16:12
Die US-Aktienmärkte haben am Montag vor dem Hintergrund neuer Zollunsicherheit nachgegeben. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA dem Präsidenten Donald Trump am Freitag die rechtliche Grundlage für viele bisher verhängte Zölle entzogen hatte, kündigte dieser prompt neue Zölle für alle Länder an. Der Auftragseingang der US-Industrie ist im Dezember wie erwartet zum Vormonat um 0,7 Prozent gesunken.
Der Dow Jones Industrial fiel unter die Marke von 49'000 Punkten auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Zuletzt notierte der US-Leitindex 1,3 Prozent im Minus bei 49'961 Punkten. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,7 Prozent auf 6864 Zähler. Für den von Technologiewerten dominierten Nasdaq 100 ging es ebenfalls um 0,7 Prozent abwärts auf 24'837 Punkte.
Trump hatte am Freitag zunächst einen weltweiten Zollsatz auf Importe in die USA von 10 Prozent angekündigt und diesen am Samstag auf 15 Prozent erhöht. Die Rückkehr des Zollthemas ergänze die schon länger spürbaren Sorgen um den Einfluss Künstlicher Intelligenz und die Spannungen im Nahen Osten mit einem neuen Unsicherheitsfaktor, hiess es aus dem Handel.
Unter den Einzelwerten fielen die Titel von Eli Lilly mit einem Anstieg von 3,9 Prozent positiv auf. Sie profitieren damit von einem erneuten Rückschlag des dänischen Wettbewerbers Novo Nordisk mit einem Abnehmmittel, was die Sorgen vor dessen wieder erstarkter Konkurrenz milderte. Analyst Chris Schott von JPMorgan erwartet länger anhaltende Marktanteilsgewinne von Eli Lilly - zu Lasten von Novo Nordisk.
Die Aktien der Papierhersteller Smurfit Westrock und International Paper verbuchten Kursabschläge von 6,6 beziehungsweise 8,0 Prozent. JPMorgan-Experte Detlef Winckelmann verwies auf einen überraschenden Rückgang der Inlandspreise bei Wellpappen-Rohpapier.
Die Papiere von Arcellx sprangen um 78 Prozent auf knapp 114 Dollar hoch. Der Biotech-Konzern Gilead will den Krebsspezialisten für 115 Dollar je Aktie plus eine mögliche Nachzahlung in Höhe von fünf Dollar kaufen. Dabei wird Arcellx mit einem Eigenkapitalwert von bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Anteilscheine von Gilead sanken um 0,3 Prozent.
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15:45
Der Dow Jones Industrial sinkt um 0,3 Prozent auf 49'454 Punkte. Der Nasdaq 100 gibt 0,15 Prozent auf 24'981 Zähler nach.
Unter den Einzelwerte sind Door Dash (minus 5,7), AppLovin (minus 5,5 Prozent), Salesforce (minus 2,5 Prozent) und Amazon (minus 1,4 Prozent) stark unter Druck.
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15:15
Die Aktien der Schweizer Pharmazulieferer Ypsomed (minus 7,7 Prozent) und Bachem (minus 11,6 Prozent) fallen massiv. Grund sind enttäuschende Studienresultate von Novo Nordisk.
Dessen Hoffnungsträger CagriSema unterlag in einer Vergleichsstudie dem Konkurrenzprodukt von Eli Lilly. Daraufhin sackten die Anteilsscheine des dänischen Pharmakonzerns um 15 Prozent ein. Die Schweizer Gesundheitswerte sind nun «Sippenhaft» genommen worden.
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15:10
Der SMI fällt um 0,15 Prozent auf 13'839 Punkte. Er die bislang am Montag gemachten Gewinne nicht halten. Grosse Verliererin ist weiterhin die Partners Group, deren Aktien um 3,3 Prozent fallen.
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15:05
Die US-Börsen steuern am Montag vor dem Hintergrund neuer Zollunsicherheit auf einen etwas tieferen Handelsauftakt zu. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA dem Präsidenten Donald Trump am Freitag die rechtliche Grundlage für viele bisher verhängte Zölle entzogen hatte, kündigte dieser prompt neue Zölle für alle Länder an.
Der Broker IG taxierte den US-Leitindex Dow Jones Industrial vor dem Auftakt auf 49'432 Punkte, was ein Minus von 0,4 Prozent bedeutet. Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 dürfte ausserdem ein halbes Prozent tiefer mit 24'894 Punkten in die neue Woche gehen. Der Dow entfernt sich damit weiter von seiner 50'000-Punkte-Marke, während der Nasdaq-Index wieder unter die zuletzt umkämpfte Schwelle von 22'500 Zählern fällt.
Trump hatte am Freitag zunächst einen weltweiten Zollsatz auf Importe in die USA von 10 Prozent angekündigt und diesen am Samstag auf 15 Prozent erhöht. Die Rückkehr des Zollthemas ergänze die schon länger spürbaren Sorgen um den Einfluss Künstlicher Intelligenz und die Spannungen im Nahen Osten mit einem neuen Unsicherheitsfaktor, hiess es. Marktteilnehmer fürchten ein neues Machtgehabe: «Trump ist nicht dafür bekannt, einem Kampf aus dem Weg zu gehen oder leicht aufzugeben», schrieb der Chef-Anlagestratege Stephan Kemper von BNP Paribas Wealth Management.
Die Verluste zeigen sich am Montag relativ deutlich im Technologiesektor. Die bedeutendsten sieben Branchenvertreter bewegen sich vorbörslich mehrheitlich in der Verlustzone, angeführt von Amazon und Tesla mit jeweils fast einem Prozent Minus. Nvidia legten hingegen um fast ein halbes Prozent zu. Hier werden die Anleger in diesen Tagen besonders aufmerksam hinschauen, da der KI-Chipkonzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine stets vielbeachteten Quartalszahlen vorlegen wird.
Unter den Einzelwerten fielen die Titel von Eli Lilly mit einem Anstieg um 3,3 Prozent positiv auf. Sie profitieren damit von einem erneuten Rückschlag des dänischen Wettbewerbers Novo Nordisk mit einem Abnehmmittel, was die Sorgen vor dessen wieder erstarkter Konkurrenz milderte. Chris Schott von JPMorgan schrieb in einem Kommentar, der Weg sei frei für länger anhaltende Marktanteilsgewinne der Amerikaner - zu Lasten der Europäer.
Verluste von jeweils etwa sechs Prozent verzeichneten die Papierhersteller Smurfit Westrock und International Paper . Hier verwies JPMorgan-Fachmann Detlef Winckelmann auf einen überraschenden Rückgang der Inlandspreise bei Wallpappen-Rohpapier, von dem ein Marktforschungsinstitut am Freitagabend nach Börsenschluss berichtet habe.
Titel des relativ frisch an der Börse notierten Unternehmens York Space legten um 6,2 Prozent auf 27,54 US-Dollar zu. Die Aktien hatten sich in sich ihren ersten Tagen schwankend zwischen 38 und 22 Dollar präsentiert. Nun äusserten sich viele Analysten fast ausschliesslich mit positiven Empfehlungen. Ein relativ hohes Kursziel wurde dabei mit 55 Dollar von Raymond James genannt.
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13:30
Die Euphorie über die Niederlage von US-Präsident Donald Trump vor dem Supreme Court ist an den europäischen Aktienmärkten schnell verflogen. Die von Trump eilig verhängten neuen Zölle von zunächst zehn und mittlerweile 15 Prozent schürten erneut Unsicherheit an den Finanzmärkten. Der Dax gab zum Wochenstart 0,5 Prozent auf 25'145 Punkte nach. Der EuroStoxx50 machte anfängliche Verluste von einem halben Prozent im Handelsverlauf weitgehend wieder wett. «Das Zollchaos geht nun in die nächste Runde und dürfte die Märkte noch eine Weile beschäftigen», sagte IG-Analyst Christian Henke.
Börsianer treibe vor allem die Frage um, wie es nun um die mit den meisten Staaten abgeschlossenen Vereinbarungen bestellt sei. «Indien hat beispielsweise Gespräche in Washington erst einmal auf Eis gelegt.» Auch die Europäische Union wird einem Medienbericht zufolge voraussichtlich die Ratifizierung des Handelsabkommens mit den USA aussetzen. Die EU wolle zunächst mehr Details von den USA zu deren neuem Zollprogramm bekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag.
Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA Trumps bisheriges Zollprogramm am Freitag für verfassungswidrig erklärt hatte, verkündete Trump am Wochenende eine neue pauschale Abgabe von 15 Prozent auf Importe. Federn liess am Montag der europäische Technologiesektor; der entsprechende Index gab rund 1,5 Prozent nach. Die Aktie von Europas grösstem Softwarehaus SAP gehörte mit einem Minus von gut zwei Prozent zu den grössten Dax-Verlierern. Dagegen waren an den Börsen in Fernost Tech-Aktien besonders gefragt. Vor allem China dürfte Analysten von Morgan Stanley zufolge von US-Zollsenkungen profitieren.
Die gestiegene Unsicherheit trieb Anleger erneut in Gold. Eine Feinunze verteuerte sich um bis zu 1,4 Prozent auf 5176 Dollar, dem höchsten Stand seit drei Wochen. «Ob der Goldpreis in naher Zukunft wieder über 5400 Dollar steigen kann, könnte davon abhängen, wie lange die Unsicherheit bezüglich der Zölle anhält und ob die USA militärische Massnahmen gegen den Iran ergreifen», sagte Tim Waterer, Analyst vom Handelshaus KCM Trade.
Am Rohölmarkt dämpfte unterdessen die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran die Furcht vor einem militärischen Konflikt, der die Ölversorgung gefährden könnte. Die Nordsee-Sorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligten sich jeweils um bis zu rund 1,5 Prozent auf 70,69 Dollar beziehungsweise 65,38 Dollar je Barrel. Einem Insider zufolge hat der Iran die Bereitschaft zu Zugeständnissen signalisiert. Dafür müssten aber Sanktionen aufgehoben und Irans Recht auf Urananreicherung anerkannt werden, sagte ein Beamter des Iran der Nachrichtenagentur Reuters.
Bei den Einzelwerten stürzten unterdessen nach einem Rückschlag bei einer Studie Novo Nordisk-Aktien um bis zu 16,5 Prozent ab. Damit rutschten die Titel des dänischen Pharmariesen auf den niedrigsten Stand seit Juni 2021, dem Zeitpunkt der Einführung des Abnehmmittels Wegovy in den USA. Der als wirksamerer Nachfolger für den Verkaufsschlager Wegovy positionierte Hoffnungsträger CagriSema unterlag in einer direkten Vergleichsstudie dem Konkurrenzmedikament von Eli Lilly. In der Studie konnte Novo Nordisk nicht nachweisen, dass CagriSema mindestens ebenso wirksam ist wie der Wirkstoff Tirzepatid von Eli Lilly. Im Kampf um die Vorherrschaft auf dem rasant wachsenden Markt für Adipositas-Behandlungen war dies ein herber Rückschlag.
Dagegen beflügelte in Mailand ein milliardenschwerer Investitionsplan und ein neues Dividendenversprechen Enel. Die Aktien des grössten italienischen Versorgers stiegen um rund sechs Prozent, nachdem Enel Investitionen von 53 Milliarden Euro bis 2028 angekündigt hatte. Enel will den Fokus auf erneuerbare Energien in Europa und den USA verlagern. Zugleich stellte der Konzern bis 2028 ein jährliches Wachstum der Dividende je Aktie von sechs Prozent in Aussicht.
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13:05
Die Futures auf die US-Aktienmärkte tendieren zum Wochenauftakt tiefer:
- Dow Jones: -0,35 Prozent
- S&P 500: -0,40 Prozent
- Nasdaq 100: -0,58 Prozent
Derweil notiert der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, 0,12 Prozent höher.
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12:15
Der US-Dollar hat sich am Montagvormittag etwas von seinen Verlusten über das Wochenende erholt. So geht der Greenback aktuell zu 0,7748 Franken um. Am Morgen hatte er noch bei 0,7717 Franken notiert. Auch zum Euro hat er etwas Boden gut gemacht. Entsprechend notiert das Euro/Dollar-Paar aktuell bei 1,1800 nach 1,1831 am frühen Morgen. Derweil kommt der Franken etwas zum Euro zurück, das Euro/Franken-Paar steht aktuell bei 0,9143 nach 0,9130 am Morgen.
Wie die Commerzbank in ihrem morgendlichen Devisen-Kommentar tituliert: «Es herrscht wieder Zoll-Chaos!» Nachdem der Oberste Gerichtshof am Freitag einen Grossteil der von der Trump-Regierung letztes Jahr eingeführten Importzölle für null und nichtig erklärte, liess die Antwort des US-Präsidenten nicht lange auf sich warten. Er kündigte die Einführung eines globalen Zolls in Höhe von 10 Prozent an, nur um diesen am nächsten Tag auf 15 Prozent zu erhöhen. «Die EU erwägt nun, den bisher mit den USA ausgehandelten Handelsdeal auf Eis zu legen. Kurz gesagt: Es herrscht (mal wieder) das absolute Zoll-Chaos.»
Und auch wenn das Urteil des Supreme Court ein deutlicher Dämpfer für Trumps handelspolitische Alleingänge sei, markiere es keinesfalls das Ende des Protektionismus, heisst es in einem Kommentar der Helvetischen Bank. «Vielmehr leitet es eine neue Phase der Unsicherheit ein: Während die Justiz die Exekutive in ihre Schranken weist, nutzt Trump bereits neue gesetzliche Grauzonen aus.»
Auf Datenseite hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft klar aufgehellt, wie das Ifo-Geschäftsklima zeigt. Im Februar hat sich der Stimmungsindikator stärker als erwartet verbessert.
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11:50
Investoren sind angesichts der neuesten Ausgangslage in puncto US-Handelspolitik merklich verunsichert. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA am Freitag weite Teile der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle als rechtswidrig einstufte, holte dieser am Wochenende zum Gegenschlag aus und kündigte an, einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent zu erheben. «Da hier das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist, müssen sich Anleger auch weiterhin auf erratische Kursbewegungen und eine anhaltend hohe Volatilität einstellen», fasst ein Händler zusammen.
Und auch wenn das Urteil des Supreme Court ein deutlicher Dämpfer für Trumps handelspolitische Alleingänge sei, markiere es keinesfalls das Ende des Protektionismus, heisst es in einem Kommentar der Helvetischen Bank. «Vielmehr leitet es eine neue Phase der Unsicherheit ein: Während die Justiz die Exekutive in ihre Schranken weist, nutzt Trump bereits neue gesetzliche Grauzonen aus.» Dennoch bleibe die Signalwirkung entscheidend: «Das Urteil beweist die Resilienz der US-Gewaltenteilung.» Für Handelspartner bedeute dies jedoch noch kein Aufatmen. Befeuert wird die Nervosität durch ein weiteres Thema - Iran. Der US-Aufmarsch im Nahen Osten werde von einem drastischen 15-tägigen Ultimatum an den Iran begleitet. Trump fordert eine sofortige Einigung im Atomstreit, um einen drohenden Militärschlag abzuwenden.
Der SMI notiert gegen 11:45 Uhr bei 13'866Punkten (+0,05 Prozent) nahezu unverändert. Seine bisherige Handelsspanne reicht von 13'828 Punkten bis 13'883 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI fällt um 0,18 Prozent auf 2196,69 und der breite SPI um 0,21 Prozent auf 19'058 Zähler. Im SMI geben neun Titel nach und elf ziehen an.
In diesem Umfeld vermag auch die aufgehellte Stimmung in der deutschen Wirtschaft die Investoren nicht umzustimmen. Das Ifo-Geschäftsklima hat sich im Februar stärker als erwartet verbessert.
Mit Abgaben von jeweils mehr als 2 Prozent führen Galderma, Partners Group und VAT das Verliererfeld an. Partners Group setzen damit die jüngste Schwäche im Zuge der KI-Sorgen fort. Neben VAT geben in den hinteren Reihen mit Inficon (-1,5 Prozent) und Comet (-1,2 Prozent) weitere Techwerte nach. In der Branche dürften die im Verlauf der Woche anstehenden Zahlen des Chip-Giganten Nvidia ein wichtiger Test sein.
Zudem fallen verschiedene Vertreter der Gesundheitsbranche zurück. So tendieren Sandoz, Sonova und Alcon mit Abgaben zwischen 1,4 und 0,4 Prozent schwächer. Sandoz und Alcon werden in dieser Woche Zahlen vorlegen. Bei Sonova dürfte die Umsatz-Guidance nachwirken, die Unternehmenschef Eric Bernard im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» gegeben hatte. Demnach dürften die Einnahmen am unteren Ende der in Aussicht gestellte Spanne zu liegen kommen.
An der Spitze des Kurstableaus wiederum sind Richemont, Zurich und Swiss Re mit Aufschlägen von jeweils mehr als einem Prozent zu finden. Auch Swiss Life (+0,5 Prozent) steht auf der Einkaufsliste während sich Helvetia Baloise knapp in der Gewinnzone hält (+0,05 Prozent).
In den hinteren Reihen sacken Belimo (-8,8 Prozent) nach Zahlen ab. Die vorgelegten Ergebnisse lagen eher am unteren Ende der Erwartungen. Als leise Enttäuschungen werden in Marktkreisen die Dividende sowie der vorsichtige Ausblick wahrgenommen.
Dagegen schneller Leclanché um mehr als 30 Prozent in die Höhe. Der Batteriehersteller erhält frische Mittel, nachdem er mit strategischen Partnern eine Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen hat.
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10:08
Die Aussicht auf niedrigere Abgaben nach dem Zollurteil in den USA lässt Anleger in Asien bei Technologie-Aktien zugreifen. Vor allem China dürfte Analysten von Morgan Stanley zufolge von Zollsenkungen profitieren. Feiertagsbedingt blieb der Handel in Fernost jedoch dünn. Wegen des chinesischen Neujahrsfest waren die Märkte in Shanghai und Shenzhen zum Wochenstart geschlossen. Auch in Tokio wurde nicht gehandelt. In Hongkong zog der Hang-Seng-Index unterdessen mehr als zwei Prozent an. In Südkorea und Taiwan kletterten die Indizes zeitweise auf frische Höchststände. Angetrieben von Kursgewinnen bei Chip- und Autowerten stieg der Kospi-Index in Südkorea zeitweise mehr als zwei Prozent. Angesichts der herrschenden Unsicherheit bröckelten die Gewinne im Handelsverlauf aber wieder ab. «Die Unsicherheit über Trumps Zölle ist unvermeidlich», sagte Lee Kyoung-min, Analyst von Daishin Securities. US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA gegen sein bisheriges Zollprogramm eine neue pauschale Abgabe von 15 Prozent auf Importe angekündigt. Das im vergangenen Jahr unterzeichnete Handelsabkommen Südkoreas mit den USA bleibe aber weiterhin gültig, sagte Finanzminister Koo Yun-cheol.
Auch in Hongkong griffen Anleger bei Aktien aus dem Technologiesektor zu. Börsianer gingen davon aus, dass China nach dem Urteil des Supreme Courts mit niedrigeren Zöllen rechnen kann. Die Analysten von Morgan Stanley rechnen mit einem Rückgang von 32 auf 24 Prozent. Positiv wurde zudem Trumps Ankündigung gewertet, vom 31. März bis zum 2. April nach China zu reisen. «Das US-Zollurteil und der endgültige Termin für Trumps China-Besuch stützen die Risikobereitschaft», teilte der Analyst Zhang Qiyao von Industrial Securities mit. Trump könne zwar nach anderen Zollinstrumenten suchen, was für Unsicherheit sorge. Das Risiko abrupter Wendungen in den Beziehungen zwischen den USA und China sei vor seinem Besuch aber beherrschbar. Der Hang Seng Tech Index stieg um bis zu vier Prozent und erholte sich damit von einem am Freitag erreichten Sieben-Monats-Tief. Bei den Einzelwerten zogen die Aktien von Alibaba um 3,5 Prozent an, die Titel von Tencent gewannen gut drei Prozent. Die Papiere des Chipherstellers SMIC verteuerten sich um rund fünf Prozent und erzielten damit den grössten Tagesgewinn seit fast zwei Monaten.
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09:32
Die neuen Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump haben am Montag die Anleger an den in Asien geöffneten Börsen kaum beunruhigt. In Südkorea setzte der Kospi seine Rekordrally mit einem Anstieg um 0,7 Prozent fort, während der Hang Seng in Hongkong mit einem Kurssprung um 2,4 Prozent deutliche Gewinne einfuhr. Der australische ASX jedoch gab um 0,6 Prozent nach.
Richter des Obersten Gerichtshof der USA entzogen Trump am Freitag die rechtliche Grundlage für Zölle, die der Präsident gegen zahlreiche Länder verhängt hatte. Nur wenige Stunden danach kündigte er neue Zölle für alle Länder der Welt an, zunächst in 10-prozentiger Höhe, die dann später noch auf 15 Prozent erhöht wurden. Dies belastete an den Devisenmärkten den US-Dollar und die Futures an den US-Börsen.
Laut Marktbeobachter Jim Reid von der Deutschen Bank hinterlassen Trumps Ankündigungen «ein erhebliches Mass an Unsicherheit». Er begründete die davon ungetrübte Rally in Hongkong auch mit einer Erholung, nachdem der Hang Seng dort zuletzt seinem niedrigsten Stand seit Anfang Februar erreicht hatte.
An den Börsen in Japan und Festland-China wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt. In Tokio wurde der «Geburtstag des Kaisers» gefeiert und in Shanghai sowie Shenzhen pausierte das Börsengeschäft ein letztes Mal anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes. Erst am Dienstag wird dort der Handel nach einer mehr als einwöchigen Pause wieder aufgenommen.
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09:28
Grund für die Preissprünge bei Gold und Silber sind die jüngsten Entwicklungen im Zollstreit der USA mit dem Rest der Welt. Nach der am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser mit einem neuen Zollsatz nach. Der Republikaner kündigte am Samstag auf der Plattform Truth Social einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 15 Prozent an - statt der kurz davor bereits veranschlagten 10 Prozent. Damit schöpft Trump die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes, auf das er sich beruft, voll aus.
«Die Unsicherheit hat sich wieder einmal erhöht, was deutlich am Goldpreis und noch stärker bei Silber abzulesen ist», schrieben die Experten der Dekabank. Anleger griffen damit bei den Edelmetallen zu, die oft in turbulenten Zeiten als Depotabsicherung gefragt sind. Hinzu kommt, dass der Euro auf die jüngsten Entwicklungen mit Kursgewinnen zum US-Dollar reagierte. Damit werden Gold und Silber, die in Dollar notieren, für die Anleger günstiger; auch dadurch stieg die Edelmetall-Nachfrage.
ChefökonomThomas Gitzel von der VP Bank äusserte sich ähnlich: «Da die USA in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Ländern Handelsabkommen geschlossen haben, stellt sich nun die Frage, was denn nun eigentlich gilt.» Eigentlich sollte der Handelsausschuss des EU-Parlaments am morgigen Dienstag die mit den USA vereinbarten Zollvereinbarungen absegnen, nun wird es aber zunächst am Montag eine Sondersitzung des EU-Verhandlungsteams geben.
«Zu Wochenbeginn gibt es also eine ganze Reihe an Fragezeichen», fuhr Gitzel fort. Besonders schwer wiege die Situation für Unternehmen, die aktuell Waren in die USA versenden. Unter welchen Bedingungen ihre Güter über den Atlantik gehen, ist ungewiss. Die Unsicherheiten könnten im schlimmsten Falle dazu führen, dass Waren zurückhalten werden. Der globale Güterhandel bleibt damit Gitzel zufolge belastet. In den meisten Weltregionen werde man deshalb auf die Aktivierung binnenwirtschaftlicher Kräfte setzen.
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09:20
US-Beamte erklärten am Sonntag, dass bereits mit Partnern ausgehandelte Handelsabkommen weiterhin gültig bleiben, obwohl der Oberste Gerichtshof die Nutzung der Notstandsbefugnisse durch Präsident Donald Trump zur Verhängung von Zöllen für unzulässig erklärt hat.
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09:13
Der Start in die neue Börsenwoche steht ganz im Zeichen des Dauerthemas US-Zölle und der damit verbundenen Unsicherheit. Für den SMI bedeutet dies entsprechend eine schwächere Eröffnung. Nach seiner Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof am vergangenen Freitag kündigte US-Präsident Donald Trump an, einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent zu erheben. Die Zolllandschaft sei jetzt unsicherer als zuvor, kommentiert ein Stratege. Und Unsicherheit sei sowohl für die Wirtschaft als auch den Markt eine schlechte Nachricht.
In einer ersten Reaktion kündigte China eine «vollständige Bewertung» der Lage an und forderte Washington auf, die «einseitigen Zollmassnahmen» aufzuheben. Die Schweiz und Europa bewerten ebenfalls zunächst die neue Lage, wobei Marktexperten davon ausgehen, dass sie weiter an den bestehenden Vereinbarungen festhalten werden. Unterdessen bleibt auch der Iran ein Schwerpunkt für Investoren. In der vergangenen Woche forderte Trump den Iran auf, eine Einigung über sein Atomprogramm zu erzielen, und warnte, dass andernfalls «schlimme Dinge» passieren könnten.
Der Schweizer Leitindex SMI tendiert gegen 09.10 Uhr um 0,17 Prozent tiefer bei 13'836 Punkten. Am Freitag hatte sich der Leitindex mit seinem vierten Wochenplus in Folge aus dem Handel verabschiedet. Dabei lag die Wochenbilanz bei +1,9 Prozent.
Dass Investoren unsicher sind, zeigt sich etwa beim Bitcoin. Der Kurs der bekanntesten Kryptowährung fiel am Montagmorgen unter die Marke von 65'000 US-Dollar. Der Rückgang unterstreiche die erneuten Unsicherheiten hinsichtlich der Zölle, heisst es im Handel. Unter Druck ist auch der US-Dollar geraten.
Mit -1,9 Prozent weisen Partners Group derweil die grösste Schwäche auf.
Insgesamt sollten Investoren auch die Techbranche in den kommenden Tagen im Auge behalten. Im Wochenverlauf steht mit den Zahlen des Chip-Giganten Nvidia ein wichtiger Test für den gesamten Sektor an.
Nachrichten lieferte aus den hinteren Reihen Belimo (-9,1Prozent). Der Hersteller von Antrieben, Ventilen und Sensoren für die HLK-Industrie hat am Morgen Jahreszahlen vorgelegt, die etwas unter den Erwartungen ausgefallen sind.
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08:20
Für den Dax zeichnen sich nach einem versöhnlichen Wochenausklang am Montag Verluste ab. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,9 Prozent auf 25'134 Punkte. Sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 wurde 0,5 Prozent tiefer erwartet, womit auch ihm ein Rücksetzer droht. Er hatte noch am Freitag seine Rekordjagd fortgesetzt.
Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle der US-Regierung droht damit zu verpuffen. Die EU-Regierungschefs hätten verhaltener auf den Gerichtsbeschluss reagiert als vor einem Monat auf Donald Trumps Drohungen wegen Grönland, betonte Experte Greg Fuzesi von der US-Bank JPMorgan. Zunächst ändere sich faktisch nichts an den Zöllen, die der amerikanische Präsident gegen die EU verhängt habe. Gegenmassnahmen der EU erwartet Fuzesi daher eher nicht.
Ifo-Präsident Clemens Fuest hält das Gerichtsurteil politisch zwar für eine gute Nachricht, warnte in einem Interview mit dem «Handelsblatt» aber vor wachsenden Risiken für die Wirtschaft.
Wenige Stunden, nachdem das oberste US-Gericht am Freitag einen Grossteil von Trumps Zöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes aus den 1970er Jahren als unzulässig erklärt hatte, kündigte Trump einen weltweiten Zollsatz auf Importe in die USA von 10 Prozent an. Diesen hob er am Folgetag auf 15 Prozent an. Damit schöpft er die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus den 1970er Jahren, auf das er sich beruft, voll aus. Nun versuchen die EU und andere Länder, die genauen Folgen für die globale Wirtschaft abzuschätzen. Im EU-Parlament ist an diesem Montag eine Sondersitzung des Rechtsdienstes und des Verhandlungsteams, das für ein Zollabkommen zwischen den USA und der EU zuständig war, geplant.
Unternehmensseitig sieht die Agenda am deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn übersichtlich aus. Der Scheinwerferhersteller Hella habe mit dem Umsatz im vergangenen Jahr sowohl die Planung als auch die Erwartungen übertroffen, während die Margen der eigenen Zielsetzung entsprächen, kommentierte ein Händler. Der Umsatzausblick auf 2026 sei aber eine klare Enttäuschung. Auch bei den Margen lägen die Markterwartungen schon am oberen Ende der Unternehmenszielspanne. Mit einem vorbörslichen Kursrückgang um 0,7 Prozent dürfte die Aktie aus der Handelsspanne der vergangenen Tage nach unten abrutschen.
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08:13
Den Märkten sitzt die Verunsicherung nach den jüngsten Wendungen in der US-Zollpolitik zu Beginn der neuen Handelswoche weiter in den Knochen - auch dem Devisenmarkt.
Dort sorgt die Entscheidung des US Supreme Courts, weite Teile der US-Zollpolitik unter Trump für unrecht zu erklären und die darauf folgende Reaktion des US-Machthabers für erhöhte Alarmbereitschaft. Trump verhängte am Wochenende in Reaktion auf den Entscheid weltweit pauschale Zölle von 15 Prozent auf Importe in die USA.
Allerdings soll es Ausnahmen geben und ob die rechtliche Grundlage diesmal trägt, sorgt zudem für Verunsicherung, heisst es in einem Kommentar der Helaba. Dies alles bringt vor allem den US-Dollar unter Druck. So notiert das Dollar/Franken-Paar aktuell bei 0,7717, nachdem es Freitagabend noch zu 0,7756 umging. Auch das Euro/Dollar-Paar hat merklich angezogen auf 1,1831. Am Freitagabend stand es noch bei 1,1779. Das Euro/Franken-Paar tritt unterdessen bei 0,9130 auf der Stelle.
Wie eine Händlern sagt, dürfte diese Woche voller weiterer Nachrichten über Trump und Zölle sein.
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08:10
Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, steht vor einem tieferen Start in die neue Handelswoche. Der Schweizer Leitindex SMI tendiert bei der Bank Julius Bär im vorbörslichen Handel mit 0,21 Prozent im Minus bei 13'830 Punkten.
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07:35
Nach dem erneuten Anziehen der Zollschraube durch US-Präsident Donald Trump wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Montag mit Verlusten starten.
Am Freitag hatten Anleger zunächst erleichtert reagiert, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA Trumps bisheriges, auf einem Notstandsgesetz basierendes Zollprogramm für verfassungswidrig erklärt hatte. Der deutsche Leitindex verabschiedete sich mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 25'260 Punkte ins Wochenende. Nach dem Urteil verhängte Trump jedoch noch am Freitag vorübergehende Zölle in Höhe von zunächst zehn Prozent und hob den Satz am Samstag auf 15 Prozent an.
Neben dem Zollchaos halten Börsianer weiter die Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran in Atem. Einem Insider zufolge hat der Iran die Bereitschaft zu Zugeständnissen signalisiert. Dafür müssten aber Sanktionen aufgehoben und Irans Recht auf Urananreicherung anerkannt werden, sagte ein Beamter des Iran der Nachrichtenagentur Reuters. Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi sagte, er rechne damit, sich am Donnerstag in Genf mit dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff zu treffen und sehe «gute Chancen» für eine diplomatische Lösung.
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07:30
Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:
- Amrize: Julius Bär mit HOLD (Buy) bis 53 (50) Fr.
- BB Biotech: Kepler Cheuvreux mit BUY bis 73 (66) Fr.
- Cembra Money Bank: Basler KB mit ÜBERGEWICHTEN bis 110 Fr.
- Sika: Royal Bank of Canada mit SECTOR PERFORM bis 170 (169) Fr.
- Straumann: Julius Bär mit HOLD bis 100 (110) Fr.
- Swatch Group: Royal Bank of Canada mit UNDERPERFORM bis 160 (130) Fr.
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06:20
Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am Swiss Market Index (SMI), notiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,12 Prozent tiefer bei 13'879 Punkten.
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05:45
Die Verunsicherung über die US-Zollpolitik hat die asiatischen Aktienmärkte am Montag uneinheitlich tendieren lassen. Während die Börse in Japan wegen eines Feiertags geschlossen blieb, gaben die Nikkei-Futures um ein Prozent nach. Demgegenüber legte der breiter gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans um 0,8 Prozent zu. Die Börse in Südkorea und der Leitindex in Taiwan setzten ihre Rekordjagd mit einem Plus von jeweils 1,2 Prozent fort. Die Märkte in Shanghai und Shenzhen blieben ebenfalls geschlossen.
Auslöser der Nervosität war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof einen neuen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent zu erheben. «Die Zolllandschaft ist jetzt unsicherer als zuvor, und Unsicherheit ist für keine Wirtschaft oder keinen Markt eine gute Nachricht», sagte Rodrigo Catril, Devisenstratege bei der NAB. China kündigte eine «vollständige Bewertung» der Lage an und forderte Washington auf, die «einseitigen Zollmassnahmen» aufzuheben.
Zu den Gewinnern zählten Technologiewerte in Südkorea und Taiwan, die von der jüngsten Rally im KI-Sektor profitierten. Die Anleger blicken jedoch gespannt auf die Quartalszahlen des Chip-Giganten Nvidia im weiteren Wochenverlauf, die als wichtiger Test für den gesamten Sektor gelten.
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04:30
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04:00
Die Ölpreise gaben nach, nachdem für Donnerstag eine neue Runde der Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran angesetzt wurde. Dies linderte die Sorgen vor einer militärischen Eskalation in der Region.
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03:45
Die US-Börsen hatten am Freitag fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 49'626 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,7 Prozent auf 6909 Zähler, während der technologielastige Nasdaq um 0,9 Prozent auf 22'886 Stellen zulegte.
(cash/AWP/Reuters)
