+++Börsen-Ticker+++ - Dow Jones überspringt die 23'000er Marke

An der Wall Street ist der Dow-Jones-Index am Dienstag kurzzeitig erstmals über die Marke von 23'000 Punkten gesprungen. Er markierte damit den siebten Handelstag in Folge ein Rekordhoch.
17.10.2017 22:25
Gekanckt: Der Dow-Jones-Index erreicht am Dienstag erstmals die 23'000-Punkte-Höhe.
Gekanckt: Der Dow-Jones-Index erreicht am Dienstag erstmals die 23'000-Punkte-Höhe.
Bild: Bloomberg

22:25

Börsianer verweisen auf überzeugende Quartalsberichte von massgeblichen Unternehmen. "Wir sehen keinen Markt, der davongaloppiert", sagt allerdings Peter Cardillo, Marktökonom des Brokerhauses First Standard Financial. "Der Markt ist technisch gesehen erschöpft."

Der Dow Jones der Standardwerte konnte die 23'000er Marke im Verlauf nicht halten und schliesst 0,2 Prozent höher auf 22'997 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat bei 2559 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stagnierte bei rund 6623 Punkten.

Zu den Gewinnern an der Wall Street zählen Unitedhealth, die 5,5 Prozent zulegen. Der Krankenversicherer überzeugte die Anleger mit einem Gewinn über den Erwartungen und einer optimistischeren Prognose. Zudem verständigten sich einflussreiche US-Senatoren überparteilich auf Massnahmen zur Stützung des Gesundheitssystems.

Johnson & Johnson ziehen 3,4 Prozent an. Auch der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern erfreute die Börse mit seinem Quartalsbericht. Er profitiert von der Grossübernahme des Schweizer Biotechnologieunternehmens Actelion sowie von einer starken Nachfrage nach neuen Krebsmitteln.

Die Zwischenbilanz von Morgan Stanley kam bei Investoren ebenfalls gut an. Der Kurs der Grossbank klettert 0,4 Prozent. Dagegen konnte Rivale Goldman Sachs mit seinen Vierteljahreszahlen nicht punkten. Die Papiere büssen 2,6 Prozent ein.

Im Fokus standen ferner Netflix, die 1,6 Prozent absacken. Hier machten die Anleger Kasse, nachdem die Online-Videothek zuletzt mehr Zuschauer hinzugewonnen hatte als erwartet.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Dienstag im späten Handel mit dem Rückenwind positiver Firmenergebnisse und guter Konjunkturzahlen frühe Verluste beinahe wieder wett gemacht. Die Stimmung sei angesichts des anhaltenden Rekordlaufs der US-Aktienmärkte zwar weiterhin gut und die Marktteilnehmer seien grundsätzlich zuversichtlich, sagen Händler. Wegen der in Fahrt gekommenen Bilanzsaison und der ungewissen Entwicklung in Spanien verhielten sich die Anleger aber weiterhin vorsichtig. Der SMI verliert noch 0,1 Prozent auf 9270 Punkte.

Im Fokus stand die Credit Suisse. Ein Hedgefonds hat die Grossbank ins Visier genommen. RBR Capital will die Grossbank in drei Teile aufspalten und damit den Börsenwert des Unternehmens von gegenwärtig rund 40 Milliarden Franken verdoppeln, erklärte ein Sprecher am Dienstag und bestätigte damit Medienberichte. Mit dem Kauf von Aktien im Wert von rund 100 Millionen Franken untermauerte der aktivistische Investor seine Forderung. Experten trauen RBR alleine allerdings höchstens einen Teilerfolg zu. "Um sich durchzusetzen ist RBR auf die Unterstützung von Grossaktionären angewiesen", erklärt ein Händler. Die CS-Aktie klettert um 1,2 Prozent und führt damit die SMI-Titel an.

Die Anteile der UBS rücken 0,5 Prozent vor. Händler sagen, die Ergebnisse der US-Grossbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley zeigten erneut, dass das Handelsgeschäft das Sorgenkind der Branche sei.

Erfreulich fielen die Zahlen des Gesundheits- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson aus, der dank der Übernahme des Biotechnologiekonzerns Actelion und neuer Krebsmedikamente besser als erwartet abschloss. Die Anteile des Pharmakonzerns Roche gewinnen 0,7 Prozent. Die Titel von Rivalin Novartis sind um 0,5 Prozent tiefer.

Die Aktien des Indexschwergewichts Nestlé verlieren ebenfalls 0,3 Prozent. Der Lebensmittelkonzern will wie Roche am Donnerstag Umsatzzahlen veröffentlichen.

Unter den uneinheitlich tendierenden zyklischen Aktien stehen ABB und Adecco höher. Geberit, Lafarge-Holcim, SGS und Clariant schwächen sich ab.

Am breiten Markt stechen die Aktien von Zur Rose mit einem Plus von 8,2 Prozent heraus. Die Versandapotheke steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 15,4 Prozent auf 245,9 Millionen Franken und baut ihr Deutschland-Geschäft durch die Übernahme der Firma Eurapon Pharmahandel aus.

Die VAT-Aktien büssen 4,6 Prozent ein. Der Vakuumventile-Hersteller steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 28,7 Prozent auf 166,9 Millionen Franken und erwartet im Gesamtjahr weiterhin ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent. Die bereinigte Betriebsgewinnmarge (Ebitda) soll auf dem Vorjahresniveau liegen. Die Analysten der Bank Vontobel sprachen von einer starken Entwicklung. "Möglicherweise waren die Erwartungen noch etwas höher", sagte ein Börsianer und erklärte die Verkäufe mit Gewinnmitnahmen nach dem starken Kursanstieg. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Dienstag.)

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16:10

Die Lage am US-Häusermarkt hat sich im Oktober überraschend aufgehellt. Der NAHB-Hausmarktindex sei im Vergleich zum Vormonat um vier Punkte auf 68 Punkte gestiegen, teilte die National Association of Home Builders (NAHB) am Dienstag mit. Volkswirte hatten hingegen mit einer Stagnation auf dem Vormonatswert von 64 Punkten gerechnet.

Der NAHB-Index ist ein Stimmungsbarometer der nationalen Organisation der Wohnungsbauunternehmen. In einer monatlichen Umfrage werden die aktuelle Lage und die Erwartungen der Branche abgefragt. Werte über 50 Punkten signalisieren, dass die Mehrheit der Häuserbauer die Bedingungen positiv beurteilt.

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15:45

Ermutigende Quartalsbilanzen stützen die Wall Street zum Börsenstart. Der US-Standardwerteindex Dow Jones steigt zur Eröffnung um 0,2 Prozent und markiert mit 22'992 Punkten den siebten Tag in Folge ein Rekordhoch. Für grössere Kurssprünge seien die Unternehmensergebnisse aber nicht gut genug, sagt Andre Bakhos, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Janlyn.

Dank einer Prognose-Anhebung steigen die Aktien von Johnson & Johnson um 1,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 138,50 Dollar. Der Pharma- und Konsumgüterhersteller peilt für das Gesamtjahr einen Gewinn von 7,25 bis 7,30 statt 7,12 bis 7,22 Dollar je Aktie an. Im abgelaufenen Quartal ging der Überschuss zwar zurück, allerdings nicht so stark wie befürchtet.

Die US-Bank Morgan Stanley steigerte den Gewinn dank einer florierenden Vermögensverwaltung überraschend stark um 11 Prozent auf 1,69 Milliarden Dollar. Die Aktien gewinnen daraufhin 2,8 Prozent und sind mit 50,32 Dollar so teuer wie zuletzt vor neuneinhalb Jahren.

Netflix-Anleger machen dagegen Kasse, obwohl die Online-Videothek mehr Zuschauer gewann als erwartet. Die Aktien verlieren 2 Prozent auf 198,54 Dollar, nachdem sie vorbörslich das bisherige Rekordhoch von 202,83 Dollar übersprungen hatten.

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13:00

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstagmittag schwächer. Das Leitbarometer SMI war am Morgen im Zuge positiver Vorgaben aus Übersee zunächst freundlich gestartet. Investoren würden sich vor der langsam anlaufenden Quartalsberichtssaison mit grösseren Engagements jedoch zurückhalten, erklärt ein Händler den Richtungswechsel am Markt. Die übergeordnete Stimmung sei aber weiterhin von Zuversicht geprägt. Daran hätten auch die gemischt ausgefallen Daten aus der Euro-Zone (Inflation wie erwartet schwach, Konjunkturerwartungen in Deutschland erneut gestiegen) nichts geändert.

Während hierzulande die Berichtssaison erst in der zweiten Wochenhälfte an Fahrt gewinnt, könnten in den USA am Nachmittag die Zahlen von Goldman Sachs und Morgan Stanley auch die hiesigen Bankenwerte beeinflussen. Die Papiere der Credit Suisse stehen bereits im Fokus, nachdem der aktivistische Investor Rudolf Bohli die Bank ins Visier genommen hat.

Der SMI notiert gegen Mittag um 0,2% tiefer bei 9254 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt 0,3% auf 1487 Zähler nach und der breite SPI 0,3% auf 10'569. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 24 im Plus, 5 im Minus und 1 unverändert.

Die grössten Verlierer sind Kühne+Nagel mit -1,9%, nachdem die Titel bereits am Vortag nach etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen unter Abgabedruck gestanden hatten. Analysten hatten sich bei der Margenerholung im Seefrachtgeschäft grössere Fortschritte erhofft. Am Dienstag erhöhten dann zwar zahlreiche Institute ihre Kursziele für die Aktien und begründeten dies mit einem grundsätzlich guten Momentum. Dass die Titel dennoch erneut fallen, dürfte an dem zuletzt starken Lauf liegen, heisst es von Händlerseite.

Deutlichere Einbüssen verzeichnen nachrichtenlos auch Lonza (-1,4%), die damit ebenfalls an eine schwache Entwicklung vom Vortag anknüpfen. Zuvor war der Titel allerdings stark gelaufen. Mit Lafarge-Holcim (-1,0%) gehört ein weiterer am Vortag schwacher Valor zu den grossen Verlierern. Grössere Einbussen verzeichnen auch die volatilen Aryzta (-1,1%) sowie Zurich (-0,9%) und Clariant (-0,8%).

Eine grosse Belastung sind die Pharmaschwergewichte Novartis, die um 0,8% nachgeben. Am Vortag hatten die Titel noch von Umschichtungen aus Roche (+0,5%) profitiert, wie es heisst. Das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,2%) notiert ebenfalls im Minus.

Dies gilt mittlerweile auch für Richemont (-0,5%), die nach einer positiven Gewinnwarnung am Morgen noch im Aufwind waren. Dass der Schwung abhandenkam, wurde im Handel damit begründet, dass am Markt bereits mit einem starken Gewinnwachstum gerechnet worden sei. Die Erwartungshaltung an die beiden Luxusgüterhersteller sei ziemlich gewachsen, heisst es. Auch die Titel der Branchennachbarin Swatch (-0,6%) fallen zurück.

Bei den wenigen Gewinnern haben weiterhin CS (+1,2%) die Nase vorn, nachdem der aktivistische Investor Rudolf Bohli mit seinem Hedgefund RBR Capital mit einem kleinen Anteil bei der Grossbank eingestiegen ist und die Aufspaltung in einen Vermögensverwalter, eine Investmentbank und einen Asset Manager fordert. Aufgrund seines nur geringen Anteils von 0,2% bis 0,3% am CS-Kapital dürfte Bohli laut Analysten aber Mühe haben, seine Absichten durchzubringen. Und ob die grössten CS-Aktionäre wie Qatar Holding, Harris Associate oder Blackrock auf den Zug von Bohli aufspringen werden, muss sich zeigen. Marktteilnehmer gehen eher nicht davon aus.

Im breiten Markt notieren Zur Rose nach Zahlen sehr fest (+6,6%). Den Umsatzausweis für das dritte Quartal wird in Analystenkreisen als stark bezeichnet. Bei jeweils überdurchschnittlichen Volumen legen auch Leonteq (+2,7%) und Wisekey (+6,5%) klar zu. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:57

Ein Blick über die Landesgrenzen nach Frankreich: Nach der Übernahme der Mehrheit an den Passagiermaschinen der CSeries vom kanadischen Rivalen Bombardier haben die Anleger am Dienstag bei Airbus zugegriffen. Die in Paris und Frankfurt gelisteten Aktien des europäischen Flugzeugbauers stiegen in der Spitze 3,7 Prozent auf 79,91 Euro und führten damit die Gewinnerliste im EuroStoxx50, im CAC40 und im MDax an. Das sei ein guter, langfristiger und ein kluger Deal, erklärten die Analysten vom Finanzdienstleister Kepler Cheuvreux. Allerdings lasteten weiterhin die Korruptionsvorwürfe auf dem Aktienkurs.

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10:30

Die Schweizer Börse rutscht am Dienstagmorgen nach einem festeren Start leicht ins Minus. Die Stimmung an der Schweizer Börse sei angesichts des anhaltenden Rekordlaufs an der US-Aktienmärkten weiterhin gut und die Marktteilnehmer seien grundsätzlich zuversichtlich, sagen Händler. Viele Anleger wollten aber die laufende Bilanzsaison abwarten. Auch die Entwicklung in Spanien sorge für eine gewisse Nervosität.

Der SMI verliert 0,2 Prozent auf 9256 Punkte. Am Montag war der Leitindex um 0,4 Prozent gesunken.

Im Fokus steht die Credit Suisse. Ein Hedgefonds nimmt die Grossbank ins Visier. RBR Capital wolle den Konzern aufspalten, erklärte ein Sprecher des Fonds am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der "Finanz und Wirtschaft". RBR Capital habe Aktien im Wert von rund 100 Millionen Franken erworben, entsprechend einem Anteil von gut 0,2 Prozent an der Bank. RBR habe bereits die Fühler zu mehr als 100 weiteren Investoren ausgestreckt, die RBR von seinem Plan überzeugen und als Mitinvestoren gewinnen wolle, heisst es in der Zeitung. Credit Suisse ist an der Börse insgesamt rund 40 Milliarden Franken wert. Die CS-Aktien steigen um 1,3 Prozent und setzen sich an die Spitze der Standardwerte.

Die Anteile der UBS rücken 0,4 Prozent vor. Händler hoffen auf positive Impulse für den Sektor von den beiden US-Grossbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley, die am Nachmittag ihre Quartalsberichte vorlegen.

Ebenfalls erwartet werden die Zahlen des Gesundheits- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson sowie nach Börsenschuss in Europa des Technologiekonzerns IBM.

Die Richemont-Aktien verlieren nach anfänglichen Gewinnen 0,5 Prozent. Der Luxusgüter-Hersteller wartete überraschend mit Angaben zum ersten Geschäftshalbjahr auf. Richemont stellte ein Gewinnplus von 80 Prozent und 12 Prozent mehr Umsatz in Aussicht. Zur guten Entwicklung trugen das günstige Marktumfeld und positive Wechselkurseffekte bei, wie es heisst. Zudem profitierte das Unternehmen davon, dass die Vorjahreszahlen wegen des Rückkaufs von Uhren schwach waren. Die Umsatzentwicklung zeige, dass sich der Trend der ersten fünf Monate fortsetze, erklärt Vontobel-Analyst René Weber. Die Margenentwicklung dürfte die Erwartungen übertreffen.

Die Anteile von Rivalin Swatch 0,4 Prozent nach. Die beiden Uhrenhersteller zählen in diesem Jahr mit Kursgewinnen von knapp einem Drittel beziehungsweise einem Viertel zu den Standardwerten mit den stärksten Wertzuwächsen.

Kaum verändert zeigen sich die Aktien der Indexschwergewichte Nestlé und Roche. Der Arzneimittelhersteller Roche und der Lebensmittelkonzern Nestlé wollen am Donnerstag Umsatzzahlen veröffentlichen. Das dritte Schwergewicht Novartis verliert dagegen deutliche 0,8 Prozent.

Bei den zyklischen Firmen sind die Anteile von Adecco und SGS etwas höher. ABB, Geberit, Lafarge-Holcim und Clariant schwächen sich ab.

Am breiten Markt stechen die Aktien von Zur Rose mit einem Kursplus von 6,6 Prozent heraus. Die Versandapotheke steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 15,4 Prozent auf 245,9 Millionen Franken und baut ihr Deutschland-Geschäft durch die Übernahme der Firma Eurapon Pharmahandel aus.

Die VAT-Aktien geben 2,1 Prozent nach. Der Vakuumventile-Hersteller steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 28,7 Prozent auf 166,9 Millionen Franken und erwartet im Gesamtjahr weiterhin ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent. Die bereinigte Betriebsgewinnmarge (Ebitda) soll auf dem Vorjahresniveau liegen. Die Analysten der Bank Vontobel sprechen von einer starken Entwicklung. "Möglicherweise hat der eine oder andere halt noch etwas mehr erwartet", sagt ein Börsianer und erklärt die Verkäufe mit Gewinnmitnahmen nach der starken Kursentwicklung.

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09:05

Der SMI startet mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 9292 Punkten. Freundliche Vorgaben aus Übersee stützen. So hat die Wall Street ihre Rekordjagd fortgesetzt, und auch in Asien tendieren die Märkte überwiegend im Plus. Im Handel heisst es, die Stimmung bleibe grundsätzlich gut. In den USA nimmt derweil die Berichtssaison weiter Fahrt auf. Mit Goldman Sachs und Morgan Stanley stehen zwei Grossbanken mit ihrer Zahlenvorlage auf der Agenda, die am Nachmittag auch die hiesigen Bankenwerte beeinflussen könnten. 

Dabei geht es für die Aktien von Richemont nach einer positiven Gewinnwarnung ohne klare Richtung los. Der Luxusgüterkonzern geht davon aus, dass der Umsatz im ersten Halbjahr 2017/18 (per Ende September) gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gestiegen ist. Die Entwicklung von Richemont färbt auf den Konkurrenten Swatch ab, der um 0,3 Prozent zulegt. Die Aktien hatten bereits am Vortag zu den Favoriten in einem insgesamt etwas schwächeren Markt gezählt.

Überdurchschnittliche Kursgewinne verzeichnen die Papiere der Credit Suisse (+1,4 Prozent). Wie die "Financial Times" unter Berufung auf vertraute Personen berichtet, soll Investor Rudolf Bohli mit seinem RBR Strategic Value Fonds bei der Bank eingestiegen sein mit dem Ziel, eine Aufspaltung der Bank in drei Geschäftsbereiche zu forcieren. Mit der Aufteilung in eine Investmentbank, einen Vermögensverwalter und einen Asset-Manager wolle er die die Konglomerats-Struktur der Bank angehen. Neben der CS legen aus der Finanzbranche noch die Papiere der UBS (+0,5 Prozent) und den Versicherern Zurich (+0,1 Prozent), Swiss Re (+0,4 Prozent) und Swiss Life (+0,2 Prozent) zu.

Unterstützung kommt auch vom Schwergewicht Nestlé (+0,4 Prozent), wohingehen Novartis (-0,4 Prozent) negativ startet. Zahlen gab es aus dem breiten Markt vom Vakuumventil-Hersteller VAT (-3,1 Prozent), der den Auftragseingang zwar gesteigert hat, die Analysten-Erwartungen aber dennoch nicht erfüllte. Die Versandapotheke Zur Rose (+4,7 Prozent) hat unterdessen auch im dritten Quartal 2017 den Umsatz gesteigert.

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08:25

Mittlerweile sind die Börsen in Asien geschlossen. Spekulationen auf einen Wahlsieg der japanischen Regierungsparteien haben am Dienstag die Aktienkurse in Tokio weiter in die Höhe getrieben. Der Nikkei-Index stieg um 0,4 Prozent und schloss mit 21.336 Punkten so hoch wie seit November 1996 nicht mehr. Der elfte Tagesgewinn in Folge ist zudem die längste Gewinnserie seit Mai 2015.

 

"Offenbar kaufen vor allem ausländische Investoren, denn der wahrscheinliche Wahlausgang könnte ihnen entgegen kommen", sagte Masahiro Yamaguchi, Marktstratege bei SMBC Trust Bank. Einer Umfrage von Montag zufolge haben die Koalitionsparteien von Ministerpräsident Shinzo Abe gute Chancen, die Wahlen am Sonntag für sich zu entscheiden. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,2 Prozent auf 1723 Zähler.

Die Aktien des von einem Skandal um gefälschte Produktdaten erschütterten Stahlkonzerns Kobe Steel erholten sich etwas und schnellten zeitweise um mehr als sechs Prozent in die Höhe. Sie schlossen letztlich gut drei Prozent höher. Anleger gingen davon aus, dass die Auswirkungen der Fälschungen auf die Geschäftszahlen begrenzt seien, sagte ein Börsianer. Die Titel hatten in den vergangenen fünf Handelstagen allerdings rund 40 Prozent verloren. 

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird laut Berechnungen der Bank Julius Bär vorbörslich bei 9300 Punkten gehandelt (+0,3 Prozent). Mit Blick auf die US-Bilanzsaison dürften sich am Dienstag viele Anleger allerdings bedeckt halten. Am Dienstag stehen unter anderem die Zwischenberichte von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Johnson&Johnson sowie nach Börsenschuss in New York IBM im Terminkalender. Zuvor wird der ZEW-Index für Deutschland veröffentlicht, der erstmals seit der Bundestagswahl die Stimmung von Analysten und Anlegern misst. 

Unter den SMI-Einzeltiteln fallen Richemont (+1,7 Prozent) auf. Der Luxusgüterkonzern erwartet deutlich mehr Umsatz und Gewinn.  Auch die Swatch-Aktien (+1,3 Prozent) reagieren vorbörslich. Die restlichen SMI-Titel notieren zwischen +0,1 und +0,2 Prozent. Am breiten Markt geben VAT (-1,3 Prozent) nach Quartalszahlen.

In New York hatten am Montag der Dow Jones und der S&P500 nach Handelsschluss in Europa ihre Gewinne ausgeweitet und 0,4 und 0,2 Prozent höher geschlossen, während an der Technologiebörse der Nasdaq 0,3 Prozent gewann. Alle drei Indizes schlossen so hoch wie noch nie.

In Asien tendierten die Börsen am Dienstag uneinheitlich. In Tokio lag der Nikkei-Index 0,3 Prozent höher. In Shanghai kam die Börse kaum vom Fleck. 

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07:55

Die Ölpreise haben sich am Dienstag nach dem Anstieg der vergangenen Handelstage wenig verändert. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete am Morgen 57,81 Dollar. Das war ein Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November fiel um acht Cent auf 51,79 Dollar.

Am Ölmarkt bleibt der ölreiche Norden des Irak im Fokus der Anleger. Zuletzt hatte die Sorge vor Förderausfällen in der Region die Ölpreise kräftig nach oben getrieben. Angesichts der militärischen Eskalation im Nordirak haben die USA und die Europäische Union an die Konfliktparteien appelliert, die Gewalt zu beenden und die Ruhe wiederherzustellen.

Einheiten der irakischen Armee waren am Montag in die strategisch wichtige Stadt Kirkuk im Norden des Landes eingerückt, deren Ölanlagen sich im kurdisch kontrollierten Gebiet des Irak befinden.

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07:49

Der Kurs des Euro hat am Dienstag an den schwachen Wochenauftakt angeknüpft und weiter leicht nachgegeben. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1778 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. Zum Franken fiel der Euro im asiatischen Handel kurzzeitig unter 1,15, eroberte diese Marke am Morgen aber wieder zurück. Aktuell kostet ein Euro 1,1515 CHF nach 1,1508 am Vorabend. Der US-Dollar geht etwas fester mit 0,9775 CHF nach 0,9760 um.

Marktbeobachter sprachen von einer allgemeinen Dollar-Stärke im Devisenhandel. Auf der Suche nach einer neuen Führungsspitze für die US-Notenbank Fed hatte sich Präsident Donald Trump zuletzt mit dem renommierten Ökonom John Taylor von der Universität Stanford getroffen.

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07:12

Ein Blick auf die Rohstoffmärkte. Der Preis für Kupfer ist auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen. Eine Tonne kostet 7122 Dollar. Grund dafür sind laut Bloomberg starke Daten der chinesischen Fabriken und Inflationswarnungen aus den USA. Der Goldpreis bewegt sich hingegen wenig und notiert bei 1292,76 Dollar pro Unze.

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06:01

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte um 6 Uhr 0,1 Prozent fester bei 21.283 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ebenfalls 0,1 Prozent auf 1720 Zähler. Die Kursanstiege wurden von Gewinnmitnahmen beim Telekom-Konzern Softbank gebremst. Die Aktien des von einem Fälschungsskandal erschütterten Stahlkonzerns Kobe Steel schnellten dagegen mehr als fünf Prozent in die Höhe. Anleger gehen nunmehr davon aus, dass die Auswirkungen der Fälschungen auf die Geschäftszahlen begrenzt seien.

Ausserhalb Japans lagen die Kurse ebenfalls leicht im Plus. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans gewann 0,1 Prozent. "Es gibt kein grösseres Land mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Wir haben ein vernünftiges weltweites Wachstum, eine gute Stimmung bei den Unternehmen und keine Inflation. In einem solchen Umfeld sind Aktien die augenscheinliche Wahl", sagte Arihiro Nagata, Chef der Derivateabteilung bei SMBC Nikko Securities.

Der Yen gab nach, ein Dollar kostete 112,07 Yen. Der Euro wurde ebenfalls kaum verändert zum späten New Yorker Handel mit 1,1779 Dollar gehandelt. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9765 Franken je Dollar und 1,1502 Franken je Euro gehandelt. 

(cash/Reuters/AWP)