14:10
Auch der Silberpreis legte am Freitag zu. Für eine Feinunze Silber wurden 80,79 Dollar bezahlt. Im frühen Handel hatte sie noch rund 78 Dollar gekostet. Aber auch am Silbermarkt kehrte zuletzt Ruhe und der Preis liegt deutlich unter seinem Höchststand von Ende Januar von 121,65 Dollar.
Jedoch dürfte eine drohende Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran grundsätzlich preisstützend wirken, schrieben die Experten der Commerzbank. Der Iran drohte bereits für den Fall eines Angriffs durch die USA mit «entschlossenen und angemessenen» Gegenmassnahmen, nachdem am Donnerstag US-Präsident Donald Trump eine Frist für ein Abkommen mit dem Iran genannt und 10 bis 15 Tage als ausreichend dargestellt hatte. Zugleich hatte er gedroht: «Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich.»
Zudem hätten die jüngsten Gespräche zwischen Regierungsvertretern der Ukraine und Russland bislang keine spürbaren Fortschritte hinsichtlich einer Friedenslösung gebracht, schreiben die Commerzbank-Experten und fuhren fort: «Vor diesem Hintergrund dürften sichere Häfen gefragt und der Goldpreis entsprechend gut unterstützt bleiben.»
Ein weiterer Grund für die deutlichen Gewinne von Gold und Silber seit Ende 2025 ist vor allem die US-Geldpolitik. Noch ist unklar, wie stark der von US-Präsident Donald Trump nominierte Notenbankchef Kevin Warsh die Zinsen senken wird. Trump hatte immer wieder starken Druck auf die Fed ausgeübt und deutliche Zinssenkungen gefordert. Die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell endet im Mai. Zinssenkungen würden das Umfeld für Edelmetalle weiter verbessern, da sie selber keine Zinsen abwerfen. Weitere Hinweise für die künftige Geldpolitik könnten die am Nachmittag anstehenden Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt liefern.
Auch kaufen Notenbanken wie die chinesische, indische und polnische schon länger umfangreich Gold, auch um sich unabhängiger vom Dollar zu machen. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz, Robotik und Energie benötigt wird.
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13:03
Die Futures auf die US-Aktienmärkte notieren leicht tiefer:
- Dow Jones: -0,08 Prozent
- S&P 500: -0,07 Prozent
- Nasdaq 100: -0,03 Prozent
Derweil bewegt sich der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, weiter in der Gewinnzone.
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12:41
Der Dax hat sich am Freitag nach der Veröffentlichung solider Wirtschaftsdaten ins Plus vorgearbeitet. Nach dem Rücksetzer vom Vortag machte der Leitindex wieder einen Schritt hin zum Rekordhoch von Mitte Januar, das bei gut 25'507 Punkten liegt. Gegen Mittag kam er mit 25'122 Punkten auf einen Anstieg um 0,3 Prozent. Unter dem Strich würde es damit auf ein Wochenplus von 0,8 Prozent hinauslaufen.
In der zweiten deutschen Börsenreihe legte der MDax zur Mittagszeit um 0,7 Prozent auf 31.687 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 konnte ausserdem um 0,5 Prozent auf 6089 Zähler steigen. Er stand damit wieder dicht an seiner Rekordmarke von 6.107 Punkten. Auch an den US-Börsen gab es die Erwartung eines etwas höheren Auftakts.
Am Freitag zeichneten europäische Einkaufsmanagerindizes ein gutes Bild für die heimische Wirtschaft. «Der konjunkturelle Frühling ist bereits angebrochen», schrieb der Experte Thomas Gitzel von der VP Bank. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie liege erstmalig seit mehr als dreieinhalb Jahren wieder über der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Später werden aus den USA noch Daten zum BIP-Wachstum im vierten Quartal erwartet.
Anleger wagten sich vor dem Wochenende aber nur verhalten aus der Deckung. Sie bleiben zögerlich angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die Weltwirtschaft. Die Verhandlungen über ein umstrittenes Atomprogramm gehen weiter. In dem Konflikt hat US-Präsident Donald Trump für einen Deal eine Frist von bis zu 15 Tagen genannt. Das sei «so ziemlich das Maximum». Zugleich drohte er: «Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich.»
Einige Kursbewegungen waren geprägt von Erholungen wie bei Airbus , die als Dax-Favorit nach ihrem Tief seit Anfang Dezember um mehr als zwei Prozent stiegen. Infineon gaben derweil nach, auch bereinigt um den Dividendenabschlag. So sehen die Aktienmarktstrategen der Bank of America Europas Chipbranche eher skeptisch und stuften sie nach der «wahnsinnigen Rally» auf «Underweight» ab - raten also zur Untergewichtung in den Anlegerportfolios.
Unter den Nebenwerten steuerten mit Knorr-Bremse und den Jost Werken zwei Aktien ihre Rekordmarken an, indem sie um jeweils zwei Prozent anzogen. Zum Bremsenhersteller Knorr äusserte sich die UBS nach dem Geschäftsbericht zuversichtlich - unter anderem für das Lkw-Geschäft, in dem auch das andere Unternehmen beheimatet ist. Nach den Resultaten vom Vortag erhöhten mehrere Analysten für Jost ihre Kursziele bis auf 84 Euro im Falle von Berenberg.
Einen weiteren Rekord erklommen die Hochtief -Aktien. Mit einem Anstieg um etwa fünf Prozent lagen sie im MDax in etwa gleichauf mit Thyssenkrupp , die von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies profitierten. Analyst Tommaso Castello begründete diese mit dem Kursrückgang der Aktien seit Anfang Februar. Dank des Rückenwinds seitens der Politik und laufender Restrukturierungen sieht er Ergebnispotenzial im EU-Stahlgeschäft.
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12:07
Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag leicht zugelegt. Das Auf und Ab der Vortage setzte sich damit fort. Der EuroStoxx 50 gewann gegen Mittag 0,49 Prozent auf 6089,13 Punkte.
Die Anleger lehnten sich zurück und «warten auf die Veröffentlichung der anstehenden makroökonomischen Daten am Nachmittag in den USA», so Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets. «Die Stimmung bleibt verhalten positiv, wird jedoch durch die Eskalationstendenzen zwischen den USA und dem Iran eingetrübt.»
Stärkster Sektor waren die Luxuswerte. Die Aktien von Moncler trieben den Sektor mit einem Kurssprung von zwölf Prozent an. Analyst Adam Cochrane von der Deutschen Bank sprach von einem starken Schlussquartal des Herstellers hochpreisiger Jacken. Auch der Jahresauftakt sei vielversprechend verlaufen und liefere damit dem Luxussektor positive Impulse. LVMH etwa kletterten um drei Prozent.
Im Chemiesektor kletterten Air Liquide um 3,7 Prozent. Der französische Gase-Hersteller hatte das vergangene Jahr trotz stagnierender Einnahmen mit mehr Gewinn abgeschlossen. Konzernchef Francois Jackow will die operative Marge nun noch stärker nach oben treiben als bisher geplant war.
Nicht ganz so gut war das Echo auf die Zahlen von Danone . Der Lebensmittelkonzern hatte Ende 2025 zwar von einer starken Nachfrage nach proteinreichen Joghurts und Gesundheitsdrinks profitiert. Für Analyst David Hayes vom Investmenthaus Jefferies wurde das überraschend starke organische Umsatzwachstum im Schlussquartal allerdings durch kleinere Enttäuschungen etwa bei der Absatzentwicklung und im China-Geschäft etwas getrübt. Die Rückrufe für Babynahrung sorgten zudem für anhaltende Unsicherheit. Die Aktie tendierte kaum verändert.
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11:55
Der Schweizer Aktienmarkt legt am Freitag leicht zu. Nach der Seitwärtsbewegung vom Vortag hält sich der Leitindex SMI über der Marke von 13'800 und damit in der Nähe des Allzeithochs vom Vortag. Die Kriegsvorbereitungen rund um den Iran würden zwar für eine gewisse Verunsicherung sorgen, heisst es in Marktkreisen. Zumindest die Aktien in der Schweiz scheine das aber in ihrem seit vier Wochen andauernden Steigerungslauf kaum zu bremsen. Am Berichtstag sind es vor allem die ansonsten in unsicheren Zeiten gefragten defensiven Aktien, die den Gesamtmarkt an einer noch stärkeren Entwicklung hindern.
Für etwas Rückenwind sorgten am Morgen neue Konjunkturdaten aus der Eurozone. Dort ist der Einkaufsmanagerindex für die Industrie über die Wachstumsschwelle gestiegen, was insbesondere für Deutschland neue Hoffnungen aufkeimen lässt. Der Nachmittag hält nochmals einen bunten Strauss an US-Konjunkturdaten bereit. Mit dem BIP für das vierte Quartal, dem PCE-Preisindex als bevorzugtem Inflationsmass des Fed und dem Uni-Michigan-Konsumentenvertrauen stehen einige gewichtige Taktgeber an. Im Hintergrund steht zudem eine mögliche Entscheidung des Obersten US-Gerichts über die Rechtmässigkeit der verhängten Zölle an.
Der SMI steht gegen 11.45 Uhr 0,17 Prozent höher bei 13'824 Punkten. Damit zeichnet sich für den Leitindex das vierte Wochenplus in Folge ab. Der 30 Titel umfassende SLI zieht um 0, Prozent auf 2196,58 Punkte an und der breite SPI um 0,13 Prozent auf 19'044 Punkte. Innerhalb des SMI kommen auf 15 Gewinner fünf Verlierer.
An der Tabellenspitze sind Sika nach Vorlage der Jahresbilanz 2025 mit einem Plus von 2,5 Prozent zu finden. Insgesamt seien die Zahlen des Klebstoff- und Bauchemieherstellers mehr oder weniger wie erwartet ausgefallen, heisst es in Einschätzungen, weitere negative Überraschungen habe es damit nicht gegeben. Gleichzeitig bereiten die Innerschweizer die Anleger auf ein anhaltend garstiges Umfeld vor. In diesem Lichte werden die Prognosen für 2026 positiv gedeutet.
In der Spitzengruppe sind zudem Helvetia Baloise (+1,6 Prozent) zu finden, während die weiteren Versicherer Swiss Life (+1,3 Prozent), Swiss Re (+1,0 Prozent) und Zurich (+1,3 Prozent) ebenfalls gesucht sind. Letztere machen damit die Verluste vom Vortag im Anschluss an das Jahresergebnis praktisch wieder wett.
Zurückgebunden wird der Gesamtmarkt insbesondere von den schwachen Nestlé (-1,3 Prozent), welche das Schlusslicht bei den Blue Chips markieren. Nach dem Plus von beinahe 4 Prozent vom Vortag als Reaktion auf das Jahresergebnis und organisatorische Änderungen kommt es damit hier zu Gewinnmitnahmen.
Wenig Gunst bei den Investoren finden indes auch weitere defensive Aktien wie Swisscom (-1,2 Prozent), Lindt & Sprüngli (-0,4 Prozent) oder auch die Pharmaschwergewichte, wobei Novartis (+0,2 Prozent) im Gegensatz zu den GS von Roche (-0,2 Prozent) immerhin knapp positiv notieren.
Im breiten Markt fallen Siegfried nach Zahlen um 9,2 Prozent markant zurück. Vor allem der Ausblick auf das bereits angelaufene Geschäftsjahr 2026 sorgt in Analystenkreisen für lange Gesichter. Das Unternehmen selbst begründete die zurückhaltende Prognose mit einem grösseren Auftrag, für den die endgültige Kundenbestätigung noch ausstehe.
Oerlikon (+5,2 Prozent) ziehen dagegen im Vorfeld der Jahreszahlen vom Dienstag klar an. In Marktkreisen werden Hoffnungen auf eine Sonderdividende geschürt, denn der Industriekonzern dürfte die Jahresziele erreichen und die Aktionäre am Verkaufserfolg von Barmag beteiligen.
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10:50
Die Ölpreise haben am Freitag nach den jüngsten deutlichen Aufschlägen ein wenig nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 71,47 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März sank um 13 Cent auf 66,30 Dollar. Allerdings hatten die Ölpreise an den vergangenen Tagen noch deutlich zugelegt und zum Wochenschluss im frühen Handel noch die höchsten Stände seit über sechs Monaten erreicht.
Weiterhin steht der Konflikt zwischen dem Iran und den USA im Blick des Ölmarktes. Angesichts einer möglichen militärischen Eskalation drohte der Iran für den Fall eines Angriffs mit «entschlossenen und angemessenen» Gegenmassnahmen. Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump eine Frist für ein Abkommen mit dem Iran genannt und 10 bis 15 Tage als ausreichend bewertet. Das sei «so ziemlich das Maximum». Zugleich drohte er: «Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich.»
«Der Ölmarkt dürfte auch in der kommenden Woche von dem weiteren Verlauf des Konflikts zwischen den USA und dem Iran beeinflusst werden», kommentierten die Rohstoffexperten der Commerzbank. «Die zunehmende Gefahr eines Krieges im Mittleren Osten und die damit verbundenen Risiken für die Ölversorgung sprechen für eine steigende Risikoprämie und damit für einen höheren Ölpreis.»
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10:34
Überraschend starke Geschäftszahlen beflügeln die Aktien des italienischen Modekonzerns Moncler.
Über den Prognosen lag auch der Umsatz. Die Analysten von Bernstein verwiesen unter anderem auf höhere Absatzmengen bei Monclers Kernkollektion, eine stärkere Nachfrage nach der Herren-Modemarke Stone Island und die erneute Kooperation mit dem britischen Label JW Anderson.
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10:15
Der Dax hat sich am Freitag vorerst über 25'000 Punkten behauptet. Für eine weitere Annäherung an das Rekordhoch von Mitte Januar bei gut 25'507 Punkten fehlten dem Leitindex jedoch die Impulse. Zuletzt kam er mit 25'057 Punkten auf ein knappes Plus von 0,05 Prozent. Unter dem Strich würde es damit auf einen Wochenanstieg um 0,6 Prozent hinauslaufen.
Anleger wagten sich vor dem Wochenende nicht gross aus der Deckung angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die Weltwirtschaft. Die Verhandlungen um Irans umstrittenes Atomprogramm gehen weiter. In dem Konflikt hat US-Präsident Donald Trump für einen Deal eine Frist von bis zu 15 Tagen genannt. Das sei «so ziemlich das Maximum», sagte er an Bord der Air Force One.
In der zweiten deutschen Börsenreihe legte der MDax zuletzt 0,44 Prozent auf 31'618 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 konnte ausserdem um 0,30 Prozent auf 6078 Zähler steigen. Er blieb damit auf Tuchfühlung zu einem erneuten Rekord, der bei 6107 Punkten liegt.
Am Freitag lieferten erste Konjunkturdaten auch keine richtigen Impulse. Nachdem Erzeugerpreise aus Deutschland am Morgen mit einem überraschend starken Rückgang aufgefallen waren, verliehen Einkaufsmanagerindizes dem Markt keinen Schub. Laut der Landesbank Helaba liegt der Fokus dann später noch auf der ersten Schätzung des US-BIP-Wachstums im vierten Quartal.
Unternehmensseitig blieben einmal mehr Rüstungswerte im Fokus wegen der Lage im Iran und des Krieges in der Ukraine, für den weiterhin kein Ende in Sicht ist. Rheinmetall konnte mit einem Anstieg um 0,8 Prozent an ihre zuletzt zweitägige Erholung anknüpfen. Rheinmetall erhielt zudem Aufträge für den Geschützturm des Bundeswehr-Spähfahrzeugs Luchs 2.
Im MDax profitierten die Titel von Thyssenkrupp mit mehr als drei Prozent Plus von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies. Analyst Tommaso Castello begründete diese mit dem Kursrückgang der Aktien seit Anfang Februar. Der Experte hob allerdings auch seine diesjährige, operative Ergebnisprognose an. Dank des Rückenwinds seitens der Politik und der Restrukturierung sieht er Ergebnispotenzial im EU-Stahlgeschäft.
Gefragt waren auch die Aktien von Knorr-Bremse, die mit einem Plus von 2,3 Prozent an ihren starken Vortag anknüpften. Die jüngste Vorlage von Geschäftszahlen und -ausblick lieferte damit weiter Rückenwind.
Der Favorit im SDax waren die Titel der Jost Werke, die sich mit einem Anstieg um 2,8 Prozent auf 66,40 Euro ihrem Rekordhoch näherten. Nach den Resultaten, die der Nutzfahrzeugzulieferer am Vortag präsentiert hatte, gab es ermutigende Stimmen von Analysten, die ihre Kursziele erhöhten. Am meisten Potenzial sieht dabei die Berenberg Bank mit ihrem Ziel von jetzt 84 Euro.
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09:48
Vor der Veröffentlichung einer Reihe von US-Daten macht der Greenback weiter Boden gut. Der Dollar-Index markiert mit 98,078 Punkten ein frisches Ein-Monats-Hoch. Er rückt um 0,2 Prozent vor. Aus den USA erwartet die Investoren am Nachmittag die erste Schätzung zum US-BIP. Der auch anstehende US-PCE-Index, der die persönlichen Ausgaben der Konsumenten beleuchtet, gilt als wichtiges Inflationsmass für die US-Notenbank Fed. Anleger erhoffen sich von den Zahlen Rückschlüsse auf den Zinspfad der Fed in den kommenden Monaten.
Zuletzt haben sich die Zinssenkungserwartungen in den USA leicht abgeschwächt. Die jüngsten US-Daten hätten mehrheitlich überzeugt und Äusserungen diverser Fed-Vertreter sowie das letzte Sitzungs-Protokoll machten deutlich, dass es die Zentralbank nicht eilig habe, die Zinsen zu senken, resümieren die Analysten der Helaba.
Für die US-Währung ging es daher auf Wochensicht bergauf, der Dollar-Index legte um mehr als ein Prozent zu. Auftrieb erhielt der Greenback, der in Krisenzeiten gern als sicherer Hafen angesteuert wird, auch von den Spannungen zwischen USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump erhöhte zuletzt den Druck auf den Iran und drängt Teheran zu einer zügigen Einigung im Atomstreit. Anleger fürchten mögliche militärische Schritte der USA.
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09:32
Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen haben die Börsenanleger in Japan am Freitag Kasse gemacht. Der 225 Werte umfassende Tokioter Nikkei-Index und der breiter gefasste Topix verloren jeweils gut ein Prozent auf 56'826 Zähler und 3808 Punkte. «Vor dem dreitägigen Wochenende in Japan nehmen Anleger Gewinne mit, und zwar aus Sorge vor möglichen Entwicklungen im US-Iran-Konflikt während der Feiertage», sagte Yutaka Miura, Analyst beim Finanzdienstleister Mizuho.
Am Montag wird in Japan der sogenannte Kaisergeburtstag gefeiert. US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf den Iran erhöht und die Führung in Teheran zu einer zügigen Einigung gedrängt. Sollte keine Lösung im Atomstreit erzielt werden, würden «schlimme Dinge» passieren, warnte Trump in Washington. Er nannte in diesem Zusammenhang eine Frist von zehn Tagen, ohne näher darauf einzugehen.
Während die USA ihre Truppenpräsenz im Nahen Osten weiter verstärken, wächst international die Sorge vor einem neuen Krieg. Dies drückte auch die Börse in Hongkong. Die Börsen in China blieben wegen der Neujahrsfeiertage geschlossen.
Nach unten zogen den Nikkei vor allem Verkäufe im Finanzsektor nach trüben Nachrichten aus den USA. Der New Yorker Vermögensverwalter Blue Owl Capital will Vermögenswerte im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar veräussern und Rücknahmen bei einem seiner Fonds einfrieren, um Schulden zu bedienen und Kapital zurückzuführen. Dies drückte die Aktien der japanischen Konkurrenten SBI und Nomura um jeweils rund vier Prozent ins Minus.
Zunehmende Sorgen bereiten den Investoren die Kreditqualität und das Risiko der Kreditgeber im Software-Sektor.
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09:23
Nestlé dreht nach dem gestrigen Kursfeuerwerk (+3,8 Prozent) am Tag nach der Zahlenpublikation ins Minus.
Die Analystenstimmen die derzeit eintreffen, kommentieren das Jahresergebnis gespalten. So etwa die UBS, die das Kursziel auf 80 Franken (78) erhöhte und von Erleichterung sprach - ein stärker als erwartetes Mengenwachstum, solides Preiswachstum im Kaffee und Einsparungen über Plan hätten überzeugt.
Hingegen zurückhaltender zeigt sich CFRA. Die Analysten senkten das Kursziel auf 86 Franken von zuvor 90 und sehen kaum Anzeichen einer kurzfristigen operativen Erholung - zumal der geplante Abbau von 16'000 Stellen Risiken berge.
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09:11
Am Schweizer Aktienmarkt startet am Freitag freundlich. Damit dürfte der heimische Markt seine defensiven Qualitäten ausspielen, denn die Vorgaben sind eher negativ. Sowohl der US-Leitindex Dow Jones als auch die Tech-Börse Nasdaq gaben nach Börsenschluss in Europa noch leicht nach. Sorgen um einen möglichen Angriff der USA auf den Iran machen mit den jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump verstärkt die Runde. Zudem fielen die gestrigen Konjunkturdaten recht gemischt aus und gaben somit Zinssenkungshoffnungen wenig Nahrung.
Der Nachmittag hält nochmals einen bunten Strauss an US-Konjunkturdaten bereit. Mit dem BIP für das vierte Quartal, dem PCE-Preisindex als bevorzugtes Inflationsmass der Fed und dem Uni Michigan Konsumentenvertrauen stehen einige gewichtige Taktgeber an. «Es geht zumindest mit einigem Unbehagen im Gepäck in Richtung Wochenende», sagte ein Händler. Gerade die Geopolitik dürfte Anleger in sichere Häfen treiben.
Gegen 09.05 Uhr notiert der Schweizer Leitindex SMI 0,2 Prozent höher bei 13'826 Punkten.
Im Fokus stehen am heutigen Handelstag insbesondere Sika (+1,2 Prozent) als einziger Bluechip mit Zahlen. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller musste einen Gewinnrückgang hinnehmen, erhöht aber dennoch die Dividende.
Gerade die defensiven Titel und auch die Schwergewichte Nestlé (-1,68 Prozent), Roche (-0,2 Prozent) und Novartis (+0,36 Prozent) sollten Anleger an Tagen mit erhöhter Unsicherheit im Blick behalten. Zumal der Nahrungsmittelkonzern am Vortag Zahlen vorgelegt hatte und nun Analystenmeinungen dazu eintreffen. Und für Roche kamen gute Nachrichten von der FDA. Die US-Behörde akzeptiert den Zulassungsantrag für das Krebsmittel Giredestrant und genehmigt die Kombibehandlung mit Venclexta und Acalabrutinib. Derweil prüft Novartis einen Rückzug aus Indien.
Eine höhere Dividende gibt es auch für die Anleger von Siegfried (+1,6 Prozent). Der Pharmazulieferer hat mit seinem Umsatz- und Gewinnplus die eigenen Ziele in etwa erreicht und stellt für 2026 weiteres Wachstum in Aussicht.
Derweil ist bei Allreal (+1,1 Prozent) die Ausschüttung unverändert. Sowohl die Mieterträge als auch das operative Ergebnis lagen leicht unter Vorjahr, der Gewinn blieb stabil.
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08:10
Der Schweizer Aktienmarkt steht vor einem freundlichen Start. Der Leitindex tendiert im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär 0,4 Prozent höher bei 13'855 Punkten. Sämtliche SMI-Titel notieren im Plus. Die höchsten Aufschläge verzeichnet der Baustoffchemiehersteller Sika mit +1,77 Prozent nach Zahlen. Auch Partners Group klettert in den positiven Bereich (+0,89 Prozent) nachdem die Aktien am Donnerstag im Nachmittagshandel deutliche Abschläge von über 5 Prozent hinnehmen mussten.
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07:50
Am Devisenmarkt zeigt sich am Freitag eine gewisse Zurückhaltung. Unsicherheit über einen möglichen Angriff der USA auf den Iran zerrt an den Nerven der Anleger. Im Vormittagsverlauf könnten dann einige Konjunkturdaten aus der Eurozone, allen voran zahlreiche Einkaufsmanagerindizes, für etwas Bewegung sorgen.
Der Fokus liegt aber erneut auf den US-Daten. Hier steht neben dem BIP auch der PCE-Preisindex als bevorzugtes Inflationsmass der Fed und das Uni Michigan Konsumentenvertrauen auf der Agenda. Bereits die gestrigen Daten passten eher ins Bild sich zuletzt abschwächender Zinssenkungserwartungen.
Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich gegenüber dem US-Dollar über Nacht mit zuletzt 1,1754 etwas weiter von der Marke von 1,18 entfernt. Derweil tritt das Euro/Franken-Paar bei Kursen von 0,9119 mehr oder weniger auf der Stelle und auch Dollar/Franken bewegt sich mit Kursen von 0,7758 nur wenig.
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07:44
Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:
- Logitech: Julius Bär mit Hold bis 75 (100) Franken
- Sunrise: Julius Bär mit Buy bis 54 (51) Franken
- Zurich Insurance: Berenberg Bank mit Buy bis 656 (642) Franken
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07:22
Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag höher starten. Am Donnerstag hatten Anleger Kasse gemacht: Der Dax ging nach seinem kräftigen Anstieg an den vergangenen beiden Handelstagen in die Knie und verlor 0,9 Prozent auf 25'043 Zähler. An der Wall Street ging es ebenfalls bergab.
Im Fokus zum Wochenschluss stehen die deutschen Erzeugerpreise für Januar sowie die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor in der Euro-Zone im Februar.
Aus den USA erwartet die Investoren die erste Schätzung zum US-BIP. Der auch anstehende US-PCE-Index, der die persönlichen Ausgaben der Konsumenten beleuchtet, gilt als wichtiges Inflationsmass für die US-Notenbank Fed. Der Oberste Gerichtshof der USA könnte zudem über die Rechtmässigkeit der von Präsident Donald Trump verhängten Zölle entscheiden. Das Gericht teilt allerdings nicht vorab mit, welche Urteile es veröffentlichen wird.
In Japan blicken Investoren auf die frischgebackene Ministerpräsidentin Sanae Takaichi. In einer Grundsatzrede vor dem Parlament kündigte sie eine Abkehr von der bisherigen Sparpolitik des Landes an. Zugleich versprach sie angesichts wachsender Sorgen an den Märkten über die sich verschlechternde Haushaltslage Japans, konkrete Indikatoren zur Messung der Fortschritte bei der Sanierung der Staatsfinanzen festzulegen.
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06:20
Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, tendiert am letzten Handelstag der Woche vorbörslich bei der Bank IG 0,32 Prozent höher bei 13'840 Punkten.
Eine berichtsintensive Woche neigt sich dem Ende zu. Zum Schluss legen der Baustoffchemiekonzern Sika, der Pharmazulieferer Siegfried, die Liechtensteinische Landesbank LLB sowie Allreal ihre Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vor.
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05:45
Die Aktienmärkte in Asien geben nach. Die Anleger verhalten sich angesichts weltpolitischer Entwicklungen vorsichtig. «Es scheint wenig sinnvoll, angesichts der Unsicherheit im Nahen Osten vor dem Wochenende neue Risiken einzugehen», sagt Brent Donnelly, Präsident von Spectra Markets. «Heute ist ein guter Tag, um sich aus Schwierigkeiten herauszuhalten.»
In Tokio gibt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,3 Prozent auf 56'718 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix notiert 1,3 Prozent niedriger bei 3800 Zählern. Die Börsen in China bleiben wegen Feiertagen geschlossen.
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04:00
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03:45
Die Sorge vor einem Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt die Ölpreise an.
Am Donnerstag hatten die Preise bereits den höchsten Stand seit sechs Monaten erreicht. US-Präsident Trump hatte erklärt, es würden «schlimme Dinge» geschehen, wenn der Iran keine Einigung über sein Atomprogramm erziele, und eine Frist von zehn bis 15 Tagen gesetzt. Der Iran plant unterdessen einer lokalen Nachrichtenagentur zufolge ein gemeinsames Seemanöver mit Russland. Wenige Tage zuvor hatte das Land die Strasse von Hormus für Militärübungen vorübergehend gesperrt.
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23:30
Das wahrscheinlicher werdende Szenario eines Angriffs der Vereinigten Staaten auf den Iran hat am Donnerstag für Kursverluste an den US-Börsen gesorgt. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gab um 0,54 Prozent auf 49'395 Punkte nach. Damit ist die kleine Erholung vom Vortag wieder Makulatur. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,28 Prozent auf 6862 Zähler.
US-Präsident Donald Trump hat den Iran vor erheblichen Konsequenzen gewarnt, sollte Teheran sich in den Atomverhandlungen mit den USA nicht auf einen Deal einlassen. Sollte es nicht zu einer Vereinbarung kommen, werde es «einen sehr anderen Weg» geben«, warnte Trump bei der ersten Sitzung seines Friedensrats. In welche Richtung es gehen wird, werde die Welt »wahrscheinlich in den nächsten zehn Tagen herausfinden«.
Das Szenario einer kriegerischen Auseinandersetzung drückte auch an der technologielastigen Börse Nasdaq etwas auf die Stimmung. Der Nasdaq 100 verlor 0,41 Prozent auf 24'797 Punkte. Der Index war am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit fast drei Monaten gerutscht.
Auf Unternehmensseite waren die Blicke auf Walmart gerichtet. Nach anfänglichen Kursgewinne drehte die Aktie ins Minus und ging 1,4 Prozent tiefer aus dem Handel. Das Unternehmen stapelt für 2026 wegen einer unsicheren Konjunktur tiefer als erwartet. Analyst Corey Tarlowe von der Bank Jefferies attestierte dem Einzelhändler aber ein starkes Schlussquartal 2025.
Gute Nachrichten gab es vom Online-Marktplatz Ebay, dessen Kurs nach einem starken vierten Quartal um gut 3 Prozent anzog. Die US-Bank Goldman Sachs strich ihre Verkaufsempfehlung. »Solche Wachstumsraten haben wir bei Ebay seit Jahren nicht mehr gesehen", schrieb Ross Sandler von der Barclays Bank.
Bekannt wurde ausserdem, dass Ebay für 1,2 Milliarden US-Dollar den Gebrauchtkleidungs-Marktplatz Depop vom Konkurrenten Etsy übernimmt. Dessen Titel zogen daraufhin um gut 9 Prozent an. Laut dem Analysten John Colantuoni von Jefferies bringt sich Etsy damit in Position für eine Rückkehr zu profitablem Wachstum.
Gute Nachrichten gab es auch vom Landmaschinenbauer Deere & Co., der seine Anleger mit einer angehobenen Gewinnprognose, einer Kurs-Rally von fast 12 Prozent und einem Rekordhoch erfreute.
Sehr viel schlechter sah es dagegen bei Unternehmen aus, die mit Autos und Mobilität zu tun haben. Die Titel des Autovermieters Avis Budget brachen wegen eines enttäuschenden vierten Quartals um mehr als 20 Prozent ein. Beim Gebrauchtwagenhändler Carvana sackte der Kurs um 8 Prozent ab, hier zehrten höhere Kosten am Gewinn.
(cash/AWP/Reuters)

