07:30

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Donnerstag erneut ‌tiefer ⁠starten. Weiter steigende Ölpreise und zunehmende Inflationssorgen verschrecken ⁠die Anleger.

Der Dax hatte am Mittwoch 1,4 Prozent ‌auf 23'640 Punkte verloren. Der ‌weiter eskalierende Nahostkrieg dürfte ​nach Ansicht vieler Experten die Wirtschaft bremsen und die Inflation erhöhen. «Je länger die militärische Auseinandersetzung anhält und die Energiepreise ein hohes Niveau aufweisen, desto ‌grösser sind die inflationären und konjunkturellen Auswirkungen», schrieben die Analysten der Helaba.

Anleger werden die im Tagesverlauf ​erwarteten Frühjahrsprognosen der Forschungsinstitute Ifo, IfW ​und RWI genau betrachten. Am Donnerstag ​legen zudem unter anderem Brenntag, Zalando SE, RWE und ‌BMW ihre Zahlen vor, die Deutsche Bank veröffentlicht ihren ausführlichen Geschäftsbericht. Die Piloten der Lufthansa treten in einen ​zweitägigen ​Streik, der den Flugbetrieb ⁠am Donnerstag und Freitag ​erheblich beeinträchtigen dürfte.

Aus ⁠den USA stehen Daten zu den Hausbaubeginnen ‌und die Arbeitslosenerstanträge an. 

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06:55

Der Ölpreis ist wieder über 100 Dollar je Barrel gestiegen, nachdem der Oman alle Schiffe von seinem wichtigsten Ölexportterminal abgezogen hat und in irakischen Gewässern zwei Tanker angegriffen worden sind. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie sich die Risiken des Iran-Kriegs zunehmend über den Nahen Osten ausbreiten.

Der Preis der Nordsee-Sorte Brent, der als globales Marktbarometer gilt, ist am Donnerstag um zeitweise 10 PRozent gestiegen, womit das Barrel 101,59 Dollar kostete. Die Notierung der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte auf fast 96 Dollar.

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06:15

Der Swiss Market Index tendiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,59 Prozent im Minus bei 12'803 Punkten.

Am Donnerstag stehen die Zahlenvorlagen der beiden Blue Chips Swiss Life und Geberit im Fokus.

Weiter legen die Technologiefirma Accelleron, die beiden Lagerlogistikfirmen Interroll und Kardex sowie der Medizintechniker Polypeptide, der Automobilzulieferer Autoneum und der Pharmazulieferer Bachem ihre Jahresergebnisse für 2025 vor.

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05:45

Die Sorge vor einer Eskalation im Persischen Golf und sprunghaft steigende Ölpreise haben die asiatischen Börsen am Donnerstag stark belastet.

Nach Berichten über Angriffe ‌auf ⁠Tanker und die Schliessung von Ölterminals schossen die Rohölpreise um neun Prozent auf über 100 ⁠Dollar je Barrel - ein Niveau, das die Inflationssorgen weltweit anheizt und höhere Zinsen befürchten lässt. Die Ankündigung ‌der Internationalen Energieagentur (IEA), 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven ‌freizugeben, konnte die Anleger nicht beruhigen.

Der ​breit gefasste MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik ohne Japan sackte um 1,6 Prozent ab. In Tokio verlor der Nikkei 1,5 Prozent. Die chinesischen Festlandsbörsen büssten 0,6 Prozent ein, während der Hang-Seng-Index in Hongkong um 1,2 Prozent nachgab.

Auch die Futures auf die US-Indizes S&P 500 ‌und Nasdaq notierten jeweils ein Prozent schwächer.

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05:15

Die Ölpreise schnellten nach oben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um neun Prozent auf 100,22 Dollar. US-Rohöl WTI legte ebenfalls neun Prozent ​auf 95,41 Dollar zu.

Auslöser waren Berichte, wonach zwei Tanker ​in irakischen Gewässern von mit Sprengstoff beladenen iranischen Booten getroffen ​wurden. Zudem hätten irakische Ölhäfen den Betrieb komplett eingestellt, meldeten Staatsmedien. Bloomberg berichtete, Oman evakuiere vorsorglich alle ‌Schiffe aus seinem wichtigen Öl-Exportterminal Mina Al Fahal.

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04:45

Am Devisenmarkt suchten nervöse Anleger Zuflucht im Dollar, während Währungen von Netto-Energieimporteuren unter Druck gerieten. Der Euro gab 0,3 Prozent auf 1,1536 Dollar nach ​und ​markierte damit den schwächsten Stand seit November. Der ⁠Dollar legte zum Yen um 0,1 Prozent ​auf 159,12 Yen zu - das ⁠höchste Niveau seit Januar. Der australische Dollar verlor 0,3 Prozent auf 0,7133 Dollar.

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23:00

Inflationssorgen im Zuge des Iran-Krieges haben den Dow Jones Industrial am Mittwoch erneut belastet. Denn die Angst vor einer längeren Unterbrechung von Öllieferungen durch die Strasse von Hormus hatte die Ölpreise wieder ein Stück weit nach oben getrieben. Bei Techwerten sah es indes teils besser aus, nachdem der Soft- und Hardware-Hersteller Oracle mit aktuellen Quartalszahlen und einem optimistischeren Geschäftsausblick überzeugt hatte.

Der US-Leitindex Dow fiel um 0,61 Prozent auf 47'417,3 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 legte geringfügig auf 24'965,1 Punkte zu. Und auch der marktbreite S&P 500 profitierte ein Stück weit von den Oracle-Zahlen, er gab nur minimal auf 6775,8 Punkte nach.

Im Fokus stand unverändert die faktisch gesperrte Strasse von Hormus. Irans Militärführung hat jedes Schiff und jede Ölladung für die USA, Israel und ihre Partner in der für den weltweiten Handel wichtigen Meerenge als legitimes Ziel von Angriffen bezeichnet.

Die Sperrung hält die Preise von Energieträgern wie Rohöl und Flüssiggas auf hohem Niveau, obwohl die Internationale Energieagentur als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freigeben will. Damit droht der weiter hohe Ölpreis unverändert die Inflation anzuheizen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum zu bremsen.

Aktien sind angesichts dieses Szenarios Experten zufolge mit hohen Risiken verbunden. Denn am Markt wird mittlerweile davon ausgegangen, dass die US-Notenbank wegen der aktuellen Inflationsgefahren die Leitzinsen in diesem Jahr nur einmal senken dürfte.

In diesem unsicheren Umfeld mieden Anleger die Aktien konjunktursensibler Unternehmen. So fielen am Dow-Ende die Titel des Produzenten von Beschichtungen und Farben Sherwin Williams um 2,3 Prozent. Für die Anteilsscheine des Konsumgüterproduzenten Procter & Gamble ging es um 1,7 Prozent nach unten.

Ölwerte profitierten von den aktuell hohen Ölpreisen. So stiegen Chevron um drei und Exxon Mobil um mehr als zwei Prozent.

Oracle kletterten um gut neun Prozent in die Höhe. Das Unternehmen habe mit dem beschleunigten Wachstum «geliefert», schrieb Analyst Mark Murphy von der Investmentbank JPMorgan. Er nahm die guten Nachrichten zum Anlass, die Aktien hochzustufen. Denn nach den zuletzt hohen Kursverlusten sei das Verhältnis von Chancen zu Risiken nun attraktiver geworden.

Freude kam auch bei den Aktionären von Unifirst auf. Der Bekleidungshersteller Cintas will den Uniformverleiher übernehmen und zahlt 310 US-Dollar je Aktie in bar sowie eigenen Papieren. Die Anteilsscheine von Unifirst schnellten um 6,6 Prozent auf knapp 275 Dollar nach oben. Cintas machten anfängliche Verluste schnell wett und stiegen am Ende um mehr als ein Prozent.

(cash/AWP/Reuters)

Monique Misteli Ringier
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