wenige Cent.

(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

 

Thomas Daniel Marti
Thomas MartiMehr erfahren