SGS liefert «ernüchterndes» Ergebnis ab

Das Wachstum beim Warenprüfkonzern SGS ist im ersten Halbjahr 2014 wie erwartet ins Stocken gekommen. Die Aktie verliert im frühen Handel markant an Wert. Analysten zeigen sich enttäuscht.
17.07.2014 10:06
An der Schweizer Börse werden die SGS-Titel abgestraft.

Ein schleppendes Geschäft im Bereich Mineralien und der starke Franken drückten den Halbjahresgewinn von SGS um 3,8 Prozent auf 255 Millionen Franken. Analysten waren von einem Anstieg ausgegangen. Zudem erwartet der Konzern 2014 lediglich ein organisches Wachstum von rund sechs Prozent. Mittelfristig hat sich der Konzern ein Wachstum von sechs bis neun Prozent vorgenommen.

"Dies ist insgesamt ein ernüchterndes Ergebnis von SGS und ein deutliches Zeichen, dass der Sektor nicht die übliche Dynamik aufweist", erklärte Daniel Bürki, Analyst der Zürcher Kantonalbank. Die Aktien seien angesichts des moderaten Wachstums stattlich bewertet.

Aktie fällt deutlich zurück

SGS hat mit den Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten verfehlt. Im Vorfeld wurde im Durchschnitt (AWP-Konsens) ein Umsatz von 2,83 Mrd CHF, ein EBIT vor Sonderfaktoren von 440 Mio sowie ein unbereinigter Reingewinn von 277 Mio erwartet.

Die Anleger reagieren mit Verkäufen der SGS-Aktien. Der Titel sackt um mehr als 3 Prozent auf 2070 Franken ab.

Der Gesamtumsatz ging in der Berichtswährung Franken sogar leicht um 1,8 Prozent auf 2,81 Mrd CHF zurück, wie SGS am Donnerstag mitteilt. Dabei hat erneut der starke Franken auf die Entwicklung gedrückt: In Lokalwährungen wuchs SGS mit 5,3 Prozent. Das organische Wachstum belief sich auf 4,0 Prozent, während die insgesamt vier zugekauften Gesellschaften 1,3 Prozentpunkte zum Anstieg beigetragen haben.

Das operative Ergebnis der Gruppe auf Stufe EBITDA lag vor Sonderfaktoren (Goodwill-Abschreibungen, Restrukturierungs- oder Integrationskosten) um 3,5 Prozent tiefer bei 554 Mio CHF (+5,3 Prozent in LW). Der bereinigte EBIT sank um 4,2 Prozent auf 420 Mio (+4,9 Prozent) mit einer um 0,4 Punkt auf 15,0 Prozent gesunkenen operativen Marge. Für die Restrukturierung vor allem im Zusammenhang mit der rückläufigen Nachfrage im Mineral- und europäischen Industriegeschäft hat SGS im Halbjahr 8 (VJ 12) Mio CHF aufgewendet.

Ausblick leicht nach unten korrigiert

Nach Abzug der Sonderfaktoren verbleibt ein EBIT in der Höhe von 397 Mio CHF. Unter dem Strich lag der den Aktionären zurechenbare Reingewinn bei 255 Mio, was ein Rückgang um 3,8 Prozent (+6,3 Prozent in LW) bedeutet. Um Sonderkosten bereinigt wäre der Gewinn um 4,5 Prozent auf 275 Mio gesunken (+5,4 Prozent in LW).

Im Ausblick nahm das Unternehmen die Erwartungen für das laufende Jahr leicht zurück. Das Management rechnet neu mit einem organischen Umsatzwachstum von "rund 6 Prozent" (bisher "über 6 Prozent). Die Marge soll derweil weiterhin verbessert werden. Man werde an der eingeschlagenen Dividendenpolitik festhalten, so der Bericht.

An der vergangenen Bilanzmedienkonferenz im Januar versprach CEO Chris Kirk, dass die Dividendenausschüttung für die kommenden drei Jahren mindestens auf Höhe der diesjährigen Zahlung von 65 CHF je Aktie bleiben wird. Ein Nachfolger für CFO Geraldine Matchett, die das Unternehmen noch im Juli verlässt, werde zu gegebener Zeit bekanntgegeben.

(AWP/Reuters/cash)