16:25

Die US-Börsen haben am Donnerstag dank des etwas entschärften geopolitischen Konflikts um Grönland und gemilderter Handelsspannungen zwischen den USA und Europa an ihre Vortageserholung angeknüpft. Der Leitindex Dow Jones Industrial gewann im frühen Handel 0,48 Prozent auf 49'314 Punkte. Mit in der Spitze rund 49'580 Punkten war das vor zehn Tagen erreichte Rekordhoch von 49.633 Punkten nicht weit weg.

Der von Tech-Werten dominierte Nasdaq 100 legte um 0,43 Prozent auf 25'435 Zähler zu. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,36 Prozent auf 6'900 Punkte hoch.

Für die deutlichen Kursgewinne am Mittwoch hatte die Nachricht gesorgt, dass es keine US-Strafzölle gegen acht europäische Länder einschliesslich Deutschland zum 1. Februar geben soll, die Donald Trump wegen des Streits um Grönland angedroht hatte.

Der US-Präsident hatte zudem ein Rahmenabkommen mit der Nato zur Beilegung des jüngsten Streits um Grönland angekündigt. Zuvor hatte Trump noch seinen Anspruch bekräftigt, Grönland müsse aus Sicherheitsgründen an die USA übergehen, gleichzeitig aber in diesem Fall die Anwendung von Gewalt ausgeschlossen. Anleger atmen nun weiter durch, bleiben aber ob der Unberechenbarkeit Trumps auf der Hut.

Am US-Aktienmarkt bewerten die Anleger auch am Donnerstag weitere Quartalszahlen von Unternehmen, etwa vom Konsumgüterhersteller Procter & Gamble . Dessen Umsatz legte im zweiten Geschäftsquartal aufgrund einer mauen Nachfrage kaum zu. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte stagnierten die Erlöse sogar, während Analysten ein kleines Plus erwartet hatten. Vorbörslich noch tiefer, gewannen die Aktien zuletzt fast 2 Prozent und könnten den Abwärtstrend seit März 2025 brechen.

GE Aerospace gab besser als erwartet ausgefallene Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt. Zudem geht der Triebwerkhersteller davon aus, dass die anhaltende Nachfrage nach Flugreisen dazu beitragen wird, die bestehenden wirtschaftlichen Bedenken auszuräumen. Der Gewinnausblick auf 2026reichte nach dem Kursanstieg von 85 Prozent im letzten Jahr aber nicht mehr aus, die Anleger zu begeistern. Die Aktien büssten 4 Prozent ein.

Die Papiere des Gesundheitskonzerns Abbott Laboratories sackten nach der Vorlage von Zahlen für das Schlussquartal um fast 7 Prozent ab. Der Umsatz verfehlte die Erwartungen. Zudem enttäuschte der Ausblick auf das erste Quartal.

Die Nachricht, dass der chinesische Online-Händler Alibaba den Börsengang seiner Chip-Sparte vorbereitet, liess die in den USA gehandelten Anteile um 4,4 Prozent steigen.

Freeport McMoran sanken um 1,8 Prozent. Der Quartalsgewinn des Kupferproduzenten übertraf die Erwartungen von Analysten, die Kupferproduktion im vierten Quartal lag aber klar unter den Vorjahreswerten und auch etwas unter den Schätzungen der Experten. Auch stiessen sich Marktteilnehmer an den Investitionsausgaben für 2026. Die Papiere befinden sich gleichwohl seit November im Rally-Modus und kratzen am Rekordhoch aus dem Jahr 2008. Die Nachfrage nach Kupfer treibt den Kurs.

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15:33

Die US-Börsen gehen fester an den Handel. Der Dow Jones Industrial Average Index legt 0,56 Prozent zu, während der S&P 600 Index 0,64 Prozent und der Nasdaq 100 Index 0,75 Prozent hinzugewinnt. Derweil steht der Swiss Market Index (SMI) 0,77 Prozent höher.  

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15:19

Paramount Skydance gibt sich im Übernahmekampf um Warner Bros Discovery noch nicht ‌geschlagen. ‌Der Filmstudio-Betreiber und Streaming-Anbieter verlängerte am Donnerstag die Frist seiner Übernahme-Offerte für den Rivalen. Warner-Investoren können bis zum ​20. Februar entscheiden, ob ‌sie ihre Anteile Paramount ‌oder Netflix andienen wollen.

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14:50

Die US-Aktienmärkte dürften am Donnerstag dank der nachgelassenen Handelsspannungen zwischen den USA und Europa an ihre Vortageserholung anknüpfen.

Der Dow Jones Industrial wurde vom Broker IG eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn 0,4 Prozent höher auf 49'260 Punkte taxiert, nachdem er am Mittwoch um 1,2 Prozent zugelegt hatte.

Der von Tech-Werten geprägte Nasdaq 100 wird am Donnerstag 0,9 Prozent im Plus bei 25'557 Zählern erwartet. Am Vortag war er um 1,4 Prozent gestiegen.

Für die deutlichen Kursgewinne tags zuvor hatte die Nachricht gesorgt, dass es keine US-Strafzölle gegen acht europäische Länder einschliesslich Deutschland zum 1. Februar geben soll, die US-Präsident Donald Trump wegen des Streits um Grönland angedroht hatte. Trump hatte zudem ein Rahmenabkommen mit der Nato zur Beilegung des mehrtägigen Konflikts um Grönland angekündigt.

Der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble wuchs im zweiten Geschäftsquartal aufgrund einer mauen Nachfrage kaum. In den drei Monaten per Ende Dezember stiegen die Erlöse um ein Prozent. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte stagnierte das Wachstum sogar, während Analysten ein kleines Plus erwartet hatten. Die Aktie gab im vorbörslichen US-Handel um 1,1 Prozent nach.

GE Aerospace gab besser als erwartete Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt. Zudem geht der weltgrösste Triebwerkshersteller davon aus, dass die anhaltende Nachfrage nach Flugreisen dazu beitragen wird, die bestehenden wirtschaftlichen Bedenken auszuräumen. Der Gewinnausblick auf 2026 übertraf die durchschnittliche Markterwartung. Dennoch büsste die Aktie vorbörslich 1,3 Prozent ein.

Abbott Laboratories sackten nach der Vorlage von Zahlen für das Schlussquartal vorbörslich um 6,2 Prozent ab.

Die Nachricht, dass der chinesische Online-Händler Alibaba den Börsengang seiner Chip-Sparte vorbereitet, liess die in den USA gehandelten Anteilsscheine vorbörslich um 3,7 Prozent steigen.

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13:00

Die Futures auf die US-Aktienmärkte tendieren am Donnerstag fester:

- Dow Jones: +0,27 Prozent

- S&P 500: +0,52 Prozent

- Nasdaq 100: +0,82 Prozent

Auch der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, legt am frühen Nachmittag weiter zu mit +0,42 Prozent auf 13'210 Punkte.

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12:30

Europas Börsen haben sich am Donnerstag der Erholungsbewegung an den Aktienmärkten weltweit angeschlossen. «Die Erleichterung über die Deeskalation im Grönland-Streit zwischen den USA und Europa hatte bereits zu einer Kursrally an den US-Finanzmärkten geführt», merkte Marktexperte Andreas Lipkow zu den Vorgaben aus Übersee an.

Der EuroStoxx 50 gewann am Mittag 1,22 Prozent auf 5954,67 Punkte. Ausserhalb der Eurozone legte der britische Leitindex FTSE 100 um 0,68 Prozent auf 10'207,07 Zähler zu. Für den Schweizer SMI ging es zwischenzeitilch um 0,61 Prozent auf 13'237,38 Punkte aufwärts.

Mit der Erholung scheinen die Märkte wieder die aufwärtsgerichtete Entwicklung der Vorwoche aufgenommen zu haben. «Politische Risiken sorgen zwar für kurzfristige Volatilität, ändern jedoch nicht automatisch den übergeordneten Trend», stellte Marktanalyst Maximilian Wienk vom Broker eToro dazu fest.

Gefragt waren die Autowerte. Marktteilnehmer reagierten mit Erleichterung darauf, dass US-Präsident Donald Trump nicht erneut die Zollkeule einsetzt. Dies hätte den exportorientierten Sektor, der so schon mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen hat, hart getroffen.

VW gefiel zudem mit Aussagen zum Barmittelfluss, der im Konzernbereich Automobile 2025 überraschend hoch ausgefallen war. VW gewannen 4,7 Prozent.

Auch die Telekomwerte legten deutlich zu. Ein Konsortium unter Führung von Bouygues Telecom hatte neue Gespräche zur Übernahme der Altice Group bestätigt. Bougygues kletterten um 2,6 Prozent, die Aktie der zu dem Konsortium gehörigen Orange SA stiegen um 3,4 Prozent.

Vodafone gewannen knapp drei Prozent. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel von 140 auf 150 Pence angehoben und die Einstufung auf «Buy» belassen. Die Aktien des Telekomanbieters hätten zuletzt eine Art Renaissance erlebt, schrieb Robert Grindle in einer Studie. Die jüngste Anhebung der Geschäftsziele und der Dividende habe er erst ein Jahr später erwartet.

Gefragt waren zudem Technologiewerte und besonders Titel aus dem Halbleiterbereich. ASML stiegen um drei Prozent und folgten damit den Vorgaben aus den USA und Asien. «Zusätzlich befeuerten Aussagen des Nvidia -Chefs Huang auf dem Weltwirtschaftsforum die KI-Phantasien», merkte Lipkow an.

Im Rohstoffsektor, der nach dem Höhenflug der Vormonate etwas schwächelten, entzogen sich ArcelorMittal mit 4,6 Prozent Aufschlag der Branchentendenz. Die Citigroup hatte das Kursziel deutlich von 45 auf 55 Euro erhöht.

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11:43

Nach vier schwächeren Tagen ziehen am Donnerstag die Kurse an der Schweizer Aktienbörse wieder an. Auslöser ist laut Händlern wie schon bei zuvor fallenden Kursen US-Präsident Donald Trump. Dieser habe mit seinen Aussagen die Gemüter beruhigt und eine Gegenbewegung ausgelöst, heisst es im Handel. Donald Trump hatte am Vortag am WEF in Davos gesagt, es werde nun doch keine Strafzölle gegen acht europäische Länder zum 1. Februar geben. Zudem hat er Gewalt in der Grönland-Frage ausgeschlossen.

Trump begründete dies mit einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Dabei sei der Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden. Detail dazu sind allerdings nicht bekannt. Zuvor hatte das EU-Parlament im Gegenzug zu Trumps Drohung noch die Ratifizierung des Handelsdeals mit den USA gestoppt. Zudem hat die EU für den heutigen Donnerstag einen Sondergipfel zum Grönland-Kurs einberufen. Wie lange diese Phase der Entspannung nun anhalte, sei angesichts der Sprunghaftigkeit des POTUS sehr ungewiss, meint ein Händler. «Es muss sich erst noch zeigen, wie lange diese Ruhe anhält.» Insgesamt dürfte die politische Unsicherheit hoch und die Lage an den Märkten damit fragil bleiben, meint ein anderer Händler.

Der SMI notiert gegen 11.40 Uhr um 0,64 Prozent höher auf 13'24 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI gewinnt 0,81 Prozent hinzu auf 2152,77 und der breite SPI 0,68 Prozent auf 18'329 Zähler. Im SLI stehen 26 Werte im Plus und vier im Minus.

Gefragt sind zum einen Finanzwerte wie Partners Group (+1,22 Prozent), Julius Bär (+1,75 Prozent) und UBS (+1,42 Prozent). Anderseits stehen auch zyklische Werte wie Holcim, Amrize, Kühne+Nagel und Sika mit Gewinnen zwischen 1,8 und 1,1 Prozent weit oben auf der Kurstafel.

Unter den Versicherungen werden Swiss Re (+0,9 Prozent) und Swiss Life (+0,6 Prozent) nach dem schwachen Jahresauftakt gekauft. Zurich (+0,6 Prozent) sind ebenfalls klar im Plus. Der Allbranchenversicherer stösst bei der geplanten Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley weiterhin auf Gegenwehr. Der Verwaltungsrat der Briten lehnt auch die von der Zurich aufgebesserte Offerte ab. Das derzeitige Angebot an die Beazley-Aktionäre hat einen Gesamtwert von knapp 7,8 Milliarden Pfund oder gut 10 Milliarden US-Dollar.

Im Aufwind sind auch die Pharmawerte Roche (+0,5 Prozent), Novartis und Sandoz (je +0,12 Prozent). Auch Nestlé (+0,6 Prozent) setzen zu einer Erholung an. Sie standen zuletzt unter Druck wegen Problemen im Bereich Babymilch.

Auf der anderen Seite büssen Alcon 1,1 Prozent ein. Der Titel konsolidiere den starken Kursanstieg am Vortag, heisst es. Möglicherweise belaste auch die Gewinnwarnung von Carl Zeiss Meditec den Kurs. Der deutsche Medizintechniker überprüft nach einem schwachen Quartal seine Jahresprognose.

Ebenfalls gut ein Prozent im Minus stehen Galderma. Das Dermatologieunternehmen kann die Zusammenarbeit mit Ipsen im Bereich Neuromodulatorenlaut einem Schiedsspruch nun beenden. Dies sei aber kein Grund, die Stirn in Falten zu legen. Denn der Neuromodulator IPN10200 von Ipsen sei erst in einer frühen Forschungsphase.

Den stärksten Aufschlag im breiten Markt gibt es bei Aryzta (+15 Prozent) nach Vorabzahlen. Der Backwarenkonzern hat seine im Oktober gesenkten Ziele für das Geschäftsjahr 2025 erreicht oder gar übertroffen. Das Management erwartet nun fürs laufende Jahr weiteres organisches Wachstum. Damit habe Aryzta den ersten Meilenstein für die Rückgewinnung des Vertrauens gemacht, heisst es bei der ZKB.

Auch die Aktien von Galenica (+0,5 Prozent) werden nach Zahlen höher gehandelt. Dagegen geht es mit Huber + Suhner (-5,2 Prozent) und Schlatter (-3,9 Prozent) ebenfalls nach Zahlen klar bergab.

Derweil setzen die Aktien von Komax (+4,3 Prozent) ihren Aufwärtstrend vom Vortag, ausgelöst durch Vorabzahlen, weiter fort.

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10:51

Die Abwendung von US-Zöllen im ‌Grönland-Streit hilft ‌den Autowerten auf die Sprünge. Der europäische Branchenindex gewinnt in der Spitze 3,4 Prozent.

Porsche, Continental, Mercedes-Benz und BMW rücken zwischen vier und 2,4 Prozent vor. Die Aktien von ​Volkswagen sind mit einem Plus von 5,5 Prozent Spitzenreiter ‌im Dax - zusätzlich gestützt werden die ‌Papiere auch durch einen überraschend hohen Barmittelzufluss im Autogeschäft 2025.

Trumps Äusserungen in Davos zu Grönland hätten die unmittelbaren Befürchtungen vor Strafzöllen gemildert, sagt Fabio Hoelscher, Analyst bei Warburg Research. US-Präsident Donald Trump war am Mittwoch überraschend von seiner ⁠Drohung abgerückt, im Streit um Grönland Strafzölle gegen acht europäische Staaten zu verhängen. Nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos stellte er eine Einigung in ​Aussicht.

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10:25

Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete 64,93 US-Dollar. Das waren 31 Cent weniger als Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 30 Cent auf 60,32 Dollar.

Die Ölpreise haben einen Teil der Gewinne vom Vortag wieder abgegeben. Am Ölmarkt rückten geopolitische Risiken wieder etwas in den Hintergrund. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump jüngste Drohung mit neuen Zöllen zurückgenommen, nachdem er Rahmenbedingungen für ein mögliches Abkommen zur Beilegung des Grönland-Streits als gegeben angesehen hatte.

Seit Beginn des Jahres waren es vor allem geopolitische Risiken, die für Auftrieb bei den Ölpreisen sorgen. In dieser Zeit hat sich Brent-Öl aus der Nordsee um etwa vier Dollar je Barrel verteuert. Unter anderem hatte auch die angespannte Lage im Iran mit der Niederschlagung von Massenprotesten in dem wichtigen Förderland Sorgen vor einem Übergreifen auf die gesamte Region am Persischen Golf geschürt, was den Ölpreisen Auftrieb gab.

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09:40

Nach dem Einlenken von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Streit geht es für den Dax am Donnerstag deutlich ‌bergauf. ‌Der deutsche Leitindex näherte sich wieder der 25'000-Punkte-Marke und rückte um 1,3 Prozent auf 24'882 Zähler vor. Trump ist am Mittwoch überraschend von seiner Drohung ​abgerückt, im Streit um Grönland Strafzölle gegen acht ‌europäische Staaten zu verhängen und stellte ‌eine Einigung in Aussicht. «Ob das Grönland-Thema dauerhaft zur Zufriedenheit aller gelöst werden kann, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen», sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. «Fürs Erste feiern die Börsen aber die neue Faktenlage.»

Zu ⁠den grössten Gewinnern am Markt zählten die Aktien der Deutschen Börse mit einem Plus von bis zu 4,5 Prozent. Der Frankfurter Börsenbetreiber hat ​sich mit der spanisch-britischen Allfunds und deren Grossaktionären auf eine ‌Übernahme geeinigt. Mit dem 5,3 ‍Milliarden Euro schweren Rekord-Zukauf will die Deutsche Börse ihr Geschäft mit Fonds-Dienstleistungen ausbauen und ​noch stärker internationalisieren. Kauflaune herrschte auch bei Volkswagen-Aktionären: Europas grösster Autobauer hat 2025 trotz der Absatzschwäche in China, des teuren Strategieschwenks bei Porsche und der ‌Zölle von US-Präsident Donald Trump überraschend viel ⁠Geld in die Kassen bekommen. Der Barmittelzufluss ‌im Autogeschäft lag bei sechs Milliarden Euro und damit um eine Milliarde Euro höher ‍als 2024. Die Aktien gewannen in der Spitze 6,1 Prozent.

Auf der Verliererseite fanden sich die Rüstungswerte wieder. Die Titel ​von Rheinmetall gaben im Dax 2,2 Prozent nach, ‍im MDax notierten Hensoldt und Renk 2,3 und 1,2 Prozent schwächer.

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09:25

Die Kursgewinne an der Wall Street nach dem Einlenken von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Streit haben ‌die ‌japanische Börse angeschoben.

Der Nikkei-Index rückte um 1,7 Prozent auf 53'688 Zähler vor, der breiter gefasste Topix gewann 0,7 Prozent.

Trump war am ​Mittwoch überraschend von seiner Drohung abgerückt, ‌im Streit um Grönland Strafzölle ‌gegen acht europäische Staaten zu verhängen. Nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos stellte er eine Einigung in Aussicht. Die Wall Street schloss daraufhin deutlich im Plus.

Zuletzt hatte ⁠die hohe Volatilität der Renditen japanischer Staatsanleihen die Anleger am japanischen Aktienmarkt verschreckt. Die Kurse lang laufender Bonds brachen in dieser Wochen ​ein und trieben die Renditen zeitweise auf ‌Rekordhöhen.

Der Nikkei-Index hatte die vergangenen ‍fünf Handelstage im Minus geschlossen. Unter den Einzelwerten stachen am Donnerstag die Chipwerte ins ​Auge. Advantest und Tokyo Electron rückten um fünf beziehungsweise 3,1 Prozent vor. Die Titel der SoftBank Group gewannen 11,6 Prozent. Die ‌Aktien des Halbleiterausrüsters Disco schossen in ⁠der Spitze um 17,1 Prozent nach oben - ‌das Unternehmen prognostizierte einen Anstieg des Jahresgewinns um zwei Prozent.

Am chinesischen Aktienmarkt gab ‍es am Donnerstag kaum Bewegung. Der Shanghai-Composite und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen ​traten mehr oder weniger auf der Stelle.

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09:10

Am Schweizer Aktienmarkt stehen die Zeichen am Donnerstag nach vier schwächeren Sitzungen klar auf Erholung. Donald Trump hatte am Vortag mit Aussagen zur Grönland-Frage im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos die Gemüter etwas beruhigt und für steigende Kurse an den US-Märkten gesorgt. Laut Trump soll es nun doch keine Strafzölle gegen acht europäische Länder zum 1. Februar geben, zudem hat er Gewalt in der Grönland-Frage ausgeschlossen. Damit hätten sich die Sorgen über einen erneuten Zollkrieg zwischen den USA und Europa etwas entspannt, heisst es am Markt.

Zur Begründung verwies Trump auf der Plattform Truth Social darauf, dass basierend auf einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Was darin genau steht, blieb zunächst aber unklar. Derweil hat die EU für den heutigen Donnerstag einen Sondergipfel zum Grönland-Kurs einberufen. Insgesamt dürfte damit die politische Unsicherheit hoch und die Lage an den Märkten fragil, meinte ein Händler. «Es muss sich nun zeigen, wie lange diese Ruhe anhält.»

Der Schweizer Leitindex SMI notiert gegen 9.10 Uhr um 0,89 Prozent höher bei 13'269 Punkten. Alle SMI-Werte eröffnen fester.

Gefragt sind neben Partners Group (+2, 2 Prozent) Richemont (+2,1 Prozent) auch Bauwerte wie Geberit (+1,54 Prozent) und Sika (+1,3 Prozent). Auch das Schwergewicht Nestlé kann mit einem Plus 1,5 Prozent punkten. 

Erneut ein Plus gibt es ausserdem bei Sandoz (+0,35 Prozent), die am Vortag bereits gegen den Trend gefragt waren.

Weit oben stehen zudem die zyklischen Titel Kühne+Nagel, ABB und Amrize mit einem Plus von rund einem Prozent. Am unteren Ende der Tabelle sind die defensiven Roche, Swisscom, Novartis und Givaudan sowie die Versicherer Swiss Life und Swiss Re zu finden.

Den stärksten Aufschlag im breiten Markt gibt es bei Aryzta (+4,1 Prozent) nach Vorabzahlen. Der Backwarenkonzern hat seine im Oktober gesenkten Ziele für das Geschäftsjahr 2025 erreicht oder gar übertroffen. Das Management erwartet nun fürs laufende Jahr weiteres organisches Wachstum. Auch die Aktien von Galenica (+0,78 Prozent) sind gefragt nach der Zahlenvorlage. 

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08:22

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

Nestlé: Basler KB senkt auf 75 (78) Fr. mit MARKTGEWICHTEN.

Barry Callebaut: Kepler Cheuvreux geht auf HOLD (Buy) bis 1300 (1175) Fr.

Barry Callebaut: Basler KB erhöht  auf 1200 (1050) Fr. mit MARKTGEWICHTEN

Barry Callebaut: Barclays auf 1250 (1200) Fr. mit EQUAL WEIGHT

Barry Callebaut: Goldman Sachs auf 1450 (1410) Fr. mit BUY.

BKW: UBS senkt auf 166 (185) Fr. mit NEUTRAL.

Logitech: Kepler Cheuvreux mit BUY bis 95 (105) Fr. 

Dormakaba: Barclays mit OVERWEIGHT bis 86 (88) Fr.

Galenica: UBS ist für NEUTRAL bis 85 Fr.

Huber+Suhner: UBS bleibt für BUY bis 177 Fr.

Swisscom: Morgan Stanley mit OVERWEIGHT bis 720 (730) Fr.

UBS: Citigroup ist für NEUTRAL bis 37.70 (34) Fr.

Zehnder: Kepler Cheuvreux mit BUY bis 99 (81) Fr.

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08:07

Der Schweizer Aktienmarkt indiziert im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär höher.

Knapp eine halbe Stunde vor Börseneröffnung notiert der SMI 0,75 Prozent höher bei 13'255 Punkten. Sämtliche SMI-Titel tendieren im Plus mit einer Bandbreite zwischen +0,23 Prozent (Roche) und +1,31 Prozent (Richemont). Einzig Alcon wird tiefer erwartet mit -0,22 Prozent.

Auch der breite Markt dürfte positiv starten. Dabei schlagen die Titel von Sandoz mit einem Plus von 4,1 Prozent positiv aus. Huber+Suhner verzeichnet hingegen vorbörsliche Abschläge, nachdem der Industriekonzern einen Umsatzrückgang für das Jahr 2025 angekündigt hat.

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07:55

Der Schweizer Franken hat über Nacht leicht zugelegt. Am Vortag hatte sich die hiesige Währung nach den Anzeichen einer Entspannung in der Grönland-Frage leicht abgeschwächt. Insgesamt halten sich die Kursausschläge aber in Grenzen.

Am frühen Morgen kostet der Dollar 0,7945 Franken nach 0,7957 am Vorabend. Am Mittwochmorgen war der Dollar noch deutlich tiefer zu 0,7908 gehandelt worden. Auch das Währungspaar Euro/Franken notiert aktuell mit 0,9288 etwas tiefer als am Vorabend (0,9303). Zwischen Euro und Dollar gab es derweil in dieser Zeit kaum Bewgeung, das Währungspaar notierte zuletzt bei 1,1691. Allerdings war der Euro am frühen Mittwoch klar höher zu 1,1720 Dollar gehandelt worden.

Die Entspannungszeichen in der Grönland-Frage hätten dem Dollar Auftrieb gegeben, heisst es am Markt. Der US-Präsident hatte am WEF in Davos verlauten lassen, dass er die Strafzölle gegen verschiedene europäische Länder wegen Grönland nicht wie ursprünglich angekündigt in Kraft setzen wolle. Zur Begründung verwies er auf ein Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte, bei dem ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei.

Konkrete Informationen über die Vereinbarung gibt es aber noch nicht und auch nicht über die Frage der Souveränität von Grönland. Marktentscheidend sei wohl, dass Trump die Zolldrohung gegenüber europäischen Staaten wie Deutschland zurückgezogen habe, kommentierte die Helaba.

Neben geopolitischen Themen könnte die Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks wieder in den Fokus der Marktteilnehmer geraten. Die heute in den USA anstehenden Arbeitsmarktindikationen und Konsumausgaben könnten das Fed wohl darin bestärken, bezüglich weiterer Zinssenkungen Vorsicht walten zu lassen und potenzielle Risiken abzuwägen. «Mit einem Schritt in der nächsten Woche ist kaum zu rechnen und er wird auch markseitig nahezu ausgeschlossen», so die Helaba.

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07:35

Der Dax wird am Donnerstag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge höher in ‌den ‌Handel starten. US-Präsident Donald Trump ist am Mittwoch überraschend von seiner Drohung abgerückt, im Streit um Grönland Strafzölle gegen acht ​europäische Staaten zu verhängen. Nach einem ‌Treffen mit Nato-Generalsekretär ‌Mark Rutte in Davos stellte er eine Einigung in Aussicht. Die Wall Street schloss deutlich im Plus. Der Dax hatte am Mittwoch - noch vor Trumps Einlenken - 0,6 ⁠Prozent tiefer bei 24'561 Punkten geschlossen.

Im Blick behalten die Investoren auch die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine. ​Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn ‌von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, ‍wollen in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Ziel ​sei es, über einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu sprechen.

Aufschluss über den weiteren geldpolitischen Kurs ‌der Europäischen Zentralbank (EZB) erhoffen sich die ⁠Anleger von der Veröffentlichung der Protokolle ‌der jüngsten Zinssitzung. Die Währungshüter hatten im Dezember erneut eine Zinspause eingelegt.

Auf ‍der Unternehmensseite stehen weitere Bilanzen wichtiger US-Konzerne auf der Agenda. Einen Blick in ihre ​Bücher gewähren unter anderem der Chiphersteller Intel, ‍der Pharmakonzern Abbott und der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble.

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06:45

Nebst dem World Economic Forum stehen am Donnerstag legen ein paar Unternehmen ihre vorläufigen Jahresergebnisse 2025 vor.

Zum einen sind das Schlatter, Galenica und Huber+Suhner sowie Aryzta.

In den USA legen gleich mehrere Börsengrössen ihre Zahlen offen. Neben Aerospace, Procter & Gamble kommunizieren auch Intel, Alcoa und Capital One Financial ihre Ergebnisse für das vierte Quartal.

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06:15

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, notiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 1,2 Prozent im Plus bei 13'292 Punkten.

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05:00

Äusserungen von US-Präsident Donald Trump haben am Donnerstag für eine Erleichterungsrally an den Börsen gesorgt. Trump schloss ‌eine gewaltsame ‌Übernahme Grönlands aus und liess von neuen Zoll-Androhungen ab. «Ich werde das nicht tun», sagte Trump. «Ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden.»

​Die Anleger griffen daraufhin bei Aktien zu. ‌Der S&P 500 verzeichnete an ‌der Wall Street den grössten Tagesgewinn seit zwei Monaten. Die europäischen Futures legten zu, und auch an den asiatischen Börsen ging es aufwärts. In Australien und Japan stiegen die Leitindizes um rund ein Prozent, ⁠in Südkorea übersprang der Kospi erstmals die Marke von 5000 Punkten.

«Der TACO, wie sie es nennen, ist sicherlich real», sagte Damian Rooney, Händler ​beim Broker Argonaut in Perth, in Anspielung auf ‌ein Akronym der Wall Street für «Trump Always ‍Chickens Out» (Trump kneift immer).

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04:15

Am Devisenmarkt legte der Dollar zu. Der Euro fiel ​im Gegenzug auf 1,1676 Dollar. Der Yen notierte stabil bei 158,24 je Dollar. Der australische Dollar profitierte von besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten. ‌Er erreichte mit 0,6786 Dollar zum US-Dollar ⁠ein 15-Monatshoch und mit 107,04 Yen zum ‌japanischen Yen ein 18-Monatshoch.

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03:00

Der Goldpreis gab nach. Die Feinunze verbilligte sich auf 4790 Dollar, ‍nachdem sie zuvor ein Rekordhoch von 4887 Dollar erreicht hatte.

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23:00

Donald Trump hat am Mittwoch den Aktien-Anlegern mit Aussagen zur Grönland-Frage im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos keine Pause gegönnt, die Gemüter aber beruhigt. Ausschlaggebend für die letztlich deutlichen Kursgewinne an den New Yorker Börsen war die Nachricht, dass es keine Strafzölle gegen acht europäische Länder einschliesslich Deutschland zum 1. Februar geben soll, die der US-Präsident am vergangenen Wochenende wegen des Streits um Grönland angedroht hatte.

Zur Begründung verwies Trump auf der Plattform Truth Social darauf, dass basierend auf einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Was genau darin stehen soll, blieb zunächst unklar. Es soll aber weitere Gespräche geben, wie Rutte mitteilte.

Zuvor hatte der US-Präsident in seiner Rede in Davos bereits Gewalt in der Grönland-Frage ausgeschlossen, an seinem Plan aber erst einmal festgehalten, die zu Dänemark zählende Insel aus Gründen der nationalen Sicherheit und zum Schutz der Welt übernehmen zu wollen.

Nach ihren deutlichen Vortagesverlusten gingen die US-Börsen unter dem Eindruck der Trump-Aussagen auf Erholungskurs. So gewann der Leitindex Dow Jones Industrial zum Handelsschluss 1,21 Prozent auf 49'077 Punkte. Der von Tech-Werten geprägte Nasdaq 100 verbuchte ein Plus von 1,36 Prozent auf 25'327 Zähler. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,16 Prozent auf 6876 Zähler hinauf.

Marktteilnehmer in New York dürften nach einem nervenaufreibenden Tag somit beruhigt in den Feierabend gegen - und es womöglich so sehen wie der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen: «Der Tag endet besser, als er begonnen hat», sagte der Minister dem dänischen Rundfunk. «Zwei Dinge nehme ich aus Davos mit: Dass Trump sagt, dass er Grönland nicht angreift (...) und dass der Zoll-Krieg auf Standby ist. Das ist positiv.»

Neben Trump in Davos setzten am Aktienmarkt einige Unternehmen mit Quartalszahlen am Mittwoch Akzente. Der Streamingdienst Netflix enttäuschte die Anleger, die Papiere verloren 2,2 Prozent.

Im Dow gewannen die Aktien des Versicherers Travelers nach Jahreszahlen 1,1 Prozent. Knapp im Minus schlossen die Anteile von Johnson & Johnson. Der Pharma- und Konsumgüterhersteller überzeugte mit Geschäftszahlen und Ausblick. Händler verwiesen allerdings auf eine ungünstige Entwicklung in einem Rechtsstreit als Belastungsfaktor. Die Aktien waren zudem in den vergangenen Monaten stark gelaufen.

Halbleiter-Aktien waren besonders gefragt. Nvidia -Chef Jensen Huang sagte, in der Branche seien weitere Ausgaben in Billionen-Höhe für Computing-Infrastruktur notwendig. Nvidia gewannen 2,9 Prozent. Intel setzten auf dem höchsten Stand seit vier Jahren ihre Rally mit einem Plus von 11,7 Prozent fort. Am Donnerstag legt das Unternehmen nach US-Börsenschluss Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor.

Für die Anteile von Halliburton ging es um gut 4 Prozent nach oben, nachdem der Ölindustrie-Dienstleister für das vierte Quartal mit seinem Gewinn die Analystenschätzungen übertroffen hatte. US-Öl-Dienstleister gelten als Profiteure des Wiederaufbaus der venezolanischen Öl-Industrie. Neben Halliburton verzeichneten am Mittwoch auch SLB und Baker Hughes Kurszuwächse.

(cash/AWP/Reuters)

Monique Misteli Ringier
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