13:30
Am US-Aktienmarkt werden am Donnerstag erneut Verluste erwartet. Im Fokus bleibt der Iran-Krieg samt den Ölpreisen, die trotz der Freigabe von Reserven durch die Internationale Energieagentur (IEA) weiter steigen. Ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent kostete zeitweise wieder mehr als 100 US-Dollar. Anleger scheuen nach einem Angriff auf zwei Öltanker in irakischem Gewässer wieder vor Risiken zurück.
Der Dow Jones Industrial dürfte zum Handelsstart an seine Vortagsverluste anknüpfen. Der Broker IG indiziert den wohl bekanntesten Wall-Street-Index rund eine Stunde vor Handelsbeginn 0,9 Prozent tiefer und damit bei 47'000 Zählern. Der Nasdaq 100 wird mit minus 0,7 Prozent auf 24'800 Punkte erwartet, nachdem der überwiegend mit Technologieaktien bestückte Auswahlindex tags zuvor fast unverändert aus dem Tag gegangen war.
«Der Iran hat es mit vergleichsweise begrenzten Mitteln geschafft, den für die Weltwirtschaft so wichtigen Seetransport durch die Strasse von Hormus den mittlerweile zwölften Tag in Folge lahmzulegen», konstatierte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Die beiden brennenden Tanker vor der Küste Iraks und die Evakuierung des Ölhafens im Oman demonstrierten Irans unveränderte Bereitschaft, Öl als Waffe einzusetzen. «Solange der Iran die Strasse von Hormus kontrolliert, werden sich die Finanzmärkte nicht nachhaltig beruhigen.»
Eine Blockade der Strasse von Hormus über längere Zeit hätte dramatische Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Ein kräftiger Schub bei den Öl- und Gaspreisen könnte jeglichen Wirtschaftsaufschwung im Keim ersticken. Die IEA spricht bereits von der «grössten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes».
Aktien aus der Energie- und Düngemittelbranche legten angesichts von Angebotsverknappungen vor dem Handelsstart zu. So stiegen vorbörslich etwa Chevron oder ConocoPhillips im Ölsektor zwischen 1 und 2 Prozent, Nutrien gewannen im Düngerbereich 1,6 Prozent und Mosaic sogar etwas mehr als 4 Prozent.
Aktien aus der Reisebranche wie Delta Air Lines oder auch United Airlines oder Royal Caribbean weiteten ihre Verluste vorbörslich um jeweils rund 2 Prozent aus, denn mit dem Ölpreis steigen die Kosten.
Hims & Hers Health legten vorbörslich um knapp 6 Prozent zu und dürften an ihren starken Lauf der vergangenen Handelstage anknüpfen. Der Telemedizinanbieter hatte sich vor wenigen Tagen im Streit mit Novo Nordisk um den Vertrieb umsatzstarker Medikamente des dänischen Pharmakonzerns geeinigt.
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13:20
Der Krieg im Nahen Osten schnürt den indischen Reisexporteuren zunehmend die Luft ab. «Steigende Frachtraten beunruhigen sowohl Käufer als auch Verkäufer und führen zu einer deutlichen Verlangsamung beim Abschluss neuer Exportverträge», sagte Nitin Gupta, Geschäftsbereichsleiter beim Agrarkonzern Olam Agri India. «Die Frachtraten steigen täglich. Die Verlader erheben Kriegszuschläge und Treibstoffzuschläge für Notfälle, was die Importe für die Käufer immer teurer macht», sagte Gupta. Die Lieferungen von indischem Basmatireis, die für wichtige Märkte im Nahen Osten, darunter Iran, Irak, Katar und Saudi-Arabien, bestimmt sind, seien aufgrund der faktischen Blockade der Strasse von Hormus während des Transits gestoppt worden, sagte ein in Neu-Delhi ansässiger Exporteur. «Die Verkäufer wissen nicht, wann die Schiffe entladen werden oder wann sie ihre Zahlung erhalten», sagte er. Auch am Donnerstag hielten die iranischen Angriffe auf Frachtschiffe im Persischen Golf an.
Bei Nicht-Basmati-Reis, der hauptsächlich in Märkte wie Bangladesch, Benin, Elfenbeinküste, Guinea und Kamerun geliefert wird, gebe es momentan noch weniger Schwierigkeiten. Die Exporteure bearbeiten derzeit alte Aufträge, und die Beladung der im Hafen liegenden Schiffe verlaufe reibungslos, sagte Himanshu Agrawal, Geschäftsführer des Reisexporteurs Satyam Balajee. Allerdings sei es kompliziert, die Logistik für neue Aufträge zu organisieren. Indien ist für mehr als 40 Prozent der weltweiten Reisexporte verantwortlich und exportiert in der Regel mehr als die drei nächstgrössten Lieferanten – Thailand, Vietnam und Pakistan – zusammen.
Die indischen Reisexportpreise blieben diese Woche stabil. Die indische Parboiled-Reissorte notierte mit fünf Prozent Bruchreisanteil unverändert bei 348 bis 353 Dollar pro Tonne. Indischer weisser Reis wurde zu Preisen zwischen 344 und 350 Dollar gehandelt.
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13:00
Die Futures auf die US-Aktienmärkte notieren tiefer:
- Futures auf Dow Jones: -0,48 Prozent
- Futures auf S&P 500: -0,37 Prozent
- Futures auf Nasdaq 100: -0,24 Prozent
Derweil notiert der Schweizer Aktienmarkt gemessen am SMI 0,58 Prozent im Minus bei 12'883 Punkten.
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12:45
Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag erneut geschwächelt und damit auf die wieder gestiegenen Ölpreise reagiert. Die Verluste blieben überschaubar. «Zwischen der Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende und einer weiteren Eskalation nehmen die Anleger damit eine neutrale Haltung ein und messen beiden Szenarien in etwa die gleiche Wahrscheinlichkeit bei», beschrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, die Lage.
Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 sank am Mittag um 0,57 Prozent auf 5761,73 Punkte. Ausserhalb der Eurozone gab der britische Leitindex FTSE 100 um 0,42 Prozent auf 10'310,49 Punkte nach. Der Schweizer SMI büsste 0,71 Prozent auf 12'866,51 Zähler ein.
Schwächster Sektor waren die Bankaktien. Sie reagierten damit auf die sich eintrübenden Konjunkturaussichten. «Am Markt wird zusehends das Risiko eingepreist, dass die Hoffnung auf kurzfristige Preisspitzen trügt und sich hohe Ölpreisnotierungen verfestigen, was ernsthafte Flurschäden für die Weltwirtschaft verursachen könnte», so Analyst Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, verwies auf die «hohen Mittelabflüsse im Private-Equity-Sektor», was zu «Liquiditätsengpässen» führe.
Zu den Verlierern gehörten erneut die zinssensiblen Immobilienwerte, die damit auf die gestiegenen Inflationsrisiken durch die hohen Ölpreise reagierten. Unter dem Ölpreisanstieg litten auch die Aktien der Fluggesellschaften. So büssten Air France-KLM 2,4 Prozent ein.
Gegenläufige Signale bestimmten unterdessen den Versicherungssektor. Während Generali um 1,6 Prozent zulegten, verloren Swiss Life 3,3 Prozent. Bei den Italienern lobten die Analysten von JPMorgan die Aussagen zur Dividende. Der Dividendenvorschlag der Schweizer wurde dagegen mit Enttäuschung aufgenommen. Zudem begründeten Händler die Verluste mit der hohen Bewertung der Aktie.
Es gab aber auch Gewinner der Entwicklung in der Golf-Region. So waren Rüstungswerte gefragt. Ein überzeugender Ausblick des italienischen Branchenunternehmens Leonardo lieferte einen zusätzlichen Impuls. Die Aktie legte deutlich zu.
Ölwerte verzeichnete dagegen nur minimale Gewinne. «Während der Ölsektor zunehmend von kurzfristigen Preisspitzen und wachsendem globalen Angebot geprägt wird, bietet der Defence-Sektor langfristig verlässliche Nachfrage, politische Rückendeckung und robuste Auftragsbestände», merkte Marc Decker, Co-Aktienchef von Quintet, zu den Aussichten der beiden Branchen an.
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12:05
Das EUR/USD-Paar notiert um die Mittagszeit bei 1,1554 nach 1,1548 am Morgen, bei USD/CHF sind es 0,7810 nach 0,7815. Entsprechend sind auch die Veränderungen bei EUR/CHF gering, zuletzt wurden 0,9023 bezahlt nach 0,9025. Im Vergleich zum Vortag hat der Greenback allerdings klar zugelegt. Der Euro hatte am Mittwoch zur gleichen Zeit noch über 1,16 US-Dollar gekostet, das USD/CHF-Paar lag klar unter 0,78.
Zuletzt hätten iranische Angriffe auf die Energieinfrastruktur am Persischen Golf und auf Tanker die Sorgen um die Öl- und Gaslieferungen verstärkt, beschrieben Analysten der Dekabank die Marktstimmung. Die Entscheidung von grossen Industriestaaten, strategische Ölreserven freizugeben, habe bisher noch nicht geholfen, hiess es bei der Commerzbank. Zudem habe die mehrfache Betonung der USA, dass der Krieg bald vorbei sei, bisher nicht überzeugen können.
Wegen der Sorge vor den Folgen des Iran-Kriegs sind Konjunkturdaten an den Finanzmärkten etwas in den Hintergrund gerückt. Am Nachmittag könnten allerdings Daten vom US-Arbeitsmarkt etwas Beachtung finden. Auf dem Programm stehen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda.
Mehr Spannung verspricht dann auch die nächste Woche. Dann stehen Zinsentscheidungen in den USA (Mittwochabend) sowie EZB und SNB (je Donnerstag) auf dem Programm.
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11:47
Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Iran-Kriegs haben erneut einen Dämpfer bekommen. Stattdessen müssen Anleger das Risiko des geopolitischen Konflikts im Nahen Osten Tag für Tag neu einschätzen, kommentiert ein Marktanalyst. «Diese permanente Unsicherheit zehrt am Nervenkostüm der Investoren.» Zuletzt ist die Lage sogar wieder eskaliert: Der Iran griff die Ölinfrastruktur in Bahrain sowie Tanker vor der irakischen Küste an. Das katapultiert die Ölpreise prompt wieder in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar.
Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass sich die Auseinandersetzung länger hinziehen könnte als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Auch bleibt die Strasse von Hormus, wo sich mittlerweile zahlreiche Containerschiffe und Öltanker stauen, weiter gesperrt. Dies dürfte dafür sorgen, dass die Ölpreise auch weiterhin volatil bleiben - und damit auch die Finanzmärkte. Mit den länger erhöhten Ölpreisen nehmen die Inflationssorgen der Marktteilnehmer zu. Hinzu kommt, dass US-Präsident Donald Trump ein neues Kapitel beim Thema Handels-Zölle aufgeschlagen hat.
Mit dem jüngsten Preisanstieg beim Öl ist auch der Beruhigungsversuch der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie der US-Regierung vom Vortag, Öl aus strategischen Reserven freizugeben, schnell wieder verpufft. Wie zahlreichen Kommentaren zu entnehmen ist, fehlen gerade bei der IEA-Ankündigung zudem noch viele wichtige Details. Damit habe sich dieser Schritt als «homöopathisches Beruhigungsmittel» entpuppt, kommentiert ein Experte. Die Sicherung und Wiederbelebung der Schifffahrt um Hormus wäre die eigentliche Lösung zur Bewältigung der Krise.
Zusätzliche Unsicherheit verursacht die jüngste Wende in der Zoll-Politik der US-Regierung. Sie kündigte am Mittwoch neue Handelsuntersuchungen gegen China, Mexiko, die Europäische Union und mehr als ein Dutzend weitere Volkswirtschaften an, darunter auch die Schweiz. Ziel ist es, die sogenannten reziproken Zölle von Trump zu ersetzen, die kürzlich vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt wurden.
Der SMI fällt gegen 11.35 Uhr um 0,60 Prozent auf 12'879 Punkte zurück. Damit hat er immerhin einen Teil seiner anfänglichen Verluste wettgemacht. Im frühen Handel war das Barometer bis auf 12'802 Punkte zurückgefallen. Von den 20 SMI-Titeln geben aktuell 12 nach und acht gewinnen hinzu. Derweil tritt der breite SPI mit +0,06 Prozent auf der Stelle tritt bei 17'969 Punkten.
Neben den übergeordneten Einflussfaktoren läuft auch die Berichtssaison weiter auf Hochtouren. Dabei haben Marktakteure an den Zahlen der SMI-Mitglieder Swiss Life (-2,9 Prozent) und Geberit (-1,8 Prozent) grundsätzlich zwar nichts auszusetzen. In beiden Fällen wird im Handel die bereits üppige Bewertung als Grund für Gewinnmitnahmen genannt. So hat etwa der Versicherer Swiss Life das Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2025 weiter gesteigert. Geberit wiederum hat ebenfalls die Erwartungen der Märkte erfüllt.
Zudem fallen Roche (GS -2,7 Prozent oder -9,60 Fr.) mit einem überdurchschnittlichen Kursrückgang auf. Allerdings dürfte das eigentliche Minus kleiner sein, da der Pharmakonzern ex-Dividende (9,80 Fr.) gehandelt wird.
Das Gegenstück bilden Partners Group (+1,3 Prozent), die sich damit etwas von den jüngsten Verlusten erholen. Auch Logitech (+0,9 Prozent) und Lonza (+0,7 Prozent) gewinnen hinzu.
Für die wirklich auffälligen Kursreaktionen auf die Zahlen muss man allerdings eher auf den SMIM schauen. Dort springen Accelleron (+13,8 Prozent) nach Zahlen an. Noch weiter hinten in den Reihen geht es für Bachem und Polypeptide nach Zahlen um jeweils mehr als 14 Prozent nach oben.
Dagegen werden Interroll (-5,2 Prozent) nach Zahlen aus den Depots gekippt.
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11:30
Aktien von Banken sind am Donnerstag unter Druck geraten. Der europäische Sektorindex verlor 1,8 Prozent. Händler verwiesen auf wachsende Ängste vor Zahlungsausfällen im billionenschweren Privatkreditgeschäft. Hintergrund sind Bedenken hinsichtlich der Kreditqualität, vor allem im Technologiesektor. Analysten zufolge wächst die Befürchtung, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Ertragskraft von Softwarefirmen schmälern und ihre Fähigkeit zur Rückzahlung von Krediten schwächen könnte. Dies veranlasse Investoren dazu, ihre Engagements, Rücknahmerisiken und Aussichten für die Mittelbeschaffung neu zu bewerten.
Verschärft wurden die Bedenken vom US-Bankenriesen Morgan Stanley, der die Rücknahmen bei einem seiner privaten Kreditfonds einschränkte. Investoren wollten fast elf Prozent der im Umlauf befindlichen Anteile abziehen, wie aus einem am Mittwoch eingereichten Dokument hervorgeht. Morgan Stanley teilte mit, dass die Begrenzung dazu beitragen werde, Verkäufe von Vermögenswerten in Zeiten von «Marktverwerfungen» zu vermeiden und die risikobereinigten Renditen für die Anleger im Laufe der Zeit zu maximieren. «Die Dispersion zwischen stärkeren und schwächeren Krediten nimmt zu», hiess es. Aktien von Morgan Stanley verloren am Donnerstag im vorbörslichen US-Geschäft mehr als zwei Prozent.
Die US-Grossbank JP Morgan Chase hat Insidern zufolge den Wert einiger Darlehen in ihren Private-Credit-Fonds abgewertet. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Bank habe die Auswirkungen der Marktturbulenzen bei Softwareunternehmen überprüft.
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10:20
Die Aktien des Peptidauftragsfertigers Polypeptide legen am Donnerstag nach der Vorlage der Jahresergebnisse deutlich zu. Analysten sprechen zwar insgesamt von weitgehend erwartungsgemässen Zahlen, sehen aber insbesondere beim Margenausblick für 2026 sowie beim Wachstum in wichtigen Therapiegebieten positive Signale.
Positiv heben die Analysten den Ausblick für 2026 hervor. Der Hersteller von Peptidwirkstoffen stellt ein Umsatzwachstum von 20 bis 25 Prozent in Lokalwährungen sowie eine EBITDA-Marge im mittleren bis hohen Zehnerbereich in Aussicht. Dies deutet laut Analysten auf Aufwärtspotenzial gegenüber den aktuellen Marktschätzungen hin.
Als wichtiger Wachstumstreiber gilt weiterhin das Geschäft mit Peptiden für metabolische Therapien wie GLP-1, dessen Anteil am Umsatz zuletzt deutlich gestiegen ist. Zudem schreitet der Kapazitätsausbau an mehreren Standorten voran, unter anderem in Braine, Strasbourg und Malmö.
Ein gewisses Fragezeichen bleibt laut Experten allerdings bei der Finanzierung der hohen Investitionen, da der freie Cashflow aufgrund des starken Kapazitätsausbaus weiterhin negativ ist. Zudem hat der Finanzchef seinen Rücktritt per Ende März angekündigt - die Nachfolge wird derzeit gesucht.
Die Kennzahlen für 2025 lagen derweil laut Analysten grösstenteils im Rahmen der Erwartungen. Während das operative Ergebnis etwas besser ausfiel, blieb der Reingewinn hinter den Prognosen zurück.
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10:05
Die Swiss-Life-Aktie ist am Donnerstag mit deutlichen Abgaben in den Handel gestartet. Der Versicherungskonzern hat vorbörslich seine Jahreszahlen vorgelegt und dabei die Erwartungen der Investoren weitgehend erfüllt. Im Handel wird auf die noch immer hohe Bewertung der Titel verwiesen.
Die Swiss Life-Titel notieren am Donnerstag gegen 9.50 Uhr um 3,5 Prozent im Minus bei 830,20,Franken nachdem sie kurz zuvor ein Jahrestief bei 793 Franken erreichten. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert derweil ebenfalls im negativen Bereich.
Etwas enttäuscht zeigen sich die Investoren vor allem vom Dividendenvorschlag des Versicherers, der am unteren Rand der Markterwartungen ausgefallen ist. Insgesamt habe Swiss Re aber ein solides Kennzahlenset ausgewiesen, das den Konsenserwartungen weitgehend entspreche, kommentierte etwa ZKB-Analyst Georg Marti. Er verweist auf die guten Neugeldzuflüsse im Asset Management wie auch auf steigende Gewinne in den einzelnen geografischen Geschäftsbereichen des Versicherers.
Kritisch gesehen wird am Markt vor allem das Ergebnis im Asset Management, das im Vorjahresvergleich leicht zurückgegangen ist. Dazu trug unter anderem ein geringerer Beitrag aus Immobilienprojekten bei. Die UBS-Analysten verweisen in einem Kommentar ausserdem auf höhere projektbezogene Kosten vor allem im Bereich IT.
Für Vontobel-Analyst Matteo Lindauer ist Swiss Life-Aktie zudem im Vergleich mit anderen europäischen Versicherern bereits sehr hoch bewertet: Qualität und eine hohe Konstanz hätten allerdings ihren Preis, betont er. Der Versicherungskonzern bleibe mit der nächsten Erhöhung der Ausschüttung einer der führenden «Dividendenkönige» unter den Schweizer Unternehmen.
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10:00
Nach den Zahlen zum vierten Quartal 2025 und angepassten Erwartungen für das Medikament Petrelintide reduziert Analyst Richard Vosser seine Umsatz- und Gewinnschätzungen für die Jahre 2026 bis 2030 leicht. Der Fokus bleibe auf der Pipeline des Pharmakonzerns, so der Analyst weiter.
Besondere Aufmerksamkeit gelte den detaillierten Studiendaten zu den Multiple-Sklerose-Studien FENhance 1 und 2, die im April präsentiert werden sollen, wobei insbesondere Sicherheitsaspekte im Fokus stehen dürften. Danach richtet sich der Blick auf neue Daten zu den Adipositas-Wirkstoffen CT-388 und Petrelintide, die im Juni erwartet werden. Insgesamt sieht der Analyst aus den kommenden Pipeline-Ereignissen jedoch nur begrenztes Potenzial für wesentliche Anpassungen der Schätzungen, weshalb er bei seiner neutralen Einschätzung bleibt.
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09:54
Die Aktien von Accelleron geben am Donnerstag im frühen Geschäft Vollgas. Der Hersteller von Turboladern konnte mit seinen Jahreszahlen durchwegs überzeugen und kündigte zudem ein erstes Aktienrückkaufprogramm sowie eine Erhöhung der Dividende an.
Die Accelleron-Aktien notieren um 9.30 Uhr mit 14,2 Prozent auf 75,75 Franken im Plus. Zuvor hat der Kurs das Allzeithoch von letztem Sommer nochmals nach oben geschraubt auf 77,75 Franken. Der Gesamtmarkt (SPI) steht derweil mit minus 1,05 Prozent klar im Minus.
Accelleron präsentierte laut den Analysten der ZKB ein Zahlenkranz, der «auf allen Ebenen» über den Erwartungen lag. Und gemäss der Kantonalbank dürfte sich das Umsatzwachstum aufgrund des stabilen Geschäftsmodells und der langfristigen Wettbewerbsvorteile auch «mittelfristig fortsetzen». Positiv sehe man zudem die «wesentliche» Steigerung des freien Cashflows, der nicht zuletzt ein Aktienrückkaufprogramm und die höhere Dividende erlaube.
Bei Vontobel heisst es, dass zwar mit der Dividendenerhöhung und dem Aktienrückkauf gerechnet wurde, diese aber dennoch positiv bewertet werden sollten. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 seien zudem ein Zeichen dafür, dass eine Aufwärtskorrektur des Konsens bevorstehe, was den Aktienkurs stützen dürfte.
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09:35
Die Angst vor einem längeren Irankrieg und steigenden Ölpreisen hat die Börsen weiter im Griff. Der Dax gab am Donnerstag erneut nach und verlor 0,4 Prozent auf 23'543 Punkte. «Die Zeit läuft gegen die Entwicklungen an den Finanzmärkten, und wenn das hohe Preisniveau beim Rohöl weiter anhält, könnte dies zu einer Rezession in Europa führen», sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Die Ölpreise zogen weiter an, nachdem Angriffe auf Tanker im Persischen Golf die Versorgungsängste schürten.
Anleger legten sich Rüstungswerte in die Depots. Rheinmetall zogen 3,6 Prozent an, nachdem sie am Mittwoch acht Prozent nachgegeben hatten. Hensoldt und Renk standen 5,5 und 3,6 Prozent im Plus. Gute Stimmung herrschte bei Zalando-Aktionären: Ein Wachstumsschub dank KI und ein geplanter Aktienrückkauf beflügelten die Aktien, die als grösster Dax-Gewinner mehr als sieben Prozent zulegten. Die Analysten von Raiffeisen Research bezeichneten die Zahlen des Online-Modehändlers für 2025 als «solide». Grösster Dax-Verlierer waren BMW-Aktien mit einem Minus von 2,5 Prozent. Die operative Gewinnmarge sank im Kerngeschäft Automobil im vierten Quartal stärker als erwartet.
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09:15
Den internationalen Finanzmärkten steht am Donnerstag voraussichtlich ein weiterer verlustreicher Handelstag bevor. Die Sorge vor einer Eskalation im Persischen Golf und sprunghaft steigende Ölpreise haben die asiatischen Börsen bereits stark belastet. Auch für den hiesigen und die europäischen Märkte deuten die vorbörslichen Indikationen Verluste an.
Berichte über Angriffe auf Tanker und die Schliessung von Ölterminals haben die Rohölpreise erneut über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel steigen lassen - ein Niveau, das die Inflationssorgen weltweit anheizt und höhere Zinsen befürchten lässt.
Die Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie der US-Regierung, Öl aus strategischen Reserven freizugeben, habe sich als homöopathisches Beruhigungsmittel entpuppt, das lediglich die Symptome behandelt, heisst es in einem Kommentar. Die Sicherung und Wiederbelebung der Schifffahrt um Hormus wäre die eigentliche Lösung zur Bewältigung der Krise. Entsprechend werde die extreme Volatilität im Energiesektor auch weiter das Geschehen an den Märkten bestimmen, ergänzt ein Händler.
Und als wären die Nerven der Investoren nicht schon angespannt genug, bringt die US-Regierung auch das Thema Zölle zurück auf die Tagesordnung: Die Trump-Regierung kündigte am Mittwoch neue Handelsuntersuchungen gegen China, Mexiko, die Europäische Union und mehr als ein Dutzend weitere Volkswirtschaften an, darunter auch die Schweiz. Ziel ist es, die sogenannten reziproken Zölle von Präsident Donald Trump zu ersetzen, die kürzlich vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt wurden.
Diese Nachrichtengemengelage drückt denn auch auf die Stimmung. Am hiesigen Markt eröffnet 0,77 Prozent tiefer bei 12'866 Punkten. Der SPI-Index fällt um 0,22 Prozent tiefer bei 17'919 Punkten indiziert.
Auch Swiss Life (-3,2 Prozent) wird nach Zahlen gemieden. Der Versicherer hat das Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2025 gesteigert. Dabei erwies sich der Versicherungsbereich als stabiler Anker, verdiente aber im Gebührengeschäft weniger Geld.
Zudem fallen Roche (GS -3,4 Prozent) mit einem überdurchschnittlichen Kursrückgang auf. Dieser ist aber optischer Natur, da der Pharmakonzern ex Dividende (9,80 Fr.) gehandelt wird.
Hingegen beflügeln die Zahlen den Kurs von Accelleron (+13,12 Prozent).
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08:58
Die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten und sprunghaft steigende Ölpreise haben die asiatischen Börsen stark belastet.
In Tokio gab der Nikkei-Index am Donnerstag ein Prozent auf 54'452 Punkte nach, der breiter gefasste Topix notierte 1,3 Prozent niedriger. Die Börse Shanghai verlor 0,1 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,4 Prozent auf 4687 Punkte. «Der Markt stellt sich darauf ein, dass der Krieg sich verlängern wird», sagte Takamasa Ikeda, Senior Portfolio Manager bei GCI Asset Management. «Die Ölpreise steigen, und das veranlasst die Anleger zum Aktienverkauf.»
Nach Berichten über iranische Angriffe auf Tanker schossen die Rohölpreise zeitweise um mehr als zehn Prozent auf über 100 Dollar je Barrel - ein Niveau, das die Inflationssorgen weltweit anheizt. Die Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA), 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben, konnte die Anleger nicht beruhigen.
Japan, das nahezu vollständig von Öllieferungen aus dem Nahen Osten abhängig ist, will etwa 80 Millionen Barrel Öl aus seinen strategischen Reserven freigeben. Das entspreche einem Vorrat für 45 Tage, um globale Versorgungsengpässe abzumildern. Auf den Verkaufszetteln der Anleger standen vor allem Halbleiterwerte.
In Tokio verloren Advantest und SoftBank Group 1,5 und 3,6 Prozent. Tokyo Electron fielen um 1,9 Prozent. In Südkorea gaben die Aktien des Chipherstellers Samsung Electronics um 1,5 Prozent nach, SK Hynix verloren 2,4 Prozent. Im japanischen Autosektor rutschten die Papiere von Honda Motor 1,2 Prozent ab. Der Automobilhersteller wirft seine Elektroauto-Pläne in den USA über den Haufen und warnt vor einem Milliardenverlust im zu Ende gehenden Geschäftsjahr.
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08:22
An den Ölmärkten zeichnet sich auch nach der Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur keine Entspannung ab. Sorgen vor einer dauerhaften Blockade der Strasse von Hormus halten die Preise auf dem höchsten Niveau seit Jahren - ein schlechtes Omen für Autofahrer in Deutschland und weltweit.
Während der Iran droht, kein Tropfen Öl für die USA und ihre Partner werde die Meerenge passieren, spielt US-Präsident Donald Trump die Gefahr herunter. Öltanker sollten die Strasse von Hormus durchfahren, sagte er am Mittwoch. Dass der Iran die Gewässer vermint habe, wie mehrere Medien berichteten, glaube er nicht.
Die etwa 55 Kilometer breite Strasse von Hormus liegt zwischen dem Iran und dem Oman. Sie gehört zu den wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels.
Unterdessen suchen Regierungen nach Wegen, mehr Öl auf den Weltmarkt zu pumpen. Die Internationale Energieagentur (IEA) gab am Mittwoch bekannt, eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freizugeben. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer 400 Millionen Barrel Rohöl an den Markt geben. Ihr Ziel: die durch den Krieg angespannten Märkte zu stabilisieren.
Doch die Ölpreise steigen weiter kräftig. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen zeitweise wieder mehr als 100 Dollar und damit rund neun Prozent mehr als am Vortag. Bei der US-Sorte WTI fiel der Anstieg ähnlich aus. Die Ölpreise waren in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.
Die freigegebene Reserve könnte derweil ausreichen, um die Blockade der Strasse von Hormus einige Zeit zu überbrücken. Nach Angaben der IEA passierten die Meerenge im vergangenen Jahr durchschnittlich 20 Millionen Barrel pro Tag. Die angekündigten 400 Millionen Barrel würden also genügen, um einen Ausfall für 20 Tage auszugleichen.
Allerdings dürfte es Wochen oder sogar Monate dauern, bis das Öl ankommt. Die USA versprachen, sich mit 172 Millionen Barrel zu beteiligen. Nächste Woche solle es losgehen, und die komplette Auslieferung könne rund 120 Tage dauern.
Die Schockwellen des Krieges sind derweil für Verbraucher in aller Welt zu spüren: In Deutschland stieg diese Woche selbst der Durchschnittspreis für die günstigste gängige Benzinsorte E10 auf über zwei Euro pro Liter. Die Bundesregierung will Tankstellen deshalb verbieten, die Preise mehr als einmal täglich anzuheben. Auch in den USA - selbst einer der grössten Ölproduzenten der Welt - zeigen die Tankstellen die höchsten Preise seit 2024 an.
Besonders gravierend dürften die Folgen derweil für Asien sein. Vier von fünf Ölfässern, die die Strasse von Hormus passieren, gehen nach IEA-Angaben dorthin. Viele Aktienmärkte in Asien gingen infolge der steigenden Ölpreise bereits auf Talfahrt, etwa in Japan.
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08:08
Der Schweizer Aktienmarkt notiert im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär im Minus. Dabei verliert der Swiss Market Index SMI 0,72 Prozent auf 12'865 Punkte.
Der breite Markt steht mit 0,36 Prozent im Minus. Dabei fallen die Titel von Also mit -1,798 Prozent auf. Hingegen überzeugen die vorgelegten Jahresergebnisse 2025 von Accelleron (+1,21 Prozent), Autoneum (+0,38 Prozent) und Bachem (+4,64 Prozent) die Anleger.
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07:54
Der US-Dollar hat seine Gewinne am Donnerstagmorgen weiter ausgebaut. Daran sind nicht zuletzt die erneut steigenden Ölpreise schuld. Der Dollar wird in diesem Umfeld als Weltleitwährung wieder verstärkt gesucht. Zudem dürfte die US-Wirtschaft weniger durch die Ölpreisentwicklung belastet sein. Schliesslich sind die USA ein Nettorohölexporteur.
Insgesamt aber bleibt die Lage am Persischen Golf undurchsichtig. Trotz der von US-Präsident zur Schau gestellten Zuversicht, gelingt es den iranischen Truppen, Schiffe in oder in der Nähe der Strasse von Hormus zu beschiessen. Die Passage ist weiterhin zu risikoreich und wird weitestgehend gemieden. Damit einhergehend lasten die erhöhten Öl- und Gaspreise auf dem Sentiment der Märkte.
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07:30
Der Dax hatte am Mittwoch 1,4 Prozent auf 23'640 Punkte verloren. Der weiter eskalierende Nahostkrieg dürfte nach Ansicht vieler Experten die Wirtschaft bremsen und die Inflation erhöhen. «Je länger die militärische Auseinandersetzung anhält und die Energiepreise ein hohes Niveau aufweisen, desto grösser sind die inflationären und konjunkturellen Auswirkungen», schrieben die Analysten der Helaba.
Anleger werden die im Tagesverlauf erwarteten Frühjahrsprognosen der Forschungsinstitute Ifo, IfW und RWI genau betrachten. Am Donnerstag legen zudem unter anderem Brenntag, Zalando SE, RWE und BMW ihre Zahlen vor, die Deutsche Bank veröffentlicht ihren ausführlichen Geschäftsbericht. Die Piloten der Lufthansa treten in einen zweitägigen Streik, der den Flugbetrieb am Donnerstag und Freitag erheblich beeinträchtigen dürfte.
Aus den USA stehen Daten zu den Hausbaubeginnen und die Arbeitslosenerstanträge an.
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06:55
Der Ölpreis ist wieder über 100 Dollar je Barrel gestiegen, nachdem der Oman alle Schiffe von seinem wichtigsten Ölexportterminal abgezogen hat und in irakischen Gewässern zwei Tanker angegriffen worden sind. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie sich die Risiken des Iran-Kriegs zunehmend über den Nahen Osten ausbreiten.
Der Preis der Nordsee-Sorte Brent, der als globales Marktbarometer gilt, ist am Donnerstag um zeitweise 10 PRozent gestiegen, womit das Barrel 101,59 Dollar kostete. Die Notierung der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte auf fast 96 Dollar.
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06:15
Der Swiss Market Index tendiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,59 Prozent im Minus bei 12'803 Punkten.
Am Donnerstag stehen die Zahlenvorlagen der beiden Blue Chips Swiss Life und Geberit im Fokus.
Weiter legen die Technologiefirma Accelleron, die beiden Lagerlogistikfirmen Interroll und Kardex sowie der Medizintechniker Polypeptide, der Automobilzulieferer Autoneum und der Pharmazulieferer Bachem ihre Jahresergebnisse für 2025 vor.
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05:45
Die Sorge vor einer Eskalation im Persischen Golf und sprunghaft steigende Ölpreise haben die asiatischen Börsen am Donnerstag stark belastet.
Nach Berichten über Angriffe auf Tanker und die Schliessung von Ölterminals schossen die Rohölpreise um neun Prozent auf über 100 Dollar je Barrel - ein Niveau, das die Inflationssorgen weltweit anheizt und höhere Zinsen befürchten lässt. Die Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA), 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben, konnte die Anleger nicht beruhigen.
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05:15
Auslöser waren Berichte, wonach zwei Tanker in irakischen Gewässern von mit Sprengstoff beladenen iranischen Booten getroffen wurden. Zudem hätten irakische Ölhäfen den Betrieb komplett eingestellt, meldeten Staatsmedien. Bloomberg berichtete, Oman evakuiere vorsorglich alle Schiffe aus seinem wichtigen Öl-Exportterminal Mina Al Fahal.
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04:45
Am Devisenmarkt suchten nervöse Anleger Zuflucht im Dollar, während Währungen von Netto-Energieimporteuren unter Druck gerieten. Der Euro gab 0,3 Prozent auf 1,1536 Dollar nach und markierte damit den schwächsten Stand seit November. Der Dollar legte zum Yen um 0,1 Prozent auf 159,12 Yen zu - das höchste Niveau seit Januar. Der australische Dollar verlor 0,3 Prozent auf 0,7133 Dollar.
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23:00
Inflationssorgen im Zuge des Iran-Krieges haben den Dow Jones Industrial am Mittwoch erneut belastet. Denn die Angst vor einer längeren Unterbrechung von Öllieferungen durch die Strasse von Hormus hatte die Ölpreise wieder ein Stück weit nach oben getrieben. Bei Techwerten sah es indes teils besser aus, nachdem der Soft- und Hardware-Hersteller Oracle mit aktuellen Quartalszahlen und einem optimistischeren Geschäftsausblick überzeugt hatte.
Der US-Leitindex Dow fiel um 0,61 Prozent auf 47'417,3 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 legte geringfügig auf 24'965,1 Punkte zu. Und auch der marktbreite S&P 500 profitierte ein Stück weit von den Oracle-Zahlen, er gab nur minimal auf 6775,8 Punkte nach.
Im Fokus stand unverändert die faktisch gesperrte Strasse von Hormus. Irans Militärführung hat jedes Schiff und jede Ölladung für die USA, Israel und ihre Partner in der für den weltweiten Handel wichtigen Meerenge als legitimes Ziel von Angriffen bezeichnet.
Die Sperrung hält die Preise von Energieträgern wie Rohöl und Flüssiggas auf hohem Niveau, obwohl die Internationale Energieagentur als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freigeben will. Damit droht der weiter hohe Ölpreis unverändert die Inflation anzuheizen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum zu bremsen.
Aktien sind angesichts dieses Szenarios Experten zufolge mit hohen Risiken verbunden. Denn am Markt wird mittlerweile davon ausgegangen, dass die US-Notenbank wegen der aktuellen Inflationsgefahren die Leitzinsen in diesem Jahr nur einmal senken dürfte.
In diesem unsicheren Umfeld mieden Anleger die Aktien konjunktursensibler Unternehmen. So fielen am Dow-Ende die Titel des Produzenten von Beschichtungen und Farben Sherwin Williams um 2,3 Prozent. Für die Anteilsscheine des Konsumgüterproduzenten Procter & Gamble ging es um 1,7 Prozent nach unten.
Oracle kletterten um gut neun Prozent in die Höhe. Das Unternehmen habe mit dem beschleunigten Wachstum «geliefert», schrieb Analyst Mark Murphy von der Investmentbank JPMorgan. Er nahm die guten Nachrichten zum Anlass, die Aktien hochzustufen. Denn nach den zuletzt hohen Kursverlusten sei das Verhältnis von Chancen zu Risiken nun attraktiver geworden.
Freude kam auch bei den Aktionären von Unifirst auf. Der Bekleidungshersteller Cintas will den Uniformverleiher übernehmen und zahlt 310 US-Dollar je Aktie in bar sowie eigenen Papieren. Die Anteilsscheine von Unifirst schnellten um 6,6 Prozent auf knapp 275 Dollar nach oben. Cintas machten anfängliche Verluste schnell wett und stiegen am Ende um mehr als ein Prozent.
(cash/AWP/Reuters)

